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Schule & Unterricht · Prompt Engineering

KI im Unterricht einsetzen: fünf Einstiege

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Starten Sie klein: KI-Fehler suchen lassen, Fragen entwickeln, Aufgaben differenzieren, Rückmeldungen mit Kriterien einholen oder KI ohne Bildschirm erklären. Jeder Einstieg braucht ein Lernziel, klare Regeln und eine Auswertung. Lernende geben dabei keine persönlichen Daten in öffentliche KI-Dienste ein.

Das Problem

Frau Keller möchte KI im Unterricht ausprobieren, aber nicht mit einem grossen Projekt starten. Sie fragt sich: Wie kann man KI im Unterricht einsetzen, ohne dass die Klasse den Faden verliert oder die Kinder ihre Aufgaben einfach von der KI erledigen lassen?

Viele Anregungen im Netz sind entweder sehr technisch oder bestehen aus Werkzeuglisten. Für eine Lehrperson zählt etwas anderes: Was lernen die Kinder dabei? Wie lange dauert es? Was brauche ich dafür, und was kann schiefgehen?

Gute Einstiege haben drei Merkmale. Sie verfolgen ein klares Lernziel, sie verlangen die Mitarbeit der Lernenden, und sie lassen sich je nach Umfang in einer Lektion überblicken. Die folgenden fünf Einstiege können passend sein; prüfen Sie jeden anhand von Alter, Lernziel, Zugang und kantonalen Vorgaben.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

So planen Sie jeden der fünf Einstiege:

  1. Formulieren Sie das Lernziel. Ein Lernziel beschreibt, was die Lernenden am Ende können. Zum Beispiel: «Ich kann eine Aussage der KI mit einer zweiten Quelle überprüfen.»
  2. Wählen Sie einen Einstieg. Die Tabelle unten stellt sie vor. Beginnen Sie mit dem, der zu Ihrem Lernziel passt.
  3. Klären Sie Zugang und Regeln. Demonstration am Beamer, gemeinsames Klassengerät oder Einzelarbeit? Keine Namen, Fotos oder persönlichen Informationen eingeben.
  4. Bereiten Sie die Aufgabe selbst vor. Testen Sie die Anweisung vorher mit der KI. Die Antworten ändern sich von Mal zu Mal, rechnen Sie mit Abweichungen.
  5. Lassen Sie die Lernenden zuerst selbst denken. Eine Minute stilles Überlegen oder Notieren vor der KI-Anfrage verhindert, dass das Denken ausgelagert wird.
  6. Führen Sie die Aktivität durch. Geben Sie klare Arbeitsaufträge und eine Zeitvorgabe.
  7. Werten Sie gemeinsam aus. Fragen Sie: Was war richtig, was falsch, woran haben wir es gemerkt? Dieser Schritt macht den Lerngewinn aus.
  8. Halten Sie fest, was Sie ändern. Notieren Sie kurz, was funktioniert hat, und passen Sie die Aufgabe an.

Fünf Einstiege im Überblick

EinstiegLernzielAblaufVorsicht
1 FehlersucheAntworten prüfenKI-Text mit bewusst eingebauten Fehlern, Klasse sucht und belegtFehler vorher selbst kontrollieren
2 Fragen entwickelnPräzise fragenLernende formulieren Fragen, vergleichen KI-Antwort mit LehrmittelNicht alles übernehmen
3 DifferenzierenPassende AufgabenLehrperson lässt Aufgaben in drei Niveaus entwerfenInhalte fachlich prüfen
4 RückmeldungTexte überarbeitenLernende holen Rückmeldung nach Kriterienraster und entscheiden selbstKeine echten Texte mit Namen
5 KI ohne BildschirmFunktionsweise verstehenSortierspiel mit Karten simuliert TrainingsdatenAltersgerecht vereinfachen

Vorlage zum Kopieren

Diese Vorlage hilft Ihnen, einen Einstieg zu planen, ohne Schülerdaten zu verwenden:

Ich bin Lehrperson an einer [Primarschule / Sekundarschule] im Kanton [Kanton] und unterrichte [Fach] in der [Klasse].
Lernziel der Lektion: [z. B. Die Lernenden prüfen eine Aussage der KI mit einer zweiten Quelle].
Zeit: [z. B. 40 Minuten]. Zugang: [z. B. nur Beamer, Lehrperson bedient die KI].
Plane einen Ablauf in fünf Schritten mit Zeitangaben, den Arbeitsaufträgen für die Lernenden
und einer Auswertungsfrage am Schluss. Baue eine Phase ein, in der die Lernenden zuerst ohne KI überlegen.
Nenne drei typische Fehler, die in dieser Lektion passieren können, und wie ich darauf reagiere.
Verwende erfundene Beispiele ohne reale Personen. Erfinde keine Studien oder Lehrplanzitate.

