KI im Coaching · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching
«Die KI sagt etwas anderes»: Widersprüche im Coaching klären
Kurz gesagt
Wenn ein Coachee sagt «Die KI sagt etwas anderes», geht es nicht um Recht haben. Klären Sie mit Prüffragen, worauf sich beide Aussagen stützen, wie gut sie zur Situation passen und wer entscheidet. So bleibt das Gespräch sachlich und der Coachee behält die Verantwortung.
Das Problem
In der Sitzung sagt ein Klient: «Sie haben mir geraten, die Entscheidung noch zu verschieben. Der Chatbot sagt, ich solle sofort handeln. Wem soll ich glauben?» Frau Berger spürt einen Stich. Sie hat nicht geraten, sondern gefragt. Gleichzeitig merkt sie, dass der Klient verunsichert ist.
Ein mögliches Beispiel: Ein Coachee nutzt einen KI-Chatbot und erhält eine Antwort, die dem widerspricht, was im Coaching besprochen wurde. Das kann verunsichern oder in einen Streit führen, wer recht hat. Die Versuchung für Coaches ist, die KI abzuwerten oder die eigene Position zu verteidigen.
Hilfreicher ist, den Widerspruch als Gesprächsanlass zu nutzen. Beide Aussagen lassen sich prüfen: Worauf stützen sie sich? Was weiss der Chatbot über die Situation, und was nicht? Welche Folgen hätte jede Option? Mit vorbereiteten Prüffragen gelingt das ruhiger und ohne Autoritätskampf.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Bleiben Sie neugierig. Fragen Sie: «Was hat der Chatbot genau gesagt? Was hat Sie daran beschäftigt?» Hören Sie zu, ohne zu bewerten.
- Trennen Sie Aussage und Quelle. Lassen Sie sich die Empfehlung zeigen oder wiedergeben. Klären Sie, wie die Frage gestellt wurde, denn die Formulierung beeinflusst die Antwort.
- Stellen Sie Prüffragen. Zum Beispiel: Was weiss der Chatbot über Ihre Situation? Auf welche Informationen stützt er sich? Wie sicher ist er? Passt die Empfehlung zu dem, was Ihnen wichtig ist?
- Vergleichen Sie beide Aussagen. Schreiben Sie Argumente der KI und Ihre Fragen als Optionen nebeneinander. Der Coachee gewichtet.
- Klären Sie die Grenzen der KI. Erklären Sie ruhig, dass Chatbots die Lage nicht kennen, Fehler machen können und oft zustimmend oder pauschal antworten. Sie sind eine Informationsquelle, nicht die Entscheidungsinstanz.
- Fragen Sie nach der eigenen Einschätzung. «Was sagt Ihre eigene Einschätzung dazu?» Die Entscheidung bleibt beim Coachee.
- Vereinbaren Sie den Umgang. Zum Beispiel: Bei Empfehlungen, die dem Coaching widersprechen, notiert er die Frage und bringt sie mit. Wie sich das in einen klaren Übungsauftrag fassen lässt, zeigt KI-Coach-Chatbot: Einen begrenzten Übungsauftrag festlegen.
Vorlage zum Kopieren
Ich bin Coach. Mein Coachee bringt eine Empfehlung eines KI-Chatbots mit, die meinen Fragen
im Coaching widerspricht. Ich möchte sie sachlich besprechen.
Allgemeine Situation (ohne persönliche Details): [z. B. Entscheidung über einen Stellenwechsel]
Empfehlung der KI (sinngemäss): [Empfehlung]
Entwirf zehn Prüffragen, die ich mit dem Coachee besprechen kann, geordnet nach:
Informationsgrundlage der KI, Passung zur Situation, Folgen der Empfehlung, Werte und Prioritäten,
eigene Einschätzung.
Formuliere offen und respektvoll, ohne die KI oder den Coachee zu bewerten.
Keine Entscheidung für die Person, keine Ratschläge.Verwenden Sie nur allgemeine Angaben. Persönliche Inhalte aus der Sitzung gehören nicht in die Eingabe.
Prüffragen im Überblick
| Bereich | Beispielfrage |
|---|---|
| Informationsgrundlage | Was weiss der Chatbot über meine Lage? |
| Passung | Passt die Empfehlung zu dem, was mir wichtig ist? |
| Folgen | Was wäre die Folge, wenn ich so handle? |
| Zuverlässigkeit | Wie sicher ist die Aussage? Gibt es Belege? |
| Entscheidung | Was sagt meine eigene Einschätzung? |
Worauf Sie achten müssen
- Keinen Autoritätsstreit führen. Wer die KI abwertet oder sich verteidigt, verlagert das Gespräch auf Recht und Unrecht. Bleiben Sie beim Anliegen des Coachees.
- Eigene Aussagen prüfen. Auch Coaches irren. Wenn der Chatbot einen berechtigten Punkt macht, nehmen Sie ihn ernst.
