Unterrichtsmaterial mit KI an Lernstände anpassen
Kurz gesagt
Beschreiben Sie das Lernziel und die Lernstände Ihrer Klasse in allgemeinen Gruppen, nicht mit Namen, und lassen Sie die KI drei Varianten einer Aufgabe entwerfen: mit Hilfen, Standard und Erweiterung. Prüfen Sie jede Variante fachlich und sprachlich, bevor Sie sie einsetzen. Die Verantwortung für das Material liegt bei der Lehrperson.
Das Problem
Ihre Klasse ist vielfältig: Einige Kinder lösen Aufgaben im Nu und langweilen sich, andere brauchen mehr Zeit, Hilfen oder einfachere Sprache, wieder andere sprechen zu Hause eine andere Sprache. Sie haben unterschiedliche Lernstände, und Sie brauchen passende Varianten derselben Aufgabe. Alle sollen am gleichen Thema arbeiten und trotzdem auf ihrem Niveau gefordert werden.
Differenzieren kostet Zeit. Jede Variante muss durchdacht, formuliert, gestaltet und geprüft werden. Am Abend zuvor drei Arbeitsblätter zu schreiben, ist neben dem übrigen Alltag kaum zu leisten. Oft bleibt es bei einem Blatt für alle und einer «Zusatzaufgabe für die Schnellen».
KI kann Entwürfe liefern: einfachere Fassungen, Hilfekarten, Erweiterungsaufgaben, andere Aufgabenformate. Sie kennt Ihre Klasse nicht und macht Fehler. Die pädagogische Entscheidung und die fachliche Prüfung bleiben bei Ihnen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Formulieren Sie das Lernziel. Was sollen die Kinder am Ende können? Zum Beispiel «Brüche mit gleichem Nenner addieren» oder «eine Beschreibung mit treffenden Adjektiven schreiben». Das Ziel bleibt für alle gleich, der Weg unterscheidet sich.
- Beschreiben Sie die Lernstände in Gruppen. Zum Beispiel: «braucht Unterstützung bei Grundlagen», «sicher im Standard», «kann vertiefen». Verwenden Sie keine Namen und keine Diagnosen.
- Legen Sie die Art der Anpassung fest. Sprachlich einfacher, kleinere Schritte, Hilfekarten, Beispiele, andere Darstellung (Bild, Tabelle), Erweiterung mit Transfer. Mehrere Anpassungen sind möglich.
- Beauftragen Sie die KI. Verwenden Sie die Vorlage unten. Geben Sie Klassenstufe, Fach, Lernziel und die gewünschten Varianten an. Geben Sie, wenn möglich, Ihre eigene Basisaufgabe vor.
- Prüfen Sie jede Variante fachlich. Stimmen Aufgaben und Lösungen? KI macht Rechen- und Sachfehler, auch bei einfachen Aufgaben. Rechnen Sie jede Lösung selbst nach.
- Prüfen Sie Sprache und Niveau. Ist der Text altersgerecht und verständlich? Passt der Schwierigkeitsgrad? Streichen Sie Komplexität, die nicht nötig ist. Hilfe: Lesetexte vereinfachen.
- Achten Sie auf Würde und Fairness. Varianten sollten nicht als «Dummen-Blatt» erkennbar sein. Gestalten Sie sie ähnlich und lassen Sie Kinder, wo sinnvoll, die Hilfe selbst wählen.
- Erproben und anpassen. Beobachten Sie im Unterricht, ob die Varianten passen, und notieren Sie, was Sie ändern würden. Sammeln Sie Bewährtes für das nächste Mal.
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt erhalten Sie Entwürfe. Verwenden Sie keine Namen, Noten oder Angaben zu einzelnen Schülerinnen und Schülern.
Du unterstützt eine Lehrperson der Primarschule/Sekundarstufe I in der Schweiz ([Klassenstufe], Fach: [Fach]) bei der Differenzierung einer Aufgabe. Lehrplan: [z. B. Lehrplan 21, Kompetenzbereich ...].
Lernziel: [Was können die Kinder am Ende?]
Basisaufgabe (von mir): [Aufgabe oder Beschreibung]
Gruppen (allgemein, ohne Namen):
A) braucht Unterstützung bei den Grundlagen
B) im Standard
C) kann vertiefen und übertragen
Besonderheiten der Klasse: [z. B. viele Kinder mit anderer Erstsprache, wenig Zeit, Einzel- oder Partnerarbeit]
Aufgabe:
1. Erstelle je Gruppe eine Variante derselben Aufgabe (gleiches Lernziel): A mit kleineren Schritten, Beispielen und Hilfekarte, B als Standard, C mit Erweiterung/Transfer.
