Modell-Atlas · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Welche KI eignet sich für verständliche Stelleninserate?
Kurz gesagt
Fast jeder grosse KI-Assistent kann ein Stelleninserat entwerfen. Ob es verständlich und fair wird, hängt vor allem davon ab, wie genau Sie Aufgaben, Anforderungen und Ton vorgeben. Prüfen Sie jeden Entwurf auf diskriminierende Formulierungen und auf Angaben, die Sie nicht belegen können.
Das Problem
Sie müssen eine Stelle ausschreiben, und das Inserat soll gute Bewerbungen anziehen. Ihre Notizen bestehen aus Stichworten wie «selbständig», «belastbar», «Erfahrung mit Offerten». Daraus soll ein verständlicher, freundlicher Text werden, der niemanden ausschliesst.
Eine KI kann dabei viel Arbeit abnehmen. Sie ordnet Stichworte, formuliert Aufgaben und schlägt eine Struktur vor. Gleichzeitig entstehen leicht Floskeln, übertriebene Anforderungen oder Formulierungen, die bestimmte Gruppen ungewollt abschrecken.
Welches Programm Sie nutzen, ist deshalb weniger wichtig als die Qualität Ihrer Vorgaben und Ihre Kontrolle. Stand Oktober 2026 eignen sich die gängigen Assistenten alle für Entwürfe, die Sie prüfen und anpassen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Stelle klären: Notieren Sie Aufgaben, Pensum, Ort, Beginn, Team und was Bewerbende erwartet. Trennen Sie Muss-Anforderungen von Wünschen.
- Ton festlegen: Entscheiden Sie, wie Sie auftreten wollen: persönlich mit «Sie» oder «Du», sachlich oder locker.
- Vorgaben in den Auftrag schreiben: Nutzen Sie die Vorlage unten und nennen Sie auch, was nicht im Inserat stehen soll.
- Mehrere Fassungen verlangen: Lassen Sie zwei Varianten schreiben und vergleichen Sie Verständlichkeit und Ton.
- Auf Fairness prüfen: Lassen Sie den Text auf Formulierungen untersuchen, die Personen aufgrund von Geschlecht, Alter oder Herkunft ausschliessen könnten.
- Verständlichkeit testen: Geben Sie den Text einer Person ausserhalb des Teams und fragen Sie, was sie von der Stelle versteht.
- Angaben abgleichen: Stimmen Pensum, Anforderungen und Bedingungen mit Ihren Unterlagen überein? Die KI darf nichts hinzuerfinden.
| Kriterium | Gutes Zeichen | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Aufgaben | konkrete Tätigkeiten | lange Wunschliste ohne Priorität |
| Anforderungen | Muss und Kann getrennt | «Digital Native», «junges Team» |
| Sprache | kurze Sätze, klare Wörter | Schlagworte ohne Inhalt |
| Inklusion | geschlechtergerecht, offen für Teilzeit wo möglich | Einseitige Rollenbilder |
| Ehrlichkeit | nur Zusagen, die gelten | Versprechen ohne Grundlage |
Worauf bei der Wahl des Programms zu achten ist
Alle grossen Assistenten können Inserate entwerfen. Unterschiede liegen im Stil, in der Genauigkeit beim Befolgen von Vorgaben und in der Schweizer Schreibweise. Testen Sie mit einem echten Beispiel, ob «ss», Schweizer Ausdrücke und Ihre Anrede korrekt eingehalten werden. Eine Anleitung für den fairen Vergleich finden Sie unter KI-Modelle selbst vergleichen.
Auch die Frage, welche KI gute deutsche Texte schreibt, behandelt Welche KI schreibt gute deutsche Texte?. Für einfachere Sprache hilft Welche KI erklärt schwierige Texte einfach?.
Typische Schwächen von KI-Entwürfen
Auch ein guter Entwurf braucht Ihren Blick. Häufig fallen diese Punkte auf:
- Zu viele Anforderungen: Die KI neigt dazu, Wunschlisten zu verlängern. Streichen Sie, was nicht wirklich nötig ist, denn lange Listen schrecken geeignete Personen ab.
- Leere Schlagworte: Begriffe wie «spannend», «innovativ» oder «attraktiv» sagen nichts. Ersetzen Sie sie durch konkrete Angaben.
