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Berufe & Funktionen · Prompt Engineering

Aktivierung bei Demenz: Mit KI Ideen vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine KI kann Ihnen Ideen für Beschäftigungen liefern, etwa Lieder, Gegenstände zum Anfassen, einfache Tätigkeiten oder Gesprächsanlässe. Sie wählen daraus nach Biografie, Tagesform und Fähigkeiten der einzelnen Person aus und beobachten die Reaktion. Die KI kennt Ihre Bewohnenden nicht.

Kurz gesagt: Eine KI kann Ihnen Ideen für Beschäftigungen liefern, etwa Lieder, Gegenstände zum Anfassen, einfache Tätigkeiten oder Gesprächsanlässe. Sie wählen daraus nach Biografie, Tagesform und Fähigkeiten der einzelnen Person aus und beobachten die Reaktion. Die KI kennt Ihre Bewohnenden nicht.

Das Problem

In der Betreuung von Menschen mit Demenz kommt der Moment, in dem Ihnen die Ideen ausgehen. Das Memory-Spiel wurde schon dreimal gespielt, das Liedersingen kennt jede auswendig. Gleichzeitig soll das Angebot zum einzelnen Menschen passen: Was er früher gerne getan hat, was er heute noch kann, was ihn ruhig macht und was ihn überfordert.

Fertige Aktivierungsbücher sind hilfreich, aber selten auf Ihre Gruppe und Ihre Bewohnenden zugeschnitten. Für eine individuelle Vorbereitung bleibt im Alltag wenig Zeit.

Eine KI kann innert Sekunden viele Ideen liefern. Sie kann aber nicht einschätzen, was für Frau A heute stimmig ist. Das können nur Sie, weil Sie die Person kennen, beobachten und das Fachwissen haben.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie Ziel und Rahmen. Einzel- oder Gruppenangebot? Wie lange? Welcher Raum, welches Material? Soll es beruhigen, anregen oder Erinnerungen wecken?
  2. Fassen Sie die Person in Stichworten zusammen, anonymisiert: frühere Tätigkeit, Vorlieben, Sinneskanäle (zum Beispiel Musik, Berührung), körperliche Möglichkeiten und was die Person meiden möchte. Die Basis liefert die Biografiearbeit, siehe Biografiearbeit: Fragen für den Alltag.
  3. Verwenden Sie keine Namen und Diagnosen im Chat. Schreiben Sie zum Beispiel «Bewohnerin A, früher Schneiderin, mag Stoffe und Lieder». So bleibt die Person geschützt.
  4. Lassen Sie Ideen sammeln mit der Vorlage unten. Verlangen Sie eine Liste mit kurzer Beschreibung, Material und Hinweis, wann die Idee ungeeignet ist.
  5. Wählen Sie aus. Streichen Sie, was zu schwierig, zu kindlich oder riskant ist. Respektvolle Angebote behandeln Erwachsene als Erwachsene.
  6. Bereiten Sie das Material vor und prüfen Sie die Sicherheit: Keine Kleinteile, die verschluckt werden können, keine heissen Gegenstände, keine Allergene.
  7. Führen Sie das Angebot ohne Zwang durch. Beobachten Sie Mimik, Körpersprache und Stimmung. Brechen Sie ab, wenn die Person unruhig oder abwehrend reagiert.
  8. Notieren Sie die Reaktion in Ihrer Dokumentation: Was hat gefallen, was nicht? Das ist wertvoller als jede KI-Idee.
  9. Passen Sie das nächste Angebot an. Mit Ihren Beobachtungen werden die Ideen der KI beim nächsten Mal treffender.

Beispiele, wie Ideen an Fähigkeiten angepasst werden:

Interesse aus der BiografieIdee für die AktivierungAnpassung bei eingeschränkter Beweglichkeit
GartenarbeitBlumen sortieren, Kräuter riechenPflanzschale auf dem Tisch
MusikBekannte Lieder summenRhythmus mit Händen klopfen
HandwerkSchrauben oder Stoffe sortierenGrosse Teile, nur Berühren und Sortieren
KochenÄpfel schälen, Teig knetenSicheres Material, Begleitung durch Personal
ReisenBilder von Orten anschauenWenige, grosse Bilder, ruhiges Gespräch

