Coaching verstehen · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching
Anliegen oder Ziel? Mit KI den Coaching-Auftrag unterscheiden
Kurz gesagt
Das Anliegen ist die Ausgangsfrage, mit der jemand ins Coaching kommt. Das Ziel beschreibt die gewünschte Veränderung. Mit KI-Fallbeispielen üben Sie, beides zu trennen und daraus einen klaren Arbeitsauftrag zu formen. Echte Fälle gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
Das Problem
Eine Klientin sagt im Erstgespräch: «Ich bin mit meinem Chef nicht zufrieden.» Ist das ein Ziel? Nein, es ist ein Anliegen: ein Anlass, ein Thema, eine Ausgangsfrage. Was sie sich wünscht, ist noch offen: ein klärendes Gespräch, ein Stellenwechsel, mehr Gelassenheit oder gar etwas anderes?
Viele Coaching-Gespräche leiden darunter, dass Anliegen und Ziel vermischt werden. Wer aus einem Anliegen sofort Lösungen ableitet, arbeitet an einer Frage, die vielleicht nicht gestellt wurde. Umgekehrt kann ein zu rasch formuliertes Ziel das eigentliche Thema zudecken.
Als Anliegen bezeichnet man hier das, womit jemand kommt: die Situation, die ihn beschäftigt. Das Ziel ist der Zustand, den die Person am Ende erreichen möchte. Der Arbeitsauftrag ist das, was Coach und Coachee im Coaching dafür konkret tun. Eine KI kann beim Üben helfen, indem sie fiktive Beispiele erzeugt. Echte Klientengespräche sind dafür nicht geeignet.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Begriffe festlegen: Anliegen = Ausgangslage und Thema. Ziel = gewünschte Veränderung. Auftrag = vereinbarte gemeinsame Arbeit.
- Beispielsätze sammeln: Notieren Sie fünf Sätze, wie Menschen ein Coaching beginnen könnten («Ich komme mit meiner Kollegin nicht klar»).
- Selbst zuordnen: Welche Sätze sind Anliegen, welche schon Ziele?
- KI fiktive Fälle erstellen lassen: Nutzen Sie die Vorlage. Verwenden Sie erfundene Personen, keine realen Klienten.
- Übergang üben: Formulieren Sie pro Fall zwei Fragen, die vom Anliegen zum Ziel führen («Woran würden Sie merken, dass sich etwas verbessert hat?»).
- Auftrag formulieren: Schreiben Sie je einen kurzen Arbeitsauftrag, den Coach und Coachee gemeinsam vereinbaren könnten.
- Gegenprobe: Ist das Ziel positiv formuliert, beobachtbar und im Einflussbereich der Person? Dazu: Einflussbereich klären.
- Im Gespräch erproben: Wenden Sie die Fragen im nächsten echten Gespräch an und bleiben Sie offen.
Vorlage zum Kopieren
Ich übe, im Coaching zwischen Anliegen, Ziel und Auftrag zu unterscheiden.
Erstelle drei fiktive Erstgesprächs-Aussagen (Fantasienamen, Alltags- oder
Arbeitsthemen). Für jede Aussage:
1. Benenne das Anliegen in einem Satz.
2. Nenne zwei Fragen, die zum Ziel führen, ohne Lösungen vorzugeben.
3. Formuliere ein mögliches Ziel (positiv, beobachtbar) als Beispiel und
einen Arbeitsauftrag in einem Satz.
4. Markiere, was im Gespräch noch geklärt werden müsste.
Es sind erfundene Beispiele, keine realen Personen. Keine Diagnosen.
Sprache: Deutsch (Schweiz).Wenn Sie eine Tabelle möchten, ergänzen Sie «Ausgabe als Tabelle mit den Spalten Anliegen, Ziel, Auftrag».
Worauf Sie achten müssen
- Keine realen Fälle in KI: Gesprächsinhalte von Klientinnen und Klienten gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Das gilt auch für scheinbar anonymisierte Fälle, wenn jemand sie erkennen könnte. Üben Sie an erfundenen Fällen.
- Ziel nicht überstülpen: Die Klientin bestimmt das Ziel. Fragen Sie, schlagen Sie nicht vor.
- Anliegen können sich ändern: Im Gespräch zeigt sich oft ein tieferes Thema. Bleiben Sie flexibel und klären Sie den Auftrag neu. Siehe Auftragswechsel im Coaching.
