Schule & Unterricht · ChatGPT im Berufsalltag
KI für Lehrer kostenlos: Chancen und Grenzen
Kurz gesagt
KI für Lehrer ist kostenlos nutzbar, meist mit Einschränkungen bei Umfang, Funktionen und Verfügbarkeit. Der eigentliche Preis sind oft die Daten: Eingaben können gespeichert oder weiterverwendet werden. Nutzen Sie Gratis-Angebote deshalb nur für Inhalte ohne Personendaten und lesen Sie die Bedingungen.
Das Problem
Frau Keller möchte KI ausprobieren, aber nicht aus der eigenen Tasche zahlen und auch nicht die Schulkasse belasten. Sie sucht deshalb nach einer kostenlosen KI für Lehrer. Das Angebot ist gross, und fast jeder Anbieter hat eine Gratis-Stufe.
Kostenlos heisst jedoch nicht kostenfrei in jeder Hinsicht. Anbieter finanzieren ihre Dienste über Abonnements der Bezahlversionen, über Werbung oder über die Weiterentwicklung ihrer Modelle. Ob Ihre Eingaben dafür verwendet werden, steht in den Nutzungsbedingungen und lässt sich oft in den Einstellungen steuern.
Für Lehrpersonen kommt eine Besonderheit dazu: Sie arbeiten mit Daten von Kindern. Was für eine Privatperson vertretbar ist, kann im Schulkontext unzulässig sein. Die Frage lautet also nicht nur «Was kostet es?», sondern «Was gebe ich dafür her?».
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Den Bedarf eingrenzen. Entscheiden Sie, ob Sie nur gelegentlich Ideen brauchen oder jede Woche Material erstellen. Für Gelegenheitsnutzung reicht oft eine Gratis-Stufe, für tägliche Arbeit eher nicht.
- Die Gratis-Grenzen nachlesen. Suchen Sie auf der Seite des Anbieters nach Angaben zu Nutzungslimits, verfügbaren Funktionen und Wartezeiten. Notieren Sie, was in der kostenlosen Stufe fehlt.
- Die Datenverwendung prüfen. Suchen Sie in den Einstellungen und in der Datenschutzerklärung nach Angaben, ob Eingaben zum Training verwendet werden und ob sich das abschalten lässt. Stellen Sie die datensparsamste Variante ein.
- Kein Konto mit Schuldaten verbinden. Nutzen Sie für Tests ein Konto, das nicht mit Schülerlisten, Klassenräumen oder Schulplattformen verknüpft ist. Fragen Sie die Schulleitung, ob dies so zulässig ist.
- Nur Inhalte ohne Personenbezug eingeben. Verwenden Sie nur vollständig fiktive Situationen, die sich nicht auf ein bestimmtes Kind beziehen, statt Namen, Noten oder Fotos.
- Ergebnisse speichern und Verlauf aufräumen. Kopieren Sie brauchbare Resultate in Ihre eigenen Dokumente und löschen Sie Chats, die Sie nicht mehr brauchen. Prüfen Sie, wie lange der Anbieter Verläufe aufbewahrt.
- Nach einer passenden Erprobungsphase Bilanz ziehen. Fragen Sie sich, ob die Gratis-Stufe Ihren Bedarf deckt oder ob eine von der Schule getragene Lösung sinnvoller ist.

| Merkmal | Gratis-Angebot | Von der Schule getragene Lösung |
|---|---|---|
| Kosten | Keine Gebühr, aber Grenzen | Lizenz- oder Pauschalkosten |
| Datenverwendung | Oft in den Bedingungen geregelt, selbst einzustellen | Kann vertraglich geregelt werden |
| Verfügbarkeit | Kann eingeschränkt sein | Planbarer |
| Verantwortung | Bei Ihnen persönlich | Bei der Schule |
| Eignung für Schülerdaten | In der Regel nicht | Nur nach Prüfung durch die Schule |
Vorlage zum Kopieren
Der folgende Auftrag eignet sich für Gratis-Versionen, weil er ohne Personendaten auskommt und ein vollständiges Ergebnis in einem Schritt verlangt.
