KI-Kompetenz lehren · KI-Kurse für Kinder und Jugendliche
KI-Projektwoche: Vom Alltagsproblem zum geprüften Ergebnis
Kurz gesagt
Beginnen Sie mit einem kleinen beobachtbaren Alltagsproblem und vereinbaren Sie vor dem Entwurf klare Prüfkriterien. Die Klasse entwickelt eine vorläufige Lösung, testet sie und erklärt, welche Änderungen auf eigenen Beobachtungen beruhen.
Das Problem
Eine KI-Projektwoche kann schnell zur Sammlung schöner Bilder und Texte werden. Die Produkte sehen fertig aus, doch niemand hat untersucht, ob sie ein echtes Problem lösen. Für Frau Keller bleibt dann unklar, was die Klasse gelernt hat und wie sie die Ergebnisse beurteilen soll.
Problembasiertes Lernen beginnt mit einer offenen, bearbeitbaren Frage aus dem Alltag. Die Lernenden untersuchen das Problem, entwickeln eine vorläufige Lösung und prüfen diese anhand vereinbarter Kriterien. KI unterstützt ausgewählte Arbeitsschritte, während Problemverständnis und Entscheidungen bei der Klasse bleiben.
Der folgende Ablauf ist ein anpassbarer Vorschlag für eine Schulwoche. Als durchgehendes Beispiel dient eine verständliche Anleitung für die Materialausleihe im Schulzimmer. Sie ist eng genug für einen überschaubaren Versuch und benötigt keine persönlichen Angaben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Grenzen Sie das Problem vor der Woche ein. Sammeln Sie mit der Klasse Beobachtungen wie «Bei der Materialausleihe wissen neue Kinder nicht, wohin etwas zurückkommt». Wählen Sie eine Frage, die sich vor Ort untersuchen lässt. Formulieren Sie gemeinsam, für wen die Lösung gedacht ist und woran eine Verbesserung erkennbar wäre.
- Lassen Sie zuerst selbst untersuchen. Die Gruppen zeichnen am ersten Projekttag den bestehenden Ablauf und probieren ihn mit neutralen Gegenständen durch. Halten Sie Unklarheiten als Sachbeobachtungen fest, ohne einzelne Kinder zu protokollieren. Trennen Sie «Wir haben gesehen» von «Wir vermuten» auf zwei Plakaten.
- Legen Sie Lernziele und Prüfkriterien fest. Am zweiten Tag bestimmen die Gruppen, was ihre Anleitung leisten soll: verständliche Reihenfolge, vollständige Rückgabe und lesbare Beschriftung. Ihr fachliches Lernziel kann das Schreiben klarer Anweisungen sein. Ergänzen Sie ein KI-Lernziel, beispielsweise das Erkennen einer frei erfundenen Ergänzung.
- Setzen Sie KI an einer klaren Stelle ein. Lassen Sie zunächst eigene Formulierungen auf Papier entstehen. Geben Sie danach ausgewählte sachliche Stichpunkte über einen schulisch freigegebenen Zugang ein und verlangen Sie alternative Formulierungen. Ohne geeigneten Zugang arbeiten die Gruppen mit vorbereiteten Ausgaben; ein persönliches Kinderkonto ist nicht nötig.
- Bauen Sie einen Prototyp. Ein Prototyp ist eine vorläufige Version zum Ausprobieren, hier etwa ein Ablaufplakat aus Papier. Am dritten Tag wählen die Gruppen passende Vorschläge aus und kennzeichnen jede übernommene KI-Idee. Dazu notieren sie, warum der Vorschlag dem vereinbarten Zweck dient oder weshalb sie ihn abgelehnt haben.
- Testen Sie mit einem neuen Fall. Am vierten Tag erhält eine andere Gruppe einen Ausleihauftrag und folgt nur der Anleitung. Die Beobachtenden notieren Stellen, an denen eine Rückfrage nötig wird, ohne Personen zu bewerten. Die Autorengruppe überarbeitet ihr Plakat und prüft den geänderten Schritt erneut.
- Lassen Sie Ergebnis und Entscheidung verteidigen. Am fünften Tag präsentieren die Gruppen Ausgangsproblem, Versuch und Änderung. Jede Person erklärt zusätzlich eine eigene Entscheidung und eine Grenze der Lösung. Ein gelungenes Plakat reicht nicht aus, wenn niemand sagen kann, wie seine Verlässlichkeit geprüft wurde.
- Vereinbaren Sie den nächsten kleinen Einsatz. Entscheiden Sie gemeinsam, ob das Plakat probeweise im Schulzimmer genutzt, nochmals überarbeitet oder verworfen wird. Halten Sie fest, wer Rückmeldungen sammelt und wann Sie erneut hinschauen. Eine Veröffentlichung ausserhalb der Klasse braucht eine separate schulische Entscheidung.

Planen Sie den Zugang mit der Anleitung zum KI-Unterricht ohne Schülerkonten. Für die Abschlussrunde hilft die Frage, welchen Lernnutzen ein KI-Einsatz tatsächlich hat.
Vorlage zum Kopieren
Hilf mir als Lehrperson, eine problembasierte Projektwoche vorzubereiten.
Schulstufe: [Stufe]. Fachliches Lernziel: [beobachtbare Fähigkeit].
Alltagsproblem: [sachliche Beschreibung ohne Personendaten].
Vorhandene Materialien: [Material]. KI-Zugang: [freigegebene Lernform].
Entwirf Phasen für Untersuchen, Kriterien festlegen, Entwerfen,
Erproben, Überarbeiten und Reflektieren.
Die Lernenden sollen vor dem KI-Einsatz selbst eine Lösung versuchen.
Schlage einen einfachen Prototyp und einen unabhängigen Testfall vor.
Nenne mögliche Fehlannahmen und Fragen für die Lernbegleitung.
Plane eine gleichwertige Arbeit mit vorbereiteten Ausgaben ein.
Trenne Vorschläge von gesicherten Angaben. Erfinde keine Ergebnisse.Ersetzen Sie die Platzhalter durch den tatsächlichen Rahmen und streichen Sie Vorschläge, die mehr Daten oder Technik verlangen, als Ihre Schule bereitstellen kann.
Was wird während der Woche gesammelt?
| Phase | Sichtbares Arbeitsergebnis | Frage zur Prüfung |
|---|---|---|
| Problem untersuchen | Ablaufskizze mit offenen Stellen | Ist das Problem beobachtet oder vermutet? |
| Lösung entwickeln | Entwurf mit Herkunft der Ideen | Welche Entscheidung traf die Gruppe selbst? |
| Erproben | Testnotiz zu einem neuen Auftrag | Funktioniert die Anleitung ohne Erklärung? |
| Überarbeiten | Vergleich der Fassungen | Welche Änderung beantwortet welchen Befund? |
| Reflektieren | Persönliche Begründung | Was kann ich auf eine andere Aufgabe übertragen? |
Worauf Sie achten müssen
- Umfang begrenzen: Wählen Sie keine Aufgabe, bei der ein technisches System gebaut werden muss, bevor jemand die Idee prüfen kann. Eine Papierlösung ermöglicht frühere fachliche Rückmeldungen.
- Eigenständigkeit sichern: Verteilen Sie Rollen wie Beobachten, Schreiben und Prüfen und wechseln Sie diese. Beurteilen Sie auch individuelle Erklärungen, damit sprachlich starke oder technisch erfahrene Lernende nicht alle Entscheidungen übernehmen.
- Daten schützen: Verwenden Sie keine Namen, Fotos, Lernberichte oder persönlichen Konflikte in öffentlichen KI-Diensten. Zeichnen Sie für den Versuch Materialabläufe statt Kinderverhalten auf.
- Fehler einkalkulieren: KI kann Schritte ergänzen, die im Schulzimmer gar nicht möglich sind. Jeder Vorschlag muss mit den tatsächlichen Gegebenheiten abgeglichen werden.
- Gleiche Teilnahme ermöglichen: Die wesentliche Arbeit findet während der Schulzeit statt. Kostenpflichtige Privatkonten, häusliche Geräte und Unterstützung durch Eltern dürfen keine versteckte Bedingung für den Erfolg sein.
- Schulische Freigaben beachten: Für Anwendungen und Daten gelten die kantonalen und schulischen Vorgaben. Klären Sie offene rechtliche Fragen fachlich; das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz bietet dazu Orientierung.
Verknüpfen Sie die Woche mit Ihrem Fachunterricht und dem Modul Medien und Informatik im kantonalen Lehrplan 21. Die Klassenfrage bestimmt die fachliche Vertiefung; die blosse Verwendung einer KI ist noch kein Lernziel.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Frau Keller plant mit einer Primarklasse im Kanton Bern eine Projektwoche zur Materialorganisation. Zunächst möchte eine Gruppe einen KI-generierten Werbetext über Ordnung schreiben. Im Gespräch wird deutlich, dass dieser Text niemandem erklärt, wie die Ausleihe funktioniert.
Die Gruppe erstellt stattdessen eine Anleitung mit Symbolen. Eine KI schlägt eine elektronische Reservierung vor, die in der Schule nicht existiert; die Lernenden verwerfen diesen Schritt begründet. Beim Test fehlt einer anderen Gruppe die Information, wohin beschädigtes Material gehört.
Nach der Überarbeitung zeigt die Präsentation beide Fassungen. Die Kinder erklären, welche Änderungen aus dem Versuch stammen und welche sprachlichen Vorschläge sie übernommen haben. Frau Keller kann dadurch fachliche Arbeit, Zusammenarbeit und KI-Prüfung getrennt rückmelden.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Kurse für Kinder und Jugendliche von Alpasana bieten kreative Projekte und Grundlagen für einen bewussten Umgang mit KI. Dazu gehören unter anderem Webseiten, Spiele sowie Bild- und Musikgestaltung und eine abschliessende Praxisaufgabe.
Solche Lernwege können einzelne Projektinteressen vertiefen. Die schulische Projektwoche, ihre Betreuung und ihre Beurteilung planen Sie selbst; aus dem Kursangebot folgt kein zugesagtes Projektwochenpaket.
Häufige Fragen
Was tun, wenn das gewählte Problem zu gross wird?
Schränken Sie die Frage auf einen einzelnen Ablauf oder eine Nutzerhandlung ein. Halten Sie weitere Wünsche auf einer späteren Ideenliste fest. Die Gruppe soll einen prüfbaren Versuch abschliessen können.
Muss jede Gruppe KI einsetzen?
Nicht zwingend, wenn sie begründet ein anderes Hilfsmittel wählt. Für ein gemeinsames KI-Lernziel können alle zusätzlich dieselbe vorbereitete Ausgabe prüfen. So bleibt der Vergleich möglich, ohne künstlich einen Werkzeugbedarf zu erzeugen.
Wie bewerte ich einen gescheiterten Prototyp?
Prüfen Sie Problemverständnis, Testqualität und begründete Überarbeitung anhand vorher bekannter Kriterien. Ein Scheitern allein ist weder eine gute noch eine schlechte Leistung. Entscheidend ist, was die Lernenden daran erkennen und fachlich erklären können.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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