KI-Kompetenz lehren · ChatGPT im Berufsalltag
KI-Tools kostenlos: Was Gratisversionen bieten
Kurz gesagt
Viele KI-Werkzeuge bieten eine kostenlose Basisversion, doch sie ist meist eingeschränkt: weniger Nutzung, weniger Funktionen, teils geringere Qualität und oft weniger Datenschutz-Optionen. Gratis heisst nicht kostenlos in jeder Hinsicht, denn Sie bezahlen zum Teil mit Daten. Prüfen Sie Einschränkungen und Nutzungsbedingungen vor dem Einsatz.
Das Problem
Frau Keller möchte KI im Unterricht und für die Vorbereitung ausprobieren. Für ein Abo fehlt das Schulbudget, und privat möchte sie nicht gleich zahlen. Sie fragt sich: Welche KI-Tools sind kostenlos, und was ist der Haken?
Die Antwort ist selten schwarz oder weiss. Eine mögliche Geschäftsstrategie einzelner Anbieter ist, kostenlose Versionen zum Ausprobieren anzubieten und später ein Bezahlmodell zu verkaufen. Kostenlose Versionen sind oft ausreichend, um die Grundlagen zu lernen. Sie haben aber Grenzen, und die sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar.
Dazu kommt eine Frage, die in der Bildung besonders zählt: Was geschieht mit den Eingaben? Bei Gratisdiensten gelten andere Bedingungen als bei Geschäftsversionen, und Schulen haben oft eigene Vorgaben. Dieser Überblick hilft, Angebote einzuordnen, ohne Namen und Zahlen zu nennen, die sich laufend ändern.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Definieren Sie Ihre Aufgabe. Wollen Sie Texte entwerfen, Inhalte recherchieren, Bilder erstellen, übersetzen oder Material strukturieren? Das Werkzeug richtet sich nach der Aufgabe, nicht umgekehrt.
- Suchen Sie nach der Art des Werkzeugs. Es gibt allgemeine Chat-Assistenten, KI-gestützte Suchmaschinen, Übersetzer, Bild- und Audiowerkzeuge, Schreib- und Lernhilfen sowie lokal laufende Open-Source-Modelle. Mehr dazu unter Welche KI-Tools gibt es?.
- Prüfen Sie die Gratisbedingungen. Suchen Sie auf der Website des Anbieters nach «Preise» und «Nutzungsbedingungen». Notieren Sie: Wie viel Nutzung ist frei? Welche Funktionen fehlen? Gibt es Altersgrenzen?
- Klären Sie den Datenumgang. Lesen Sie, ob Eingaben gespeichert und zum Training verwendet werden und ob Sie das ausschalten können. Prüfen Sie Standort und Auftragsverhältnis, wenn Sie das Werkzeug beruflich nutzen wollen.
- Testen Sie mit erfundenen Aufgaben. Probieren Sie das Werkzeug mit harmlosen Beispielen aus, etwa einem Textentwurf ohne Personenbezug. So sehen Sie Qualität und Grenzen, ohne Daten zu riskieren.
- Vergleichen Sie zwei Werkzeuge. Geben Sie beiden dieselbe Aufgabe und vergleichen Sie Ergebnis, Ton und Fehler. Notieren Sie Unterschiede.
- Legen Sie Regeln für sich oder das Team fest. Zum Beispiel: «Keine Personendaten, keine Noten, keine vertraulichen Dokumente in Gratisdiensten.»
- Prüfen Sie jährlich neu. Gratisangebote ändern sich: Funktionen kommen und gehen, Bedingungen werden angepasst. Planen Sie einen Rückblick ein.

| Mögliche Einschränkung | Was das heisst | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Nutzungslimit | nach einer Anzahl Anfragen ist Pause | Aufgaben bündeln, Zeiten wählen |
| Weniger leistungsfähiges Modell | einfachere Antworten, mehr Fehler | Ergebnisse besonders genau prüfen |
| Eingeschränkte Funktionen | Dateiupload, Bildfunktion oder Recherche fehlen oder sind begrenzt | Aufgabe anpassen |
| Datennutzung | Eingaben werden gespeichert, evtl. fürs Training genutzt | Einstellungen prüfen, keine Personendaten |
| Werbung oder Verkaufsdruck | Hinweise auf Bezahlversionen | bewusst entscheiden |
| Mindestalter | Dienste sind nicht für Kinder zugelassen | Altersgrenzen beachten |
| Änderungen ohne Vorwarnung | Funktionen können wegfallen | Daten nicht ausschliesslich dort ablegen |
Wenn Sie sich im Gratis-Angebot an Kursen orientieren, finden Sie Hinweise in KI lernen kostenlos: Welche Angebote lohnen sich?.
