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Berufe & Funktionen · Prompt Engineering

Aufgaben für verschiedene Lernstände differenzieren

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Nehmen Sie eine geprüfte Aufgabe als Ausgangspunkt und lassen Sie die KI daraus eine leichtere und eine anspruchsvollere Fassung mit demselben Lernziel erstellen. Sie prüfen, ob das Ziel gleich bleibt und die Aufgaben stimmen. Kinder sollen nicht auf ein Niveau festgelegt werden.

Kurz gesagt: Nehmen Sie eine geprüfte Aufgabe als Ausgangspunkt und lassen Sie die KI daraus eine leichtere und eine anspruchsvollere Fassung mit demselben Lernziel erstellen. Sie prüfen, ob das Ziel gleich bleibt und die Aufgaben stimmen. Kinder sollen nicht auf ein Niveau festgelegt werden.

Das Problem

In Ihrer Klasse sitzen Kinder, die den Stoff schon nach fünf Minuten beherrschen, und andere, die noch Hilfe beim Einstieg brauchen. Dieselbe Aufgabe für alle unterfordert die einen und überfordert die anderen. Differenzierung, also Aufgaben auf verschiedenen Niveaus, wäre die Lösung, aber sie bedeutet mehr Vorbereitung.

Wer abends noch drei Fassungen eines Blatts erstellt, kommt schnell an Grenzen. Deshalb bleibt es oft bei einer Aufgabe für alle und einer Zusatzaufgabe für die Schnellen.

Eine KI kann Varianten rasch entwerfen. Gefährlich wird es, wenn die leichtere Fassung inhaltlich etwas anderes verlangt oder die schwerere ungenau wird. Ihr Auftrag bleibt, dass alle am gleichen Lernziel arbeiten, nur auf unterschiedlichen Wegen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Legen Sie das Lernziel fest. Dieses bleibt für alle Fassungen gleich. Zum Beispiel: «Die Kinder wenden die Zehnerübergangs-Strategie an.»
  2. Wählen Sie die Ausgangsaufgabe. Verwenden Sie eine Aufgabe, die Sie geprüft haben. Sie ist die mittlere Stufe.
  3. Beschreiben Sie die Stufen allgemein. Was braucht die leichtere Fassung (zum Beispiel kürzere Sätze, Beispiel, Bilder, kleinere Zahlen)? Was die anspruchsvollere (mehr Schritte, offene Fragen, Begründen)?
  4. Verwenden Sie keine Namen von Kindern. Sie beschreiben Niveaus («Stufe A, B, C»), nicht Personen. Das schützt Daten und verhindert Etikettierung.
  5. Lassen Sie Fassungen erstellen mit der Vorlage unten. Verlangen Sie je Stufe eine Aufgabe, eine Lösung und einen Hinweis, was sich verändert hat.
  6. Prüfen Sie jede Fassung. Bleibt das Lernziel erhalten? Sind Lösungen richtig? Ist die leichte Fassung wirklich leichter, ohne zu verkindlichen?
  7. Gestalten Sie die Blätter so, dass sie ähnlich aussehen. Kinder sollen nicht auf den ersten Blick sehen, wer «das einfache» Blatt hat.
  8. Lassen Sie Wahlmöglichkeiten zu. Kinder können oft selbst einschätzen, welches Niveau sie wählen, oder wechseln nach einer Probeaufgabe.
  9. Beobachten und anpassen. Notieren Sie, wo Kinder gewechselt haben oder festhingen, und passen Sie die Aufgaben für das nächste Mal an. Fördergespräche zeigt Förderplan.
Ablaufgrafik in 9 Schritten: 1. Legen Sie das Lernziel fest; 2. Wählen Sie die Ausgangsaufgabe; 3. Beschreiben Sie die Stufen allgemein; 4. Verwenden Sie keine Namen von Kindern; 5. Lassen Sie Fassungen erstellen; 6. Prüfen Sie jede Fassung; 7. Gestalten Sie die Blätter; 8. Lassen Sie Wahlmöglichkeiten zu; 9. Beobachten und anpassen.
Der Weg im Überblick: Aufgaben für verschiedene Lernstände differenzieren

Was sich zwischen den Stufen ändern kann:

MerkmalLeichterMittelAnspruchsvoller
SpracheKurze Sätze, WortlisteStandardtextLängerer Kontext
HilfenBeispiel, Bild, ZwischenschritteEin BeispielKeine Hilfen
UmfangWeniger AufgabenNormalZusatz, offene Frage
DenkenAnwenden eines MustersAnwendenBegründen, übertragen
Zahlen und StoffÜberschaubarNormalKomplexer

