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Berufe & Funktionen · Prompt Engineering

Biografiearbeit in der Pflege: Fragen mit KI vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Biografiearbeit hilft Pflegenden, Menschen mit ihrer Lebensgeschichte zu verstehen. Eine KI kann offene, respektvolle Fragen zu Themen wie Beruf, Familie, Orte und Hobbys vorbereiten. Die Gespräche führen Sie selbst, freiwillig und behutsam, und die Geschichten bleiben in Ihrem geschützten System, nicht in einem KI-Dienst.

Das Problem

Herr Brunner, 87, zieht ins Pflegeheim. Er spricht wenig, sitzt meist am Fenster. Die Pflegenden wissen, dass er Diabetes hat und morgens Hilfe beim Anziehen braucht. Was sie nicht wissen: dass er 40 Jahre lang Lokführer war, dass er Brienz liebt und jeden Abend das Radio hört.

Solche Dinge machen den Menschen aus. Wer sie kennt, kann besser auf ihn eingehen, passende Aktivitäten anbieten, Gespräche beginnen und Verhalten besser verstehen, besonders bei Demenz. Das nennt man Biografiearbeit: die Lebensgeschichte eines Menschen kennenlernen und im Pflegealltag berücksichtigen.

Doch im Alltag fehlt oft die Zeit, und viele wissen nicht, wie sie fragen sollen, ohne aufdringlich zu wirken. Eine KI kann Ihnen helfen, behutsame, offene Fragen vorzubereiten. Sie ersetzt aber nie das Zuhören. Und die Geschichten selbst sind sehr persönlich, sie gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Zweck und Freiwilligkeit klären. Biografiearbeit ist ein Angebot, keine Pflicht. Erklären Sie, wofür Sie die Geschichten brauchen, und fragen Sie, ob die Person erzählen möchte.
  1. Einverständnis und Regeln beachten. Klären Sie mit Ihrem Haus, was dokumentiert werden darf und wer Einsicht hat. Bei Menschen mit eingeschränkter Urteilsfähigkeit beziehen Sie Vertretungspersonen ein.
  1. Themen wählen. Zum Beispiel Kindheit, Schule, Beruf, Familie, Orte, Reisen, Hobbys, Musik, Essen, Feste, Haustiere. Beginnen Sie mit angenehmen Themen.
  1. Fragen vorbereiten lassen. Geben Sie der KI allgemeine Angaben, ohne Namen und Details, und lassen Sie offene Fragen zu einzelnen Themen entwerfen. Nutzen Sie die Vorlage unten.
  1. Fragen auswählen und anpassen. Streichen Sie, was nicht passt. Passen Sie Sprache und Ton an die Person an. Vermeiden Sie Fragen, die schwierige Erinnerungen wecken können, wenn die Person das nicht möchte.
  1. Gespräch führen. Setzen Sie sich ruhig hin, hören Sie zu, lassen Sie Pausen. Nehmen Sie Fotos, Musik oder Gegenstände zu Hilfe. Beenden Sie das Gespräch, wenn die Person müde oder unruhig wird.
  1. Notizen sorgfältig festhalten. Schreiben Sie in der vorgesehenen Dokumentation auf, was die Person erzählen wollte und was für die Pflege wichtig ist. Private Dinge, die nicht für die Pflege relevant sind, bleiben beim Erzähler.
  1. Wissen nutzen. Verwenden Sie die Erkenntnisse für Gespräche, Aktivitäten und Betreuung, und geben Sie sie im Team weiter, soweit erlaubt.

Vorlage zum Kopieren

Du unterstützt eine Pflegefachperson in der Schweiz bei der Vorbereitung von Gesprächsfragen für die Biografiearbeit. Du erhältst keine Namen und keine Gesundheitsdaten.

Allgemeine Angaben: [z. B. älterer Mann, früher im Berufsleben, lebt seit kurzem im Pflegeheim, spricht wenig, Deutsch als Muttersprache]
Gewünschtes Thema: [z. B. Beruf und Alltag früher]
Ton: [ruhig, respektvoll, nicht aufdringlich, einfache Sprache]
Dauer des Gesprächs: [z. B. 10 bis 15 Minuten]

Erstelle:
1. Acht offene Einstiegsfragen zum Thema, die man in einfachen Sätzen stellen kann.
2. Drei Fragen, die helfen, wenn die Person stockt, ohne Druck.
3. Drei Gesprächsanlässe mit Gegenständen oder Sinnen (z. B. Fotos, Musik, Gerüche).
4. Eine Liste mit Themen, bei denen ich behutsam sein sollte.
Verwende «Sie». Keine Fragen, die Schuld, Verluste oder Krankheit direkt ansprechen. Gib keine medizinischen oder therapeutischen Hinweise.

