Zum Inhalt springen

Schule & Unterricht · KI-Kurse für Kinder und Jugendliche

KI ohne Bildschirm: Lernaktivitäten für die Primarschule

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Kinder können mit Karten und Gegenständen erkunden, wie Merkmale, Beispiele und Zuordnungen zusammenhängen. KI unterstützt Ihre Vorbereitung; im Unterricht erklären Sie ausdrücklich, welche Aspekte die analoge Aktivität zeigt und welche nicht.

Das Problem

Frau Keller möchte KI-Grundideen mit einer Primarklasse besprechen, ohne zuerst Konten einzurichten oder jedes Kind vor einen Bildschirm zu setzen. Sie sucht eine Tätigkeit, bei der Kinder selbst handeln und ihre Beobachtungen in Worte fassen können.

«Unplugged» bezeichnet informatische Lernaktivitäten ohne Computer. Mit Karten, Bildern oder Gegenständen lassen sich beispielsweise Merkmale vergleichen und Regeln erproben. Solche Aktivitäten können eine Grundlage schaffen, sind aber keine vollständige Nachbildung eines KI-Systems.

Die Suchformulierung «KI Grundschule ohne Computer» meint im Schweizer Kontext die Primarschule. Hier zählen ein überschaubarer Auftrag, eine altersgemässe Erklärung und ein gemeinsames Gespräch über Grenzen. Die Kinder sollen nicht mitnehmen, dass ein Computer genauso denkt oder fühlt wie ein Mensch.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Wählen Sie eine einzige Grundidee. Entscheiden Sie, ob die Klasse Merkmale beschreiben, aus Beispielen eine Zuordnung vermuten oder deren Grenzen erkennen soll. Schreiben Sie das Ziel in kindgerechten Worten auf. Vermeiden Sie eine Aktivität, die zugleich alle Fragen zu KI beantworten möchte.
  1. Stellen Sie neutrales Material zusammen. Verwenden Sie selbst gezeichnete Fantasieobjekte, Formen oder geeignete Alltagsgegenstände. Verzichten Sie auf Fotos von Kindern und Kategorien wie «klug» oder «unzuverlässig». Merkmale sollten gut wahrnehmbar sein und bei Bedarf durch Berühren oder verbale Beschreibung zugänglich werden.
  1. Lassen Sie die Lehrpersonenunterlagen entwerfen. Geben Sie dem schulisch freigegebenen KI-Dienst das Lernziel und Ihr verfügbares Material. Verlangen Sie eine Anleitung für Sie, Gesprächsfragen und eine Erläuterung der Modellgrenzen. Die Kinder benötigen dafür weder Konten noch direkten Kontakt mit dem Dienst.
  1. Trennen Sie Regelvorgabe und Lernen aus Beispielen. In einer ersten Variante können Kinder nach einer ausdrücklich genannten Regel sortieren. In einer weiteren Variante sehen sie nur bereits zugeordnete Beispiele und vermuten daraus eine Regel. Besprechen Sie, dass diese zweite Tätigkeit einen ausgewählten Aspekt des Lernens aus Beispielen veranschaulicht.
  1. Erproben Sie unbekannte Fälle. Halten Sie Material zurück, das erst nach der ersten Zuordnung erscheint. Fragen Sie, ob die vermutete Regel auch damit funktioniert und welche Informationen fehlen. Die Kinder sollen Unsicherheit aussprechen dürfen, statt für jeden Gegenstand sofort eine sichere Antwort geben zu müssen.
  1. Vergleichen Sie unterschiedliche Beispielsammlungen. Lassen Sie Gruppen mit bewusst verschieden zusammengestellten Karten arbeiten, ohne daraus einen Wettbewerb um «bessere» Kinder zu machen. Besprechen Sie, warum sie möglicherweise unterschiedliche Regeln vermuten. Entscheidend ist die Wirkung der Beispiele, nicht eine Bewertung der beteiligten Personen.
  1. Sichern Sie Erkenntnis und Grenze gemeinsam. Formulieren Sie mit der Klasse, was Beispiele ermöglichen und wann eine Zuordnung fraglich bleibt. Erklären Sie, dass echte KI mit technisch verarbeiteten Daten arbeitet und die Kartenübung nur einen Ausschnitt zeigt. Ordnen Sie das Vorhaben anschliessend in Ihre Jahresplanung für Medien und Informatik ein.

Vorlage zum Kopieren

Entwerfen Sie für mich als Lehrperson eine Aktivität ohne Bildschirm.
Stufe und verfügbares Material: [Angaben]
Grundidee: [Merkmale, Zuordnung oder Lernen aus Beispielen]
Lernziel in Alltagssprache: [Satz]
Sprachliche und motorische Zugänge: [allgemeine Anforderungen]

Erstellen Sie eine Anleitung mit Vorbereitung, Kinderauftrag,
zurückgehaltenen Prüffällen und gemeinsamer Auswertung.
Nutzen Sie neutrale Formen oder Fantasieobjekte, keine Personenkategorien.
Trennen Sie ausdrücklich vorgegebene Regeln vom Vermuten aus Beispielen.
Nennen Sie mögliche Missverständnisse und die Grenzen des Vergleichs mit KI.
Planen Sie Gesprächsfragen, auf die verschiedene begründete Antworten
möglich sind. Es braucht keine Konten und keine digitalen Geräte.