- Coaching ist keine Therapie: Wenn das Anliegen Hinweise auf Krisen, Depression oder Sucht enthält, verweisen Sie auf Fachpersonen. «Die Dargebotene Hand» ist unter 143 rund um die Uhr erreichbar.
- Auftraggeber beachten: Bei Coaching im Auftrag eines Betriebs gibt es mehrere Erwartungen. Dazu Auftragsklärung mit HR.
| Ebene | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Anliegen | Womit komme ich? | «Der Konflikt mit meinem Teamleiter belastet mich.» |
| Ziel | Was soll anders sein? | «Ich möchte Konflikte ruhig ansprechen können.» |
| Auftrag | Woran arbeiten wir? | «Drei Sitzungen: Gesprächsvorbereitung, Übung, Auswertung.» |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein angehender Coach aus Bern übt mit seiner Ausbildungsgruppe die Trennung von Anliegen und Ziel.
Vorher: Im Übungsgespräch fragt er sofort «Was wollen Sie erreichen?» und erhält die Antwort «Ich will nicht mehr gestresst sein». Das ist ein Vermeidungsziel, das nicht weiterführt.
Nachher: Er lässt sich mit der KI drei fiktive Fälle bauen und übt Fragen vom Anliegen zum Ziel: «Was wäre stattdessen da? Woran würden andere merken, dass es besser geht?» Im nächsten Übungsgespräch bleibt er länger beim Anliegen, bevor er nach dem Ziel fragt. Die Übungspartnerin sagt, sie habe sich gehört gefühlt, und formuliert ein Ziel, das sie selbst überrascht.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie als Coachee Ihr Anliegen in ein Ziel übersetzen möchten, bietet my-coach.ch Life Coaching für Klarheit, Orientierung und Entscheidungen. Das Erstgespräch ist laut Angebot kostenlos und unverbindlich; online schweizweit oder vor Ort in Safenwil, auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch.
Im Erstgespräch können Sie Ihr Anliegen schildern und gemeinsam klären, welches Ziel und welcher Rahmen sinnvoll sind.
Häufige Fragen
Muss ich schon ein Ziel haben, wenn ich ins Coaching komme?
Nein. Viele beginnen mit einem Anliegen. Das Ziel entsteht oft im Gespräch.
Was, wenn das Ziel sich ändert?
Das ist normal und kein Scheitern. Coach und Coachee können den Auftrag anpassen. Wichtig ist, das offen zu besprechen.
Kann die KI mein Ziel formulieren?
Sie kann Formulierungen vorschlagen, aber Ihr Ziel muss sich für Sie stimmig anfühlen. Prüfen Sie jeden Vorschlag.
Was, wenn ich nur weiss, was ich nicht will?
Dann ist das ein guter Ausgangspunkt. Mehr dazu: Vom Weg-von zum Hin-zu.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- Mehrere Coachingziele: Mit KI Zielkonflikte erkennenZielkonflikte im Coaching erkennen: Mit KI-Strukturhilfe machen Sie sichtbar, wo Entwicklungsziele sich gegenseitig erschweren, und wägen Prioritäten ab.
- Werte, Bedürfnisse, Ziele: Mit KI Aussagen unterscheidenWerte, Bedürfnisse und Ziele unterscheiden: Mit KI ordnen Sie selbst gewählte Beispielsätze begrifflich und gewinnen Klarheit für das Coaching. Mit Beispielen.
- Vom Weg-von zum Hin-zu: Mit KI die gewünschte Richtung erkundenHin-zu-Ziele im Coaching: Wenn Sie nur wissen, was Sie nicht mehr wollen, entwickeln Sie mit KI-Fragen eine eigene gewünschte Richtung. Mit Vorlage.
- Auftragsklärung mit HR: Mit KI ein Auftragsdreieck vorbereitenAuftragsklärung im Coaching mit HR: Mit KI ein Gesprächsraster entwerfen, das Erwartungen von Auftraggeber, Coach und Coachee getrennt klärt. Mit Vorlage.
- Fortschritt ohne Kennzahl: Mit KI konkrete Anzeichen bestimmenCoaching-Ziele ohne Kennzahlen: Mit einer KI-Vorlage bestimmen Sie alltagstaugliche Anzeichen für Ihre Entwicklung, ohne Gefühle künstlich zu vermessen.