KI-Kompetenz lehren · Prompt Engineering
Welche KI-Tools gibt es? Ein Überblick nach Aufgabenart
Kurz gesagt
Es gibt weit mehr KI-Programme, als sich zählen lassen, und es kommen laufend neue hinzu. Ordnen Sie sie nach Aufgabenart: Texte, Recherche, Übersetzen, Bilder, Ton und Video, Daten, Programmieren und Lernen. Wählen Sie das Werkzeug nach Ihrer Aufgabe und prüfen Sie es mit eigenen Beispielen, statt Ranglisten zu folgen.
Das Problem
Frau Keller hört im Lehrerzimmer von immer neuen KI-Programmen. Eine Kollegin schwärmt von einem Werkzeug für Arbeitsblätter, ein anderer von einer Bild-KI. Im Internet kursieren «Top-10-Listen», die jede Woche anders aussehen. Sie fragt sich: Welche KI-Tools gibt es überhaupt, und wie behalte ich den Überblick?
Die Antwort ist ehrlich gesagt: Niemand kann alle kennen. Es gibt grosse allgemeine Assistenten, viele spezialisierte Werkzeuge und unzählige Angebote, die nur bekannte Technik in ein neues Fenster packen. Auch die Frage nach der genauen Zahl lässt sich nicht seriös beantworten, weil täglich Angebote erscheinen und verschwinden.
Hilfreicher als eine Liste ist eine Ordnung nach Aufgaben. Wer weiss, was er erledigen will, findet leichter ein passendes Werkzeug und erkennt, wann ein neues Angebot wirklich etwas Neues bringt.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Formulieren Sie Ihre Aufgabe in einem Satz. Zum Beispiel: «Ich möchte einen Elternbrief in einfacher Sprache entwerfen.» Der Satz bestimmt die Werkzeugart.
- Ordnen Sie die Aufgabe einer Kategorie zu. Nutzen Sie die Tabelle unten. Texte schreiben, recherchieren, übersetzen, Bilder erzeugen, Ton verarbeiten, Daten auswerten, Programme schreiben oder lernen sind typische Kategorien.
- Wählen Sie zwei Kandidaten. Suchen Sie zwei Werkzeuge der passenden Kategorie. Quellen können Kollegen, Fachzeitschriften oder Weiterbildungsanbieter sein, weniger geeignet sind reine Werbelisten.
- Prüfen Sie Datenschutz und Bedingungen. Wo werden Eingaben verarbeitet? Dürfen Sie das Werkzeug beruflich oder in der Schule nutzen? Gibt es ein Mindestalter?
- Testen Sie beide mit demselben Beispiel. Verwenden Sie eine erfundene, harmlose Aufgabe. Vergleichen Sie Ergebnis, Verständlichkeit, Fehler und Aufwand.
- Bewerten Sie nach eigenen Kriterien. Passt das Ergebnis zu Ihrer Aufgabe? Sind Quellen nachvollziehbar? Wie viel Nacharbeit ist nötig? Eine Rangliste im Internet kennt Ihre Aufgabe nicht.
- Entscheiden Sie und dokumentieren Sie. Notieren Sie, welches Werkzeug Sie für welche Aufgabe nutzen und mit welchen Regeln, etwa «keine Personendaten».
- Prüfen Sie nach einigen Monaten erneut. Werkzeuge entwickeln sich schnell. Ein jährlicher Check genügt oft.

| Aufgabenart | Typische Beispiele | Worauf achten |
|---|---|---|
| Texte schreiben und überarbeiten | Chat-Assistenten, Schreibhilfen | erfundene Angaben, Ton, Datenschutz |
| Recherche und Zusammenfassen | KI-Suchmaschinen, Assistenten mit Quellenangaben | Quellen selbst prüfen |
| Übersetzen | maschinelle Übersetzer | Fachbegriffe, Tonlage, Vertraulichkeit |
| Bilder | Bildgeneratoren, Bildbearbeitung | Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, Kennzeichnung |
| Ton und Sprache | Transkription, Sprachausgabe | Einwilligung bei Stimmen, Datenschutz |
| Video und Präsentationen | Folien- und Videogeneratoren | Qualität, Rechte, Kennzeichnung |
| Daten und Tabellen | Assistenten für Auswertungen | Richtigkeit der Rechnung, Datenschutz |
| Programmieren | Code-Assistenten | Tests, Sicherheit |
| Lernen und Üben | Tutoren, Lernplattformen | Eigenständigkeit, Altersgrenzen |
| Automatisierung | Abläufe und Agenten | Kontrolle, Zugriffsrechte |
Die Auswahl hängt auch vom Datenschutz ab. Eine Einführung bietet Wie funktioniert Datenschutz bei KI?. Wer ein Werkzeug gut kennt, kann Wissen auf andere übertragen, siehe KI-Kompetenz auf ein unbekanntes Werkzeug übertragen.
