Zum Inhalt springen

Branchen · Prompt Engineering

Physiotherapie-Übungen mit KI verständlich beschreiben

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI kann einen von der Therapeutin freigegebenen Übungsplan in einfache, gut verständliche Sätze bringen. Sie erfindet keine Übungen, und die Übungsauswahl, Dosierung und Warnhinweise legt die Therapeutin fest. Prüfen Sie jede Anleitung, testen Sie sie mit Patientinnen und verwenden Sie keine Patientendaten in ungeprüften Diensten.

Das Problem

Eine Patientin geht mit einem Zettel nach Hause: «3 x 10 Beugen, Dehnen, 2 x täglich». Zu Hause erinnert sie sich nicht mehr, wie genau die Übung ging. War es das linke oder das rechte Bein? Wie tief? Wie lange halten? Sie macht sie ungenau oder gar nicht, und die Behandlung bringt weniger als sie könnte.

Heimübungen sind ein wichtiger Teil der Physiotherapie, aber ihre Wirkung hängt davon ab, dass sie richtig und regelmässig ausgeführt werden. Viele Übungsblätter sind knapp, in Fachsprache geschrieben oder zeigen die Ausführung unklar. Gute Anleitungen sind aufwendig: Die Therapeutin müsste jede Übung Schritt für Schritt beschreiben, mit Hinweisen, worauf man achten soll.

KI kann diese Arbeit erleichtern, indem sie aus Stichworten verständliche Texte formuliert. Sie darf aber keine Übungen auswählen oder Dosierungen festlegen, denn das ist fachliche Aufgabe. Und Anleitungen, die falsch oder missverständlich sind, können schaden. Deshalb gilt: Die Therapeutin gibt vor, die KI formuliert, die Therapeutin prüft.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Übungsplan festlegen: Die Therapeutin bestimmt die Übungen, Wiederholungen, Dauer, Häufigkeit, Hilfsmittel und Warnhinweise. Das ist die fachliche Grundlage, unverändert und freigegeben.
  2. Stichworte pro Übung notieren: Ausgangsposition, Bewegung, Atmung, worauf zu achten ist, häufige Fehler, wann abbrechen, Hilfsmittel. Je klarer, desto besser der Text.
  3. Zielgruppe beschreiben: Alter, Vorkenntnisse, Sprache, Sehvermögen. Ältere Menschen brauchen oft grössere Schrift und einfachere Schritte. Verwenden Sie dafür keine Daten einer bestimmten Patientin.
  4. Prompt mit den fünf Bausteinen schreiben: Nutzen Sie die Vorlage unten.
  5. Entwurf prüfen: Kontrollieren Sie Schritte, Reihenfolge, Zahlen, Warnhinweise. Hat die KI etwas hinzugefügt, das nicht freigegeben ist? Streichen Sie es. Stimmt die Seite (links, rechts)?
  6. Einfache Sprache sicherstellen: Kurze Sätze, Aktivsätze, konkrete Wörter, nummerierte Schritte. Siehe Gesundheitsbroschüre in einfacher Sprache.
  7. Bilder oder Fotos ergänzen: Eine Beschreibung ersetzt kein Bild. Nutzen Sie eigene Fotos oder Zeichnungen, mit Einwilligung der abgebildeten Personen. KI-generierte Übungsbilder sind unzuverlässig und können Haltungen falsch zeigen.
  8. Mit Testpersonen prüfen: Lassen Sie eine Kollegin oder eine Patientin die Anleitung nach Text ausführen. Wo stockt sie? Passen Sie an.
  9. Warnhinweise und Kontaktangabe: Schreiben Sie klar, wann die Übung abgebrochen werden soll und wen man bei Beschwerden anruft. Die Hinweise formuliert die Therapeutin.
  10. Übungsblatt abgeben und besprechen: Führen Sie die Übung vor und lassen Sie sie nachmachen, bevor die Patientin geht. Siehe Übungstagebuch.

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt folgt den Bausteinen Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Format. Fügen Sie nur freigegebene Übungen ohne Patientenbezug ein:

AUFGABE: Formuliere aus meinen Stichworten eine verständliche Anleitung für eine Heimübung.
ROLLE: Du unterstützt eine Physiotherapeutin in der Schweiz beim Texten. Du wählst keine Übungen aus, änderst keine Dosierung und gibst keine medizinischen Empfehlungen.
KONTEXT: Die Übung ist von der Therapeutin freigegeben. Stichworte: Name der Übung: [Name]. Ausgangsposition: [Stichworte]. Bewegung: [Schritte]. Atmung: [Hinweis]. Wiederholungen/Dauer/Häufigkeit: [Angaben der Therapeutin]. Worauf achten: [Stichworte]. Häufige Fehler: [Stichworte]. Abbrechen und melden, wenn: [Warnhinweise der Therapeutin]. Zielgruppe: Erwachsene, [z. B. älter, ohne Vorkenntnisse], Deutsch.
ZIEL: Die Person kann die Übung zu Hause sicher und richtig ausführen.
FORMAT: Titel, Ausgangsposition in einem Satz, nummerierte Schritte (je höchstens 15 Wörter), ein Kasten «Worauf Sie achten», ein Kasten «Wann Sie aufhören und sich melden» (nur mit den Hinweisen der Therapeutin), Wiederholungen. Einfache Sprache, Anrede «Sie», Schweizer Schreibweise (ss). Verwende nur meine Angaben und ergänze nichts.

Setzen Sie die Angaben der Therapeutin ein. Prüfen Sie jedes Wort der Anleitung.

Worauf Sie achten müssen

RisikoBeispielGegenmassnahme
KI ändert Dosierung«5 x täglich» statt «2 x»Zahlen prüfen
Seitenverwechslunglinks statt rechtsSeitenangaben kontrollieren
Fehlende WarnhinweiseAbbruchkriterien fehlenvon der Therapeutin ergänzen
Unklare Ausführung«Rücken gerade» ohne ErklärungFoto, Vormachen, Test
Erfundene Übungenzusätzliche SchritteOriginal vergleichen
  • Fachliche Verantwortung: Wahl und Dosierung der Übungen sind Therapie. Die KI darf sie nicht bestimmen oder verändern.
  • Keine Bilder von der KI: KI-erzeugte Bilder von Körperhaltungen sind oft falsch. Verwenden Sie reale Fotos oder Zeichnungen aus geprüften Quellen.
  • Patientendaten: Der Übungstext ist allgemein. Geben Sie nie Namen oder Diagnosen in die KI ein. Siehe KI und Patientendaten.
  • Individuelle Anpassung: Standardtexte müssen bei Bedarf angepasst werden. Eine Patientin mit Besonderheiten braucht eine eigene Anleitung der Therapeutin.
  • Barrierefreiheit: Grosse Schrift, klare Gliederung, Kontrast. Für Menschen mit Sehbehinderung oder anderer Muttersprache sind andere Formate nötig.
  • Urheberrecht: Übungsblätter und Bilder anderer dürfen Sie nicht ungeprüft übernehmen. Siehe KI-Inhalte und Urheberrecht.
  • Haftung: Fehler in Anleitungen können zu Beschwerden führen. Dokumentieren Sie die Freigabe.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Physiotherapiepraxis in Kreuzlingen gibt Patientinnen mit Schulterbeschwerden Übungsblätter mit.

Vorher: Die Blätter bestehen aus Stichworten und einem kleinen Bild. Patientinnen fragen beim nächsten Termin, wie die Übung ging, und viele haben sie nicht gemacht.

Nachher: Die Therapeutin legt für fünf Standardübungen Stichworte fest und lässt sie in einfache Anleitungen umsetzen. Sie prüft jede Zeile, ergänzt Warnhinweise, macht eigene Fotos und testet die Anleitungen mit zwei Mitarbeiterinnen. Die neuen Blätter werden vorgeführt und mitgegeben. Die Rückmeldungen sind besser, die Übungen werden häufiger gemacht.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer lernen möchte, KI so zu beauftragen, dass Stichworte zu klaren, verständlichen Anleitungen werden, findet bei absofort den Kurs Prompt Engineering. Laut Beschreibung legen Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat fest, überarbeiten Prompts und prüfen Ergebnisse; es ist ein Online-Kurs mit Zertifikat ohne Programmierkenntnisse. Therapeutische Fachinhalte gehören nicht dazu.

Häufige Fragen

Kann die KI Übungen empfehlen?

Nein, das ist Aufgabe der Therapeutin. Die KI formuliert nur freigegebene Übungen verständlich.

Dürfen Patientinnen selbst die KI nach Übungen fragen?

Sie können es tun, sollten aber wissen, dass die Antworten falsch oder unpassend sein können. Bei Schmerzen oder Verletzungen gehört die Auswahl in die Hand einer Fachperson.

Wie lang sollte ein Übungsblatt sein?

So kurz wie möglich. Eine Seite mit zwei bis vier Übungen ist besser als zehn Seiten, die niemand liest.

Reicht ein Text ohne Bild?

Meist nicht. Ergänzen Sie Fotos oder Zeichnungen und führen Sie die Übung in der Praxis vor.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Weiterlesen in der Galaxie