Ändern Sie Thema und Ton nach der Person; die Fragen sind Anregungen, das Gespräch folgt dem, was die Person erzählt.

ThemaBeispielfrage (offen)
Beruf«Wie sah ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?»
Kindheit«Woran erinnern Sie sich gern aus Ihrer Kindheit?»
Hobbys«Was haben Sie früher gern in Ihrer Freizeit gemacht?»
Orte«Gibt es einen Ort, an den Sie gern zurückkehren würden?»

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz: Lebensgeschichten sind sehr persönlich und können Gesundheit, Familie und Religion betreffen. Geben Sie sie nicht in öffentliche KI-Dienste ein. Siehe Welche Daten gehören nicht in eine KI?.
  • Freiwilligkeit: Niemand darf zum Erzählen gedrängt werden. Respektieren Sie ein Nein.
  • Würde: Vermeiden Sie Fragen, die beschämen oder Verluste betonen. Die KI schlägt gelegentlich Fragen vor, die nicht zur Person passen. Prüfen Sie sie.
  • Demenz: Bei Menschen mit Demenz sind Erinnerungen oft lückenhaft. Korrigieren Sie nicht. Bleiben Sie beim Gefühl und bei Sinneseindrücken. Weitere Ideen: Aktivierung bei Demenz mit KI.
  • Dokumentation: Halten Sie nur fest, was für die Betreuung nötig ist und was die Person freigibt. Biografische Notizen unterstehen derselben Schweigepflicht wie andere Pflegedaten.
  • Kein Ersatz für Fachwissen: Die KI gibt keine therapeutischen Hinweise. Bei Fragen zu Demenz oder psychischer Belastung wenden Sie sich an Fachpersonen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: In einem Pflegeheim im Kanton Luzern möchte eine Pflegefachfrau einen neu eingezogenen Bewohner besser kennenlernen. Sie weiss nur, dass er früher im Strassenbau gearbeitet hat. Mit allgemeinen Angaben lässt sie sich Fragen zum Thema Arbeit entwerfen.

Sie wählt drei Fragen aus, darunter: «Was war an Ihrer Arbeit das Schönste?» Beim Gespräch am Nachmittag erzählt er von einer Baustelle am Gotthard und lacht dabei. Sie notiert in der Dokumentation, dass er gern über seine Arbeit erzählt und am Radio Volksmusik mag. Die Nachtwache kann so gezielt Musik anbieten, wenn er unruhig ist.

Vorher kannte das Team seine Geschichte nicht, nachher gibt es Gesprächsanlässe. Die privaten Details, die er nur ihr erzählte, behielt sie bei sich. Für Texte im Pflegebericht hilft Pflegebericht mit KI formulieren.

So hilft Ihnen Alpasana

Gute Fragen entstehen, wenn Sie der KI klare Vorgaben machen. Im Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Ergebnisse zu prüfen und Datenschutz zu berücksichtigen. Sie erarbeiten ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess.

Der Kurs ist online und ohne Programmierkenntnisse. Pflegefachliche und therapeutische Kompetenz vermittelt er nicht.

Häufige Fragen

Wie finde ich den richtigen Moment für ein Gespräch?

Wählen Sie einen ruhigen Zeitpunkt, wenn die Person wach und entspannt ist. Fragen Sie, ob es passt, und halten Sie die Gespräche kurz.

Was, wenn jemand nichts erzählen will?

Respektieren Sie das. Manche Menschen sprechen lieber über Gegenwart oder gar nicht. Bieten Sie andere Zugänge an, etwa Musik oder gemeinsame Aktivitäten.

Darf ich die Geschichte in der KI zusammenfassen lassen?

Nur ohne Namen und persönliche Details, und eigentlich besser nicht. Lebensgeschichten gehören in Ihr geschütztes System. Fassen Sie sie selbst zusammen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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