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Patienteninformationen mit KI verständlich formulieren
Kurz gesagt
Die KI kann freigegebene Praxisinformationen, etwa zu Abläufen, Vorbereitung oder Merkblättern, in einfache Sprache übertragen. Medizinische Aussagen darf sie weder ergänzen noch verändern. Die ärztliche Fachperson prüft jeden Text vor der Abgabe, und es gehören keine Patientendaten in die Eingabe.
Das Problem
Eine Patientin kommt aus der Praxis und hat ein Merkblatt zur Vorbereitung einer Untersuchung in der Hand. Darin steht «nüchtern erscheinen, Antikoagulanzien nach Rücksprache absetzen, Befundmitteilung erfolgt zeitnah». Zu Hause ruft sie an: «Was heisst nüchtern? Darf ich Kaffee trinken? Welche Tabletten genau?»
Praxisteams kennen das: Merkblätter und Informationen sind fachlich korrekt, aber für viele Patientinnen und Patienten schwer verständlich. Das führt zu Rückfragen, Unsicherheit und im schlimmsten Fall zu Fehlern bei der Vorbereitung. Besonders ältere Menschen, Menschen mit wenig Deutschkenntnissen oder in belastenden Situationen brauchen klare, einfache Informationen.
Eine KI kann beim Umformulieren helfen, etwa aus Fachsprache einen verständlichen Text machen. Gleichzeitig ist Medizin ein Bereich, in dem ein falsches Wort Folgen haben kann. Deshalb gilt: KI darf nur sprachlich vereinfachen, was die Praxis fachlich schon freigegeben hat. Neue medizinische Aussagen sind tabu.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Vorlage bestimmen. Wählen Sie ein Merkblatt oder einen Text, der vom ärztlichen Team freigegeben ist und häufig Rückfragen auslöst.
- Fachlichen Kern festhalten. Markieren Sie, was unbedingt unverändert bleiben muss: Zeiten, Mengen, Medikamentenhinweise, Warnzeichen, Kontaktangaben.
- Keine Patientendaten verwenden. Es geht um allgemeine Informationen, nicht um einzelne Personen. Geben Sie keine Namen, Befunde oder Termine echter Patienten ein.
- Zielgruppe festlegen. Für wen ist der Text, mit welchem Sprachniveau und welchen Vorkenntnissen? Das bestimmt Wortwahl und Länge.
- Entwurf erstellen lassen. Nutzen Sie die Vorlage unten. Verlangen Sie, dass medizinische Angaben wörtlich erhalten bleiben und Unklares als offen markiert wird.
- Fachlich prüfen. Die ärztliche Fachperson vergleicht den Entwurf Satz für Satz mit dem Original. Hat sich etwas verändert? Ist etwas weggefallen?
- Mit Patientinnen testen. Lassen Sie den Text von zwei, drei Personen ohne Fachwissen lesen. Was bleibt unklar?
- Freigeben und datieren. Der Text erhält ein Datum und einen Verantwortlichen. Ändert sich eine Vorgabe, wird er angepasst.
Vorlage zum Kopieren
Du hilfst einer Schweizer Arztpraxis, ein bereits fachlich freigegebenes Merkblatt sprachlich zu vereinfachen. Du darfst NICHTS medizinisch ergänzen, verändern oder weglassen.
Zielgruppe: Patientinnen und Patienten ohne medizinische Vorkenntnisse, auch ältere Menschen und Menschen mit wenig Deutsch.
Stil: Einfache Sprache, kurze Sätze (höchstens 15 Wörter), Anrede «Sie», Schweizer Schreibweise.
Regeln:
- Fachwörter ersetzt du durch einfache Wörter oder erklärst sie in einem Halbsatz.
- Zahlen, Zeiten, Mengen, Medikamentennamen und Warnhinweise bleiben wörtlich erhalten.
- Wenn etwas unklar oder mehrdeutig ist, schreibe [Praxis klären], statt zu raten.
- Gib keine medizinischen Ratschläge und keine Diagnosen.
- Am Ende: Liste «Das muss die ärztliche Fachperson prüfen» mit allen Stellen, an denen sich die Aussage verändert haben könnte.
