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Prompt-Akademie · Prompt Engineering

Systemprompt oder normaler Prompt: Was gehört wohin?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

In den Systemprompt gehört, was in jedem Gespräch gleich bleibt: Rolle, Ton, Sprache, Grenzen und Standardformat. In den normalen Prompt gehören Aufgabe, Inhalte und Besonderheiten der aktuellen Anfrage. Wer beides trennt, hält Vorgaben kurz und vermeidet, dass dauerhafte Regeln mit der Einzelaufgabe kollidieren.

Das Problem

Sie richten einen KI-Assistenten für Ihr Büro ein oder nutzen ein Programm mit einem Feld für «Anweisungen» oder «Grundregeln». Nun fragen Sie sich: Was schreibe ich dort hinein, und was gebe ich bei jeder Aufgabe einzeln an? Schreiben Sie alles in die Grundregeln, wird der Text lang und unübersichtlich. Schreiben Sie nichts hinein, tippen Sie jedes Mal dieselben Wünsche neu.

Ohne klare Trennung entstehen Probleme. Dauerhafte Regeln kollidieren mit einer Einzelaufgabe, zum Beispiel wenn die Grundregel «immer höchstens drei Sätze» auf eine Aufgabe trifft, die einen langen Bericht verlangt. Oder eine Angabe, die nur für heute gilt, wird für immer hinterlegt und führt später zu merkwürdigen Antworten.

Eine einfache Faustregel hilft: Was immer gilt, gehört in die Grundregeln. Was nur jetzt gilt, gehört in den normalen Prompt.

Einfach erklärt

Der Systemprompt ist die Grundanweisung, die ein Assistent vor jedem Gespräch erhält (siehe Was ist ein Systemprompt? Einfach erklärt). Der normale Prompt, auch Nutzerprompt genannt, ist Ihre Anfrage im Gespräch.

Denken Sie an eine neue Mitarbeiterin: Die Grundregeln erklären Sie ihr einmal («Wir siezen Kundschaft, schreiben nach Schweizer Schreibweise und leiten Beschwerden an die Leitung weiter»). Die Aufgabe des Tages geben Sie ihr jeden Morgen neu («Beantworten Sie bitte die drei Anfragen im Ordner»).

Gehört in den SystempromptGehört in den normalen Prompt
Rolle des Assistentenkonkrete Aufgabe
Ton, Anrede, SpracheInhalt, der bearbeitet werden soll
Schweizer Schreibweise, FormatstandardsBesonderheiten dieser Anfrage
Grenzen («keine Preise nennen»)Zielgruppe dieses Textes
Umgang mit Wissenslückengewünschte Länge für diesen Fall
Standardverhalten bei RückfragenFrist und Anlass

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Alle Wünsche sammeln: Notieren Sie, was Sie von der KI erwarten, ohne zu sortieren: Ton, Rolle, Format, Aufgaben, Grenzen.
  2. Nach Dauer sortieren: Markieren Sie jede Angabe mit «immer» oder «nur dieser Fall». Fragen Sie sich: Würde ich das bei jeder Anfrage wieder so schreiben?
  3. Dauerhaftes kurz formulieren: Schreiben Sie die «Immer»-Angaben in kurzen, klaren Sätzen. Halten Sie den Systemprompt so knapp wie möglich. Eine Vorlage bietet Systemprompt-Vorlage: Grundregeln für einen KI-Assistenten.
  4. Konflikte prüfen: Suchen Sie nach Regeln, die einer Einzelaufgabe im Weg stehen könnten, etwa feste Längenvorgaben. Formulieren Sie sie als Standard mit Ausnahme: «Antworte in der Regel kurz, es sei denn, ich bitte um Ausführlichkeit.»
  5. Aufgabenprompt knapp halten: Geben Sie im normalen Prompt nur die Aufgabe, den Inhalt und die Besonderheiten an. Alles Dauerhafte steht schon in den Grundregeln.
  6. Ausprobieren: Testen Sie mit drei bis fünf typischen Aufgaben, ob der Assistent die Grundregeln beachtet. Siehe Wie prüfe ich, ob ein Systemprompt im Alltag funktioniert?.
  7. Überschreiben ausdrücklich sagen: Wollen Sie ausnahmsweise von einer Grundregel abweichen, sagen Sie es deutlich im Prompt, zum Beispiel «Ausnahme: ausführlicher Bericht».
  8. Regelmässig aufräumen: Prüfen Sie die Grundregeln alle paar Monate und streichen Sie Überholtes.