Passen Sie Materialmenge und Ausdrucksformen an Ihre Klasse an, ohne persönliche Angaben in den Prompt aufzunehmen.

Was zeigt die Kartenübung?

BeobachtungMögliche ErkenntnisGrenze
Beispiele teilen ein MerkmalMerkmale können Zuordnungen beeinflussenEin sichtbares Merkmal erklärt nicht alles
Ein neuer Fall passt schlechtBekannte Beispiele decken nicht jeden Fall abDie Übung liefert keine technische Fehlerquote
Gruppen vermuten andere RegelnDie Auswahl der Beispiele ist bedeutsamKinder sind keine nachgebauten KI-Modelle
Mehrere Regeln passenEine Zuordnung kann unsicher seinDas System hat deshalb keine menschlichen Gefühle

Wenn Sie noch nicht wissen, welche Vorstellungen die Kinder mitbringen, bereiten Sie zuerst offene Vorwissensimpulse vor. Sie können etwa zeichnen lassen, wo Kinder im Alltag eine automatische Zuordnung vermuten, und die Beispiele gemeinsam besprechen.

Worauf Sie achten müssen

  • Begriffsgrenzen: Sagen Sie nicht, das Sortieren sei bereits eine vollständige KI. Beschreiben Sie genau den Aspekt, den Ihre Aktivität veranschaulicht.
  • Datenschutz: Verwenden Sie keine Kinderfotos, Leistungsdaten oder persönlichen Geschichten für die KI-Vorbereitung. Für öffentliche KI-Dienste reichen erfundene Materialien.
  • Zugänglichkeit: Farbe allein ist kein ausreichendes Unterscheidungsmerkmal für alle Kinder. Ergänzen Sie Form, Muster oder gut lesbare Beschriftungen.
  • Pädagogik: Geben Sie Zeit für eigene Vermutungen und Nachfragen. Das schnelle Erraten der von Ihnen gedachten Regel ist nicht das einzige Lernziel.
  • Schweizer Rahmen: Prüfen Sie den Bezug zur kantonalen Lehrplanfassung und zu schulischen Vorgaben. Rechtliche Einzelfragen zur Datennutzung gehören zur zuständigen Fachstelle.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Frau Keller zeichnet für eine Primarklasse in Solothurn Fantasieblätter. Die bereits zugeordneten Beispiele unterscheiden sich sowohl in ihrer Form als auch in ihrem Randmuster. Verschiedene Gruppen vermuten deshalb unterschiedliche Zuordnungsregeln.

Ein neues Blatt kombiniert eine bekannte Form mit einem anderen Muster. Nun reicht die erste Vermutung nicht mehr eindeutig aus. Frau Keller fragt, welche zusätzlichen Beispiele helfen würden und warum.

Vorher hätte die Klasse möglicherweise nur nach einer vorgegebenen Regel sortiert. Nachher spricht sie darüber, dass Beispiele mehrere Deutungen zulassen und neue Fälle Unsicherheit sichtbar machen. Frau Keller erklärt abschliessend, dass dieses Nachdenken einen begrenzten Vergleich mit dem Lernen aus Beispielen ermöglicht.

So hilft Ihnen Alpasana

Die KI-Kurse für Kinder und Jugendliche von absofort behandeln KI-Grundlagen, Prompts und einen bewussten Umgang mit KI anhand kreativer Projekte. Für jüngere Kinder wird die Begleitung durch Erwachsene empfohlen.

Das belegte Angebot ist Online-Lernen und kein ausgewiesener Kurs für Unterricht ohne Bildschirm. Es kann eine spätere, begleitete Vertiefung darstellen; die hier beschriebene analoge Aktivität bleibt eine von Ihnen pädagogisch gestaltete Unterrichtsform.

Häufige Fragen

Muss ich KI technisch erklären können?

Für diese Aktivität müssen Sie den gewählten Vergleich und seine Grenze verständlich erklären können. Eine vollständige technische Darstellung ist nicht nötig. Wenn eine Frage darüber hinausgeht, dürfen Sie sie sammeln und später fachlich klären.

Ist eine Tätigkeit ohne Bildschirm automatisch altersgerecht?

Nein, auch eine analoge Aufgabe kann zu abstrakt oder sprachlich zu schwierig sein. Prüfen Sie Material, Handlungsschritte und Gesprächsfragen. Beginnen Sie mit einem gemeinsam nachvollziehbaren Beispiel.

Was antworte ich auf «Denkt die KI wie wir»?

Erklären Sie, dass die Übung Ähnlichkeiten beim Umgang mit Beispielen zeigt, aber kein menschliches Denken nachbildet. KI verarbeitet Daten und erzeugt Ergebnisse nach technischen Verfahren. Eigene Erlebnisse und menschliche Beziehungen lassen sich daraus nicht ableiten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie