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KI bei Berufsprüfungen: Erlaubte Hilfsmittel klären
Kurz gesagt
Ob KI bei einer Prüfung erlaubt ist, steht in der Prüfungsordnung, der Wegleitung oder den Weisungen der Prüfungsleitung, nicht in allgemeinen Empfehlungen. Fragen Sie vor der Prüfung schriftlich nach, halten Sie die Antwort fest und gehen Sie bei Unklarheit davon aus, dass KI nicht zugelassen ist. Eigenleistung muss erkennbar bleiben.
Das Problem
Frau Müller ist Fachlehrerin und Prüfungsexpertin im Bereich der beruflichen Grundbildung. Kurz vor den Abschlussprüfungen fragt ein Lernender: «Darf ich ChatGPT bei der Projektarbeit nutzen? Und bei der Prüfung?» Zwei Kolleginnen geben unterschiedliche Antworten, die Wegleitung nennt KI nicht ausdrücklich. Frau Müller möchte klären, was gilt, bevor jemand versehentlich gegen Regeln verstösst.
Prüfungsregeln zu KI sind ein Bereich mit viel Unsicherheit. Bildungsverordnungen, Prüfungsordnungen und Wegleitungen wurden meist geschrieben, als KI-Werkzeuge für den Alltag noch keine Rolle spielten. Manche Schulen und Prüfungsstellen haben inzwischen Weisungen erlassen, andere nicht. Die Folge sind unterschiedliche Auffassungen und Verunsicherung bei Lernenden, Lehrpersonen und Betrieben.
Wer unsicher ist, sollte nicht raten, sondern klären: Wer legt die Regeln fest? Wo stehen sie? Gilt etwas anderes für Prüfungen, Projektarbeiten und Hausaufgaben? Eine schriftliche Klärung schützt alle Beteiligten.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
Diese Checkliste hilft, die Lage zu klären. Die KI selbst kennt Ihre Prüfungsordnung nicht.
- Bestimmen Sie die Prüfungsart. Handelt es sich um eine Schulprüfung, eine Projektarbeit, eine Vertiefungsarbeit, das Qualifikationsverfahren, eine Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung? Zuständigkeit und Regeln unterscheiden sich.
- Finden Sie die massgeblichen Dokumente. Bildungsverordnung und Bildungsplan, Wegleitung zum Qualifikationsverfahren, Prüfungsordnung und Merkblätter der Schule oder der Prüfungsleitung. Informationen zur Berufsbildung allgemein bietet das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation; die konkreten Prüfungsregeln erlassen die zuständigen Stellen.
- Suchen Sie nach Aussagen zu Hilfsmitteln. Welche Hilfsmittel sind erlaubt (Taschenrechner, Formelsammlung, Gesetzesausgabe, Internet)? Wird KI erwähnt oder gelten allgemeine Regeln («keine elektronischen Kommunikationsmittel»)?
- Fragen Sie schriftlich nach. Wenn nichts Eindeutiges steht, wenden Sie sich an die Prüfungsleitung, die Schulleitung oder die zuständige Prüfungskommission. Formulieren Sie konkret: Welche KI-Nutzung ist bei welcher Prüfung erlaubt? Die Vorlage unten hilft.
- Halten Sie die Antwort fest. Speichern Sie die Antwort und das Datum. Informieren Sie die Lernenden schriftlich und in der Klasse.
- Unterscheiden Sie Lernen und Prüfen. Beim Lernen kann KI sinnvoll sein; in der Prüfung gelten andere Regeln. Erklären Sie das Lernenden deutlich; siehe Mit KI für die Berufsschulprüfung lernen.
- Klären Sie Kennzeichnung und Eigenleistung. Wenn KI bei Arbeiten erlaubt ist, wie muss sie angegeben werden (Werkzeug, Zweck, Datum, Prompts)? Wie wird die Eigenleistung sichtbar, zum Beispiel durch Fachgespräch oder Reflexion?
- Planen Sie den Umgang mit Verstössen. Wie werden Verdachtsfälle behandelt? Welche Verfahren und Rechte gelten? Das legen Schule und Prüfungsleitung fest; informieren Sie sich vorab. Weitere Hinweise: Prüfungen und KI: Hinweise für Lehrpersonen.
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt entwerfen Sie eine sachliche Anfrage an die Prüfungsleitung.
Schreibe eine kurze, sachliche E-Mail auf Deutsch (Schweiz) an die Prüfungsleitung [Stelle] mit der Bitte um eine schriftliche Klärung zur Nutzung von KI-Werkzeugen.
Ich bin [Rolle: Lehrperson / Lernende / Berufsbildende] im Beruf [Beruf]. Es geht um: [Prüfungsart, z. B. «Vertiefungsarbeit und Abschlussprüfung im Qualifikationsverfahren»].
