Recht & Ethik · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Darf ich KI-Texte und KI-Bilder weiterverkaufen?
Kurz gesagt
Oft ja, aber nur im Rahmen der Nutzungsbedingungen Ihres KI-Dienstes, ohne fremde Rechte zu verletzen und ohne Kundschaft Rechte zuzusichern, die Sie nicht haben. Verkaufen Sie ehrlich, was Sie liefern, und halten Sie Ihren Entstehungsweg fest.
Das Problem
Sie schreiben mit KI Produktbeschreibungen für Kundschaft, erstellen Bildmotive für Grusskarten oder bieten Textpakete an. Die Ergebnisse sind gut, und die Nachfrage ist da. Doch bei der ersten Rechnung kommt die Frage: Darf ich das überhaupt verkaufen? Und was verspreche ich meinen Kundinnen?
Zwei Dinge treffen hier aufeinander. Erstens regelt Ihr KI-Anbieter in seinen Bedingungen, was Sie mit den Ergebnissen tun dürfen. Zweitens bestimmt das Recht, wem Rechte an den Inhalten zustehen und wessen Rechte Sie nicht verletzen dürfen.
Wer verkauft, übernimmt Verantwortung. Kundschaft erwartet, dass sie die Inhalte nutzen darf, und fragt vielleicht, ob sie exklusiv sind. Darauf sollten Sie ehrliche und belegbare Antworten haben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Lesen Sie die Bedingungen Ihres KI-Dienstes. Suchen Sie nach «kommerzielle Nutzung», «Eigentum am Ergebnis», «Weiterverkauf», «Weitergabe» und «verbotene Nutzung». Gratis- und Bezahltarife unterscheiden sich oft. Machen Sie einen Screenshot mit Datum.
- Klären Sie, was Sie wirklich verkaufen. Verkaufen Sie fertige Inhalte (ein Bild, ein Text), eine Dienstleistung (Erstellung nach Auftrag) oder Nutzungsrechte? Das bestimmt, welche Zusagen Sie machen müssen.
- Prüfen Sie den Schutz der Inhalte. Rein maschinell erzeugte Inhalte sind nach heutiger Auffassung meist nicht urheberrechtlich geschützt. Sie können daher in der Regel kein exklusives Urheberrecht übertragen. Wie viel eigene Gestaltung steckt in Ihrem Ergebnis? Siehe Wem gehören Texte und Bilder aus einer KI?.
- Prüfen Sie Rechte Dritter. Ähneln Bild oder Text einem fremden Werk, einer Marke oder einer realen Person? Dann können Sie Rechte verletzen, auch wenn der Anbieter die Nutzung erlaubt. Prüfen Sie jedes Ergebnis vor der Lieferung.
- Formulieren Sie Ihr Angebot ehrlich. Beschreiben Sie, dass die Inhalte mit KI unterstützt entstehen, welche Prüfung Sie vornehmen und welche Rechte Sie einräumen. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verbietet irreführende Angaben. Versprechen Sie keine Einzigartigkeit, die Sie nicht belegen können.
- Regeln Sie Nutzungsrechte im Vertrag. Legen Sie fest, wofür Ihre Kundschaft die Inhalte nutzen darf, wie lange, wo und ob sie bearbeitet werden dürfen. Schreiben Sie ausdrücklich, ob Exklusivität zugesagt wird oder nicht.
- Begrenzen Sie die Haftung vernünftig. Verzichten Sie nicht pauschal auf jede Verantwortung. Vereinbaren Sie, wer bei Rechtsverletzungen was trägt, und sorgen Sie für Ihre Berufshaftpflicht, wenn möglich.
- Dokumentieren Sie den Entstehungsweg. Speichern Sie Prompts, Werkzeug, Datum, Bearbeitungen und Ihre Prüfnotizen für jeden gelieferten Inhalt. Das schützt Sie, wenn Fragen kommen.
Vorlage zum Kopieren
Entwirf einen kurzen, verständlichen Leistungsbeschrieb für den
Verkauf von mit KI unterstützten [Texten / Bildern] an Kundschaft.
Unser Betrieb: [Name, Ort]. Leistung: [z. B. Produktbeschreibungen
für Onlineshops].
Wir liefern: [Format, Umfang, Anzahl Überarbeitungen].
Rechte: [Nutzung für Website und Social Media, unbefristet,
keine Exklusivität].
Schreibe: Was wir liefern, wie KI eingesetzt wird, wie wir
prüfen, welche Nutzung erlaubt ist, was nicht zugesichert wird.
Verwende keine Versprechen wie «einzigartig» oder «urheberrechtlich
geschützt». Höchstens 200 Wörter, Anrede «Sie».Passen Sie Leistung und Rechte an, und lassen Sie das Ergebnis von einer Fachperson gegenlesen, bevor Sie es in Verträge übernehmen.
