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Berufe & Funktionen · KI-Weiterbildung für Unternehmen

Pflegefälle für KI-Übungen anonymisieren

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Für KI-Übungen sollten Sie Pflegefälle so verändern, dass niemand erkennbar ist: Namen, Orte, Daten, besondere Umstände und Kombinationen von Merkmalen werden ersetzt oder weggelassen. Sicherer ist es, einen frei erfundenen Fall zu schreiben, der typische Situationen abbildet. Echte Fälle gehören nicht in ein KI-Werkzeug.

Das Problem

Im Team möchten Sie an Pflegefällen üben: wie man eine Übergabe strukturiert, wie man einen Pflegebericht formuliert, wie man mit Angehörigen spricht. Die besten Beispiele stammen aus dem Alltag. Eine Kollegin schlägt vor: «Nehmen wir doch den Fall von Frau K. und lassen die KI Vorschläge machen.»

Das ist ein Problem. Auch wenn der Name gestrichen wird, bleiben Angaben wie «83-jährige Frau, früher Lehrerin, wohnt seit einem Jahr im Heim, Sohn wohnt im Ausland, letzte Woche gestürzt». In einem kleinen Heim oder Dorf erkennen alle, wer gemeint ist. Das nennt man indirekte Identifizierung: Eine Person wird nicht durch den Namen erkennbar, sondern durch die Kombination von Merkmalen.

Pflegedaten sind Gesundheitsdaten und unterliegen dem Berufsgeheimnis und dem Datenschutz. Gleichzeitig sind Übungsfälle wertvoll. Darum braucht es einen sauberen Weg: entweder gründlich verfremden oder besser gleich frei erfinden. Diese Seite zeigt beide Wege und erklärt, wann Sie die Finger von echten Fällen lassen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Zweck klären. Wofür brauchen Sie den Fall? Für ein Lernziel wie «Sturzprotokoll schreiben» oder «Gespräch mit Angehörigen»? Meist braucht es nicht die reale Geschichte, sondern die typische Situation.
  1. Besser: Fall frei erfinden. Schreiben Sie einen neuen Fall, der typische Elemente enthält, aber keine reale Person abbildet. Das ist der sicherste Weg.
  1. Wenn Sie einen realen Fall verfremden: Entfernen Sie Namen, Initialen, Zimmernummern, Daten, Orte, Berufe, Familienverhältnisse, Besonderheiten und seltene Diagnosen. Verändern Sie Alter und Geschlecht.
  1. Kombinationen prüfen. Fragen Sie: Könnte jemand aus dem Team, aus der Familie oder aus dem Ort erraten, wer gemeint ist? Wenn ja, ändern Sie mehr.
  1. Zweite Person prüfen lassen. Eine Kollegin, die den Fall nicht kennt, und eine, die ihn kennt, lesen den Text. Erkennt jemand die Person?
  1. KI erst danach einsetzen. Nutzen Sie die KI mit dem erfundenen oder sicher unkenntlichen Fall, und nur in einem freigegebenen Werkzeug.
  1. Originalunterlagen wegschliessen. Echte Unterlagen bleiben im geschützten System. Vermeiden Sie Kopien auf privaten Geräten.
  1. Regel dokumentieren. Halten Sie fest, wie in Ihrem Betrieb Übungsfälle entstehen, damit alle gleich vorgehen.

Vorlage zum Kopieren

Mit dieser Vorlage lassen Sie sich helfen, einen frei erfundenen Übungsfall zu entwerfen, ohne einen echten Fall zu verwenden.

Ich arbeite in der Pflege in der Schweiz und möchte für eine Teamübung einen vollständig ERFUNDENEN Fall entwickeln. Er soll keine reale Person abbilden.

Lernziel der Übung: [z. B. Sturzereignis dokumentieren / Übergabe nach SBAR / Gespräch mit Angehörigen vorbereiten]
Setting: [z. B. Pflegeheim, Langzeitpflege, Station mit 24 Bewohnenden]
Typische Elemente, die vorkommen sollen: [z. B. Sturz am Vormittag, leichte Verwirrtheit, besorgte Tochter]

Erstelle:
1. Einen kurzen Fall (höchstens 150 Wörter) mit erfundenen, neutralen Angaben. Verwende KEINE echten Namen, Orte, Daten oder seltene Umstände.
2. Drei Variationen mit anderen Rahmenbedingungen.
3. Fragen für die Teamdiskussion.
Erfinde keine medizinischen Diagnosen, Medikamente oder Messwerte, die nicht zum Lernziel nötig sind. Weise am Ende darauf hin, dass der Fall frei erfunden ist.