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt hilft, die richtige Werkzeugart und Prüfkriterien zu finden. Er verlangt keine Personendaten.
Ich möchte folgende Aufgabe mit KI erledigen: [Aufgabe, z. B. einen Elternbrief in einfacher Sprache entwerfen].
Rahmen: [z. B. Primarschule in der Schweiz, keine Personendaten, kein Budget].
Aufgaben:
1. Ordne meine Aufgabe einer Werkzeugart zu (z. B. Chat-Assistent, Übersetzer, Bildgenerator) und begründe kurz.
2. Nenne fünf Kriterien, mit denen ich zwei Werkzeuge dieser Art vergleichen kann (z. B. Qualität, Datenschutz, Kosten, Bedienung, Quellenangaben).
3. Schlage drei harmlose Testaufgaben vor, mit denen ich beide Werkzeuge prüfen kann.
4. Sage mir, welche Angaben ich beim Anbieter selbst nachlesen muss, weil sie sich ändern können.
Nenne keine Rangliste und keine Behauptungen über aktuelle Funktionen, die du nicht sicher kennst.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Aufgabe. Prüfen Sie die Kriterien selbst, bevor Sie Werkzeuge vergleichen.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Rangliste verlässlich: «Die besten KI-Tools» hängen von Aufgabe, Sprache und Zeitpunkt ab. Verlassen Sie sich nicht auf Listen ohne Datum und Begründung.
- Datenschutz zuerst: Geben Sie keine Personendaten, Noten, Gesundheitsangaben oder Geschäftsgeheimnisse in öffentliche Werkzeuge ein. Beachten Sie Vorgaben Ihrer Schule oder Firma.
- Fehler bleiben möglich: Auch spezialisierte Werkzeuge erfinden Angaben oder machen Rechenfehler. Prüfen Sie Ergebnisse.
- Rechte an Inhalten: Bilder, Texte und Musik aus KI-Werkzeugen können urheberrechtliche und persönlichkeitsrechtliche Fragen aufwerfen. Prüfen Sie die Bedingungen und kennzeichnen Sie KI-Inhalte, wo es nötig ist.
- Altersgrenzen: Viele Dienste setzen ein Mindestalter. Kinder arbeiten nur begleitet und mit geprüften Angeboten.
- Produktwechsel: Anbieter ändern Funktionen, Preise und Namen. Dokumentieren Sie, wofür Sie welches Werkzeug nutzen, damit ein Wechsel keine Lücke hinterlässt.
- Nicht alles braucht KI: Manchmal ist eine normale Suche, eine Vorlage oder ein Gespräch besser.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Schulleiterin im Kanton Luzern wird von Lehrpersonen gefragt, welche KI-Tools die Schule empfiehlt. Eine Liste mit zwanzig Namen kursiert im Kollegium.
Sie bittet das Team, zuerst Aufgaben zu sammeln: Elternbriefe, Arbeitsblätter, Übersetzungen, Bilder für Präsentationen. Daraus entsteht eine Tabelle mit vier Werkzeugarten. Für jede Art testen zwei Lehrpersonen zwei Angebote mit erfundenen Beispielen und halten Qualität, Datenschutz und Kosten fest. Am Ende steht keine Rangliste, sondern eine kurze Empfehlung pro Aufgabe mit klaren Regeln und einem Rückblick nach einem Jahr.
So hilft Ihnen Alpasana
Zum Werkzeugvergleich passt auch der Prompt-Engineering-Kurs: Er zeigt, wie Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat einen Auftrag präzisieren und wie Ergebnisse geprüft werden. Die Inhalte beziehen sich auf unterschiedliche Werkzeuge; einzelne Dienste müssen Sie weiterhin separat beurteilen.
Häufige Fragen
Wie viele KI-Tools gibt es?
Eine seriöse Zahl lässt sich nicht nennen. Täglich erscheinen neue Angebote, andere verschwinden oder werden umbenannt. Wichtiger ist, die Werkzeugarten zu kennen und Angebote nach Aufgabe zu prüfen.
Was sind die besten KI-Tools?
Das hängt von Aufgabe, Sprache, Datenschutzanforderungen und Budget ab. Rangordnungen sind schnell veraltet und oft werblich. Vergleichen Sie mit eigenen Testaufgaben, wie es unter Kostenlose KI-Tools im Überblick beschrieben ist.
Muss ich mehrere Werkzeuge beherrschen?
Nein. Für den Anfang genügt ein allgemeiner Assistent, mit dem Sie klares Beauftragen und Prüfen üben. Das Wissen lässt sich später auf andere Werkzeuge übertragen. Einen Einstieg finden Sie unter Wie kann ich KI lernen als Anfänger?.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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