Wandel der IT · Swiss Jobrollen Check
Wie finde ich heraus, wie KI meinen Beruf verändert?
Kurz gesagt
Zerlegen Sie Ihren Beruf in einzelne Tätigkeiten und prüfen Sie für jede, ob sie sich wiederholt, regelbasiert ist oder menschliches Urteil verlangt. So sehen Sie, welche Teile sich durch KI verändern und welche Ihre Stärke bleiben. Das Ergebnis ist eine Einschätzung, keine Prognose, und sollte regelmässig überprüft werden.
Das Problem
Sie hören laufend, KI werde Berufe verändern. Manchmal klingt es nach Chance, manchmal nach Bedrohung. Was das für Ihren eigenen Alltag heisst, sagt Ihnen niemand, und Schlagzeilen über «Berufe, die verschwinden» helfen kaum weiter.
Die Verunsicherung ist verständlich, denn ein Beruf besteht nicht aus einer einzigen Aufgabe. Er besteht aus vielen Tätigkeiten, von denen sich manche durch KI schneller erledigen lassen und andere kaum.
Wer seine Tätigkeiten kennt, kann gezielt entscheiden: Was lerne ich dazu? Was gebe ich ab? Was bleibt mein Beitrag? Dafür genügt eine ehrliche Bestandsaufnahme.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Tätigkeiten sammeln: Schreiben Sie während zwei Wochen auf, was Sie tun, auch Kleinigkeiten wie Telefonate, Ablage oder Rückfragen.
- Gruppieren: Fassen Sie ähnliche Tätigkeiten zusammen, so dass etwa zehn bis fünfzehn Punkte entstehen.
- Jede Tätigkeit einschätzen: Wie viel Zeit nimmt sie? Wiederholt sie sich? Gibt es klare Regeln? Braucht sie Empathie, Urteil oder Verantwortung?
- KI als Gesprächspartner nutzen: Lassen Sie sich Fragen stellen, welche Tätigkeiten sich durch KI verändern könnten. Die Vorlage unten hilft dabei.
- Mit Fachleuten abgleichen: Besprechen Sie das Ergebnis mit Kolleginnen, Vorgesetzten oder Ihrem Berufsverband.
- Handlungsfelder wählen: Entscheiden Sie, welche ein bis drei Tätigkeiten Sie mit KI üben und welche Stärken Sie ausbauen.
- Nach einem halben Jahr neu prüfen: Werkzeuge und Aufgaben ändern sich. Wiederholen Sie die Analyse.
| Tätigkeit | Wahrscheinliche Wirkung | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Wiederkehrende Texte und Standardmails | KI kann Entwürfe liefern | Vorlagen entwickeln, Ergebnis prüfen |
| Daten zusammentragen und ordnen | Teilweise unterstützbar | Prüfung und Einordnung übernehmen |
| Beratung und Gespräch mit Menschen | Bleibt Ihre Stärke | Beziehung und Urteil vertiefen |
| Entscheiden und Verantworten | Bleibt beim Menschen | Kriterien klären, KI als Vorbereitung nutzen |
Woran Sie neue Anforderungen erkennen
Veränderungen zeigen sich oft zuerst im Alltag, bevor sie in Stellenbeschreibungen stehen. Achten Sie auf folgende Signale:
- Kolleginnen und Kunden erwarten schnellere Antworten, weil Entwürfe schneller entstehen.
- In Stellenanzeigen Ihres Berufs tauchen Begriffe wie KI-Kompetenz oder Prompting auf. Was solche Anforderungen bedeuten, erklärt Was bedeuten KI-Anforderungen in Stellenanzeigen?.
- Ihr Betrieb führt neue Programme mit KI-Funktionen ein.
- Es wächst die Bedeutung von Prüfen, Einordnen und Entscheiden gegenüber dem reinen Erstellen.
Notieren Sie solche Beobachtungen in Ihrer Liste. Sie helfen, die Lernziele für das nächste Jahr festzulegen, und zeigen, ob sich das Bild Ihrer Tätigkeiten verschiebt.
