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Berufe & Funktionen · Prompt Engineering

Sprachübungen für die Logopädie mit KI vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die KI kann Übungstexte, Wortlisten und Bildgeschichten entwerfen, die zu Ihrem fachlich festgelegten Lernziel passen, etwa bestimmte Laute oder Satzstrukturen. Auswahl, Schwierigkeit und Eignung für die Person beurteilen Sie als Logopädin oder Logopäde. Patientendaten gehören nicht in die Eingabe, und Texte müssen auf Richtigkeit und Zielerfüllung geprüft werden.

Das Problem

Sie arbeiten mit einem Kind an der Aussprache des Lautes «sch». Sie brauchen kurze Sätze, in denen der Laut am Wortanfang, in der Mitte und am Wortende vorkommt, nicht zu schwer und zum Interessenbereich des Kindes passend. Passendes Material finden Sie nur teilweise, und selbst zu schreiben dauert lange.

Individuelles Übungsmaterial ist ein Kernstück der Logopädie. Gleiches Material für alle funktioniert nicht, weil Lernziel, Alter, Interessen und Sprachniveau verschieden sind. Gleichzeitig fehlt die Zeit, jedes Mal neue Texte zu erfinden. Eine KI kann hier Entwürfe liefern, etwa Wortlisten, Sätze, kleine Geschichten oder Dialoge.

Allerdings ist Sprachtherapie fachlich anspruchsvoll. Ob ein Wort geeignet ist, hängt von Aussprache, Silbenstruktur und Dialekt ab. In der Schweiz kommen Mundart und Hochdeutsch dazu, was eine KI oft nicht beachtet. Darum gilt: Die KI entwirft, die Fachperson entscheidet. Und Informationen zur Person des Kindes gehören nicht hinein.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Lernziel festlegen. Welcher Laut, welche Satzstruktur oder welche Fähigkeit soll geübt werden? Das legen Sie fachlich fest, nicht die KI.
  1. Rahmen beschreiben. Alter, Sprachniveau und Interessen in allgemeiner Form: «Kind im Kindergartenalter, interessiert sich für Tiere». Keine Namen, keine Diagnose, keine persönlichen Details.
  1. Materialart wählen. Wortliste, Satzliste, kurze Geschichte, Reimspiel, Dialog. Je nach Ziel eignet sich Verschiedenes.
  1. Entwurf anfordern. Nutzen Sie die Vorlage unten und geben Sie Regeln vor: Position des Lauts, Wortlänge, Wortschatz, Länge der Sätze.
  1. Fachlich prüfen. Lesen Sie jedes Wort laut. Kommt der Laut wirklich an der gewünschten Stelle vor? Gibt es störende Laute oder Wörter, die im Dialekt anders klingen?
  1. Anpassen. Streichen Sie, was nicht passt, und ergänzen Sie nach Ihren Erfahrungen. Eigene Beispiele sind meist die besten.
  1. Bilder selbst zuordnen. Wählen Sie Bildmaterial aus lizenzierten Quellen oder zeichnen Sie selbst. KI-Bilder sind oft ungenau, was bei Sprachübungen verwirrt.
  1. Im Einsatz auswerten. Notieren Sie, was funktioniert hat, und passen Sie die Vorlage an. Mit der Zeit entsteht eine eigene Materialsammlung.

Vorlage zum Kopieren

Du hilfst einer Logopädin in der Schweiz, Übungsmaterial zu entwerfen. Ich lege das Lernziel fest, du lieferst Entwürfe, die ich fachlich prüfe.

Lernziel: [z. B. Aussprache des Lautes «sch» in Wortanfang, Wortmitte und Wortende]
Zielgruppe (allgemein, keine Personendaten): [z. B. Kinder im Kindergartenalter]
Interessenbereich: [z. B. Tiere, Bauernhof]
Sprache: Schweizer Hochdeutsch (keine Mundart), Schweizer Schreibweise

Aufgabe:
1. Erstelle eine Wortliste mit 20 Wörtern, aufgeteilt nach Position des Lauts. Verwende nur häufige, einfache Wörter.
2. Schreibe zu jeder Position fünf kurze Sätze (höchstens 6 Wörter), in denen der Laut möglichst oft vorkommt.
3. Schreibe eine kleine Geschichte (höchstens 60 Wörter) mit dem Interessenbereich.
4. Markiere Wörter, bei denen die Aussprache je nach Dialekt oder Betonung abweichen kann, mit [prüfen].
Verwende keine Wörter mit schwierigen Konsonantenverbindungen, die ich nicht angegeben habe. Gib keine therapeutischen Empfehlungen.

