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Wie lasse ich die KI Unsicherheit offen benennen?
Kurz gesagt
KI klingt fast immer gleich sicher, auch wenn sie rät. Erlauben Sie ihr ausdrücklich «weiss ich nicht», verlangen Sie eine Kennzeichnung nach Sicherheitsgrad (zum Beispiel Ampel: belegt, wahrscheinlich, unsicher) und fordern Sie Belege oder Annahmen. Die Selbsteinschätzung ist eine Hilfe, kein Beweis.
Das Problem
Die KI antwortet immer im gleichen, selbstsicheren Ton, ob sie eine Tatsache wiedergibt oder etwas vermutet. Ihnen fehlt ein Signal: Welche Aussagen sind gesichert, welche geraten? Ein menschlicher Fachmann würde sagen: «Das weiss ich sicher, das nehme ich an, das muss ich nachschauen.» Die KI tut das von selbst kaum.
Der Grund liegt in der Funktionsweise: Ein Sprachmodell formuliert, was plausibel klingt. Sicherheit und Plausibilität sind für es dasselbe. Es hat keinen eigenen Sinn dafür, was es «weiss». Zudem wurde es darauf trainiert, hilfreiche, vollständige Antworten zu geben, nicht Lücken zuzugeben.
Mit der passenden Anweisung bringen Sie die KI aber dazu, ihre Aussagen zu sortieren. Das ist keine perfekte Messung der Wahrheit, aber ein nützlicher Filter: Was als «unsicher» gekennzeichnet ist, prüfen Sie zuerst.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- «Weiss ich nicht» erlauben: Schreiben Sie: «Wenn du etwas nicht sicher weisst, sage es. Raten ist nicht erwünscht.» Ohne diese Erlaubnis füllt die KI Lücken.
- Sicherheitsstufen festlegen: Definieren Sie ein System, zum Beispiel Ampel: grün = im Material belegt, gelb = wahrscheinlich, aber nicht belegt, rot = Vermutung oder unklar.
- Kennzeichnung pro Aussage verlangen: Jede wichtige Aussage erhält ein Label und eine kurze Begründung.
- Annahmen auflisten lassen: «Nenne am Ende alle Annahmen, die du getroffen hast.»
- Fehlende Informationen benennen: Die KI soll sagen, was sie bräuchte, um sicherer zu sein. Siehe Fehlende Informationen kennzeichnen.
- Belege anfordern: Bei grünen Aussagen verlangen Sie die Fundstelle im Material. Siehe Erfundene Quellen erkennen.
- Rot und Gelb prüfen: Nehmen Sie diese Punkte zuerst vor und prüfen Sie sie an verlässlicher Quelle.
- Stichprobe bei Grün: Prüfen Sie auch einige grüne Aussagen. Die Selbsteinschätzung der KI kann falsch sein.
- Vorlage speichern: Verwenden Sie das Ampelsystem als festen Baustein für wichtige Aufträge.
Ein Tipp für den Alltag: Beginnen Sie mit Fragen, deren Antwort Sie selbst beurteilen können. So lernen Sie, wie zuverlässig die Selbsteinschätzung Ihres Werkzeugs ist. Stellen Sie fest, dass «grün» häufig stimmt, dürfen Sie bei Routineaufgaben etwas lockerer prüfen. Stellen Sie fest, dass auch grüne Aussagen oft falsch sind, bleiben Sie bei vollständiger Kontrolle. Dieser Eigentest kostet eine halbe Stunde und schafft Klarheit.
Vorlage zum Kopieren
Beantworte die folgende Frage: [Frage]. Material: [Text, falls vorhanden].
Kennzeichne jede wesentliche Aussage mit einer Sicherheitsstufe:
GRÜN = steht ausdrücklich im Material oder ist allgemein gesichert (nenne die Fundstelle),
GELB = plausibel, aber nicht belegt (nenne, warum du das annimmst),
ROT = Vermutung oder unklar (nenne, was dir zur Klärung fehlt).
Regeln: Wenn du etwas nicht weisst, schreibe «Das weiss ich nicht». Rate nicht und erfinde keine Quellen.
Liste am Ende: (a) alle Annahmen, (b) alle offenen Fragen, (c) was ich selbst prüfen sollte.Passen Sie die Stufen an Ihren Bedarf an. Für interne Entwürfe genügen zwei Stufen: «sicher» und «prüfen».
Worauf Sie achten müssen
- Scheinbare Genauigkeit: Prozentangaben zur Sicherheit («zu 85 Prozent sicher») sind nicht verlässlich. Verwenden Sie lieber Stufen mit Begründung.
- Falsche Sicherheit: Auch «grüne» Aussagen können falsch sein. Das Label ist keine Garantie.
- Übervorsicht: Manche Modelle relativieren dann alles. Fragen Sie nach konkreter Begründung, wenn alles gelb ist.
- Datenschutz: Für die Prüfung heikler Fragen geben Sie nur anonymisierte Angaben ein.
- Verantwortung: Bei Entscheidungen mit Folgen haftet die Person, nicht die KI. Siehe Grenzen guter Prompts.
- Zeitaufwand: Die Kennzeichnung macht Antworten länger. Verwenden Sie sie dort, wo es sich lohnt.
| Stufe | Bedeutung | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Grün | im Material belegt | Stichprobe prüfen |
| Gelb | plausibel, nicht belegt | an Quelle prüfen |
| Rot | Vermutung, unklar | nicht verwenden, bis geklärt |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Immobilienverwalter in Zürich lässt sich von einer KI Fragen zur Nebenkostenabrechnung eines Hauses beantworten und gibt dazu die Abrechnung als Text mit.
Vorher: Die Antworten sind alle in einem sicheren Ton verfasst, darunter auch eine Aussage über eine Frist, die nirgends in der Abrechnung steht.
Nachher: Mit der Ampel-Vorlage erscheinen drei Aussagen als grün mit Fundstelle, zwei als gelb («üblich, aber nicht in der Abrechnung») und eine als rot («Frist, im Material nicht genannt»). Er prüft die gelben und roten Punkte im Mietvertrag und lässt die Frist von der Rechtsberatung bestätigen. Die Fundstellen der grünen Aussagen kontrolliert er stichprobenartig.
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Häufige Fragen
Kann die KI wirklich wissen, wann sie unsicher ist?
Nur eingeschränkt. Sie kann Aussagen nach Plausibilität und Beleglage sortieren, aber auch dabei irren. Behandeln Sie die Kennzeichnung als Orientierung.
Soll ich Prozentangaben verlangen?
Eher nicht. Sie wirken genau, sind aber nicht verlässlich. Stufen mit Begründung sind ehrlicher.
Wie verhindere ich, dass die KI alles relativiert?
Verlangen Sie, dass sie Unsicherheit nur dort angibt, wo es einen konkreten Grund gibt, und diesen nennt. Pauschale Vorbehalte sind wenig hilfreich.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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