Was versprechen Sie Kundschaft besser nicht?
| Aussage | Besser |
|---|---|
| «Das Bild ist urheberrechtlich geschützt» | «Sie dürfen das Bild in diesem Rahmen nutzen» |
| «Der Text ist einzigartig» | «Der Text wurde für Sie erstellt und geprüft» |
| «Garantiert frei von Rechten Dritter» | «Wir prüfen die Inhalte sorgfältig» |
| «Exklusiv für Sie» | Nur, wenn vertraglich und tatsächlich sicherbar |
Worauf Sie achten müssen
- Anbieterbedingungen können den Weiterverkauf einschränken: Manche Dienste verbieten die Weitergabe bestimmter Ergebnisse oder verlangen einen bestimmten Tarif. Prüfen Sie diese Fragen regelmässig, da sich Bedingungen ändern.
- Keine Kontrolle über Doppel: Weil die KI ähnliche Ergebnisse für andere erzeugen kann, lässt sich Einzigartigkeit schwer garantieren.
- Kennzeichnung: Wo Kundschaft Wert auf menschliche Arbeit legt oder Regeln eine Kennzeichnung verlangen, sollten Sie den KI-Einsatz offenlegen.
- Qualität und Haftung: Fehler in gelieferten Texten, etwa falsche Fakten, können Sie als Anbieter haftbar machen. Prüfen Sie Inhalte vor der Lieferung, siehe auch Falsche KI-Auskünfte und Haftung gegenüber Kundschaft.
- Personen, Marken und Geheimnisse: Keine erkennbaren Personen, fremden Marken oder vertraulichen Angaben von Kundschaft in öffentlichen KI-Diensten verwenden.
- Keine Rechtsberatung: Für wiederkehrenden Verkauf lohnt sich ein geprüfter Mustervertrag.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Eine Texterin in Frauenfeld bietet kleinen Onlineshops Produktbeschreibungen an, die sie mit KI entwirft und selbst überarbeitet. Im Angebot stand bisher: «Alle Texte sind einzigartig und urheberrechtlich geschützt.»
Beim Prüfen merkt sie, dass sie das so nicht zusichern kann. Mit der Vorlage formuliert sie neu: Sie liefert geprüfte Texte, räumt ein Nutzungsrecht für Website und Social Media ein, nennt den KI-Einsatz und sichert keine Exklusivität zu.
Zusätzlich speichert sie für jeden Auftrag Prompt, Fassungen und Prüfnotiz. Als eine Kundin später fragt, woher ein Satz stammt, kann sie den Entstehungsweg zeigen. Das Vertrauen der Kundschaft wächst, und sie vermeidet überzogene Versprechen.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie KI für Texte, Bilder und Kundenprojekte einsetzen, helfen die Kurse bei KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben auf absofort, unter anderem zu Kundenservice, mehrsprachiger Kommunikation, KI-Bildern und betrieblichen KI-Richtlinien. Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarer Abschluss unterstützen das Lernen im eigenen Tempo.
Vertragsprüfung bieten die Kurse nicht. Zur Einordnung: Darf ich KI-Bilder kommerziell nutzen? und Klausel zum KI-Einsatz im Kundenvertrag.
Häufige Fragen
Muss ich Kunden sagen, dass ich KI nutze?
Eine allgemeine Pflicht gibt es nicht überall, aber Ehrlichkeit zahlt sich aus. Wenn Kundschaft danach fragt oder der Einsatz für den Vertrag wichtig ist, legen Sie ihn offen. Irreführende Angaben sind unzulässig.
Darf ich Bilder aus einem Gratis-Tarif verkaufen?
Das hängt von den Bedingungen des Dienstes ab. Viele Gratis-Tarife schränken die kommerzielle Nutzung ein. Lesen Sie die aktuelle Fassung und halten Sie sie fest.
Kann ich Exklusivität zusagen?
Nur mit Vorsicht. Ohne Urheberrecht können Sie Dritte nicht rechtlich von ähnlichen Inhalten abhalten. Sie können sich höchstens verpflichten, dieselben Inhalte nicht erneut zu verkaufen. Formulieren Sie das genau.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.
Quellen
Weiterlesen in der Galaxie
- Darf ich KI-Bilder kommerziell nutzen?KI Bilder kommerziell nutzen: Checkliste zu Nutzungsbedingungen, Rechten Dritter und Werbung, bevor ein KI-Bild auf Flyer, Website oder Inserat kommt.
- Wem gehören Texte und Bilder aus einer KI?KI Inhalte Urheberrecht verständlich: Wann KI-Texte und KI-Bilder geschützt sind, welche Rolle Ihre eigene Gestaltung spielt und was Anbieter regeln.
- Kann ich an einem KI-Bild exklusive Rechte erhalten?KI Bild exklusive Rechte: Warum Exklusivität bei reinen KI-Bildern schwierig ist und wie Sie sich mit Gestaltung, Verträgen und Eintragung absichern.
- Welche Rechte brauchen wir an KI-Inhalten einer Agentur?KI Agentur Nutzungsrechte: Checkliste für Verträge mit Agenturen, die KI einsetzen: Rechtekette, Nutzungsumfang, Kennzeichnung, Haftung und Offenlegung.
- KI-Einsatz im Kundenauftrag: Welche Vertragsklauseln prüfen?KI Kundenvertrag Klausel Vorlage: So regeln Sie im Kundenauftrag Einsatzumfang, Freigabe, Datenverarbeitung und Qualitätsprüfung, mit Entwurf.