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Branchen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Kampagnenzahlen mit KI verständlich für Kunden erklären

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Geben Sie der KI die geprüften Kennzahlen aus Ihrem Auswertungswerkzeug und lassen Sie daraus eine kurze, verständliche Erklärung für den Kunden entwerfen. Die KI darf nur erklären, was in den Zahlen steht. Ursachen und Empfehlungen markieren Sie als Vermutung und prüfen sie selbst.

Das Problem

Am Ende einer Kampagne erwartet der Kunde einen Bericht. Ihr Auswertungswerkzeug liefert Tabellen voller Zahlen: Einblendungen, Klicks, Klickrate, Kosten pro Klick, Anmeldungen. Für Sie als Fachperson sind das vertraute Begriffe. Für die Inhaberin eines Blumengeschäfts sind es Fremdwörter.

Zwei Fehler kommen häufig vor. Entweder erhält der Kunde eine Zahlenwüste, aus der er nichts lernt. Oder der Bericht klingt zu gut, weil man Erfolge gern grösser darstellt, als sie sind. Beides schadet dem Vertrauen.

Eine KI kann Zahlen in einfache Sprache übersetzen und Vorschläge für den Aufbau machen. Doch sie rechnet nicht immer korrekt und liest Ursachen in Zahlen hinein, die niemand belegen kann. Darum braucht es Regeln: Die Zahlen stammen aus Ihrem Werkzeug, die KI erklärt sie, und Sie prüfen jede Aussage.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Ziel der Kampagne wiederholen. Ein Bericht beginnt mit dem, was erreicht werden sollte, zum Beispiel «mehr Anfragen für den Frühlingsmarkt». Ohne Ziel sind Zahlen bedeutungslos.
  1. Zahlen exportieren und prüfen. Ziehen Sie die Daten aus dem Werbekonto oder der Statistik. Kontrollieren Sie Zeitraum, Währung (CHF) und Datenquelle. Notieren Sie, woher jede Zahl stammt.
  1. Wenige Kennzahlen auswählen. Wählen Sie drei bis fünf, die zum Ziel passen. Eine Auswahl ist verständlicher als zwanzig Kennzahlen.
  1. Zahlen an die KI geben. Fügen Sie die ausgewählten Werte als kleine Tabelle ein, ohne Kundendaten einzelner Personen. Nutzen Sie die Vorlage unten.
  1. Erklären, nicht beschönigen. Verlangen Sie, dass die KI jede Zahl in einem Satz erklärt, Vergleiche nur mit vorhandenen Werten zieht und Ursachen ausdrücklich als Vermutung bezeichnet.
  1. Nachrechnen. Prüfen Sie Summen, Prozentwerte und Vergleiche selbst, etwa im Tabellenprogramm. Siehe KI-Rechenfehler.
  1. Ehrlich einordnen. Schreiben Sie dazu, was nicht erreicht wurde oder nicht messbar ist. Das schafft Glaubwürdigkeit.
  1. Handlungsvorschläge prüfen. Lassen Sie Vorschläge als «Ideen zur Prüfung» formulieren und besprechen Sie sie vor dem Versand im Team. Erst danach geht der Bericht an den Kunden, wie bei Kundenfreigabe bei KI-Inhalten beschrieben.

Vorlage zum Kopieren

Du bist Beraterin in einer Schweizer Agentur und erklärst einem Kunden ohne Marketing-Vorwissen die Ergebnisse einer Kampagne.

Kunde und Branche: [z. B. Blumengeschäft in Brugg]
Ziel der Kampagne: [z. B. mehr Anfragen für den Frühlingsmarkt]
Zeitraum: [von – bis]
Kennzahlen (aus [Werkzeug]; nur diese verwenden):
[Kennzahl 1: Wert]
[Kennzahl 2: Wert]
[Kennzahl 3: Wert]
Vergleichswerte (falls vorhanden): [Vorperiode, Ziel]

Schreibe einen Bericht von höchstens 250 Wörtern:
1. Ergebnis in 2 Sätzen
2. Jede Kennzahl in einem einfachen Satz erklärt (kein Fachjargon, Fachwort einmal erklären)
3. Was gut lief und was nicht lief, nur soweit aus den Zahlen ersichtlich
4. Drei Ideen für den nächsten Schritt, deutlich als Vorschlag gekennzeichnet

Regeln: Keine Zahlen erfinden, nichts schönreden, Ursachen nur als «mögliche Erklärung» angeben. Schweizer Rechtschreibung, Anrede «Sie».

