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Coaching-Sitzungen mit KI reflektieren
Kurz gesagt
Reflektieren Sie Ihr eigenes Vorgehen, nicht die Geschichte der Klientin. Schreiben Sie kurze, anonyme Notizen zu Ihren Fragen, Interventionen und Eindrücken, und lassen Sie die KI daraus Reflexionsfragen und Muster in Ihrem Vorgehen ableiten. Inhalte aus Sitzungen, Namen und Details gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
Das Problem
Nach einer Coaching-Sitzung bleibt vieles im Kopf: War meine Frage gut? Habe ich zu schnell Lösungen angeboten? Warum hat mich dieses Thema so beschäftigt? Wer allein arbeitet, hat kein Gegenüber für diese Fragen, und die Zeit zwischen Terminen ist knapp. Professionelle Reflexion kommt oft zu kurz, obwohl sie ein Kern guter Arbeit ist.
Supervision und kollegialer Austausch sind wertvoll, aber nicht nach jeder Sitzung möglich. Eine KI kann als Spiegel helfen: Sie stellt Fragen, ordnet Gedanken und macht Muster in der eigenen Arbeit sichtbar. Das kann das Lernen unterstützen.
Das Risiko liegt in der Vertraulichkeit. Coaching lebt davon, dass Klientinnen offen sprechen können. Was in der Sitzung gesagt wird, gehört nicht in öffentliche KI-Dienste, auch nicht «nur zur Reflexion». Das gilt besonders bei Themen wie Gesundheit, Beziehung, Arbeitsplatz und Familie. Die Reflexion kann deshalb auf das eigene Vorgehen zielen, nicht auf die Inhalte.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Entscheiden Sie, was reflektiert wird. Ihr Vorgehen: Fragen, Haltung, Interventionen, Rollenklarheit, Gesprächsführung. Nicht die Lebensgeschichte der Klientin.
- Klären Sie Vertraulichkeit. Halten Sie fest, welche Angaben nie in KI-Werkzeuge gehören: Namen, Arbeitgeber, Orte, Lebensumstände, Gesundheit, Zitate. Das Datenschutzgesetz und Ihre Vertraulichkeitszusage gelten. Siehe KI-Notizen und Datenschutz im Coaching.
- Schreiben Sie kurze, anonyme Notizen. Direkt nach der Sitzung, in drei bis fünf Sätzen: Was habe ich getan? Was hat funktioniert? Was war schwierig für mich? Was möchte ich beim nächsten Mal anders machen?
- Abstrahieren Sie. Statt «Frau M. hat Angst vor dem Gespräch mit ihrem Chef» schreiben Sie «Klientin zögert vor einem schwierigen Gespräch». Prüfen Sie, ob die Person trotzdem erkennbar wäre. Falls ja, lassen Sie es weg.
- Nutzen Sie die KI als Fragende. Mit der Vorlage unten stellt sie Reflexionsfragen, benennt mögliche Muster in Ihrem Vorgehen und regt Alternativen an.
- Prüfen Sie die Impulse. Nicht jede Frage passt. Nehmen Sie, was Sie weiterbringt, und verwerfen Sie den Rest. Die KI kennt Ihre Klientin nicht und beurteilt keine Person.
- Halten Sie Erkenntnisse fest. Ein Reflexionsjournal mit Datum und Lernpunkten. Nach einigen Wochen erkennen Sie Muster, etwa Ihre typischen Fragen oder Ihre Tendenz, schnell zu raten.
- Bringen Sie Wesentliches in Supervision oder Intervision. KI ersetzt nicht den Austausch mit Fachpersonen, besonders nicht bei schwierigen Situationen oder Grenzfragen. Siehe Grenzen der KI im Coaching.
- Legen Sie einen Rhythmus fest. Zum Beispiel 10 Minuten nach jeder Sitzung und eine längere Reflexion pro Woche.
Reflexion in drei Ebenen
| Ebene | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Vorgehen | Was habe ich getan und gefragt? | «Ich habe viele geschlossene Fragen gestellt.» |
| Wirkung | Was hat es bewirkt? Woran merke ich das? | «Die Klientin wurde stiller.» |
| Ich | Was hat die Situation in mir ausgelöst? | «Ich wurde ungeduldig.» |
Vorlage zum Kopieren
Du bist Reflexionspartner für eine selbstständige Coachin in der
Schweiz.