- KI ist nicht neutral. Sie neigt zu bestätigenden, pauschalen oder fehlerhaften Antworten und kennt die Situation nicht. Erinnern Sie ohne Belehrung daran.
- Keine Klientendaten in KI-Dienste. Bereiten Sie Prüffragen mit allgemeinen Angaben vor. Persönliche Details gehören nicht in öffentliche Dienste.
- Verunsicherung ernst nehmen. Ein Widerspruch kann starke Gefühle auslösen. Geben Sie Raum, bevor Sie argumentieren.
- Coaching ist keine Therapie. Wenn ein Chatbot Diagnosen oder Behandlungsempfehlungen gibt, ist die Ärztin oder Psychotherapeutin zuständig. In akuten Krisen erreicht man die Dargebotene Hand unter 143.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Eine Coachin aus Zug begleitet einen Klienten, der über eine Weiterbildung nachdenkt. Er berichtet: «Der Chatbot meint, ich solle sofort anfangen. Sie fragen mich immer, was mir wichtig ist.»
Sie fragt: «Wie haben Sie den Chatbot gefragt?» Der Klient hatte geschrieben: «Soll ich die Weiterbildung machen?» Die Coachin fragt weiter: «Was weiss der Chatbot über Ihre Arbeitszeit, Ihre Finanzen und Ihre Familie?» Der Klient merkt: nichts. Gemeinsam notieren sie, was für und gegen den sofortigen Start spricht.
Vorher stand Aussage gegen Aussage. Nachher sind beide Hinweise Informationen unter anderen. Der Klient entscheidet, im Herbst zu beginnen, weil er vorher eine Lösung für die Betreuung seiner Kinder klären möchte. Zur Frage, wann der Chatbot menschliche Hilfe braucht, lesen Sie Menschliche Hilfe im KI-Coaching.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie als Klient eigene Entscheidungen mit einem Menschen klären möchten, bietet my-coach.ch mit Nataliya Fiechter Life Coaching und Mental Coaching an. Veröffentlichte Themen sind unter anderem Entscheidungen, berufliche Neuorientierung, Selbstwert, Stress und Work-Life-Balance. Es gibt Einzeltermine sowie Dreier- und Sechserpakete, online schweizweit oder in Safenwil. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Eine bestimmte Haltung zu KI-Empfehlungen ist in der Angebotsbeschreibung nicht genannt. Sprechen Sie das im Erstgespräch offen an.
Häufige Fragen
Soll ich meinem Coachee die KI-Nutzung ausreden?
Nein. Verbote wirken selten und verschieben das Thema. Besser ist, Chancen und Grenzen zu besprechen und gemeinsam Regeln zu vereinbaren.
Was, wenn die KI wirklich recht hat?
Dann ist das ein wertvoller Hinweis. Nehmen Sie ihn ernst und prüfen Sie ihn mit dem Coachee. Wichtig ist, dass die Entscheidung aus seiner Abwägung entsteht.
Wie verhindere ich, dass der Chatbot das Coaching unterläuft?
Besprechen Sie früh, wofür er genutzt wird und wofür nicht. Ein begrenzter Übungsauftrag und regelmässiges Nachfragen in den Sitzungen helfen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- Wenn der KI-Coach immer zustimmt: Widerspruch ermöglichenKI Coach stimmt immer zu: So prüfen Sie einen Übungsbot auf Zustimmungsneigung und weisen ihn an, problematische Annahmen nicht einfach zu bestätigen.
- Berufliche Werte klären: Mit KI ein Gesprächsblatt vorbereitenBerufliche Werte Coaching: Mit KI ein leeres Gesprächsblatt für die Laufbahnberatung erstellen, das Ihre Werte im Arbeitsalltag konkret erfragt.
- Führen und coachen: Mit KI den Rollenwechsel sichtbar machenFührungskraft als Coach Grenzen: Mit KI entwickeln Sie klare Formulierungen, die den Wechsel zwischen Führen und Coachen für Mitarbeitende erkennbar machen.
- Auftragsklärung mit HR: Mit KI ein Auftragsdreieck vorbereitenAuftragsklärung im Coaching mit HR: Mit KI ein Gesprächsraster entwerfen, das Erwartungen von Auftraggeber, Coach und Coachee getrennt klärt. Mit Vorlage.
- Andere sollen sich ändern: Mit KI den eigenen Einfluss klärenWenn andere sich ändern sollen: Mit KI-Prüffragen klären Sie Ihren eigenen Einfluss und formulieren Coaching-Ziele, die bei Ihrem Handeln ansetzen.
- Zusammenfassung mit KI erstellen: Texte sicher nutzenZusammenfassung mit KI erstellen: Fassen Sie Fachtexte und PDFs gezielt zusammen und schützen Sie vertrauliche Gesprächsnotizen vor öffentlichen Diensten.