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Prüfungsaufgaben gestalten, bei denen KI nicht alles löst
Kurz gesagt
Es gibt keine Prüfungsaufgabe, die KI sicher nicht lösen kann. Aufgaben, die persönliches Verständnis, Bezug zum Unterricht, Begründungen und Rückfragen verlangen, lassen sich aber schwerer ohne eigene Leistung bearbeiten. Ergänzen Sie Schriftliches durch mündliche Elemente und klare Regeln, und stützen Sie sich nicht auf KI-Detektoren.
Das Problem
Eine Lehrerin stellt die Aufgabe: «Erkläre die Ursachen der Reformation.» Zwei Tage später liegen ausgezeichnete, auffällig ähnliche Texte vor. Sie ahnt, dass viele sie von einer KI haben schreiben lassen. Beweisen kann sie es nicht, und selbst wenn: Was nützt eine Prüfung, die nur zeigt, wie gut jemand eine KI bedient?
Seit KI-Assistenten Texte, Zusammenfassungen und Lösungen in Sekunden liefern, stellen sich Lehrpersonen eine neue Frage: Wie prüfen wir Leistungen, die die Lernenden wirklich selbst erbracht haben? Verbote allein helfen kaum, denn KI ist überall verfügbar. Detektoren, die KI-Texte erkennen sollen, sind unzuverlässig und können Unschuldige treffen.
Es gibt keine «KI-sichere» Aufgabe. Aber man kann Prüfungsformen wählen, bei denen Eigenleistung sichtbar wird und KI-Hilfe schwerer zum Ersatz von Denken wird. Dieser Beitrag zeigt Ideen. Er ersetzt keine Vorgaben Ihrer Schule und keine Prüfungsordnung.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Ziel klären. Was soll die Prüfung zeigen: Wissen, Verstehen, Anwenden, Urteilen? Je nach Ziel eignen sich andere Formen.
- Regeln festlegen. Wann ist KI erlaubt, wann nicht? Klären Sie das mit Schulleitung und Kollegium und kommunizieren Sie es klar. Siehe Klassenregeln für den KI-Einsatz.
- Aufgaben an Unterricht binden. Fragen Sie nach Beispielen, Diskussionen oder Material aus Ihrem Unterricht, die die KI nicht kennt.
- Eigenes Denken sichtbar machen. Verlangen Sie Begründungen, Zwischenschritte, persönliche Positionen, Skizzen und Entscheidungen mit Erklärung.
- Mündliche Elemente einplanen. Ein kurzes Gespräch über die schriftliche Arbeit zeigt rasch, ob jemand sie versteht. Fragen Sie nach, wie die Person vorgegangen ist.
- Prozess prüfen. Lassen Sie Entwürfe, Notizen und Überarbeitungen einreichen oder im Unterricht entstehen. So sehen Sie den Weg, nicht nur das Ergebnis.
- KI bewusst einbeziehen. Lassen Sie Lernende eine KI-Antwort kritisch prüfen, mit Quellen, Fehlern und Verbesserungen. So entsteht Kompetenz im Umgang mit KI. Siehe Quellenkritik mit KI üben.
- Auswerten und anpassen. Beobachten Sie, was funktioniert. Tauschen Sie Erfahrungen mit Kolleginnen aus und passen Sie Formen an.
Vorlage zum Kopieren
Du unterstützt eine Lehrperson in der Schweiz bei der Gestaltung von Prüfungsaufgaben. Du schlägst Formen vor, bei denen Lernende ihr eigenes Verständnis zeigen müssen.
Fach und Stufe: [z. B. Geschichte, 8. Klasse]
Lernziel: [z. B. Ursachen und Folgen der Reformation erklären und beurteilen]
Was wir im Unterricht gemacht haben: [Stichworte: Texte, Diskussionen, Exkursion, Gruppenarbeit]
Rahmen: [z. B. 45 Minuten, Computer nicht erlaubt / erlaubt mit Einschränkung]
Aufgabe:
1. Wandle die Standardaufgabe «Erkläre die Ursachen der Reformation» in drei Varianten um, die stärker auf eigenes Verständnis, Bezug zum Unterricht und Begründungen setzen.
