Zum Inhalt springen

Berufe & Funktionen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI in der Buchhaltung: Bearbeitungsschritte dokumentieren

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Halten Sie bei KI-gestützter Buchhaltung fest, welches Werkzeug was vorgeschlagen hat, wer es geprüft und freigegeben hat, was geändert wurde und wann. So bleibt die Prüfspur lückenlos, und Treuhand, Revision und Steuerbehörde können Buchungen nachvollziehen. Eine einfache Tabelle oder Notiz pro Fall genügt.

Das Problem

In der Buchhaltung gilt ein Grundsatz: Jede Buchung muss nachvollziehbar sein. Ein Dritter, etwa die Treuhänderin, die Revisionsstelle oder die Steuerbehörde, soll anhand der Unterlagen erkennen können, wie ein Betrag verbucht wurde und warum. Das nennt man Prüfspur: eine Kette von Beleg über Buchung bis zum Abschluss.

Wenn eine KI ins Spiel kommt, entsteht ein neuer Punkt in dieser Kette. Sie schlägt ein Konto vor, liest einen Beleg aus, fasst Rechnungen zusammen oder bereitet Abstimmungen vor. Später fragt jemand: «Wer hat entschieden, dass diese Rechnung auf dieses Konto kommt? Hat das ein Mensch geprüft?» Ohne Aufzeichnungen weiss es niemand mehr.

Das Risiko: Fehler lassen sich nicht zurückverfolgen, und im Streitfall fehlt der Nachweis, dass sorgfältig gearbeitet wurde. Dabei genügen wenige, einfache Notizen, um diese Lücke zu schliessen. Diese Checkliste zeigt, was Sie festhalten sollten und wie Sie das mit kleinem Aufwand tun.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie die Vorgaben Ihres Betriebs. Welche Anforderungen stellen Treuhand, Revision und interne Regeln an die Dokumentation? Gesetzliche Grundlagen zur Buchführung finden Sie im Obligationenrecht. Fachliche Auslegung klären Sie mit Ihrer Treuhand.
  1. Legen Sie fest, wo KI in Ihrer Buchhaltung eingesetzt wird. Belege auslesen, Kontierung vorschlagen, Zusammenfassungen, Abstimmungen? Für jede Aufgabe gelten eigene Dokumentationsanforderungen. Siehe Kontierungsvorschläge prüfen.
  1. Definieren Sie ein einfaches Protokoll pro Aufgabe. Das Minimum: Datum, Aufgabe, eingesetztes Werkzeug (mit Version, wenn bekannt), Ergebnis der KI in Stichworten, wer geprüft hat, Entscheid (übernommen, geändert, verworfen), Begründung bei Änderungen.
  1. Halten Sie fest, was in die KI gegangen ist. Welche Art von Daten haben Sie eingegeben (zum Beispiel anonymisierte Belegbeschreibung)? So können Sie später nachweisen, dass Sie Datenschutz beachtet haben. Siehe Buchhaltungsdaten und Datenschutz.
  1. Speichern Sie das Protokoll beim Beleg oder in einer festen Ablage. Am besten direkt im Buchhaltungsprogramm als Notiz oder in einer Tabelle mit Verweis auf die Belegnummer. Wichtig ist, dass es auffindbar und dauerhaft ist.
  1. Dokumentieren Sie Korrekturen. Wenn Sie einen KI-Vorschlag ändern, schreiben Sie, was und warum. Ändern Sie nie still ein Protokoll nachträglich, sondern ergänzen Sie mit Datum.
  1. Nutzen Sie Stichproben zur Qualitätskontrolle. Prüfen Sie monatlich eine Anzahl von KI-Vorschlägen nach: Wie oft musste korrigiert werden, bei welchen Belegarten? So erkennen Sie Schwächen und Fortschritte.
  1. Stimmen Sie das Vorgehen mit Treuhand und Revision ab. Zeigen Sie das Protokoll und fragen Sie, ob es genügt. Passen Sie an, bevor eine Prüfung ansteht. Aufbewahrungsfristen klären Sie ebenfalls dort.