Vorlage zum Kopieren

Ich betreue Menschen mit Demenz in [Einrichtung, z. B. Pflegeheim, Tagesstätte]. Hilf mir, Aktivierungsideen zu sammeln.
Person oder Gruppe (anonymisiert): [z. B. Bewohnerin A, früher Schneiderin, mag Stoffe und Lieder]
Fähigkeiten und Grenzen: [z. B. sieht gut, Hände zittern leicht, ermüdet nach 20 Minuten]
Dauer: [z. B. 20 Minuten] Setting: [Einzel / Kleingruppe mit [Zahl] Personen]
Ziel: [z. B. Wohlbefinden, Erinnerungen wecken, Ruhe]

Liefere fünf Ideen mit:
- kurzer Beschreibung und benötigtem Material
- Hinweis, wann die Idee ungeeignet ist
- Hinweisen, wie ich sie vereinfachen kann
Behandle die Menschen respektvoll als Erwachsene. Stelle keine medizinischen Behauptungen auf.
Ich wähle aus und prüfe die Sicherheit selbst. Schweizer Rechtschreibung mit «ss».

Passen Sie Person, Fähigkeiten und Ziel an. Mit den Rückmeldungen aus dem Alltag können Sie die Liste jedes Mal verbessern.

Worauf Sie achten müssen

  • Gesundheitsdaten schützen. Diagnose, Name und Lebensdaten gehören nicht in frei zugängliche KI-Chats. Verwenden Sie Platzhalter und klären Sie Hausregeln mit der Leitung.
  • Keine medizinischen Versprechen. Aktivierung kann das Wohlbefinden unterstützen. Heilungs- oder Wirkungsversprechen darf eine KI nicht machen und Sie nicht übernehmen.
  • Sicherheit prüfen. Kleinteile, Scheren, heisse Getränke oder Essen bei Schluckstörungen brauchen besondere Vorsicht. Das beurteilen Sie nach den Vorgaben Ihres Hauses.
  • Respekt und Würde. Vermeiden Sie kindliche Angebote oder Aufgaben, die vorführen. Nehmen Sie die Biografie ernst.
  • Mit Angehörigen im Gespräch bleiben. Ihre Hinweise zu Vorlieben sind Gold wert, siehe Angehörige informieren.
  • Ideen sind nur Vorschläge. Prüfen Sie jede Idee auf Eignung für die Person und den Tag.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: In einer Demenzabteilung in Winterthur bietet die Aktivierungsfachfrau dreimal pro Woche Gruppenangebote an. Die Teilnehmenden sind unterschiedlich weit fortgeschritten.

Vorher: Sie wiederholt dieselben Angebote. Einzelne Bewohnende wirken gelangweilt, andere sind überfordert.

Nachher: Sie notiert für jede Person zwei Stichworte zur Biografie und zu den Fähigkeiten, anonymisiert. Die KI liefert Ideen, die sie in eine Kartei sortiert. Für den Herrn, der früher Schreiner war, wählt sie Holzmuster zum Fühlen und Riechen, für die frühere Schneiderin Stoffproben. Zwei Ideen streicht sie, weil sie zu kleinteilig sind. Die Reaktionen notiert sie knapp und passt die Kartei an.

So hilft Ihnen Alpasana

Im Online-Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Beispiele zur Steuerung einzusetzen und Ergebnisse zu prüfen. Datenschutz wird dabei berücksichtigt.

So bekommen Sie aus einer KI Ideen, die besser zu Ihrer Aufgabe passen. Am Ende steht ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Ablauf. Der Kurs ist online, mit Zertifikat und ohne Programmierkenntnisse; er ersetzt keine Fachausbildung in Aktivierung oder Pflege.

Häufige Fragen

Kann die KI wissen, was für meine Bewohnenden passt?

Nein. Sie kennt die Personen nicht und kann ihre Tagesform nicht sehen. Sie liefert Anregungen, die Auswahl treffen Sie anhand von Biografie, Beobachtung und Erfahrung.

Darf ich Fotos oder Namen von Bewohnenden in die KI geben?

Das sollten Sie nicht tun, ohne dass der Betrieb den Dienst ausdrücklich freigegeben hat und eine Einwilligung vorliegt. Verwenden Sie für Ideen anonymisierte Stichworte.

Wie vermeide ich, dass Angebote kindlich wirken?

Geben Sie in der Vorlage ausdrücklich vor, dass Erwachsene respektvoll angesprochen werden. Prüfen Sie jede Idee darauf. Orientieren Sie sich an der Lebensgeschichte, nicht am Alter oder an der Diagnose.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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