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KI-Entscheidungen bei Versicherungen: Welche Fragen stellen?
Kurz gesagt
Versicherungen setzen zunehmend Software ein, um Anträge und Schäden zu prüfen. Wenn Sie vermuten, dass eine automatisierte Entscheidung Ihr Anliegen beeinflusst hat, dürfen Sie nachfragen, wie sie zustande kam, und eine Überprüfung durch eine Person verlangen. Was im Einzelfall gilt, klären Sie mit Fachleuten.
Das Problem
Sie haben bei einer Versicherung eine Police beantragt und erhalten innert Minuten eine Absage: «Ihr Antrag kann leider nicht angenommen werden.» Keine Begründung, nur ein Standardsatz. Oder Ihre Prämie steigt deutlich, ohne dass Sie wissen, warum. Oder ein Schaden wird zunächst automatisch als «prüfbedürftig» markiert. Sie fragen sich: Hat da ein Computer entschieden?
Versicherungen verwenden Software, die Daten auswertet und Wahrscheinlichkeiten berechnet: für Risikoeinschätzungen, Prämien, Betrugsprüfungen oder die Vorsortierung von Schäden. Teilweise kommt KI zum Einsatz. Das ist nicht per se verboten, aber es wirft Fragen auf: Welche Daten wurden verwendet? Wie kam das Ergebnis zustande? Hat ein Mensch hingeschaut?
Der Datenschutz gibt Betroffenen in bestimmten Fällen Rechte: Informiert zu werden, wenn eine Entscheidung ausschliesslich automatisiert getroffen wird und sie erheblich betrifft, den eigenen Standpunkt darzulegen und eine Überprüfung durch eine Person zu verlangen. Die genauen Voraussetzungen sind rechtlich komplex. Dieser Text bietet Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Schreiben sichern. Bewahren Sie die Absage, das Angebot oder die Mitteilung auf, inklusive Datum und Absender. Notieren Sie, wie Sie Ihre Angaben gemacht haben (Onlineformular, Telefon, Beratung).
- Entscheid verstehen. Lesen Sie, was genau beschlossen wurde und mit welcher Begründung. Wenn die Begründung fehlt, fragen Sie danach.
- Anhaltspunkte für Automatisierung suchen. Kam die Antwort in Sekunden? Steht «automatisch» im Schreiben? Gibt es keine Ansprechperson? Das sind Hinweise, aber kein Beweis.
- Fragen vorbereiten. Mit einer KI können Sie eine Liste sachlicher Fragen erstellen: Wurde der Entscheid automatisiert getroffen? Welche Daten wurden verwendet? Kann eine Person den Entscheid prüfen? Die Vorlage unten hilft.
- Schriftlich nachfragen. Senden Sie die Fragen an die Versicherung, am besten an die genannte Kontaktstelle oder die Datenschutzstelle. Setzen Sie eine angemessene Frist für die Antwort.
- Eigene Daten prüfen. Sie können in der Regel Auskunft darüber verlangen, welche Daten die Versicherung über Sie bearbeitet. Prüfen Sie, ob sie stimmen. Falsche Daten können zu falschen Entscheiden führen.
- Stellungnahme abgeben. Wenn Sie den Entscheid für falsch halten, erklären Sie sachlich, warum. Legen Sie Belege bei.
- Beratung holen. Bei anhaltendem Streit helfen Konsumentenorganisationen, Ombudsstellen oder Rechtsberatung. Auch die Datenschutzbehörden geben Auskunft zu allgemeinen Fragen.
- Verlauf dokumentieren. Halten Sie fest, wann Sie was gefragt haben und was geantwortet wurde.
Vorlage zum Kopieren
Du hilfst mir, eine sachliche schriftliche Anfrage an eine Schweizer Versicherung zu entwerfen. Du bist keine Juristin, gibst keine Rechtsberatung und erfindest keine Gesetzesartikel.
Situation: [z. B. Antrag abgelehnt innert Minuten / Prämie deutlich erhöht / Schaden zur Prüfung zurückgestellt]
Was im Schreiben der Versicherung steht: [wörtlich oder sinngemäss, ohne Namen und Nummern]
Was ich wissen möchte: [z. B. ob der Entscheid automatisiert war, welche Daten verwendet wurden, wie ich eine Überprüfung verlangen kann]
Schreibe einen Briefentwurf mit höchstens 200 Wörtern mit den Platzhaltern [Name], [Adresse], [Datum], [Referenznummer]:
1. kurze Schilderung der Situation
2. fünf sachliche Fragen, unter anderem: War der Entscheid automatisiert oder hat eine Person mitgewirkt? Welche Daten über mich wurden verwendet? Kann ich eine Überprüfung durch eine Person verlangen?
