KI-Kompetenz lehren · Prompt Engineering
Prompt-Bausteine mit Karten statt Merksätzen vermitteln
Kurz gesagt
Lassen Sie Lernende Auftragsbausteine als Karten auswählen und ihren Nutzen erklären. Anschliessend vergleichen sie passende und unpassende Zusammenstellungen an derselben Aufgabe und überarbeiten ihre Auswahl.
Das Problem
Eine auswendig gelernte Prompt-Formel klingt sicher, hilft bei einer neuen Aufgabe aber nicht immer weiter. Lernende setzen dann Rollen, lange Einleitungen und Formatwünsche ein, ohne zu wissen, welchen Beitrag diese leisten. Frau Keller möchte die Entscheidungen hinter einem Arbeitsauftrag sichtbar machen.
Ein Prompt ist eine Eingabe, mit der ein KI-Werkzeug beauftragt wird. Kontext bezeichnet die Hintergrundinformationen, die zum Bearbeiten nötig sind. Karten machen diese Bestandteile greifbar und erlauben gemeinsames Nachdenken, bevor jemand am Bildschirm eine fertige Antwort erhält.
Die Kartenmethode passt zur Schule ebenso wie zur Erwachsenenbildung. Frau Keller kann in einer sprachlich gemischten Gruppe Begriffe gemeinsam klären, bevor die Karten gelegt werden. Das manuelle Ordnen bietet einen Zugang, bei dem schnelle Tastaturbedienung keinen Vorsprung bei der fachlichen Begründung verschafft.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Eine gemeinsame Aufgabe auswählen. Schreiben Sie einen einfachen Fall an die Tafel, etwa eine verständliche Einladung zu einem fiktiven Schulatelier. Benennen Sie Empfängergruppe und Zweck. Lassen Sie die Lernenden zuerst erklären, was eine brauchbare Einladung enthalten müsste, ganz ohne KI.
- Karten mit unterschiedlichen Funktionen vorbereiten. Erstellen Sie Karten für Aufgabe, nötigen Hintergrund, Zielgruppe, gewünschtes Ergebnis und Prüfhinweis. Ergänzen Sie bewusst unnötige Angaben. Nutzen Sie beschriftete Formen statt ausschliesslich Farben, damit auch ohne sichere Farbwahrnehmung alle Funktionen erkennbar sind.
- In Paaren auswählen und legen. Jede Person erklärt eine Karte, die sie behalten oder weglassen möchte. Die Paare dürfen Texte kürzen, teilen oder ergänzen. Fragen Sie nach dem Zweck der Information; es gibt keine Pflicht, jede verfügbare Kartenart einzubauen.
- Eine entfernte Karte besprechen. Lassen Sie die Paare vorhersagen, was ohne Zielgruppenangabe oder Ausgabeformat unklar bleiben könnte. Erst danach wird getestet. Damit wird der Zusammenhang zwischen Auftrag und erwarteter Antwort zum Lerngegenstand, statt nur eine auffällige Ausgabe zu bestaunen.
- Ausgewählte Aufträge erproben. Geben Sie im freigegebenen Werkzeug die gelegten Texte ein oder verwenden Sie vorbereitete Ausgaben. Halten Sie Aufgabe und Ausgangsmaterial gleich. Vergleichen Sie, ob die Antworten die zuvor formulierten Anforderungen erfüllen; eine einzelne Antwort ist kein allgemeiner Wirkungsbeweis.
- Die Kartenentscheidung übertragen. Geben Sie eine neue Aufgabe, etwa eine Schrittanleitung statt einer Einladung. Die Lernenden legen neu und begründen, welche Bestandteile jetzt andere Angaben benötigen. Sichern Sie einen Merksatz in eigenen Worten: Jede Karte braucht einen Zweck für diese Aufgabe.
Vorlage zum Kopieren
Der folgende Prompt, also ein Arbeitsauftrag an die KI, unterstützt Sie als Lehrperson bei der Vorbereitung.
Ich bereite eine Kartenübung zum Prompting vor.
Zielgruppe: [Stufe], gemeinsame Aufgabe: [fiktiver Fall]
Erstelle kurze Karten für Aufgabe, Hintergrund, Zielgruppe, Ausgabeformat und Prüfung.
Füge entbehrliche Karten hinzu, aber keine personenbezogenen Angaben.
Kennzeichne die Funktionen mit Text; Farbe darf nur ergänzen.
Ergänze Leitfragen zum Weglassen, Umordnen und Begründen.
Gib mir als Lehrperson Hinweise auf mehrere vertretbare Zusammenstellungen.
Schliesse mit einer neuen Aufgabe zur selbstständigen Anwendung.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Stufe und einen vollständig fiktiven oder freigegebenen Sachfall; prüfen Sie den Entwurf vor dem Einsatz fachlich.
Welche Karte löst welches Problem?
| Unklarheit | Hilfreicher Baustein |
|---|---|
| Was soll entstehen? | Konkrete Aufgabe |
| Für wen ist es gedacht? | Zielgruppe |
| Welche Angaben sind gegeben? | Relevanter Hintergrund |
| Wie wird das Ergebnis geprüft? | Beobachtbares Kriterium |
Die Tabelle ist eine Gesprächshilfe und keine vollständige Pflichtliste. Lassen Sie eine Gruppe absichtlich eine überflüssige Karte verteidigen und eine andere deren Beitrag hinterfragen. Entscheidend ist die Begründung am Fall, nicht das schnelle Erraten Ihrer bevorzugten Lösung.
Worauf Sie achten müssen
- Daten schützen: Geben Sie keine Namen, Leistungsdaten, privaten Chats oder anderen Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste ein. Verwenden Sie erfundene Sachfälle und die von Ihrer Institution freigegebenen Arbeitswege.
- Antworten prüfen: KI kann falsche Angaben und überzeugend klingende Erklärungen liefern. Vergleichen Sie entscheidende Aussagen mit dem Fachmaterial, bevor Lernende damit weiterarbeiten.
- Grenzen beachten: Die Reihenfolge der Karten ist keine Zauberregel. Entscheidend sind verständliche Zusammenhänge und eindeutige Bezüge. Erklären Sie, dass eine klar formulierte Eingabe dennoch sachlich falsche Antworten ermöglichen kann; die Prüfung des Inhalts bleibt eine eigene Aufgabe.
- Teilhabe ermöglichen: Passen Sie Sprache und Unterstützung an Alter und Vorwissen an. Stellen Sie vorbereitete Ausgaben oder eine Aufgabe ohne eigenes Konto bereit, damit private Geräte und Abonnements nicht über Lernchancen entscheiden.
- Zuständigkeit klären: Kantone und Bildungsinstitutionen regeln den Einsatz unterschiedlich. Klären Sie rechtliche Einzelfragen mit der zuständigen Fachstelle; die Unterrichtsvorlage ist keine rechtliche Freigabe.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller führt die Übung in einer Weiterbildung für Mitarbeitende einer Schweizer Gemeinde durch. Ein Paar ergänzt der Einladung viele Rollenbezeichnungen, vergisst aber den Ort als notwendigen Inhalt. Ein anderes formuliert sehr knapp, benennt jedoch Anlass, Zielgruppe und die noch offene Ortsangabe.
Beim Vergleich zeigt sich, dass der zweite Auftrag die Informationslücke sichtbar hält. Die Gruppe streicht unnötige Rollen und ergänzt einen Hinweis, fehlende Angaben nicht zu erfinden. In der anschliessenden Schrittanleitung wird die Auswahl neu begründet. Die Karten dienen jetzt als Denkstütze, statt eine feste Formel zu ersetzen.
So hilft Ihnen Alpasana
Mit dem Angebot Kurs Prompt Engineering bietet Alpasana einen passenden Zugang zur eigenen Weiterbildung. Der Kurs behandelt Aufgabe, Hintergrund, Ziel und Ausgabeformat sowie den Einsatz von Beispielen. Sie üben, Aufträge schrittweise zu bearbeiten, zu überarbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich; der Online-Kurs führt zu einem Zertifikat.
Die behandelten Auftragsbestandteile geben Frau Keller fachliche Orientierung für ihre Karten. Die konkrete Kartenübung entwickelt und prüft sie passend zur Lerngruppe.
Häufige Fragen
Müssen die Karten immer dieselbe Reihenfolge haben?
Nein, solange der Auftrag verständlich bleibt. Lassen Sie Lernende verschiedene Anordnungen vorlesen und auf unklare Verweise prüfen. Wenn Umstellen die Bedeutung verändert, ist gerade diese Beobachtung ein guter Gesprächsanlass.
Wie unterstützen wir Menschen mit geringer Lesesicherheit?
Verwenden Sie kurze Sätze, Symbole mit Beschriftung und gemeinsames Vorlesen. Die Begründung darf mündlich erfolgen. Prüfen Sie, ob Schwierigkeiten am Lesen der Karten oder am Verständnis der Aufgabe liegen.
Kann die gesamte Übung ohne Live-KI stattfinden?
Ja, mit vorbereiteten Antworten und bewusst unterschiedlichen Aufträgen. Die Lernenden untersuchen dann, welche Angaben eine Antwort benötigt. Eine spätere gemeinsame Erprobung kann zeigen, dass reale Ausgaben trotz ähnlicher Aufträge schwanken.
Für die Weiterarbeit passen Gute und schlechte Prompts im Kurs begründet vergleichen, Kontext auswählen lernen: Was braucht die KI wirklich?.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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- Gute und schlechte Prompts im Kurs begründet vergleichengute schlechte Prompts Unterricht: Vergleichen Sie Aufträge anhand Kriterien, prüfen Sie die Antworten und lassen Sie Lernende ihre Urteile begründen.
- Kontext auswählen lernen: Was braucht die KI wirklich?Prompt Kontext Unterricht: Üben Sie mit fiktivem Fallmaterial, nötige Informationen auszuwählen, Vertrauliches auszusortieren und Lücken zu benennen.
- Beispielprompts nutzen, ohne blind Muster zu kopierenPrompt Vorlagen im Unterricht: Nutzen Sie Beispiele als Lernhilfe, üben Sie begründete Anpassungen und prüfen Sie den Transfer auf neue Aufgaben.