Text (allgemeine Praxisinformation, keine Patientendaten):
[Text einfügen]Setzen Sie den freigegebenen Text ein. Die Prüfliste am Ende hilft dem Praxisteam bei der Kontrolle.
| Fachsprache | Einfache Sprache | Muss geprüft werden |
|---|---|---|
| nüchtern erscheinen | Bitte essen und trinken Sie vorher nichts. [Praxis klärt, ob Wasser erlaubt ist] | Ja |
| Befundmitteilung erfolgt zeitnah | Wir melden uns mit dem Ergebnis. [Zeitangabe der Praxis] | Ja |
| Medikamente nach Rücksprache absetzen | Fragen Sie vor der Untersuchung bei uns nach Ihren Medikamenten. | Ja |
Worauf Sie achten müssen
- Keine Patientendaten. Gesundheitsdaten sind besonders schützenswerte Personendaten. Auch Ärzte und andere Gesundheitsfachpersonen unterliegen in der Regel dem Berufsgeheimnis. Siehe KI und Patientendaten in der Arztpraxis.
- Medizinische Fehler. KI kann Aussagen verändern, verschärfen oder erfinden, ohne dass es auffällt. Eine falsche Zeitangabe oder ein vertauschtes Medikament kann Folgen haben. Siehe Erfundene medizinische Aussagen von KI erkennen.
- Verantwortung. Für Inhalt und Abgabe von Patienteninformationen ist die Praxis verantwortlich, nicht die KI.
- Keine individuelle Beratung. Allgemeine Merkblätter ersetzen das persönliche Gespräch. Weisen Sie darauf hin, dass bei Fragen die Praxis kontaktiert werden soll.
- Sprache und Verständnis. Einfache Sprache hilft vielen. Bei Menschen mit anderer Muttersprache ist zusätzlich eine fachlich geprüfte Übersetzung oder Dolmetschen sinnvoll.
- Werbung und Heilversprechen. Texte für Patienten sollten sachlich sein und keine Heilsversprechen enthalten.
- Aktualität. Medizinische Empfehlungen ändern sich. Legen Sie fest, wann Merkblätter überprüft werden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Hausarztpraxis in einer Gemeinde im Aargau verteilt ein Merkblatt zur Vorbereitung einer Darmspiegelung. Nach jeder Abgabe rufen mehrere Patientinnen an, weil sie die Anweisungen nicht verstehen. Die MPA schätzt, dass das Telefon an diesen Tagen kaum steht.
Die Praxisleiterin gibt das fachlich freigegebene Merkblatt in die KI, mit der Vorgabe, nur sprachlich zu vereinfachen. Der Entwurf ist deutlich kürzer. Der Arzt vergleicht ihn mit dem Original und stellt fest, dass bei einer Zeitangabe zur letzten Mahlzeit etwas verkürzt wurde. Er korrigiert die Stelle und ergänzt einen Satz.
Zwei ältere Patientinnen lesen den Text probehalber und melden zurück, dass ein Abschnitt zu den Abführmitteln noch unklar ist. Er wird mit einem Beispiel ergänzt. Das neue Merkblatt trägt ein Freigabedatum. Vorher gab es viele Rückfragen, nachher ist das Merkblatt klarer, und die Praxis beobachtet, ob die Anrufe zurückgehen.
So hilft Ihnen Alpasana
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Medizinische Inhalte und die Freigabe Ihrer Patienteninformationen bleiben Sache Ihrer Praxis.
Häufige Fragen
Darf ich medizinische Fragen von Patienten in die KI eingeben?
Das sollten Sie nicht. Einzelne Anfragen können Gesundheitsdaten enthalten, und die KI gibt keine verlässlichen medizinischen Beurteilungen. Beschränken Sie sich auf allgemeine, freigegebene Informationstexte.
Muss ich Patientinnen sagen, dass ein Text mit KI vereinfacht wurde?
Eine Pflicht dazu hängt vom Zusammenhang ab. Wichtiger ist, dass der Text fachlich geprüft und freigegeben ist. Viele Praxen vermerken «Freigegeben durch [Name], Stand [Datum]». Klären Sie interne Regeln mit der Praxisleitung.
Kann die KI auch Texte in andere Sprachen übersetzen?
Technisch ja, aber medizinische Übersetzungen sind heikel. Lassen Sie sie von einer fachkundigen Person prüfen. Für Gespräche mit Folgen ist eine Dolmetscherin besser als eine KI.
Wie oft sollte ich die Texte überprüfen?
Mindestens einmal im Jahr und bei jeder Änderung von Abläufen, Medikamentenempfehlungen oder Kontaktdaten. Legen Sie einen Verantwortlichen fest.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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