Setzen Sie Lernziel, Zielgruppe und Interessen ein. Verwenden Sie nur allgemeine Angaben, keine Informationen zu einer bestimmten Person.

SchrittAufgabe der KIAufgabe der Fachperson
Lernziel–Festlegen
WortlisteEntwurfAussprache prüfen, auswählen
Sätze und GeschichteEntwurfSchwierigkeit und Eignung beurteilen
Einsatz–Anpassen, auswerten

Worauf Sie achten müssen

  • Fachliche Eignung. KI kennt keine Lautstruktur im therapeutischen Sinn und verwechselt Schreibung und Aussprache. Ein Wort mit «sch» in der Schrift kann einen anderen Laut enthalten.
  • Schweizer Verhältnisse. Hochdeutsch in der Schweiz und Mundart unterscheiden sich. Prüfen Sie, welche Variante Sie üben, und vermeiden Sie ungewollte Mischungen.
  • Keine Patientendaten. Beschreiben Sie Zielgruppen allgemein. Namen, Diagnosen und Verlaufsangaben gehören nicht in die Eingabe. Siehe KI und Patientendaten in der Arztpraxis.
  • Kinder. Für Kinder gelten besondere Sorgfaltspflichten. Informationen über Kinder und Familien sind besonders sensibel.
  • Urheberrecht. Verwenden Sie keine fremden Übungstexte als Vorlage in der KI, wenn sie geschützt sind. Eigene oder frei verfügbare Texte sind unproblematisch.
  • Übungsmenge. Mehr Material ist nicht besser. Wählen Sie bewusst aus und halten Sie die Übungen kurz.
  • Fehler erkennen. Siehe Erfundene medizinische Aussagen von KI erkennen für allgemeine Prüfregeln.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Logopädin in einer Praxis in Zofingen arbeitet mit mehreren Kindern an unterschiedlichen Lauten. Für ein Kind, das sich für Bauernhoftiere begeistert, fehlt ihr Material zum «sch». Sie beschreibt der KI Laut, Alter und Interessen in allgemeiner Form.

Die KI liefert Wörter wie «Schaf», «Fisch», «Schwein», «Schlange» und «Schule». Beim Durchlesen fällt auf: «Schwein» und «Schlange» sind für das Kind wegen der Konsonantenverbindung zu schwer, und «Schule» passt nicht zum Thema. Sie streicht alle drei. Bei «Maschine» ist unklar, ob das Kind das Wort kennt, und sie lässt es für diese Einheit weg.

Aus den bereinigten Wörtern macht sie Satzkarten und eine kleine Geschichte. Vorher hat sie solche Listen mühsam selbst zusammengestellt, nachher hat sie in kurzer Zeit eine Auswahl, die sie fachlich prüft. Das Kind übt mit seinem Lieblingsthema.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie lernen möchten, wie Sie der KI Materialaufgaben mit klaren Vorgaben und Prüfregeln beschreiben, vermittelt der Kurs Prompt Engineering von absofort Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat und das Überarbeiten von Prompts. Er läuft online, ist mit Zertifikat und braucht keine Programmierkenntnisse. Beschrieben ist auch ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess.

Therapeutische Fragen und die Wahl der Methoden sind nicht Teil des Kurses. Diese bleiben Ihre berufliche Verantwortung.

Häufige Fragen

Kann die KI Mundart-Texte schreiben?

Das gelingt nur ungenau, weil Schweizer Dialekte stark variieren und kaum einheitlich geschrieben werden. Für Therapiezwecke ist Material in Mundart besser selbst zu erstellen oder zu prüfen.

Darf ich Bilder von der KI erzeugen lassen?

Möglich, aber die Ergebnisse sind oft fehlerhaft oder uneindeutig, etwa bei Objekten oder Händen. Für Therapiematerial sind klare, eindeutige Bilder aus geprüften Quellen besser.

Wie finde ich heraus, ob ein Text zum Lernziel passt?

Lesen Sie ihn laut und zählen Sie die Zielstrukturen. Fragen Sie sich: Würde dieses Kind den Text bewältigen? Prüfen Sie ihn zuerst selbst, bevor Sie ihn einsetzen.

Kann ich das Material mit Kolleginnen teilen?

Ja, wenn es keine Personenbezüge enthält und frei von Rechten Dritter ist. Notieren Sie, dass es KI-unterstützt entstanden ist, falls Ihre Praxis das so handhabt.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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