KI-Kompetenz lehren · Prompt Engineering
Kontext auswählen lernen: Was braucht die KI wirklich?
Kurz gesagt
Lassen Sie Lernende jede Hintergrundinformation auf ihren Nutzen für die konkrete Aufgabe prüfen. Nötige Angaben werden knapp übernommen, vertrauliche ausgeschlossen und fehlende Informationen als Rückfragen festgehalten.
Das Problem
«Gib der KI mehr Kontext» klingt hilfreich, führt aber leicht zum Kopieren ganzer Dokumente. Dabei gelangen unnötige Angaben in die Eingabe, während die wirklich entscheidende Information trotzdem fehlen kann. Frau Keller möchte Informationsauswahl statt möglichst langer Aufträge üben.
Kontext ist der Hintergrund, den die KI zum Bearbeiten einer Aufgabe erhält. Relevanz bedeutet, dass eine Angabe für genau diesen Zweck etwas beiträgt. Datensparsamkeit heisst, die verwendeten Personendaten auf das Erforderliche zu begrenzen; für die Unterrichtsübung verwenden Sie vollständig erfundene Sachfälle ohne echte Personendaten.
Für Schweizer Schulen klärt Frau Keller die verwendeten Werkzeuge mit der zuständigen schulischen Stelle. Die Übung vermittelt eine Auswahlentscheidung und ersetzt keine Freigabe eines Dienstes. In der Erwachsenenbildung lassen sich fiktive betriebliche Fälle verwenden, ohne echte Kundendossiers in den Unterricht mitzubringen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Einen klaren Auftrag vorgeben. Wählen Sie etwa eine Anleitung zur Ausleihe von Unterrichtsmaterial. Die Lernenden schreiben zuerst, welche Fragen das Ergebnis beantworten soll. Ohne diesen Zweck lässt sich nicht zuverlässig entscheiden, ob eine einzelne Hintergrundangabe wirklich benötigt wird.
- Ein fiktives Materialpaket erstellen. Bereiten Sie Karten mit Ausleihzeiten, Rückgaberegeln, unnötigen Randinformationen und ausdrücklich erfundenen vertraulichen Hinweisen vor. Nutzen Sie keine abgewandelten echten Schülerfälle. Die Klasse soll die Auswahlprinzipien üben, ohne dabei tatsächliche Geheimnisse bearbeiten zu müssen.
- Angaben begründet sortieren. Verwenden Sie die Kategorien nötig, entbehrlich, nicht eingeben und noch klären. Jede Zuordnung braucht einen Satz zur Aufgabe. Eine vertrauliche Information wird nicht allein deshalb unproblematisch, weil sie für eine Antwort interessant sein könnte.
- Einen knappen Hintergrund schreiben. Die Lernenden erstellen aus den nötigen Angaben einen sachlichen Absatz. Fehlendes wird ausdrücklich als offen markiert. Prüfen Sie gemeinsam, ob Verallgemeinerungen den Zweck erhalten oder ob wichtige Bedingungen durch zu starkes Kürzen verloren gehen.
- Die Auswahl an einer Antwort prüfen. Geben Sie nur den freigegebenen Sachabsatz in das erlaubte Werkzeug ein. Vergleichen Sie die Ausgabe mit den ursprünglichen Anforderungen. Wenn Angaben fehlen, benennen die Lernenden zuerst die Lücke, statt das ganze Materialpaket nachzureichen.
- Den Zweck verändern und neu sortieren. Aus der Ausleihanleitung wird beispielsweise eine Übersicht für die Materialverwaltung. Lassen Sie die Karten erneut prüfen. So wird deutlich, dass Relevanz vom Auftrag abhängt, während Grenzen für vertrauliche Angaben weiterhin beachtet werden müssen.
Vorlage zum Kopieren
Der folgende Prompt, also ein Arbeitsauftrag an die KI, unterstützt Sie als Lehrperson bei der Vorbereitung.
Ich plane eine Übung zur Kontextauswahl für [Stufe].
Fiktive Aufgabe: [Sachauftrag]
Erstelle erfundene Informationskarten: nötig, entbehrlich, vor Eingabe zu klären und als vertraulich markiert.
Verwende keine echten Personen, Einrichtungen oder Kontaktdaten.
Trenne Lernmaterial und Lösungshinweise für mich als Lehrperson.
Ergänze einen zweiten Auftrag, der die Relevanz einzelner Sachangaben verändert.
Erkläre die Zuordnungen mit Blick auf den Zweck.
Fordere niemals das Hochladen realer Unterlagen.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Stufe und einen vollständig fiktiven oder freigegebenen Sachfall; prüfen Sie den Entwurf vor dem Einsatz fachlich.