Erstelle für [Fach] in der [Klasse/Stufe] drei Übungsaufgaben zum Thema [Thema].
Jede Aufgabe in zwei Schwierigkeitsstufen (Grundanspruch und Erweiterung).
Gib die Lösungen separat am Schluss an.
Verwende ausschliesslich erfundene Namen und Beispiele aus dem Schweizer Alltag.
Schreibe kurze Sätze und markiere Stellen, bei denen ich Fakten prüfen sollte.Passen Sie Fach, Klasse und Thema an. Setzen Sie an die Stelle der erfundenen Namen keine echten Kinder ein.
Worauf Sie achten müssen
- Geben Sie keine Schülerdaten in öffentliche KI-Dienste ein. Nutzen Sie schulische Lösungen nur nach Prüfung durch die zuständigen Stellen.
- Bedingungen ändern sich. Was ein Anbieter heute zum Training sagt, kann sich später ändern; lesen Sie die Einstellungen in regelmässigen Abständen.
- Gratis-Stufen können ohne Vorwarnung eingeschränkt werden. Bauen Sie Ihren Unterricht nicht so auf, dass er von einem einzelnen kostenlosen Zugang abhängt.
- Altersgrenzen gelten auch für Lernende: Viele Anbieter schliessen Kinder unter einem bestimmten Alter aus oder verlangen eine Zustimmung der Eltern. Lesen Sie die aktuellen Bedingungen.
- Rechtliche Fragen zu Datenschutz und Einwilligung klären Sie im Einzelfall mit der zuständigen Stelle Ihrer Schule, denn für öffentliche Schulen gelten meist kantonale Regeln.
Grundlage ist das Bundesgesetz über den Datenschutz; Orientierungshilfen für den Bildungsbereich bietet educa.ch.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Ein Lehrer an einer Oberstufe in Luzern nutzt eine kostenlose KI, um Textaufgaben zu variieren. Er fügt anfangs die Rückmeldung zu einem Aufsatz samt Namen des Schülers ein, um sie «schöner zu formulieren».
Nach einem Gespräch mit der Schulleitung ändert er sein Vorgehen: Er beschreibt Rückmeldungen jetzt ohne Namen und schreibt die Fassung in seinem Textprogramm selbst fertig. Die Gratis-KI nutzt er nur noch für Aufgabenvarianten mit erfundenen Beispielen. Vorher stand der Zeitgewinn im Vordergrund, nachher ist er mit weniger Risiko ähnlich schnell.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie als Lehrperson KI kostenlos ausprobieren und später gezielter einsetzen möchten, vermittelt der Kurs «ChatGPT im Berufsalltag» auf absofort Grundlagen zu Prompts, Texten, Recherche und Ergebnisprüfung. Er behandelt auch Datenschutz; schulische Vorgaben und rechtliche Beratung ersetzt er nicht.
Häufige Fragen
Welche kostenlose KI ist für Lehrer am besten?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, weil sich Angebote laufend ändern. Entscheidend sind Ihre Aufgabe, die Datenschutzvorgaben Ihrer Schule und ein kurzer Vergleichstest mit demselben Auftrag.
Darf ich eine Gratis-KI im Unterricht mit der Klasse nutzen?
Das hängt von Altersgrenzen, Datenschutz und den Vorgaben Ihrer Schule ab. Klären Sie es vorher mit der Schulleitung. Eine Vorführung durch Sie am Beamer ohne Schülerkonten ist meist unkritischer als eigene Konten der Kinder.
Woran erkenne ich, dass meine Eingaben nicht fürs Training verwendet werden?
An den Einstellungen und der Datenschutzerklärung. Suchen Sie nach Begriffen wie «Training», «Verbesserung der Modelle» oder «Chatverlauf». Ist die Aussage unklar, gehen Sie von der datenintensiveren Variante aus.
Weitere Informationen finden Sie bei ChatGPT kostenlos für Lehrer: Was ist gratis? und im Vergleich von KI-Programmen für Lehrer.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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