Vorlage zum Kopieren
Ich arbeite als [Beruf, z. B. Sachbearbeiterin Personalwesen] in [Branche, z. B. einem Industriebetrieb in der Schweiz].
Meine wichtigsten Tätigkeiten sind: [Liste mit 8 bis 12 Punkten].
Bitte ordne jede Tätigkeit in eine der Gruppen:
a) kann KI gut unterstützen, b) teilweise, c) bleibt eher beim Menschen.
Begründe kurz und weise darauf hin, wo du unsicher bist.
Gib keine Prognosen über Stellenverluste ab, sondern formuliere Vermutungen als Vermutungen.
Schlage zum Schluss drei Fähigkeiten vor, die ich ausbauen könnte.Verwenden Sie Ihre eigenen Tätigkeiten, aber keine Namen von Kundinnen oder Kollegen. Die KI liefert eine Diskussionsgrundlage, die Sie mit Fachleuten Ihres Berufs besprechen.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Gewissheit: Niemand kann Veränderungen sicher vorhersagen. Aussagen der KI über die Zukunft Ihres Berufs sind Vermutungen.
- Übertreibung vermeiden: Prognosen in Medien sind oft zugespitzt. Prüfen Sie Quellen und Zahlen, bevor Sie sich darauf stützen. Siehe Prognosen über die Zukunft der KI einordnen.
- Datenschutz: Nennen Sie in einer Analyse keine vertraulichen Informationen Ihres Betriebs.
- Gefühle ernst nehmen: Wenn Sie die Analyse belastet, sprechen Sie mit Vertrauenspersonen. Hilfe finden Sie unter Angst vor KI im Beruf.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Vogel ist Sachbearbeiterin in der Personaladministration eines mittelgrossen Betriebs in St. Gallen. Vorher hat sie ein vages Unbehagen, weil sie viel mit Standardschreiben arbeitet.
Nachher zeigt ihre Liste: Zeugnisentwürfe und Bestätigungsschreiben sind wiederkehrend, Gespräche mit Mitarbeitenden und Entscheide bleiben bei ihr. Sie übt, Entwürfe mit KI zu erstellen und sorgfältig zu prüfen, und nimmt sich vor, ihre Beratungskompetenz zu stärken. Ihr Fazit: Der Beruf verändert sich, ihre Rolle bleibt, aber mit anderen Schwerpunkten.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie über eine berufliche Neuausrichtung nachdenken, hilft der Swiss Jobrollen Check. Er stellt 64 Fragen zu Interessen, Arbeitsweise, Stärken, Umfeld und Werten und gleicht sie mit über 1800 Schweizer Berufen ab. Er sagt Ihnen nicht, wie KI Ihren Beruf verändert, bietet aber eine erste Orientierung, welche Berufe und Bildungswege zu Ihnen passen könnten.
Der Check ist kostenlos; weiterführende Auswertungen gibt es in einer Pro-Version.
Häufige Fragen
Muss ich meinen Beruf wechseln, weil es KI gibt?
In der Regel nicht. Meist verändern sich Tätigkeiten und Schwerpunkte. Wer die eigene Rolle versteht und neue Werkzeuge kennt, hat gute Karten. Im Einzelfall kann ein Gespräch mit einer Berufsberatung helfen.
Wie erfahre ich Verlässliches über meine Branche?
Fragen Sie Ihren Berufsverband, Ihre Weiterbildungsanbieter und Fachleute aus der Praxis. Verlassen Sie sich nicht allein auf Medienberichte oder KI-Antworten.
Wie oft soll ich die Analyse wiederholen?
Etwa alle sechs bis zwölf Monate oder wenn sich bei Ihnen etwas Wesentliches ändert, zum Beispiel ein neues Programm oder eine neue Aufgabe. Ein kurzer Blick auf Ihre Liste genügt oft.
Kann mir die KI meine Analyse abnehmen?
Sie kann strukturieren und Fragen stellen. Die Einschätzung, was zu Ihrem Alltag passt, bleibt bei Ihnen, denn nur Sie kennen alle Details Ihrer Arbeit.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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