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Berufsbildung · Prompt Engineering

Kaufvertrag im ABU: Mit KI strittige Fälle untersuchen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Lassen Sie KI bei einem fiktiven Kauf jeweils eine entscheidende Angabe verändern. Die Lernenden prüfen anhand verlässlicher Schweizer Quellen, welche Frage daraus entsteht und welche Informationen vor einer rechtlichen Beurteilung fehlen.

Das Problem

Ein gekauftes Gerät gefällt nicht mehr, ein anderes funktioniert nicht. Im Gespräch werden Rückgabe, Mängelrechte und freiwilliger Umtausch schnell gleichgesetzt. Frau Keller möchte diese Unterschiede mit Fallarbeit sichtbar machen, ohne der Klasse pauschale Regeln zu vermitteln.

KI kann viele anschauliche Fälle erzeugen, übernimmt jedoch leicht ein ausländisches Widerrufsrecht oder erfindet Vertragsbedingungen. Die Unterrichtsaufgabe muss deshalb mit klaren Tatsachen und geprüften Quellen beginnen. Lernende sollen begründete Fragen stellen können, bevor sie eine Forderung als sicher berechtigt bezeichnen.

ABU bedeutet allgemeinbildender Unterricht in der beruflichen Grundbildung. Stimmen Sie die Aufgabe auf den für Ihre Klasse geltenden Schullehrplan ab; kantonale und schulische Vorgaben können sich unterscheiden.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Die strittige Frage eingrenzen. Wählen Sie einen Schwerpunkt, beispielsweise die Unterscheidung zwischen Nichtgefallen und einem behaupteten Mangel. Öffnen Sie ein Textdokument und formulieren Sie das Lernziel: Lernende erkennen die Vertragsfrage, nennen benötigte Angaben und stützen eine vorläufige Beurteilung auf eine passende Quelle.
  1. Schweizer Grundlagen zusammenstellen. Lesen Sie geeignete Behördeninformationen und bereiten Sie kurze, verwendbare Auszüge vor. Notieren Sie den Geltungsbereich. Das KMU-Portal des Bundes erläutert beispielsweise, dass ein Onlinekauf in der Schweiz allein kein allgemeines Rückgaberecht wegen Umentscheidens begründet.
  1. Einen neutralen Grundfall festhalten. Verwenden Sie einen erfundenen Kauf ohne reale Firmennamen oder Preise. Halten Sie fest, was bestellt, vereinbart und geliefert wurde. Markieren Sie bewusst fehlende Angaben, etwa zu zugesagten Eigenschaften, Vertragsbedingungen oder dem genauen Anlass der Beanstandung.
  1. Nur eine Bedingung verändern lassen. Beauftragen Sie die KI mit klar getrennten Varianten: Nichtgefallen, behaupteter Defekt oder ausdrücklich zugesagte Rücknahme. Lassen Sie die übrigen Angaben unverändert. Prüfen Sie anschliessend, ob wirklich nur die vorgesehene Bedingung verändert wurde und keine versteckte Zusatzannahme entstanden ist.
  1. Tatsachen und Behauptungen markieren. Die Lernenden lesen den Fall zunächst ohne KI-Hilfe. Sie kennzeichnen, was ausdrücklich feststeht, was eine Partei behauptet und was noch zu klären wäre. Diese Trennung verhindert, dass eine emotional überzeugende Schilderung als vollständiger Sachverhalt behandelt wird.
  1. Quellen auf den Fall beziehen. Lassen Sie Gruppen zu jeder Variante eine Quelle auswählen und die Auswahl begründen. Eine passende Fundstelle allein genügt nicht: Die Gruppe muss erklären, welche Voraussetzung im Fall erfüllt oder noch ungeklärt ist. Unsicherheit bleibt in der Antwort ausdrücklich sichtbar.
  1. Eine angemessene nächste Handlung formulieren. Verlangen Sie eine sachliche Rückfrage oder eine begründete vorläufige Einschätzung statt eines aggressiven Forderungsbriefs. Prüfen Sie im Abschlussgespräch einen neuen Fall ohne KI. Beurteilen Sie die Qualität der Begründung und nicht, welche Partei die Lernenden sympathischer finden.

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist die Arbeitsanweisung an die KI. Nutzen Sie diese Vorlage als Lehrperson zur Vorbereitung und ersetzen Sie die Platzhalter ausschliesslich durch freigegebene Inhalte ohne Personendaten.