- Falscher Ton: Ein Inserat für eine Schreinerei soll anders klingen als eines für eine Anwaltskanzlei. Geben Sie ein Beispiel für den gewünschten Ton mit.
- Fehlende Angaben: Pensum, Ort und Beginn gehören ins Inserat. Prüfen Sie, ob sie vollständig sind.
Hilfreich ist ein zweiter Durchgang: Geben Sie den fertigen Text der KI zurück und bitten Sie um eine Liste unklarer oder übertriebener Stellen. Sie entscheiden dann, was Sie ändern.
Vorlage zum Kopieren
Du bist Personalfachperson in einem Schweizer KMU.
Schreibe ein Stelleninserat für [Stellenbezeichnung] (Pensum [z. B. 60 bis 80 Prozent]) in [Ort].
Unser Betrieb: [kurze Beschreibung in zwei Sätzen].
Aufgaben: [Stichpunkte].
Muss-Anforderungen: [Stichpunkte]. Wünschenswert: [Stichpunkte].
Wir bieten: [Stichpunkte, nur Dinge, die sicher gelten].
Ton: freundlich, sachlich, Anrede «Sie», Schweizer Schreibweise, kurze Sätze.
Verwende geschlechtergerechte Formulierungen und verzichte auf Floskeln wie «dynamisch» oder «junges Team».
Erfinde keine Angaben. Wo etwas fehlt, setze [Platzhalter].Ersetzen Sie die Angaben in Klammern. Lesen Sie den Entwurf vollständig und ergänzen Sie fehlende Punkte selbst.
Worauf Sie achten müssen
- Diskriminierung: In der Schweiz verbietet das Gleichstellungsgesetz die Benachteiligung aufgrund des Geschlechts bei der Anstellung, was auch für Inserate gilt. Weitere Aspekte wie Alter oder Herkunft sollten Sie ebenfalls beachten. Lassen Sie im Zweifel Fachleute prüfen.
- Erfundene Angaben: Eine KI kann Leistungen oder Bedingungen hinzufügen, die Sie gar nicht bieten. Prüfen Sie jede Zeile.
- Auswahl durch KI: Wenn KI in die Auswahl von Bewerbenden einbezogen wird, gelten höhere Anforderungen. Mehr unter Wann ist KI bei der Personalauswahl Hochrisiko-KI?.
- Datenschutz: Fügen Sie keine Personendaten von Bewerbenden ein.
- Aktualität: Gesetzliche und tarifliche Angaben ändern sich. Prüfen Sie sie in offiziellen Quellen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Elektrobetrieb in Wohlen sucht eine Sachbearbeiterin für Offerten und Rechnungen (60 Prozent).
Vorher lautet das Inserat: «Wir suchen eine dynamische, belastbare Allrounderin mit Erfahrung, die selbständig arbeitet.» Nachher nennt es konkret: Offerten nach Vorlage erstellen, Rechnungen kontrollieren, Kundentelefone annehmen. Muss und Kann sind getrennt, das Pensum und der Arbeitsbeginn stehen drin. Der Entwurf der KI wurde vom Inhaber auf Richtigkeit geprüft und von einer Kollegin auf Verständlichkeit gelesen.
So hilft Ihnen Alpasana
Für Recruiting und die Vorbereitung einer fairen Auswahl bietet absofort Kurse zu konkreten Arbeitsaufgaben: KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Dazu zählen Bewerbung und Recruiting sowie Bürokommunikation, mit Praxisaufgaben und einem KI-Lerncoach.
Sie üben, Vorgaben klar zu formulieren und Ergebnisse zu prüfen. Der Abschluss ist verifizierbar.
Häufige Fragen
Muss ich im Inserat den Lohn nennen?
In der Schweiz ist das nicht allgemein vorgeschrieben. Viele Betriebe nennen dennoch eine Spanne, um unpassende Bewerbungen zu vermeiden. Das ist eine Entscheidung Ihres Betriebs.
Darf ich Bewerbungen von einer KI bewerten lassen?
Das ist rechtlich und ethisch heikel. Eine KI darf höchstens vorbereiten, die Auswahl muss ein Mensch treffen. Beachten Sie Datenschutz, Transparenz und mögliche Verzerrungen.
Wie lang soll ein Inserat sein?
So kurz wie möglich und so lang wie nötig. Eine Bildschirmseite genügt meist. Lassen Sie die KI Textteile streichen, die nichts Konkretes sagen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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