Hochschule & Studium · KI-Beratung und digitale Transformation
Mit KI prüfen: Fehlen fachliche Grundlagen zwischen Modulen?
Kurz gesagt
In vielen Studiengängen setzt ein Modul Wissen voraus, das in keinem früheren Modul gelehrt wird. Eine KI kann Modulbeschreibungen nebeneinanderlegen und mögliche Lücken anzeigen; ob eine echte Lücke vorliegt, klären Sie mit den Modulverantwortlichen und anhand der tatsächlichen Lehre, nicht nur anhand der Texte.
Das Problem
Frau Keller leitet an einer Fachhochschule die Studiengangsentwicklung. Studierende beschweren sich: «Im dritten Semester wird von uns Statistik vorausgesetzt, aber wir hatten sie nie.» Die Dozierenden des Moduls sagen, die Studierenden hätten das «schon früher» gelernt. Die Dozierenden früherer Module sagen, das sei nicht ihre Aufgabe gewesen.
Solche Lücken entstehen in Curricula (den Studienplänen), wenn Module von verschiedenen Personen entwickelt werden und niemand die Gesamtsicht hat. Im Modulhandbuch, in der Schweiz oft Modulbeschreibung oder Modulbeschrieb genannt, stehen Lernziele, Inhalte, Voraussetzungen und Prüfungsform jedes Moduls. Ob die Voraussetzungen eines Moduls durch frühere Module tatsächlich abgedeckt sind, sieht man erst, wenn man mehrere Beschreibungen nebeneinanderlegt.
Bei vielen Modulbeschrieben kann der Abgleich aufwendig werden. KI kann beim Vergleichen helfen, weil sie Texte schnell durchsuchen und gegenüberstellen kann. Eine Lücke auf dem Papier ist aber nicht immer eine Lücke in der Lehre: Vieles steht nicht in den Beschreibungen. Deshalb gehört die Prüfung durch Menschen dazu.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Ziel und Umfang festlegen. Wollen Sie den ganzen Studiengang prüfen oder zunächst ein Studienjahr oder ein Fachgebiet, etwa Statistik? Beginnen Sie klein.
- Modulbeschriebe zusammenstellen. Sammeln Sie die aktuellen Beschriebe: Lernziele, Inhalte, Voraussetzungen. Prüfen Sie, ob Sie sie ohne Bedenken verwenden dürfen; offizielle Studiengangsdokumente sind in der Regel öffentlich, interne Entwürfe nicht.
- Gewünschte Gegenüberstellung festlegen. Entscheiden Sie, wonach die KI suchen soll: Begriffe, Methoden, Kompetenzen, die ein Modul voraussetzt oder verwendet.
- Abgleich durchführen lassen. Geben Sie der KI mit der Vorlage unten die Texte, jeweils mit Modulnamen und Semester. Sie soll pro Modul nennen, welche Voraussetzungen im Text stehen und wo sie in früheren Modulen vorkommen.
- Ergebnis als Liste von Hinweisen lesen. Die KI liefert Verdachtsfälle, keine Beweise. Markieren Sie jeden als «prüfen».
- Mit Modulverantwortlichen klären. Fragen Sie nach: Wird der Inhalt wirklich vorausgesetzt? Wo wird er gelehrt, auch wenn es nicht im Beschrieb steht? Wo hilft ein Brückenangebot?
- Lösungen ableiten. Mögliche Massnahmen: Beschreibung ergänzen, Inhalt früher einführen, Auffrischungsangebot, Hinweis an Studierende. Entscheiden Sie in der zuständigen Gremienstruktur.
- Dokumentieren und wiederholen. Halten Sie die Ergebnisse fest und prüfen Sie nach Änderungen im Curriculum erneut.

Vorlage zum Kopieren
Du unterstützt mich bei der Prüfung eines Studiengangs auf fehlende fachliche Voraussetzungen zwischen Modulen. Studiengang: [Studiengang]. Hier sind die Modulbeschriebe (offizielle, öffentliche Texte) mit Modulname und Semester:
[Modul 1, Semester 1: Lernziele, Inhalte, Voraussetzungen]
[Modul 2, Semester 2: …]
[Modul 5, Semester 4: …]
Aufgabe:
1. Nenne für [Zielmodul] jede fachliche Voraussetzung, die im Beschrieb ausdrücklich oder erkennbar vorausgesetzt wird (Begriffe, Methoden, Kompetenzen).
2. Prüfe für jede Voraussetzung, ob sie in einem früheren Modul im Beschrieb vorkommt. Gib Modul und Textstelle an, oder schreibe «nicht gefunden».