Erstellen Sie für meinen ABU-Unterricht einen Kaufvertrags-Fallvergleich.
Grundfall ohne echte Personen oder Unternehmen: [Situation].
Geprüfte Schweizer Quellen: [freigegebene Auszüge mit Fundstellen].
Zu verändernde Bedingung: [Nichtgefallen / behaupteter Mangel / zugesagte Rücknahme].
Ändern Sie je Variante nur diese Bedingung.
Trennen Sie feststehende Tatsachen, Parteibehauptungen und fehlende Angaben.
Formulieren Sie Arbeitsfragen, keine verbindlichen Rechtsentscheide.
Übernehmen Sie keine ausländischen Fristen oder Rechte.
Erstellen Sie eine separate Kontrollliste für die Lehrperson.

Wählen Sie einen einzelnen Vertragsaspekt und ergänzen Sie nur Bedingungen, die im fiktiven Fall ausdrücklich gelten sollen.

Worauf Sie achten müssen

  • Privatsphäre: Geben Sie keine Schülerdaten in öffentliche KI-Dienste ein. Verwenden Sie erfundene Fälle oder sorgfältig ausgewählte sachliche Angaben; auch ohne Namen können ungewöhnliche Einzelheiten eine Person erkennbar machen.
  • Verantwortung: KI kann überzeugend falsche Angaben erzeugen. Prüfen Sie Aussagen am Originalmaterial und entscheiden Sie selbst, welche Fassung Ihre Klasse erhält.
  • Rechtsfragen: Nutzen Sie die Informationen des Bundes zum Widerrufsrecht als Einstieg. Reale Streitfälle, besondere Vertragsarten und grenzüberschreitende Käufe benötigen eine fachliche Prüfung im Einzelfall.
  • Zugang und Alter: Planen Sie eine gleichwertige Aufgabe auf Papier und verlangen Sie kein privates KI-Konto. Prüfen Sie bei direkter Nutzung die schulischen Vorgaben und Altersbedingungen des Dienstes.
VarianteZentrale Klärungsfrage
Die Ware gefällt nichtWurde eine Rücknahme zugesagt?
Eine Eigenschaft fehltWas wurde vereinbart und was lässt sich belegen?
Die Ware funktioniert nichtWelcher Zustand und welche Umstände sind dokumentiert?

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: In einer Berufsfachschule in St. Gallen stellt Frau Keller einen fiktiven Kopfhörerkauf zur Diskussion. Vorher antworten mehrere Lernende pauschal, online könne man alles zurückschicken. Die KI hatte dieselbe Behauptung in eine Musterlösung übernommen.

Frau Keller ersetzt die Lösung durch einen Quellenvergleich und eine Variante mit ausdrücklich zugesagter Rücknahme. Nachher unterscheiden die Lernenden zwischen einer allgemeinen Rechtsbehauptung und einer konkreten Vereinbarung. Sie formulieren, welche Unterlage sie sehen müssten, bevor sie den fiktiven Käufer beraten könnten.

So hilft Ihnen Alpasana

Alpasana bietet einen Lernweg, um KI-Aufträge präzise einzugrenzen und Entwürfe schrittweise zu verbessern. Im Angebot Prompt-Engineering-Kurs finden Sie dafür einen möglichen Lernweg. Sie lernen, Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar festzulegen, Beispiele einzusetzen und KI-Antworten zu kontrollieren. Der Online-Kurs umfasst die schrittweise Bearbeitung komplexer Aufgaben sowie die Überarbeitung von Prompts; Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.

Das Angebot umfasst keine Rechtsberatung zum Kaufvertrag. Die Methode unterstützt Ihre Unterrichtsvorbereitung; Quellenprüfung und rechtliche Einzelfallklärung bleiben eigenständige Aufgaben.

Häufige Fragen

Darf ich mehrere Länder in einer Aufgabe vergleichen?

Ja, aber kennzeichnen Sie für jede Variante Land und Quelle ausdrücklich. Für den Einstieg ist ein Schweizer Fall meist übersichtlicher, weil Lernende dann nicht zugleich verschiedene Rechtsordnungen auseinanderhalten müssen.

Soll ich eine einzige Musterlösung abgeben?

Eine Lösungsskizze sollte Voraussetzungen und offene Fragen enthalten. Bei unvollständigem Sachverhalt kann eine begründete Klärungsfrage die sachgerechte Antwort sein.

Wie gehe ich mit einer eigenen schlechten Kauferfahrung um?

Sie können das allgemeine Problem aufgreifen und einen unabhängigen fiktiven Fall entwickeln. Reale Namen, Bestellungen und Dokumente bleiben ausserhalb des KI-Materials; individuelle Ansprüche werden separat geprüft.

Vertiefen können Sie die Arbeit mit der Quellenarbeit zum Lehrvertrag und dem Schreiben begründeter Beschwerden.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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