Passen Sie die Zielgruppe an: Für Geschäftsleitungen genügen zwei Sätze Ergebnis, für Marketingverantwortliche dürfen Sie mehr Detail verlangen.

KennzahlEinfach erklärt
EinblendungenWie oft die Anzeige angezeigt wurde
KlicksWie oft jemand darauf getippt hat
KlickrateAnteil der Klicks an den Einblendungen
Kosten pro KlickWas ein Klick im Durchschnitt gekostet hat
AnfragenWie viele Personen Kontakt aufgenommen haben

Worauf Sie achten müssen

  • Falsche Rechnung: KI-Modelle rechnen nicht immer richtig. Summen, Prozente und Veränderungen berechnen Sie selbst nach.
  • Zufall und kleine Zahlen: Bei wenigen Klicks sind Schwankungen normal. Schreiben Sie nicht «die Kampagne wirkt», wenn die Datenbasis dünn ist.
  • Unterschiedliche Messweisen: Werbekonto und Website-Statistik zählen oft verschieden. Nennen Sie die Quelle und die Definition.
  • Keine Schönfärberei: Lassen Sie ausdrücklich auch das Negative aufführen. Ein Bericht, der nur Erfolge zeigt, erscheint unglaubwürdig.
  • Vertraulichkeit: Kundenzahlen sind Geschäftsdaten. Geben Sie nur Zusammenfassungen ein, nie Listen mit Namen oder Adressen einzelner Personen.
  • Rechtliches: Aussagen zu Tracking und Einwilligung (Cookies) sind Sache der Datenschutzberatung. Bei Fragen holen Sie fachlichen Rat ein.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Agentur in Brugg betreut die Online-Werbung eines Blumengeschäfts für den Muttertag. Die Inhaberin war mit dem letzten Bericht überfordert: sechs Seiten, 30 Kennzahlen.

Diesmal wählt die Projektleiterin vier Kennzahlen aus, die zum Ziel «mehr Bestellungen für Muttertagssträusse» passen. Die KI erklärt sie in einfachen Sätzen und schlägt drei Ideen vor. Beim Prüfen fällt auf, dass die KI die «gestiegene Klickrate» auf das neue Bild zurückführt. Dafür gibt es keinen Beleg, denn gleichzeitig wurde auch die Zielgruppe geändert. Die Projektleiterin schreibt stattdessen: «Mögliche Gründe sind das neue Bild oder die geänderte Zielgruppe, eine genaue Zuordnung ist nicht möglich.» Der Bericht umfasst nun eine Seite, die Inhaberin versteht ihn und fragt gezielt nach.

So hilft Ihnen Alpasana

Zahlen verstehen und verständlich darstellen ist eine Kernfähigkeit im Büroalltag. Bei absofort finden Sie unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben nach Kursbeschreibung Kurse zu Excel, Datenverständnis und Dashboards sowie zur Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen.

Die Kurse sind online mit Praxisaufgaben und KI-Lerncoach. Eine Beratung zu Ihren Kampagnen oder Ihrem Reporting ist damit nicht verbunden.

Häufige Fragen

Darf die KI Handlungsempfehlungen geben?

Als Ideen ja, als Entscheidungsgrundlage nur nach Prüfung. Die KI kennt weder Ihr Budget noch die Lage des Kunden. Bewerten Sie jede Empfehlung wie einen Vorschlag einer Praktikantin: hilfreich, aber zu prüfen.

Wie gehe ich mit schlechten Ergebnissen um?

Nennen Sie sie sachlich und mit möglichen Gründen. Schlagen Sie vor, was Sie testen wollen. Kunden schätzen Ehrlichkeit mehr als Schönfärberei, besonders über längere Zusammenarbeit.

Soll ich dem Kunden mitteilen, dass KI bei der Erklärung half?

Eine Offenlegung ist fair und kann Vertrauen stärken. Entscheidend ist, dass ein Mensch die Zahlen geprüft hat. Ob Ihre Verträge dazu etwas vorsehen, klären Sie intern.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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