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Coaching verstehen · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching

Fortschritt ohne Kennzahl: Mit KI konkrete Anzeichen bestimmen

Stand 10.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Nicht jede Entwicklung lässt sich in Zahlen fassen. Mit einer KI-Vorlage sammeln Sie qualitative Anzeichen im Alltag: Was tun oder merken Sie, wenn es besser geht, und wer könnte es bemerken? So behalten Sie den Fortschritt im Blick, ohne Gefühle in Kennzahlen zu pressen.

Das Problem

Im Coaching wird gern gefragt: «Woran erkennen Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?» Bei einem Verkaufsziel ist die Antwort einfach: Umsatz. Aber was, wenn das Ziel lautet, «ruhiger im Gespräch» zu werden, «mehr Vertrauen» im Team aufzubauen oder «besser mit Druck umzugehen»? Hier fehlt die Zahl.

Wer trotzdem eine Kennzahl erzwingt («Vertrauen: 7 von 10»), erhält scheinbare Genauigkeit. Die Zahl ändert sich je nach Tagesform, und die Person fragt sich, was die Differenz bedeutet. Gefühle und Beziehungen verlieren so an Bedeutung, weil sie «gemessen» werden.

Hilfreicher sind qualitative Indikatoren: beobachtbare Anzeichen im Alltag. Beispiele: «Ich spreche in Sitzungen früher an, was mich stört», «Mein Team meldet Probleme früher», «Ich schlafe an den meisten Abenden ein, ohne zu grübeln». Solche Anzeichen sind konkret, aber nicht künstlich quantifiziert. Eine KI kann beim Sammeln und Präzisieren helfen. Welche Anzeichen stimmen, entscheiden Sie.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Ziel formulieren: Schreiben Sie Ihr Entwicklungsziel in einem Satz auf.
  2. Ausgangslage beschreiben: Wie zeigt sich das Thema heute im Alltag? Beschreiben Sie zwei Situationen konkret.
  3. Wunschbild beschreiben: Wie sähen dieselben Situationen aus, wenn es besser läuft?
  4. Anzeichen sammeln: Notieren Sie fünf Dinge, die Sie dann tun oder bemerken würden.
  5. Beobachtbar machen: Prüfen Sie, ob eine andere Person es sehen oder Sie es nachträglich festhalten könnten.
  6. KI strukturieren lassen: Nutzen Sie die Vorlage und streichen Sie, was nicht passt.
  7. Beobachtungsbogen führen: Einmal pro Woche notieren Sie kurz, welche Anzeichen aufgetreten sind. Eine Zahl braucht es nicht.
  8. Gespräch nutzen: Besprechen Sie die Beobachtungen mit Ihrem Coach oder einer Vertrauensperson.

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte Anzeichen für Fortschritt bei einem Entwicklungsziel bestimmen,
ohne Kennzahlen.
Ziel: [Satz, anonym]. So zeigt sich das Thema heute: [zwei konkrete Situationen].
So wünsche ich mir diese Situationen: [kurze Beschreibung].

Aufgabe:
1. Stelle mir sechs Fragen, die helfen, konkrete, beobachtbare Anzeichen
   zu finden («Was würden Sie dann anders tun?», «Wer würde es bemerken?»).
2. Formuliere aus meinen Antworten fünf Anzeichen in einfachen Sätzen
   im Alltag, ohne Zahlen und Skalen.
3. Erstelle einen Wochenbogen mit drei Fragen: Was habe ich bemerkt?
   Was war schwierig? Was probiere ich als Nächstes?
Erfinde keine Skalen, Prozentwerte oder Erfolgsquoten. Sprache: Deutsch (Schweiz).

Wenn Sie als Coach Beispiele sammeln, verwenden Sie erfundene Fälle, keine realen Klientendaten.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine künstlichen Zahlen: Lassen Sie die KI keine «Wirkungsquoten» oder Prozentwerte vorschlagen. Sie sind nicht belegt und willkürlich.
  • Selbstbeobachtung ist subjektiv: Anzeichen sind Hinweise, keine Beweise. Ergänzen Sie sie durch Rückmeldungen anderer.
  • Kein Prüfungsdruck: Ein Beobachtungsbogen ist kein Test. Wenn er Druck erzeugt, vereinfachen Sie. Siehe Skalierungsfragen sind kein Test.
  • Klientendaten schützen: Keine echten Fallbeschreibungen oder Namen in öffentliche KI-Dienste.
  • Keine Therapie: Bei starken Belastungen oder Krisen reichen Anzeichen im Alltag nicht aus. Verweisen Sie auf Hausärztin oder Psychotherapie. «Die Dargebotene Hand» ist rund um die Uhr unter 143 erreichbar.
ZielAnzeichen im Alltag (Beispiele)
Gelassener im GesprächIch atme vor der Antwort durch; ich frage nach, bevor ich widerspreche
Mehr Vertrauen im TeamMitarbeitende melden Probleme früher; Fragen werden offen gestellt
Besser abschaltenIch schlafe meist innerhalb einer halben Stunde ein; ich denke abends seltener an Arbeit

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coachin aus Thun begleitet einen Gruppenleiter, der «mehr Autorität» ausstrahlen möchte.

Vorher: Der Klient möchte eine Zahl: «Wie viel Autorität habe ich auf einer Skala von 1 bis 10?» Die Coachin spürt, dass die Skala nichts aussagt.

Nachher: Mit einer erfundenen Beispielvorlage von der KI führt sie ihn durch Fragen. Der Klient nennt als Anzeichen: «Ich spreche in der Sitzung zuerst und klar», «Mitarbeitende fragen mich nach Entscheidungen», «Ich lasse mich bei Rückfragen nicht aus dem Konzept bringen». Er führt einen Wochenbogen und stellt nach vier Wochen fest, dass das erste Anzeichen häufiger vorkommt. Im Gespräch besprechen sie, was dabei geholfen hat.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Ihre Entwicklung im Alltag beobachten und mit einer Begleitung besprechen möchten, bietet my-coach.ch Life Coaching und Mental Coaching an, mit Einzelterminen sowie Dreier- und Sechserpaketen. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich; online schweizweit oder vor Ort in Safenwil.

Ihren Beobachtungsbogen können Sie dorthin mitbringen, ohne Namen Dritter.

Häufige Fragen

Sind Skalen im Coaching verboten?

Nein. Skalierungsfragen sind ein bewährtes Werkzeug, solange sie als Gesprächseinstieg dienen und nicht als Test. Mehr dazu: Skalierungsfragen.

Wie viele Anzeichen brauche ich?

Drei bis fünf, die Sie im Alltag auch wirklich beobachten können. Mehr werden unübersichtlich.

Was, wenn ich keine Veränderung bemerke?

Dann prüfen Sie, ob die Anzeichen zu hoch gegriffen sind oder ob das Ziel nicht mehr passt. Das ist ein Gesprächsthema, kein Misserfolg.

Kann die KI Fortschritt beurteilen?

Nein. Sie sieht nur, was Sie ihr schreiben. Ob sich etwas verändert hat, merken Sie und Ihr Umfeld.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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