Frage in drei Teilen:
1. Sind KI-Werkzeuge (zum Beispiel Chatbots, Übersetzungs- und Schreibhilfen) bei der Vorbereitung der Arbeit erlaubt? Wenn ja: unter welchen Bedingungen und mit welcher Kennzeichnung?
2. Sind sie bei der schriftlichen und mündlichen Prüfung zugelassen?
3. Wo sind diese Regeln festgehalten (Dokument, Abschnitt)?
Bitte um Antwort bis [Datum]. Ton: höflich, knapp, ohne Vorwürfe.
Regeln: Keine rechtlichen Behauptungen, keine Namen von Personen. Markiere Angaben, die ich ergänzen muss, mit [ERGÄNZEN].Ergänzen Sie die Angaben und senden Sie die Anfrage über den üblichen Weg. Bewahren Sie die Antwort auf.
Worauf Sie achten müssen
- Massgebliche Stelle: Regeln erlassen Prüfungsleitung, Schule oder Verband, nicht die KI-Anbieter. Verlassen Sie sich nicht auf Aussagen aus dem Internet.
- Unterschiede nach Prüfung: Für Hausaufgaben, Projektarbeiten, Zwischenprüfungen und Abschlussprüfungen gelten oft verschiedene Regeln.
- Rechtliche Folgen: Verstösse gegen Prüfungsregeln können zu Konsequenzen führen. Für Verfahren und Rechtsmittel sind die jeweiligen Reglemente massgeblich; im Einzelfall hilft eine Fachperson.
- Eigenleistung: Wenn nicht erkennbar ist, was Lernende selbst können, verliert die Prüfung ihren Wert. Fachgespräche und mündliche Elemente helfen.
- Gleichbehandlung: Die Regeln müssen für alle gleich gelten und bekannt sein.
- Detektoren sind unzuverlässig: Programme, die KI-Texte erkennen wollen, irren häufig und dürfen nicht als alleiniger Beweis dienen.
| Frage | Wo nachschauen |
|---|---|
| Welche Hilfsmittel sind erlaubt? | Prüfungsordnung, Wegleitung, Aufgebot |
| Wird KI erwähnt? | Weisungen der Schule oder Prüfungsleitung |
| Was gilt bei Projektarbeiten? | Vorgaben zur Arbeit, Absprache mit Betreuung |
| Wie wird gekennzeichnet? | Weisung oder Vorgaben der Betreuungsperson |
| Wer entscheidet bei Unklarheit? | Prüfungsleitung |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Lernende im dritten Lehrjahr in Biel möchte für ihre Vertiefungsarbeit eine KI zur Strukturierung nutzen. Ihre Berufsbildnerin ist unsicher, die Lehrperson auch.
Vorher: Mündliche Aussagen, die sich widersprechen. Nachher: Die Lernende schreibt mit der Vorlage an die Prüfungsleitung und erhält die Antwort: KI als Strukturierungshilfe ist erlaubt, wenn sie in der Arbeit mit Werkzeug und Zweck angegeben wird; in der Prüfung selbst ist sie nicht zugelassen. Die Lernende dokumentiert ihre Nutzung in einem kurzen Anhang. Das Fachgespräch zeigt, dass sie den Inhalt versteht.
So hilft Ihnen Alpasana
Damit Lehrpersonen, Berufsbildende und Teams KI verantwortungsvoll einordnen können, bietet absofort die KI-Weiterbildung für Unternehmen. Sie reicht von Grundlagen bis zum Executive-Diplomlehrgang, behandelt Schweizer Praxisbezug und Datenschutz als Lerninhalte und den verantwortungsvollen Umgang mit Ergebnissen und Daten; das Lernen findet online im eigenen Tempo statt, mit verifizierbaren Abschlüssen und einer Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, nicht an Schulen im engeren Sinn.
Prüfungsregeln für Berufsschulen legt absofort nicht fest. Diese Entscheide treffen Schulen und Prüfungsleitungen.
Häufige Fragen
Darf ich KI bei der Vorbereitung nutzen, aber nicht in der Prüfung?
Das ist eine übliche Unterscheidung. Prüfen Sie aber, was für Ihre Arbeit gilt, und halten Sie die Auskunft fest.
Muss ich KI-Nutzung angeben?
Wenn die Regeln es verlangen, ja. Sonst ist Transparenz trotzdem ratsam. Fragen Sie nach.
Was passiert bei Verstössen?
Das regeln die Reglemente der Schule oder Prüfungsstelle. Informieren Sie sich vorab, und holen Sie bei Streitfällen Rat.
Gibt es einheitliche Regeln für alle Berufe?
Nein. Für jede Berufsbildung und Prüfungsform gelten eigene Vorgaben. Prüfen Sie die Unterlagen Ihres Berufs; siehe auch KI in der kaufmännischen Ausbildung.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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