3. Gib das Ergebnis als Tabelle aus: Voraussetzung, gefunden in, Hinweis.
4. Kennzeichne Unsicheres. Beurteile nicht, ob die Lehre gut ist, und schlage keine Studienplanänderung vor. Erfinde keine Inhalte, die nicht in den Texten stehen.Setzen Sie Studiengang, Zielmodul und Beschriebe ein. Das Ergebnis ist ein Prüfauftrag für Gespräche mit den Modulverantwortlichen.
| Voraussetzung im Zielmodul | In früherem Modul gefunden? | Weiteres Vorgehen |
|---|---|---|
| Deskriptive Statistik | Ja, Semester 1 | Prüfen, ob Tiefe reicht |
| Regressionsanalyse | Nicht gefunden | Mit Modulverantwortlichen klären |
| Datenaufbereitung mit Software | Teilweise | Beschreibung präzisieren |
Worauf Sie achten müssen
- Papier ist nicht Lehre: Modulbeschreibungen sind oft knapp oder veraltet. Eine Lücke im Text heisst nicht, dass nichts gelehrt wird, und eine Abdeckung im Text nicht, dass es gelernt wird. Klären Sie die Fälle mit den Dozierenden.
- Interne Dokumente: Entwürfe, nicht freigegebene Studienpläne oder Evaluationsdaten sind vertraulich. Geben Sie sie nicht in öffentliche KI-Dienste ein. Nutzen Sie nur freigegebene Texte oder hochschulinterne Werkzeuge.
- Rechte der Dozierenden: Modulbeschriebe sind Arbeit von Menschen. Bewerten Sie nicht Personen, sondern die Abfolge der Inhalte.
- Zuständigkeiten: Änderungen am Curriculum folgen den Verfahren und Gremien der Hochschule, etwa Studiengangleitung und Qualitätssicherung. Die KI-Auswertung ist nur Vorbereitung.
- Fehler der KI: Sie kann Begriffe falsch zuordnen oder Synonyme übersehen («Wahrscheinlichkeit» und «Stochastik»). Kontrollieren Sie jede Zuordnung im Text.
- Studierende nicht vergessen: Ihre Erfahrungen sind eine wichtige Quelle. Ergänzen Sie die Textanalyse durch Rückmeldungen und Evaluationen unter Beachtung des Datenschutzes.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller prüft mit der KI das Modul «Marktforschung» im vierten Semester eines Wirtschaftsstudiengangs. Im Beschrieb steht, es setze Kenntnisse der Regressionsanalyse voraus.
Vorher: Studierende klagen, die Dozierenden verweisen auf frühere Module. Nachher: Die KI findet Statistik im ersten Semester mit deskriptiven Methoden, aber keine Regression. Frau Keller klärt mit der Verantwortlichen der Statistikmodule: Regression wird dort im zweiten Semester in einer Übung behandelt, steht aber nicht im Beschrieb. Der Beschrieb wird ergänzt. Eine KI-Zuordnung zu einem Methodenmodul erwies sich als falsch, weil der Begriff dort nur beiläufig vorkam; Frau Keller strich sie aus der Liste.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Ihre Hochschule die Prüfung von Modulhandbüchern als Prozess weiterentwickeln und KI einbeziehen möchte, kann Alpasana mit KI-Beratung und digitaler Transformation Abläufe aufnehmen, Potenziale analysieren und Vorhaben priorisieren. Fachliche Entscheide über Studienpläne bleiben bei den zuständigen Hochschulgremien.
Häufige Fragen
Reichen Modulbeschriebe für diese Prüfung aus?
Sie sind ein Ausgangspunkt, mehr nicht. Ergänzen Sie sie mit Gesprächen, Unterlagen und Rückmeldungen von Studierenden. Mehr zur Abstimmung von Zielen und Prüfung: Modulplanung mit KI: Passen Lernziele und Prüfung zusammen?.
Darf ich Studienpläne in KI-Dienste eingeben?
Veröffentlichte Studienpläne sind meist unproblematisch. Entwürfe und interne Dokumente nicht. Klären Sie das mit der Datenschutzstelle Ihrer Hochschule.
Wie oft sollte man das prüfen?
Bei jeder grösseren Änderung und in regelmässigen Abständen, etwa bei der Programmakkreditierung oder Evaluation.
Was tun, wenn viele Lücken auftauchen?
Setzen Sie Prioritäten: erst Lücken, die Studierende am stärksten behindern. Hinweise zum Arbeitsaufwand: Wie plane ich den Arbeitsaufwand eines Moduls mit KI?.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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