Welche Begründung hilft beim Sortieren?
| Entscheidung | Tragender Grund |
|---|---|
| Übernehmen | Ohne Rückgaberegel bleibt die Anleitung unvollständig |
| Weglassen | Die Wandfarbe ändert den Ablauf nicht |
| Nicht eingeben | Der persönliche Hinweis gehört nicht in den Dienst |
| Rückfrage stellen | Die zuständige Rückgabestelle fehlt |
Lassen Sie auch eine zunächst strittige Karte besprechen. Die Übung wird besonders ergiebig, wenn Lernende erkennen, dass «interessant» und «für die Aufgabe erforderlich» unterschiedliche Massstäbe sind. Das gilt ebenfalls für Unterlagen im späteren Berufsalltag.
Worauf Sie achten müssen
- Daten schützen: Geben Sie keine Namen, Leistungsdaten, privaten Chats oder anderen Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste ein. Verwenden Sie erfundene Sachfälle und die von Ihrer Institution freigegebenen Arbeitswege.
- Antworten prüfen: KI kann falsche Angaben und überzeugend klingende Erklärungen liefern. Vergleichen Sie entscheidende Aussagen mit dem Fachmaterial, bevor Lernende damit weiterarbeiten.
- Grenzen beachten: Entfernte Namen machen einen echten Fall nicht automatisch anonym: Kombinationen von Umständen können Personen erkennbar lassen. Für öffentliche KI-Dienste bleiben Schülerdaten ausgeschlossen. Bei realen Vorhaben müssen die zuständigen Stellen den Datenfluss und die rechtlichen Voraussetzungen im Einzelfall prüfen.
- Teilhabe ermöglichen: Passen Sie Sprache und Unterstützung an Alter und Vorwissen an. Stellen Sie vorbereitete Ausgaben oder eine Aufgabe ohne eigenes Konto bereit, damit private Geräte und Abonnements nicht über Lernchancen entscheiden.
- Zuständigkeit klären: Kantone und Bildungsinstitutionen regeln den Einsatz unterschiedlich. Klären Sie rechtliche Einzelfragen mit der zuständigen Fachstelle; die Unterrichtsvorlage ist keine rechtliche Freigabe.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller stellt einer Sekundarklasse in Basel einen erfundenen Materialverleih vor. Das Paket enthält Rückgabezeiten, Gerätearten und einen als vertraulich markierten Hinweis über eine fiktive Person. Einige Jugendliche möchten zunächst alles übernehmen, damit die KI «Bescheid weiss».
Beim Sortieren zeigt sich, dass für die Anleitung nur Ausleihe, Rückgabe und Vorgehen bei Defekten nötig sind. Der persönliche Hinweis bleibt ausserhalb des Prompts. Als der Auftrag zur Planung eines Materialbestands wechselt, wird die Geräteübersicht wichtig, die vorher entbehrlich war. Die Klasse erkennt Informationsauswahl als begründete Entscheidung statt als pauschales Kürzen.
So hilft Ihnen Alpasana
Mit dem Angebot Kurs Prompt Engineering bietet Alpasana einen passenden Zugang zur eigenen Weiterbildung. Der Kurs behandelt Aufgabe, Hintergrund, Ziel und Ausgabeformat sowie den Einsatz von Beispielen. Sie üben, Aufträge schrittweise zu bearbeiten, zu überarbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich; der Online-Kurs führt zu einem Zertifikat.
Der Kurs berücksichtigt Datenschutz bei der Gestaltung von Aufträgen. Das kann Frau Keller bei der Vorbereitung eigener fiktiver Auswahlübungen unterstützen.
Häufige Fragen
Ist mehr Hintergrund grundsätzlich schlechter?
Nein, genügend passende Information kann entscheidend sein. Problematisch ist das ungeprüfte Hinzufügen von Material ohne erkennbaren Zweck. Lassen Sie für jede Angabe erklären, welche Unklarheit sie im konkreten Auftrag auflöst.
Dürfen wir Namen durch Buchstaben ersetzen?
Das allein gewährleistet keine Anonymität. Andere Details können weiterhin Rückschlüsse erlauben. Für diese Lernaufgabe ist ein vollständig erfundener Sachfall die einfachere und klarere Wahl.
Was tun wir, wenn eine nötige Angabe vertraulich ist?
Die Lernenden sollen den Konflikt markieren und die Eingabe stoppen. Prüfen Sie, ob die Aufgabe mit allgemeinen Angaben lösbar ist oder einen anderen Arbeitsweg benötigt. Eine technische Eingabemöglichkeit ist noch keine Erlaubnis zur Datenweitergabe.
Für die Weiterarbeit passen Prompt-Bausteine mit Karten statt Merksätzen vermitteln, Komplexe KI-Aufträge zerlegen: Eine Übung für Lernende.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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