Unten stehen meine anonymisierten Notizen zu meinem eigenen Vorgehen
in einer Coaching-Sitzung (keine Angaben zur Klientin):
[Notizen einfügen: Was habe ich getan? Was hat funktioniert? Was war
schwierig für mich?]
Stelle mir fünf offene Reflexionsfragen, die mein Vorgehen
betreffen, benenne zwei mögliche Muster in meiner Gesprächsführung
(als Vermutung) und schlage zwei Alternativen vor, die ich beim
nächsten Mal ausprobieren könnte.
Beurteile die Klientin nicht, stelle keine Diagnosen und gib keine
therapeutischen Hinweise. Erfinde keine Details zur Sitzung.Fügen Sie keine Informationen ein, die auf Klientinnen schliessen lassen. Passen Sie die Fragen an Ihr Coaching-Verständnis an.
Worauf Sie achten müssen
- Vertraulichkeit: Informationen aus Sitzungen sind sensibel. Das Schweizer Datenschutzgesetz verlangt Sorgfalt, und Ihre Zusage an Klientinnen gilt unabhängig vom Werkzeug. Verwenden Sie keine echten Details, und prüfen Sie, ob Personen erkennbar bleiben.
- Keine Diagnose: KI darf weder Klientinnen beurteilen noch therapeutische Aussagen machen. Bei Anzeichen von Krisen oder psychischen Erkrankungen verweisen Sie an Fachpersonen, siehe Grenzen des Coachings.
- Fremdbild ist nicht Wahrheit: KI-Fragen sind Impulse. Ihre professionelle Haltung und Ihre Ausbildung leiten das Handeln.
- Nicht ersetzen: Supervision, Intervision und Weiterbildung bleiben wichtig. Die KI ist eine Ergänzung.
- Eigene Grenzen: Wenn Sie sich in einer Sitzung überfordert fühlen, ist das ein Signal, kollegialen Rat zu suchen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Coachin in Aarau merkt, dass sie in Sitzungen oft schnell Lösungen anbietet und die Klientinnen dadurch weniger selbst finden. Sie hat Hemmungen, Sitzungsinhalte in eine KI einzugeben.
Sie beschliesst, nur ihr Vorgehen zu notieren: «Ich habe nach der dritten Minute einen Vorschlag gemacht. Die Klientin hat genickt, aber nicht weitergesprochen.» Die KI stellt Fragen: «Wann merken Sie den Impuls, einen Vorschlag zu machen? Was würde passieren, wenn Sie drei Atemzüge warteten?»
Die Coachin probiert die Pause in der nächsten Sitzung aus und notiert die Wirkung. Das Thema nimmt sie zusätzlich in ihre Supervision mit.
So hilft Ihnen Alpasana
Im Prompt-Engineering-Kurs von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat für die KI festzulegen, Ergebnisse zu prüfen und Datenschutz zu berücksichtigen. Sie erarbeiten ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess, etwa für Ihre Reflexion.
Der Kurs ist online, auf Deutsch, ohne Programmierkenntnisse, mit Zertifikat. Methodische Coaching-Ausbildung gehört nicht zum belegten Angebot der Kursbeschreibung.
Häufige Fragen
Darf ich Sitzungsnotizen mit echten Angaben in eine KI eingeben?
Besser nicht. Vertrauliche Inhalte gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Verwenden Sie anonyme, abstrakte Notizen zu Ihrem Vorgehen oder ein System, das Sie datenschutzrechtlich geprüft haben.
Ersetzt die KI Supervision?
Nein. Supervision bietet ein menschliches Gegenüber mit Erfahrung, Haltung und Verantwortung. Die KI kann Fragen anregen, mehr nicht.
Wie vermeide ich, dass die KI mir nur nach dem Mund redet?
Bitten Sie ausdrücklich um kritische Fragen und Gegenpositionen. Ihr eigenes Urteil bleibt entscheidend. Mehr Übungen: Reflexionsübungen für Coaches.
Wie oft sollte ich reflektieren?
Kurz nach jeder Sitzung und ausführlicher in einem festen wöchentlichen Zeitfenster. Regelmässigkeit ist wichtiger als Länge.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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