2. Liefere die Lösungen und eine kurze Erklärung der Unterschiede.
3. Gestalte die Varianten ähnlich, damit sie nicht als «leicht» oder «schwer» auffallen.
4. Nenne drei Hilfekarten (kurze Tipps), die alle Kinder nutzen dürfen.
Regeln: Verwende nur Inhalte, die zum Lernziel passen. Erfinde keine Quellen. Rechne alle Lösungen sorgfältig und weise auf Unsicherheiten hin. Altersgerechte, einfache Sprache.Prüfen Sie Lösungen und Sprache selbst, bevor Sie etwas verteilen. Passen Sie die Varianten Ihrer Klasse an.
Möglichkeiten der Differenzierung
| Art | Beispiel | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Kleinere Schritte | Aufgabe in drei Teilaufgaben | Grundlagen festigen |
| Hilfen | Beispielaufgabe, Wortliste, Kärtchen | Selbständigkeit fördern |
| Sprachliche Vereinfachung | Kurze Sätze, bekannte Wörter | Lesen oder Deutsch als Zweitsprache |
| Darstellung | Bild, Tabelle, Skizze | Verständnis erleichtern |
| Erweiterung | Offene Frage, Transfer | Vertiefen |
Worauf Sie achten müssen
- Fehler im Material. KI-Aufgaben und Lösungen können Fehler enthalten, die Kinder verwirren. Prüfen Sie alles vor dem Einsatz.
- Datenschutz an Schulen. Öffentliche Schulen unterliegen dem kantonalen Datenschutzrecht und den Vorgaben des Schulträgers. Verwenden Sie nur freigegebene Werkzeuge und geben Sie keine Schülerdaten ein. Siehe KI und Datenschutz in der Schule und die allgemeinen Hinweise des EDÖB.
- Urheberrecht. Fügen Sie keine geschützten Arbeitsblätter ganzer Lehrmittel in KI-Dienste ein, wenn dies nicht erlaubt ist. Klären Sie das mit Ihrer Schule.
- Keine Etikettierung. Gruppen sind Momentaufnahmen. Vermeiden Sie feste Zuordnungen, die Kinder festschreiben.
- Die Lehrperson bleibt verantwortlich. Auswahl, Einsatz und Beurteilung sind pädagogische Entscheide.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Müller unterrichtet eine fünfte Klasse in Baden. In Mathematik üben die Kinder das Rechnen mit Dezimalzahlen, und die Spannweite in der Klasse ist gross.
Vorher bekamen alle dasselbe Blatt, und einige waren nach zehn Minuten fertig, andere überfordert. Nachher beschreibt sie das Lernziel und drei Gruppen ohne Namen und lässt Varianten entwerfen: eine mit Zahlenstrahl und Beispiel, eine als Standard und eine mit einer Sachaufgabe zum Transfer.
Beim Nachrechnen findet sie in einer Lösung einen Fehler und korrigiert ihn. Die drei Blätter sehen gleich aus. Die Kinder wählen teils selbst zwischen Hilfe und Standard. Frau Müller notiert, dass die Hilfekarte besonders gut ankam.
So hilft Ihnen Alpasana
Der Kurs Prompt Engineering vermittelt laut Beschreibung, wie Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen, Beispiele einsetzen, Prompts überarbeiten und Ergebnisse prüfen. Datenschutz wird berücksichtigt, Programmierkenntnisse sind nicht nötig, und der Online-Kurs bietet ein Zertifikat.
So lassen sich Unterrichtsentwürfe gezielter beauftragen. Der Kurs ist nicht auf die Schule zugeschnitten, die Didaktik bringen Sie mit.
Häufige Fragen
Wie viele Varianten brauche ich?
Meist drei: Unterstützung, Standard, Erweiterung. Mehr wird unübersichtlich. Ergänzen Sie lieber gemeinsame Hilfekarten, die alle nutzen dürfen.
Darf ich Aufgaben aus dem Lehrmittel in die KI geben?
Das hängt von Urheberrecht und Vorgaben ab. Prüfen Sie es mit Ihrer Schule. Alternativ beschreiben Sie die Aufgabe mit eigenen Worten.
Kann die KI die Gruppeneinteilung vorschlagen?
Die Einteilung nach Lernständen ist eine pädagogische Beurteilung und gehört nicht in KI-Werkzeuge. Verwenden Sie Ihre eigenen Beobachtungen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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