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt hilft, ein Werkzeug anhand seiner öffentlichen Bedingungen zu beurteilen. Fügen Sie nur öffentliche Texte der Anbieter ein.
Ich möchte ein kostenloses KI-Werkzeug für folgende Aufgabe prüfen: [Aufgabe, z. B. Arbeitsblätter entwerfen für die Sekundarstufe I].
Hier ist ein Auszug aus den öffentlichen Preis- und Nutzungsbedingungen des Anbieters: «[Text einfügen]».
Aufgaben:
1. Fasse zusammen, was in der kostenlosen Version enthalten ist und was nicht.
2. Nenne alle Hinweise zu Speicherung und Weiterverwendung von Eingaben.
3. Liste Punkte auf, die ich beim Anbieter nachlesen oder klären muss, weil sie im Text fehlen oder unklar sind.
4. Gib mir fünf harmlose Testaufgaben ohne Personendaten, mit denen ich die Qualität prüfen kann.
Erfinde keine Angaben. Wenn etwas nicht im Text steht, schreibe «nicht angegeben».Lassen Sie wichtige Punkte, etwa zum Datenschutz, bei der Schulleitung oder der zuständigen Stelle prüfen.
Worauf Sie achten müssen
- Datenschutz: Geben Sie in kostenlose Dienste keine Personendaten, Noten, Gesundheitsangaben oder vertraulichen Dokumente ein. Das revidierte Datenschutzgesetz verlangt Sorgfalt im Umgang mit Personendaten. Der EDÖB informiert dazu (siehe Quellen).
- Vorgaben der Schule: Viele Schulen und Kantone regeln, welche Dienste erlaubt sind. Informieren Sie sich vorab, auch bei kostenlosen Angeboten.
- Keine Garantien: Funktionsumfang und Bedingungen von Gratisversionen können sich jederzeit ändern. Wichtige Arbeiten sichern Sie lokal.
- Qualität prüfen: Auch in der Gratisversion sind Fehler und erfundene Angaben möglich. Prüfen Sie Fakten selbst.
- Urheberrecht: Laden Sie keine fremden, geschützten Texte vollständig hoch und prüfen Sie die Rechte an erzeugten Bildern und Texten.
- Mindestalter: Viele Dienste setzen ein Mindestalter oder verlangen die Zustimmung der Eltern. Kinder dürfen nicht ohne Begleitung und ohne Prüfung der Bedingungen damit arbeiten.
- Kosten durch Folgeabos: Achten Sie auf Probeabos, die sich automatisch verlängern.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Berufsschullehrerin im Kanton Aargau möchte Aufgaben zu Excel erzeugen lassen. Sie probiert zwei Gratis-Assistenten aus. Der eine erreicht nach zehn Anfragen sein Limit, beim anderen ist der Dateiupload gesperrt.
Sie entscheidet sich, die Aufgaben als Text zu beschreiben und mit erfundenen Zahlen zu arbeiten. Schülerlisten und Noten bleiben ausserhalb der KI. Sie notiert die Einschränkungen und die Bedingungen der beiden Dienste und bespricht mit ihrer Schulleitung, welche Dienste im Kollegium zugelassen werden. Für einen intensiven Einsatz im Team klärt die Schule später, ob eine Geschäftslösung nötig ist.
So hilft Ihnen Alpasana
Nach dem Vergleich können klare Prompts und Ergebnisprüfung den Einsatz von Gratiswerkzeugen im Beruf unterstützen. Der Online-Kurs ChatGPT im Berufsalltag behandelt dazu Texte, E-Mails, Recherche, Datenschutz und Grenzen und ist kostenpflichtig.
Häufige Fragen
Welche KI-Tools sind wirklich kostenlos?
Viele Anbieter haben kostenlose Basisversionen. Welche das sind und was sie enthalten, ändert sich laufend. Prüfen Sie die aktuelle Preisseite des Anbieters und lesen Sie die Bedingungen, statt sich auf Ranglisten zu verlassen.
Sind kostenlose KI-Tools schlechter?
Oft sind sie eingeschränkt, etwa bei Nutzung, Funktionen oder Modellleistung. Für einfache Aufgaben genügt das häufig. Für anspruchsvolle oder sensible Aufgaben lohnt sich ein genauer Blick auf Qualität und Datenschutz. Einen Einstieg bietet KI für Anfänger kostenlos.
Darf ich Gratisdienste für die Schule nutzen?
Das regeln Schule und Kanton unterschiedlich. Fragen Sie bei der Schulleitung oder der Datenschutzstelle nach. Als vorsichtige Datenschutzregel sollten Personendaten von Lernenden nicht in öffentliche Dienste eingegeben werden. Ob ein konkreter Einsatz zulässig ist, klären Sie mit der zuständigen Stelle.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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