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte meine Anweisungen an einen KI-Assistenten aufteilen. Hier sind alle meine Wünsche:
[Wünsche einfügen, ohne Passwörter und vertrauliche Angaben]
Sortiere sie in zwei Listen:
1. Grundregeln, die in jedem Gespräch gelten sollen (Systemprompt),
2. Angaben, die ich je nach Aufgabe im normalen Prompt mitgebe.
Schreibe die Grundregeln als kurzen Text (höchstens 120 Wörter) und nenne Regeln,
die mit Einzelaufgaben kollidieren könnten. Schlage dafür Formulierungen mit Ausnahmen vor.

Ergänzen Sie Ihre Wünsche. Prüfen Sie die Aufteilung und passen Sie sie an Ihre Arbeit an.

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz: Grundregeln können später von anderen gelesen oder ausgegeben werden. Schreiben Sie keine Passwörter, Zugangsdaten oder Geschäftsgeheimnisse hinein.
  • Zu lange Grundregeln: Je mehr Regeln, desto eher werden einzelne übersehen oder widersprechen sich. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche.
  • Konflikte: Wenn eine Regel im Systemprompt der aktuellen Bitte widerspricht, setzt sich nicht immer die neuere durch. Siehe Was passiert bei widersprüchlichen KI-Anweisungen?.
  • Keine Garantie: Das Modell hält sich meist, aber nicht in jedem Fall an die Grundregeln. Wichtige Dinge prüfen Sie.
  • Persönliche Programme: In privaten Chat-Programmen heissen die Felder oft «Anweisungen» oder «Personalisierung». Sie wirken ähnlich, haben aber meist begrenzten Platz.
  • Pflege: Veraltete Regeln führen zu unerwarteten Antworten. Halten Sie ein Datum fest.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Die Büroleiterin eines Reisebüros in Luzern richtet einen Assistenten für Kundenmails ein. Vorher schreibt sie alles in ein einziges Feld: Ton, Schreibweise, aktuelle Aktion, Sonderwünsche eines Kunden, Ferienvertretung. Der Assistent verwechselt Dauerhaftes mit Einmaligem und erwähnt die Aktion noch Monate später.

Nachher trennt sie: In die Grundregeln kommen Anrede «Sie», Schweizer Schreibweise, «keine Preise nennen» und «bei Reklamationen an die Leitung verweisen». Die aktuelle Aktion und Kundenwünsche gibt sie nur im jeweiligen Prompt an. Die Antworten sind einheitlich, und Veraltetes taucht nicht mehr auf.

So hilft Ihnen Alpasana

Wie man Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegt und Prompts überarbeitet, lernen Sie im Kurs Prompt Engineering von absofort. Beschrieben sind ausserdem das Prüfen von Ergebnissen, der Umgang mit Datenschutz und das Erarbeiten eines getesteten Prompt-Sets für einen wiederkehrenden Prozess. Der Kurs läuft online mit Zertifikat.

Häufige Fragen

Muss ich überhaupt einen Systemprompt nutzen?

Nein. Für gelegentliche Aufgaben genügt der normale Prompt. Ein Systemprompt lohnt sich, wenn Sie dieselben Regeln immer wieder brauchen.

Kann ich im normalen Prompt etwas aus den Grundregeln aufheben?

Oft ja, wenn Sie es ausdrücklich sagen. Wie zuverlässig das klappt, hängt vom Programm ab. Testen Sie es.

Wie lang darf ein Systemprompt sein?

So kurz wie möglich. Für Bürotätigkeiten genügen meist 100 bis 200 Wörter. Alles, was darüber hinausgeht, prüfen Sie auf Notwendigkeit.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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