Minimaltabelle für die Prüfspur:

FeldInhalt
Datum und Belegnummer[Datum, Nr.]
Aufgabe[z. B. Kontierungsvorschlag]
Werkzeug[Name, Version]
Eingegebene Daten (Art)[z. B. Leistungsbeschreibung ohne Namen]
Vorschlag der KI[Konto, Begründung in Stichworten]
Geprüft von[Name, Datum]
Entscheid[übernommen / geändert / verworfen]
Begründung bei Änderung[kurz]

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt lassen Sie sich eine Protokollvorlage und einen Ablauf für Ihre Praxis entwerfen. Geben Sie keine echten Belegdaten ein:

Ich arbeite in der Buchhaltung eines Schweizer KMU und setze KI für [Aufgabe, z. B. Kontierungsvorschläge] ein. Ich möchte die Bearbeitung nachvollziehbar dokumentieren.
Erstelle: 1. eine Tabellenvorlage für ein Prüfprotokoll mit den Feldern Datum, Beleg-Nr., Aufgabe, Werkzeug, eingegebene Datenarten, Vorschlag der KI, geprüft von, Entscheid, Begründung; 2. einen Ablauf in fünf Schritten für die Prüfung und Freigabe; 3. eine Liste von Fragen, die ich mit unserer Treuhand und Revision klären sollte.
Erfinde keine gesetzlichen Anforderungen oder Aufbewahrungsfristen, und weise darauf hin, dass die Vorgaben mit der Treuhand zu klären sind.

Ersetzen Sie die Aufgabe. Besprechen Sie die Vorlage mit Ihrer Treuhand, bevor Sie sie einsetzen.

Worauf Sie achten müssen

  • Ordnungsmässigkeit: Die Buchführung muss nachvollziehbar und prüfbar sein. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten und wie lange Unterlagen aufzubewahren sind, regelt das Gesetz, Einzelheiten klären Sie mit Treuhand und Revision, siehe Quellen.
  • Keine nachträglichen Änderungen: Protokolle sind nur glaubwürdig, wenn sie zeitnah erstellt und nicht still verändert werden.
  • Verantwortung bleibt beim Menschen: Die Freigabe einer Buchung trägt eine Person. Die KI ist ein Hilfsmittel.
  • Datenschutz: Das Protokoll selbst kann Personendaten enthalten. Schützen Sie die Ablage und beschränken Sie den Zugriff.
  • Verhältnismässigkeit: Dokumentieren Sie so viel, wie nötig, aber nicht so viel, dass es niemand mehr macht. Ein knapper, konsequenter Eintrag ist besser als ein ausführlicher, der ausbleibt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Treuhandbüro in Frauenfeld setzt eine KI ein, die Eingangsrechnungen auswertet und Konten vorschlägt. Bei der Revision eines Kunden fragt der Revisor, wie die Kontierung zustande kam und ob die Vorschläge geprüft wurden.

Vorher gab es nur die fertigen Buchungen. Nachher hat das Büro pro Beleg eine kurze Notiz im Buchhaltungsprogramm: Werkzeug, Vorschlag, geprüft von, Entscheid, bei Änderung eine Begründung. Der Revisor sieht, dass jeder Vorschlag durch eine Fachperson geprüft wurde, und zieht Stichproben. Zusätzlich führt das Büro eine monatliche Auswertung der Korrekturen und verbessert seine Aufträge an die KI.

So hilft Ihnen Alpasana

Wie Sie KI in der Buchhaltungsvorbereitung einsetzen, Ergebnisse prüfen und Einsatzregeln festhalten, behandeln die Praxiskurse von absofort: Dort stehen die Vorbereitung von Buchhaltungsunterlagen, Qualitätsprüfung, Einsatzregeln und betriebliche KI-Richtlinien auf dem Programm. Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarer Abschluss begleiten das Lernen.

Eine buchhalterische oder rechtliche Beurteilung Ihrer Dokumentation gehört nicht zum Angebot.

Häufige Fragen

Muss ich jeden KI-Einsatz einzeln dokumentieren?

Das hängt von Bedeutung und Risiko ab. Bei Buchungen, die Zahlen im Abschluss beeinflussen, lohnt sich eine Notiz pro Fall. Bei reinen Hilfsarbeiten genügt eine allgemeine Beschreibung des Vorgehens.

Reicht ein allgemeines Verfahrensdokument?

Als Grundlage ja, aber es ersetzt nicht den Nachweis im Einzelfall, wenn Zahlen im Abschluss betroffen sind. Klären Sie mit Ihrer Treuhand, welche Detailtiefe erwartet wird.

Wie lange muss ich die Protokolle aufbewahren?

Das hängt von den gesetzlichen Fristen für Geschäftsunterlagen und den Vorgaben Ihrer Treuhand ab. Behandeln Sie die Protokolle wie die zugehörigen Belege, und klären Sie die Dauer im Einzelfall.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie