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Prompt-Akademie · Prompt Engineering

Glossar für KI-Übersetzungen erstellen: Vorlage

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Übersetzungsglossar ist eine kleine Tabelle mit Ihren Fachbegriffen und der gewünschten Entsprechung in der Zielsprache. Geben Sie es der KI bei jeder Übersetzung mit, dann bleiben Begriffe einheitlich. Die KI kann beim Erstellen helfen, die Entscheidung über die richtigen Begriffe treffen aber Sie.

Das Problem

Ihr Betrieb verkauft «Service-Abonnemente». In der ersten englischen Übersetzung heisst das «service subscription», in der zweiten «maintenance plan», in der dritten «service contract». Die KI übersetzt jedes Mal sinnvoll, aber jedes Mal anders. Für Kundschaft und Mitarbeitende wirkt das unprofessionell und führt zu Rückfragen.

Das liegt daran, dass eine KI keine Erinnerung an frühere Übersetzungen hat, solange Sie sie nicht mitgeben. Sie wählt bei jedem Auftrag neu, was ihr am besten passt. Fachbegriffe, Produktnamen und Abkürzungen sind besonders anfällig.

Die Lösung ist alt und bewährt: ein Glossar, also eine Liste verbindlicher Begriffe. Übersetzungsbüros nutzen sie seit jeher. Mit KI lässt sich ein Glossar einfach erstellen und bei jedem Auftrag mitliefern.

Wie sieht ein brauchbares Glossar aus?

Eine Tabelle genügt. Wichtig sind klare Spalten und ein paar Zusatzangaben, damit die KI nichts raten muss.

Begriff (Deutsch)Zielsprache (z. B. Englisch)Nicht verwendenHinweis
Service-Abonnementservice planservice contractimmer so, auch im Plural
Offertequotationoffer, proposalSchweizer Begriff, nicht «Angebot»
Kundendienstcustomer servicesupport deskAbteilungsname bleibt gross
Mehrwertsteuer (MWST)VATsales taxAbkürzung beim ersten Mal ausschreiben
«Dein Wohnen»bleibt unübersetztSlogan, Markenname

Die Beispiele sind erfunden. Ihre Begriffe und gewünschten Entsprechungen legen Sie selbst fest.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Sammeln Sie Ihre wichtigsten Begriffe. Nehmen Sie vorhandene Texte (Website, Prospekt, Offerten) und markieren Sie Fachwörter, Produktnamen und Abkürzungen. Beginnen Sie mit 20 bis 40 Begriffen.
  2. Lassen Sie die KI Begriffe vorschlagen. Geben Sie ihr einen typischen Text ohne vertrauliche Angaben und bitten Sie um eine Liste der Fachbegriffe, die einheitlich übersetzt werden sollten (Vorlage unten).
  3. Entscheiden Sie die Entsprechungen selbst. Wo möglich, übernehmen Sie bestehende, bereits veröffentlichte Übersetzungen. Bei unsicheren Begriffen fragen Sie eine Person, die die Zielsprache beherrscht und Ihre Branche kennt.
  4. Ergänzen Sie «Nicht verwenden» und «Hinweis». Das verhindert typische Fehlübersetzungen, zum Beispiel bei Schweizer Besonderheiten.
  5. Legen Sie fest, was unübersetzt bleibt. Produktnamen, Firmenbezeichnungen, Slogans und Eigennamen.
  6. Testen Sie das Glossar an einem Beispieltext. Lassen Sie die KI übersetzen und prüfen Sie, ob alle Begriffe wie gewünscht erscheinen. Ergänzen Sie, was noch fehlt.
  7. Speichern Sie das Glossar zentral. Als Datei, die Sie bei jedem Auftrag einfügen. Versehen Sie sie mit Datum und verantwortlicher Person.
  8. Pflegen Sie es. Bei jeder Rückfrage zu einem Begriff wandert die Antwort ins Glossar. Eine zweite Person prüft vor Veröffentlichung wichtige Texte.

Vorlage zum Kopieren

Vorlage 1: Begriffe aus einem Text sammeln

Lies den folgenden Text und erstelle eine Liste der Fachbegriffe, Produktnamen, Abkürzungen und Wendungen,
die in Übersetzungen nach [Zielsprache, z. B. Französisch] einheitlich wiedergegeben werden sollten.
Gib die Liste als Tabelle aus mit den Spalten: Begriff | Bedeutung in einem Satz | Mögliche Übersetzung | Unsicherheit (gering/mittel/hoch).
Schlage nur Übersetzungen vor, bei denen du dir halbwegs sicher bist, und markiere alles andere mit «Rückfrage nötig».
Text:
[Text einfügen]

Vorlage 2: Mit dem fertigen Glossar übersetzen

Übersetze den folgenden Text von [Ausgangssprache] nach [Zielsprache].
Verwende die Begriffe aus diesem Glossar verbindlich und ohne Abweichung:
[Glossar-Tabelle einfügen]
Regeln: Begriffe aus der Spalte «Nicht verwenden» nie benutzen. Als «unübersetzt» markierte Begriffe unverändert lassen.
Wenn im Text ein Fachbegriff vorkommt, der nicht im Glossar steht, markiere ihn mit [?] und übersetze ihn nicht still, sondern frage nach.
Text:
[Text einfügen]

Passen Sie Sprachen und Regeln an. Die Markierung «[?]» hilft, neue Begriffe zu erkennen und ins Glossar aufzunehmen.

Worauf Sie achten müssen

  • Vertraulichkeit: Glossare enthalten oft Produktnamen oder interne Begriffe. Geben Sie Texte nur in Dienste ein, deren Datenschutz Sie geprüft haben. Mehr dazu unter Vertrauliche Texte mit KI übersetzen.
  • Fehlende Begriffe: Die KI hält sich meist ans Glossar, wendet es aber nicht immer vollständig an, besonders bei langen Texten oder Beugungen (Plural, Fälle). Kontrollieren Sie Stichproben.
  • Kontext: Ein Begriff kann je nach Zusammenhang anders übersetzt werden. Notieren Sie bei Mehrdeutigkeit einen Hinweis.
  • Eigennamen und Zahlen: Diese prüfen Sie getrennt, siehe Zahlen und Namen in Übersetzungen prüfen.
  • Grenzen der KI: Für Verträge, amtliche oder medizinische Texte ersetzt auch ein gutes Glossar keine Fachübersetzung. Siehe Grenzen der KI-Übersetzung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Hersteller von Küchengeräten in Burgdorf übersetzt Bedienungsanleitungen und Prospekte ins Französische und Englische. Die Marketingassistentin lässt Texte von der KI übersetzen.

Vorher: Das Wort «Dampfgarer» erscheint in drei Prospekten in drei verschiedenen französischen Varianten. Eine Kundin aus Lausanne fragt nach, ob es sich um verschiedene Geräte handle.

Nachher: Die Assistentin lässt die KI aus den bisherigen Prospekten 35 Begriffe sammeln, legt gemeinsam mit einer französischsprachigen Kollegin die Entsprechungen fest und fügt das Glossar jedem Auftrag bei. Die neuen Prospekte verwenden durchgehend dieselben Begriffe. Eine Kollegin liest die Texte vor Veröffentlichung gegen.

So hilft Ihnen Alpasana

Gute Glossare entstehen, wenn Aufträge an die KI klar aufgebaut sind: mit Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat. Genau das trainiert der Online-Kurs Prompt Engineering von absofort, einschliesslich dem Überarbeiten von Prompts und dem Prüfen der Ergebnisse. Am Ende steht ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess, zum Beispiel Ihre Übersetzungen. Programmierkenntnisse sind nicht nötig.

Häufige Fragen

Wie gross sollte ein Glossar sein?

Starten Sie klein mit 20 bis 40 Begriffen, die wirklich oft vorkommen. Ein kurzes, gepflegtes Glossar nützt mehr als eine lange Liste, die niemand aktualisiert.

Hält sich die KI immer an das Glossar?

Meist gut, aber nicht garantiert. Prüfen Sie wichtige Texte mit der Suchfunktion nach den Begriffen. Bei häufigen Abweichungen verkürzen Sie das Glossar oder wiederholen die Regel am Ende des Auftrags.

Kann ich das Glossar in mehreren Sprachen führen?

Ja. Ergänzen Sie einfach eine Spalte je Zielsprache. Lassen Sie jede Sprache von einer Person prüfen, die sie wirklich beherrscht.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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