Setzen Sie Fach, Klasse und Lernziel ein und prüfen Sie den Plan auf Machbarkeit. Wie solche Anweisungen präziser werden, trainiert ein Kurs zu Prompts, siehe unten.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Schülerdaten in öffentliche KI-Dienste. Namen, Fotos, Arbeiten mit Namen und Beurteilungen gehören nicht in Chat-Assistenten. Grundsätze erläutert der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte; für öffentliche Schulen gelten kantonale Vorgaben und Weisungen der Schule.
  • Altersgrenzen der Anbieter. Viele nennen ein Mindestalter, oft mit Zustimmung der Eltern bei Minderjährigen. Prüfen Sie den aktuellen Stand und zeigen Sie bei jüngeren Klassen nur über die Lehrperson.
  • Fehler gehören dazu. KI-Antworten können falsch oder erfunden sein. Das ist kein Mangel des Unterrichts, sondern ein Lerngegenstand, solange Sie es einplanen.
  • Eigenleistung sichtbar machen. Lassen Sie Denkwege, Notizen und Vergleiche abgeben, nicht nur das Ergebnis.
  • Bildungsgerechtigkeit. Nicht alle Kinder haben zu Hause Zugang. Setzen Sie keine KI-Nutzung als Hausaufgabe voraus, die Zugang verlangt.
  • Technischer Ausfall. Planen Sie eine Alternative ein, wenn der Dienst nicht erreichbar ist. Ideen unter Plan B bei KI-Ausfall.
  • Lehrplan 21. Die Einstiege lassen sich dem Modul Medien und Informatik zuordnen. Wie, zeigt KI-Kompetenzen im Lehrplan 21 zuordnen.
  • Absprache im Kollegium. Klären Sie mit Schulleitung und Team, was an Ihrer Schule erlaubt ist.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Eine Lehrerin der 7. Klasse in Winterthur startet mit Einstieg 1 im Fach Natur und Technik. Sie bittet eine KI, einen kurzen Text über Photosynthese zu schreiben, und lässt eine Aussage so ändern, dass sie falsch wird.

Vorher: Die Klasse hält Texte, die gut klingen, für richtig. Nachher: Die Lernenden arbeiten in Paaren, markieren Behauptungen, prüfen sie im Lehrmittel und belegen, welche falsch ist. Danach sammeln sie Merkmale für verdächtige Aussagen. Die Lehrerin plant dafür eine Lektion und benötigt einen Beamer; den zeitlichen Umfang passt sie an Klasse und Lernziel an. Die Kinder geben nichts persönlich ein. In der nächsten Stunde kommt ohne KI die Fachvertiefung. Wie sich Fehleraufgaben gezielt aufbauen lassen, zeigt Fehleraufgaben mit KI erstellen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie einen der Unterrichtseinstiege mit KI vorbereiten, helfen präzise Aufgaben und Prüfkriterien dabei, brauchbare Planungshilfen zu erhalten. Der Kurs Prompt Engineering behandelt das Formulieren und Überarbeiten solcher Aufträge; didaktische Entscheidungen treffen weiterhin Sie.

Häufige Fragen

Ab welcher Klasse kann man KI im Unterricht einsetzen?

Als Thema schon früh, auch ohne Bildschirm. Der direkte Einsatz durch Lernende richtet sich nach Alter, Anbieterbedingungen und schulischen Regeln. Anregungen für die Primarstufe gibt KI in der Primarschule ohne Bildschirm.

Welche KI-Tools eignen sich für den Unterricht?

Das hängt von Ziel, Alter und Datenschutz ab. Wichtiger als die Auswahl ist die Frage, ob Sie das Werkzeug ohne Personendaten und mit klaren Regeln einsetzen können. Konkrete Produkte ändern sich rasch.

Was, wenn Lernende die KI heimlich für Hausaufgaben nutzen?

Sprechen Sie offen darüber und gestalten Sie Aufgaben so, dass der Denkweg sichtbar wird, etwa durch mündliches Nachfragen oder Notizen. Ein Verbot allein wirkt selten. Hinweise gibt Wenn KI die Hausaufgaben löst.

Wie viel Zeit braucht die Vorbereitung?

Rechnen Sie bei der ersten Durchführung mit etwas mehr Zeit, vor allem für das Testen der Aufgabe. Mit dem Plan aus der Vorlage und einem festen Ablauf wird es schneller.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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