2. Schlage für jede Variante eine kurze mündliche Nachfrage vor (zwei Fragen).
3. Nenne drei Aufgabenformen, bei denen der Entstehungsprozess sichtbar wird.
4. Nenne die Grenzen jeder Variante (was die KI trotzdem leisten könnte).
Behaupte nicht, eine Aufgabe sei «KI-sicher».Setzen Sie Ihr Fach und Ihre Unterrichtsinhalte ein; prüfen Sie Aufgaben selbst, indem Sie probeweise eine KI bearbeiten lassen.
| Standardaufgabe | Anpassung |
|---|---|
| «Erkläre die Ursachen der Reformation.» | «Wähle zwei Ursachen aus der Gruppenarbeit vom Dienstag, begründe, welche du für wichtiger hältst, und nenne ein Gegenargument.» |
| Aufsatz zu Hause | Entwurf im Unterricht, Überarbeitung zu Hause, kurzes Gespräch |
| Zusammenfassung eines Textes | Zusammenfassung plus eigene Frage zum Text und Erklärung, warum sie wichtig ist |
Worauf Sie achten müssen
- Keine absolute Sicherheit: Jede Aufgabe lässt sich mit mehr oder weniger Aufwand unterstützen. Setzen Sie auf Vielfalt von Formen.
- KI-Detektoren sind unzuverlässig: Programme, die KI-Texte erkennen wollen, liefern Fehlalarme und werden umgangen. Stützen Sie Vorwürfe nie nur darauf. Siehe KI-Texte erkennen.
- Fairness: Mündliche Prüfungen und Prozessnachweise belasten Lernende unterschiedlich, etwa bei Sprachschwierigkeiten oder Nervosität. Berücksichtigen Sie Nachteilsausgleich.
- Rechtliche Vorgaben: Prüfungsregeln, Verfahren bei Täuschung und Rechte der Lernenden sind in Verordnungen geregelt. Halten Sie sich an Schulleitung und kantonale Vorgaben.
- Datenschutz: Schülerarbeiten sind Personendaten. Geben Sie sie nicht in KI-Dienste. Siehe Schülerdaten und KI.
- Vertrauen und Beziehung: Prüfen heisst nicht Misstrauen. Erklären Sie, warum Sie so prüfen, und besprechen Sie den fairen Umgang mit KI.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Gymnasiallehrer für Deutsch in Aarau merkt, dass Erörterungen als Hausaufgabe oft sprachlich auffallend glatt, aber inhaltlich austauschbar sind. Er ändert das Vorgehen: Die Lernenden schreiben eine erste Fassung im Unterricht, überarbeiten sie zu Hause und erklären in einem fünfminütigen Gespräch, warum sie bestimmte Argumente gewählt haben.
Die KI hilft ihm, Aufgabenvarianten zu entwerfen, die auf Texte aus dem Unterricht Bezug nehmen. Er probiert die Aufgaben selbst mit einer KI aus und merkt, dass zwei noch zu leicht zu lösen sind. Er verfeinert sie mit persönlichen Positionen und Bezug zur Klassendiskussion.
Bei den Gesprächen zeigt sich schnell, wer seine Arbeit verstanden hat. Vorher hatte er Zweifel, nachher Einblick. Er bespricht mit der Klasse offen, wie KI als Hilfsmittel erlaubt ist, nämlich zum Üben, aber nicht für die Abgabe.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie als Schule oder Team lernen möchten, wie KI im Bildungsalltag sinnvoll eingesetzt wird und welche Regeln dabei sinnvoll sind, bietet absofort die KI-Weiterbildung für Unternehmen an. Beschrieben sind unter anderem Schweizer Praxisbezug und Datenschutz als Lerninhalte sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Daten. Für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.
Das Angebot richtet sich an Organisationen und ersetzt keine pädagogischen Vorgaben Ihrer Schule oder Ihres Kantons. Für Kinder gibt es separate Angebote.
Häufige Fragen
Soll ich KI an Prüfungen verbieten?
Das hängt vom Ziel der Prüfung und den Vorgaben Ihrer Schule ab. Wichtig sind klare Regeln, die alle kennen, und Prüfungsformen, die zu den Regeln passen.
Kann ich nachweisen, dass jemand KI benutzt hat?
Meist nicht sicher. Detektoren sind unzuverlässig. Ein Gespräch über die Arbeit und der Vergleich mit früheren Leistungen sind aussagekräftiger, aber auch kein Beweis.
Wie bewerte ich Arbeiten, bei denen KI erlaubt ist?
Legen Sie Kriterien für den Umgang mit KI fest: Wurde sie transparent genannt? Wurden Aussagen geprüft? Was ist die eigene Leistung? Siehe KI zitieren im Unterricht.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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