Setzen Sie Lernziel, Setting und Elemente ein. Prüfen Sie, dass der Fall nicht zufällig einer realen Person ähnelt.

MerkmalEchter FallVerfremdet oder erfunden
NameFrau K.Frau A. (erfunden)
Alter83«Hochbetagt»
Herkunft, BerufEhemalige Lehrerin aus SafenwilWeglassen
FamilieSohn im Ausland«Angehörige»
EreignisSturz am 12. September im Gang«Sturzereignis»

Worauf Sie achten müssen

  • Berufsgeheimnis und Datenschutz. Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert, und Pflegefachpersonen unterliegen in der Regel dem Berufsgeheimnis. Ob und wie Sie anonymisierte Fälle verwenden dürfen, klären Sie im Betrieb. Siehe Falldaten für KI anonymisieren: Berufsgeheimnis.
  • Indirekte Identifizierung. Auch ohne Namen erkennt man Personen oft an Details. In kleinen Heimen oder Gemeinden ist das Risiko hoch.
  • Pseudonymisieren genügt nicht. Wer die Zuordnung kennt, erkennt die Person. Siehe Anonymisieren oder pseudonymisieren: Was schützt bei KI?.
  • Seltene Umstände. Ungewöhnliche Diagnosen, Ereignisse oder Lebensgeschichten verraten die Person besonders leicht.
  • Angehörige und Mitarbeitende. Auch sie sind erkennbar. Ändern Sie Hinweise auf Familienmitglieder und Teammitglieder.
  • Eigener Stolz und Neugier. Erzählen Sie keine echten Fälle ausserhalb des Teams, auch nicht «ohne Namen».
  • Freigegebene Werkzeuge. Selbst mit erfundenen Fällen sollten Sie nur Werkzeuge nutzen, die Ihr Betrieb erlaubt. Siehe KI-Richtlinie für Mitarbeitende: Vorlage.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Die Bildungsverantwortliche eines Pflegeheims in der Region Lenzburg möchte mit dem Team üben, Sturzereignisse korrekt zu dokumentieren. Ein Mitarbeiter bringt einen echten Fall ein, «nur ohne Namen».

Sie liest den Text und stellt fest: Beruf, Zimmerlage und Familiensituation machen die Person für das ganze Team erkennbar. Sie entscheidet sich, den echten Fall nicht zu verwenden. Stattdessen lässt sie mit der KI drei frei erfundene Fälle schreiben, jeweils mit typischen Elementen, aber ohne reale Bezüge.

Das Team übt an den erfundenen Fällen und ergänzt eigene Erfahrungen mündlich, ohne Personen zu nennen. Vorher drohte eine Verletzung des Berufsgeheimnisses, nachher ist die Übung ebenso lehrreich, aber sicher. Die Bildungsverantwortliche legt fest: Übungsfälle werden grundsätzlich frei erfunden.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Ihr Team im verantwortungsvollen Umgang mit KI und sensiblen Daten schulen möchten, bietet Alpasana über absofort die KI-Weiterbildung für Unternehmen an. Beschrieben sind Schweizer Praxisbezug, Datenschutz als Lerninhalt, der verantwortungsbewusste Umgang mit Unternehmensdaten und verifizierbare Abschlüsse. Für Teams gibt es eine Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen.

Die Rechtsfragen zu Berufsgeheimnis und Anonymisierung klären Sie mit Ihrer Datenschutzberatung. Das Angebot ersetzt diese Prüfung nicht.

Häufige Fragen

Reicht es, den Namen und das Geburtsdatum zu entfernen?

Nein. Alter, Herkunft, Beruf, Familiensituation und besondere Ereignisse können ebenfalls verraten, wer gemeint ist. Prüfen Sie den gesamten Text, und erfinden Sie im Zweifel einen neuen Fall.

Darf ich anonymisierte Fälle in ein KI-Werkzeug eingeben?

Nur wenn sie wirklich nicht mehr erkennbar sind und Ihr Betrieb das Werkzeug dafür freigegeben hat. Bei Unsicherheit verwenden Sie erfundene Fälle. Die Verantwortung liegt bei Ihnen und Ihrem Betrieb.

Wie gross ist das Risiko in einem grossen Spital?

Etwas kleiner, aber nicht null. Auch dort können seltene Konstellationen auffallen. Eine saubere Verfremdung oder ein erfundener Fall bleibt die sicherere Wahl.

Können Lernende mit echten Fällen arbeiten?

Im Betrieb unter Anleitung und im geschützten Rahmen, zum Beispiel in der Fallbesprechung. Für KI-Übungen sollten Sie jedoch auch dort erfundene Fälle nutzen. Siehe Fallbesprechung vorbereiten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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