3. eine angemessene Antwortfrist
4. höfliche Schlussformel
Ton: ruhig, sachlich, ohne Vorwürfe. Sprache: Sie-Form, Schweizer Rechtschreibung.Prüfen Sie den Entwurf kritisch und ergänzen Sie Ihre Angaben von Hand. Bei grösserer Tragweite holen Sie vor dem Versand Rat.
| Frage | Zweck |
|---|---|
| War der Entscheid automatisiert? | Klärt, ob ein Mensch mitgewirkt hat |
| Welche Daten wurden verwendet? | Zeigt, worauf der Entscheid beruht |
| Kann ich eine Überprüfung verlangen? | Öffnet den Weg zur menschlichen Prüfung |
| Wer ist meine Ansprechperson? | Schafft Verbindlichkeit |
Worauf Sie achten müssen
- Rechtliche Lage im Einzelfall: Ob eine Entscheidung «ausschliesslich automatisiert» war und welche Rechte daraus folgen, hängt von den Umständen ab. Mehr Hintergrund: Automatisierte Einzelentscheidungen. Quellen in den Kopfdaten.
- Keine Vorwürfe ohne Beleg: Unterstellen Sie nicht, dass eine KI Sie diskriminiert hat, wenn Sie keine Anhaltspunkte haben. Fragen Sie sachlich.
- Auskunftsrecht nutzen: Sie können grundsätzlich wissen, welche Personendaten über Sie bearbeitet werden. Das hilft, Fehler zu entdecken.
- KI-Auskünfte sind keine Rechtsauskunft: Eine KI kann beim Formulieren helfen, aber nicht beurteilen, ob Ihr Anliegen Erfolg hat.
- Fristen: Für Einsprachen und Rechtsmittel können Fristen gelten, die im Schreiben stehen. Beachten Sie sie.
- Sensible Daten: Geben Sie keine Namen, Policennummern oder Gesundheitsdaten in öffentliche KI-Werkzeuge ein.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Brunner, 49, aus Biel beantragt online eine Zusatzversicherung. Nach zwei Minuten erhält sie eine Absage ohne Begründung. Sie ist verunsichert und fragt sich, ob eine Software entschieden hat. Sie notiert die Eckpunkte und lässt sich einen Briefentwurf erstellen.
Im Brief fragt sie, ob der Entscheid automatisiert war, welche Angaben berücksichtigt wurden und wie sie eine Überprüfung durch eine Person verlangen kann. Die Versicherung antwortet nach zwei Wochen: Ein Mitarbeiter habe den Fall nochmals geprüft, die Absage bleibe, werde aber nun begründet. Frau Brunner ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden, versteht aber den Entscheid. Sie lässt sich bei einer Beratungsstelle erklären, welche Alternativen es gibt.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer in einem Unternehmen mit automatisierten Verfahren arbeitet, sollte die Spielregeln kennen. Die KI-Weiterbildung für Unternehmen von absofort vermittelt Datenschutz mit Schweizer Praxisbezug und den verantwortungsvollen Umgang mit Unternehmensdaten, bei EU-Bezug auch den EU AI Act. Sie lernen online im eigenen Tempo und erhalten verifizierbare Abschlüsse. Für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.
Beratung in einem konkreten Streitfall mit einer Versicherung gehört nicht zum Angebot.
Häufige Fragen
Darf eine Versicherung ganz ohne Mensch entscheiden?
Das ist nicht grundsätzlich verboten, aber es gelten Informations- und Überprüfungsrechte, wenn eine solche Entscheidung Sie erheblich betrifft. Die Details hängen vom Einzelfall ab.
Wie erkenne ich, dass KI beteiligt war?
Oft gar nicht. Hinweise sind sehr schnelle Entscheide und Standardtexte. Sicherheit gibt nur die Antwort der Versicherung auf Ihre Frage.
Was, wenn die Versicherung nicht antwortet?
Erinnern Sie schriftlich und wenden Sie sich an eine Ombudsstelle oder Beratungsstelle. Mehr zum Hintergrund finden Sie bei Profiling und Datenschutz.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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