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte eine Aufgabe für drei Niveaus anpassen. Das Lernziel bleibt bei allen gleich.
Stufe und Fach: [z. B. 4. Klasse, Mathematik]
Lernziel: [...]
Ausgangsaufgabe (mittleres Niveau, von mir geprüft): [Aufgabe einfügen]
Wünsche für die leichtere Fassung: [z. B. kürzere Sätze, ein Beispiel, kleinere Zahlen]
Wünsche für die anspruchsvollere Fassung: [z. B. zusätzlicher Schritt, Begründung verlangen]

Erstelle drei Fassungen (A leichter, B Ausgangsniveau, C anspruchsvoller) mit je Aufgabe und Lösung.
Zeige in einer Zeile pro Fassung, was verändert wurde.
Alle Fassungen sollen gleichwertig und respektvoll wirken, ohne Wörter wie «einfach» oder «schwer» auf dem Blatt.
Erfinde nichts. Markiere Lösungen, die ich nachrechnen muss.
Schweizer Rechtschreibung mit «ss».

Ersetzen Sie die Angaben. Wiederholen Sie die Vorlage für jede weitere Aufgabe und behalten Sie die Stufenbeschreibung bei.

Worauf Sie achten müssen

  • Lernziel erhalten. Prüfen Sie, dass die leichte Fassung nicht nur weniger verlangt, sondern dasselbe Ziel erreichbar macht.
  • Richtigkeit. Rechnen und prüfen Sie jede Variante. Fehler in leichteren Fassungen treffen gerade die unsichersten Kinder.
  • Respekt. Bezeichnungen wie «Schwächere» oder Smileys wirken ausgrenzend. Verwenden Sie neutrale Kennzeichen wie Farben oder Symbole.
  • Keine Schülerdaten. Beschreiben Sie Niveaus, nicht Namen, Diagnosen oder Gutachten. Siehe Schülerdaten und ChatGPT.
  • Keine Diagnosen. Die KI beurteilt keine Lernschwierigkeiten. Bei Verdacht auf Förderbedarf gelten die Abläufe Ihrer Schule.
  • Aufwand begrenzen. Differenzieren Sie gezielt die wichtigsten Aufgaben, nicht jede einzelne.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Lehrerin einer 4. Klasse in Chur arbeitet im Rechnen mit dem Zehnerübergang. Drei Kinder sind unsicher, fünf haben das Thema sofort verstanden, die übrigen liegen dazwischen.

Vorher: Alle erhalten dasselbe Blatt. Die unsicheren Kinder geben nach fünf Aufgaben auf, die schnellen langweilen sich und stören.

Nachher: Die Lehrerin lässt aus ihrer geprüften Aufgabe drei Fassungen erstellen: mit Zwischenschritten und Bildern, die Standardfassung und eine mit Begründungsaufgabe. Alle Blätter sehen gleich aus und tragen nur ein Symbol. Sie prüft die Lösungen und stellt fest, dass bei der anspruchsvollen Version ein Wert falsch ist. Nach der ersten Aufgabe dürfen die Kinder das Blatt wechseln, was fünf von ihnen tun.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Aufgaben für verschiedene Lernniveaus mit KI vorbereiten, zeigt der Kurs Prompt Engineering, wie Sie Aufgabe, Rolle, Kontext und Ausgabeformat präzisieren. Beispiele, schrittweise Aufträge und überarbeitete Prompts helfen, die Antworten zu steuern. Daraus lässt sich ein geprüftes Prompt-Set für wiederkehrende Aufgaben entwickeln.

Häufige Fragen

Wie viele Stufen sind sinnvoll?

Meist reichen zwei bis drei. Mehr Fassungen erhöhen den Aufwand und die Fehlergefahr. Wichtig ist, dass jede Stufe tatsächlich zum Lernziel führt.

Kann die KI wissen, welches Kind welche Stufe braucht?

Nein. Das beurteilen Sie anhand von Beobachtung und Lernstand. Geben Sie der KI keine Angaben zu einzelnen Kindern. Lassen Sie die Kinder zudem bei der Wahl mitwirken.

Was, wenn die leichtere Fassung zu kindisch wirkt?

Formulieren Sie das in der Vorlage ausdrücklich, zum Beispiel «altersgerecht und respektvoll». Prüfen Sie Sprache und Bilder, und verzichten Sie auf Kennzeichnungen wie «einfach». Texte vereinfachen Sie nach den Hinweisen in Lesetexte vereinfachen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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