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Prüfen & Bewerten · KI-Beratung und digitale Transformation

KI fällt in der Prüfung aus: Ersatzablauf vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wenn eine Prüfung digitale Werkzeuge oder KI nutzt, muss vorher klar sein, was bei einem Ausfall geschieht. Ein schriftlicher Ersatzablauf nennt Entscheidungsstellen, Ersatzaufgaben, Zeitregeln und Dokumentation. KI kann einen Entwurf liefern; Verantwortliche und Prüfungsordnung bestimmen die Regeln.

Das Problem

Die Prüfung läuft: 22 Lernende arbeiten an Laptops, eine Aufgabe erlaubt den Einsatz eines KI-Werkzeugs. Nach zehn Minuten fällt das Werkzeug aus. Einige Lernende können nicht weiterarbeiten, andere haben ihre Antwort halb fertig. Frau Keller steht vor der Klasse und weiss nicht, was jetzt gilt: Wird die Zeit verlängert? Bekommen alle eine Ersatzaufgabe? Wer entscheidet?

Solche Situationen können auftreten, wenn Prüfungen von Technik abhängen. Das Netz fällt aus, ein Dienst ist überlastet, ein Konto ist gesperrt, ein Gerät geht kaputt. Ohne Plan entstehen Ungleichheiten: Wer Pech hat, verliert Zeit oder Punkte. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann zu Beschwerden und Rekursen führen. Ein Ersatzablauf legt vorher fest, wie vorgegangen wird.

Ein solcher Ablauf ist keine Technikfrage, sondern ein Teil der Prüfungsorganisation. Er muss mit der Prüfungsordnung und der Schulleitung abgestimmt sein. KI kann beim Entwerfen helfen, etwa mit einer Checkliste und Formulierungen. Die verbindlichen Regeln legen die Verantwortlichen fest.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Abhängigkeiten auflisten. Welche Technik braucht die Prüfung: Netz, Geräte, Konten, KI-Dienst, Abgabesystem? Jede Abhängigkeit ist ein möglicher Ausfall.
  2. Prüfungsordnung lesen. Wie sind Störungen, Zeitverlängerungen und Wiederholungen geregelt? Was entscheidet die Lehrperson, was die Schulleitung? Halten Sie das schriftlich fest.
  3. Ersatzstufen definieren. Zum Beispiel: Stufe 1 kurze Störung (Zeitzuschlag), Stufe 2 längere Störung (Ersatzaufgaben auf Papier), Stufe 3 Abbruch (Ersatztermin). Legen Sie fest, ab wann welche Stufe gilt.
  4. Ersatzmaterial vorbereiten. Papierversion der Prüfung, Aufgaben ohne KI-Hilfe, Schreibmaterial, Reservegeräte. Die Ersatzaufgaben müssen gleichwertig sein, siehe Gleichwertige Aufgaben bei Nachprüfungen.
  5. Kommunikation regeln. Wer informiert die Lernenden? Welche Sätze werden gesagt? Eine kurze Mitteilung vermeidet Unruhe.
  6. Dokumentation festlegen. Zeit des Ausfalls, betroffene Lernende, getroffene Massnahmen und Entscheid der Verantwortlichen werden notiert.
  7. Entwurf mit KI erstellen und prüfen. Lassen Sie sich Checkliste und Vorlagen vorschlagen (siehe Vorlage). Passen Sie sie an Ihre Prüfungsordnung an, und besprechen Sie sie mit der Schulleitung.
  8. Üben. Ein kurzer Probelauf mit einer Kollegin zeigt Lücken.
StufeSituationMassnahme (Beispiel)Entscheidet
1Störung bis kurze ZeitZeit verlängern, weiterarbeiten[Zuständige Stelle gemäss Prüfungsordnung]
2Längere StörungErsatzaufgaben auf Papier[Zuständige Stelle; weitere Information gemäss Prüfungsordnung]
3Prüfung nicht durchführbarAbbruch, Ersatztermin[Zuständige Stelle gemäss Prüfungsordnung]

Die Einträge in der Spalte «Entscheidet» sind Beispiele zum Ausfüllen. Legen Sie die zuständige Stelle anhand der Prüfungsordnung Ihrer Institution fest.

Vorlage zum Kopieren

Ich organisiere eine Prüfung für [Fach, Stufe, Anzahl Lernende], bei der [digitale Geräte / ein KI-Werkzeug] eingesetzt werden. Ich nenne keine Namen.
Technische Abhängigkeiten: [Netz, Geräte, Konten, Werkzeug, Abgabesystem]
Rahmen: [z. B. Prüfungsdauer, Regeln der Prüfungsordnung in Stichworten]
Erstelle:
1. Eine Checkliste möglicher Ausfälle mit Vorsorgemassnahmen.
2. Ein Stufenmodell für Störungen (kurz, länger, Prüfung nicht durchführbar) mit Vorschlägen, was jeweils geschehen könnte.
3. Eine kurze Mitteilung an die Lernenden bei einer Störung (höchstens fünf Sätze).
4. Ein Protokollformular für die Dokumentation einer Störung.
5. Fragen, die ich mit der Schulleitung klären muss.
Gib keine rechtlichen Zusagen und nenne keine Fristen. Weise darauf hin, dass die Prüfungsordnung massgeblich ist.

Setzen Sie Prüfungsrahmen und Abhängigkeiten ein. Die Entwürfe sind Diskussionsgrundlage; verbindlich wird erst, was die Verantwortlichen beschliessen.

Worauf Sie achten müssen

  • Prüfungsordnung geht vor. Regeln zu Störungen, Wiederholungen und Rechtsmitteln legen Institutionen und Kantone fest. KI-Texte sind keine Rechtsberatung. Klären Sie den Einzelfall mit der Schulleitung.
  • Faire Berücksichtigung. Prüfen Sie, wie der Ausfall nach der Prüfungsordnung fair berücksichtigt werden kann. Dokumentieren Sie genau, wer wann betroffen war.
  • Nicht improvisieren. Wer in der Störung Einzelentscheide trifft, erzeugt Ungleichheit. Der Ablauf gilt für alle.
  • Ersatz muss gleichwertig sein. Papieraufgaben ohne KI prüfen nicht dasselbe wie Aufgaben mit KI. Legen Sie fest, wie damit umgegangen wird. Siehe Prüfung mit und ohne KI.
  • Datenschutz. Protokolle mit Namen gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Orientierung bietet das Educa-Dossier; es gelten die kantonalen Vorgaben.
  • Technische Sicherheit. Datenverlust bei Ausfällen: Speichern Sie Zwischenstände regelmässig und klären Sie, wie Abgaben gesichert werden.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel aus einer Berufsfachschule im Kanton Zürich: Die Klasse schreibt eine Prüfung, in der die Lernenden ein KI-Werkzeug zum Zusammenfassen eines Textes einsetzen dürfen.

Vorher: Es gibt keine Regel für Störungen. Als das Werkzeug ausfällt, diskutieren Lernende laut, einige verlangen eine Wiederholung, andere wollen die Aufgabe überspringen.

Nachher: Frau Keller hat vorab mit der Schulleitung einen Ablauf in drei Stufen festgelegt. Bei Ausfall bis zu einer gewissen Dauer gilt ein Zeitzuschlag, bei längerer Dauer arbeitet die Klasse mit einer vorbereiteten Papieraufgabe ohne KI weiter. Die Mitteilung liegt bereit, und die Störung wird protokolliert. Eine Lernende reicht später einen Rekurs ein. Das Protokoll und der Ablauf helfen, die Entscheidung nachvollziehbar zu begründen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer in einer Institution den Einsatz von KI und digitalen Werkzeugen plant, braucht Einsatzregeln, einen Pilot und klare Zuständigkeiten. Alpasana begleitet mit KI-Beratung und digitaler Transformation: Anwendungsfall klären, Pilot planen, Einsatzregeln festlegen und die Umsetzung begleiten. Projekte werden individuell offeriert. Die Prüfungsordnung und rechtliche Fragen bleiben Sache der Schule und der zuständigen Behörden.

Häufige Fragen

Muss ich bei jeder Prüfung einen Ersatzablauf haben?

Wenn die Prüfung von Technik oder KI abhängt, ist ein Ersatzablauf sehr zu empfehlen. Bei Prüfungen auf Papier genügt meist die übliche Regel für Störungen.

Wer entscheidet im Ernstfall?

Das regelt die Prüfungsordnung. Oft entscheiden Prüfungsleitung und Schulleitung. Klären Sie das vorher und halten Sie es schriftlich fest.

Gibt es Zusatzzeit bei Ausfall?

Das hängt von der Prüfungsordnung ab. Ein üblicher Ansatz ist eine Verlängerung um die Dauer der Störung. Fragen Sie die Schulleitung nach der Regel in Ihrer Institution.

Hilft ein Offline-Werkzeug?

Manchmal. Lokale Werkzeuge sind unabhängiger vom Netz, brauchen aber Wartung und Datenschutzprüfung. Klären Sie das vor dem Einsatz.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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