KI im Coaching · Prompt Engineering
Suggestive Coaching-Fragen: KI als zweite Prüfhilfe nutzen
Kurz gesagt
Eine suggestive Frage legt die Antwort nahe, etwa «Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass Ihr Chef Sie ausbremst?». Mit einem KI-Prüfprompt lassen Sie allgemeine Fragevorlagen auf versteckte Annahmen prüfen. Die Beurteilung bleibt Ihre, und echte Klientendaten gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
Das Problem
Im Coaching hängt viel von der Art der Fragen ab. «Was würde Ihnen helfen?» lässt Raum. «Ist es nicht so, dass Sie sich dort nie wohlgefühlt haben?» schiebt die Antwort schon vor. Solche suggestiven Fragen enthalten eine Annahme oder Bewertung, die die Person eher bestätigen als hinterfragen soll. Sie wirken freundlich, lenken aber.
Das Problem ist subtil. Wer viele Gespräche führt, bemerkt es bei sich selbst kaum: Im Eifer rutschen Vermutungen in Fragen. Kolleginnen und Supervision helfen, aber nicht jederzeit. Eine KI kann als zweite Prüfhilfe dienen: Sie liest Ihre allgemeinen Fragevorlagen und markiert Stellen, an denen Annahmen oder Bewertungen stecken könnten.
Das ist kein Gütesiegel. Die KI irrt, übersieht Kontexte und kennt Ihre Klientin nicht. Sie ist eine zusätzliche Lesebrille, nicht die Instanz, die entscheidet, was eine gute Frage ist. Wichtig: Geben Sie nur allgemeine, erfundene oder bereinigte Fragen ein, keine Gesprächsinhalte realer Klienten.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Fragensammlung zusammenstellen: Nehmen Sie Ihre eigenen allgemeinen Vorlagen oder erfundene Beispiele, 10 bis 20 Fragen.
- Selbstprüfung zuerst: Markieren Sie selbst, welche Fragen eine Antwort nahelegen oder etwas voraussetzen («Wie sehr stört Sie …?» setzt Störung voraus).
- Bereinigen: Entfernen Sie Namen, Branchen oder Details, die eine reale Person erkennen lassen.
- KI prüfen lassen: Nutzen Sie die Vorlage und lassen Sie jede Frage nach Annahme, Bewertung und Antwortvorgabe untersuchen.
- Ergebnis hinterfragen: Stimmen Sie den Markierungen zu? Manche Annahmen sind im Kontext gerechtfertigt.
- Alternativen formulieren: Schreiben Sie die markierten Fragen offen um und lassen Sie sich zwei Varianten vorschlagen.
- Mit Kolleginnen besprechen: Zeigen Sie die Ergebnisse einer Supervision oder Intervision.
- Im Gespräch erproben: Nutzen Sie die neuen Formulierungen und beobachten Sie, was sich verändert.
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte allgemeine Coaching-Fragen auf Suggestivität prüfen.
Hier sind meine Fragen (allgemein oder erfunden, keine Klientendaten):
1. [Frage 1] 2. [Frage 2] 3. [Frage 3] …
Aufgabe:
1. Prüfe jede Frage in einer Tabelle auf: versteckte Annahme,
enthaltene Bewertung, nahegelegte Antwort. Antworte mit «keine
Auffälligkeit» oder einer kurzen Begründung.
2. Formuliere für jede auffällige Frage zwei offene Alternativen.
3. Nenne drei typische Muster suggestiver Fragen mit Beispiel.
4. Weise darauf hin, dass meine Beurteilung entscheidend ist.
Erfinde keine Studien. Keine Aussagen über reale Personen.
Sprache: Deutsch (Schweiz).Wenn Sie nur wenige Fragen haben, geben Sie diese einzeln ein und bitten Sie um eine genauere Begründung.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Klientendaten in öffentlichen KI-Diensten: Prüfen Sie nur allgemeine Vorlagen oder erfundene Beispiele. Gesprächsprotokolle, Namen und Details gehören nicht hinein.
- KI kann irren: Sie markiert manchmal harmlose Fragen oder übersieht Suggestion. Verlassen Sie sich nicht darauf. Ihr Urteil zählt.
- Kontext zählt: Eine Frage, die in einer Situation suggestiv wirkt, kann in einer anderen passen, etwa wenn Sie bewusst Ambivalenz ansprechen. Siehe Suggestivfragen im Coaching.
- Keine Wirkungsversprechen: Bessere Fragen garantieren keinen Coaching-Erfolg. Die Beziehung bleibt zentral.
- Berufsethik: Beachten Sie die Richtlinien Ihres Berufsverbands zum Umgang mit KI und Klientendaten.
- Coaching ist keine Therapie: Bei Anzeichen für Krisen verweisen Sie auf Fachpersonen. «Die Dargebotene Hand» ist rund um die Uhr unter 143 erreichbar.
| Muster | Beispiel suggestiv | Offene Alternative |
|---|---|---|
| Versteckte Annahme | «Warum blockiert Sie Ihr Chef?» | «Wie erleben Sie die Zusammenarbeit?» |
| Antwort vorgeben | «Sie wollen doch sicher kündigen, oder?» | «Welche Möglichkeiten sehen Sie?» |
| Bewertung | «Wäre es nicht besser, Sie würden klarer auftreten?» | «Wie möchten Sie auftreten?» |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Coach aus Luzern sammelt seine Standardfragen für Erstgespräche und lässt sie von einer KI prüfen, ohne Klientendaten.
Vorher: Er hält seine Fragen für offen. In einer Intervisionsgruppe fällt auf, dass er häufig «Merken Sie nicht auch, dass …?» sagt.
Nachher: Die KI markiert vier von 15 Fragen als suggestiv und schlägt Alternativen vor. Er stimmt bei drei zu und behält eine bewusst bei, weil sie eine Provokation darstellt, die er mit der Klientin abgesprochen hat. Er beobachtet in den nächsten Sitzungen seine eigenen Formulierungen und merkt, dass die Klientinnen ausführlicher antworten. In der Supervision berichtet er davon.
So hilft Ihnen Alpasana
Ein brauchbarer Prüfprompt entsteht aus klaren Anweisungen. Der Kurs Prompt Engineering von absofort.ch behandelt laut Beschreibung Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat, das Überarbeiten von Prompts, das Prüfen von Ergebnissen und den Datenschutz. Es ist ein Online-Kurs mit Zertifikat, ohne Programmierkenntnisse.
Als Coach können Sie sich zudem mit einem Profil im Coaching-Planet zeigen; laut Beschreibung gibt es den CoachPass mit Verzeichnisprofil und eigener Coaching-Website, wobei der Coach über die Veröffentlichung entscheidet.
Häufige Fragen
Kann die KI meine Gespräche auswerten?
Das raten wir ab. Gesprächsinhalte sind vertraulich und gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Prüfen Sie nur allgemeine Fragevorlagen.
Sind suggestive Fragen immer falsch?
Nicht immer. Manchmal ist eine zugespitzte Frage bewusst gewählt und abgesprochen. Entscheidend ist, dass Sie es merken und verantworten.
Wie viele Fragen soll ich auf einmal prüfen lassen?
Zehn bis zwanzig sind überschaubar. Bei mehr Fragen verliert die Prüfung an Genauigkeit.
Ersetzt die KI die Supervision?
Nein. Supervision und Intervision bringen menschliche Perspektiven ein. Mehr zum Thema offene Fragen: Nachfragen vertiefen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- KI-Coaching: Eine Frage pro Impuls stellenKI Coaching eine Frage stellen: Mit dem Prompt geben Sie einem Übungsbot vor, jeweils nur einen überschaubaren Impuls zu senden und die Antwort abzuwarten.
- Suggestivfragen erkennen: Coaching-Fragen mit KI prüfenSuggestivfragen Coaching Beispiele: Mit einer KI-gestützten Checkliste prüfen Sie Ihre Fragen auf versteckte Antworten und formulieren sie offen und neutral um.
- Beobachtung und Interpretation unterscheidenBeobachtung und Interpretation unterscheiden: Trennen Sie Annahmen von überprüfbaren Beobachtungen und formulieren Sie offene Fragen fürs Gespräch.
- Sokratische Fragen: Mit KI Annahmen behutsam hinterfragenSokratische Fragen im Coaching: So prüfen Sie Annahmen mit offenen Fragen und üben mit KI an erfundenen Beispielen, ohne Klienten zu belehren.
- Warum-Fragen im Coaching: Mit KI Alternativen formulierenWarum Fragen Coaching: Warum sie oft wie Rechtfertigung wirken und wie Sie mit KI offene Alternativen mit «Was», «Wie» und «Wozu» formulieren und üben.
- Was ist der beste KI-Chatbot? Kriterien zum VergleichWas ist der beste KI-Chatbot? Vergleichen Sie Angebote mit einheitlichen Testaufträgen nach Datenschutz, Zuverlässigkeit und Eignung für Coaching-Aufgaben.