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Erwachsenenbildung & Weiterbildung · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Lernvideo Storyboard mit KI erstellen

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Storyboard ordnet für jede Szene Lernhandlung, Bild und Sprechertext. Lassen Sie KI daraus einen Entwurf erstellen und prüfen Sie zuerst mit einfachen Skizzen, ob der Denkweg verständlich wird.

Das Problem

Frau Keller möchte einen schwierigen Arbeitsablauf als Lernvideo erklären. Die Folien sind vollständig, doch beim Vorlesen wirkt alles dicht und abstrakt. Erwachsene sehen zwar viele Informationen, erkennen aber kaum, warum ein Schritt auf den anderen folgt.

Ein Storyboard ist ein Szenenplan, der Bild, gesprochenen Text und beabsichtigte Lernhandlung zusammenführt. Es hilft Ihnen, die Erklärung zu prüfen, bevor Sie Zeit in Aufnahme und Schnitt investieren. Entscheidend ist nicht die Menge vertonter Folien, sondern ein nachvollziehbarer Weg vom Problem zur begründeten Handlung.

KI kann diesen Weg vorschlagen, Beispiele formulieren und unnötige Wiederholungen markieren. Sie kennt jedoch weder das tatsächliche Vorwissen Ihrer Gruppe noch automatisch den richtigen Fachablauf. Diese Grundlagen liefern und kontrollieren Sie als Kursleiterin.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Öffnen Sie ein leeres Dokument und formulieren Sie das Lernziel. Ein Lernziel benennt das Können, das nach dem Video sichtbar werden soll. Schreiben Sie beispielsweise «Die Teilnehmenden entscheiden anhand einer Anfrage, welche Angaben sie vor der Bearbeitung noch benötigen». Prüfen Sie, ob ein Video dafür genügt oder ob anschliessend eine betreute Übung nötig ist.
  1. Wählen Sie einen überschaubaren Beispielablauf. Notieren Sie Ausgangssituation, relevante Hinweise, Entscheidung und Ergebnis. Verwenden Sie einen erfundenen Fall ohne Personen- oder Betriebsgeheimnisse. Sammeln Sie daneben typische fachliche Stolperstellen, damit die KI nicht nur den glatten Idealfall erklärt und wichtige Abwägungen auslässt.
  1. Lassen Sie einen Szenenplan mit klaren Funktionen entwerfen. Öffnen Sie ein freigegebenes KI-Werkzeug und nutzen Sie die Vorlage unten. Jede Szene soll einen bestimmten Beitrag leisten: Problem erkennen, Hinweis betrachten, Entscheidung begründen oder selbst anwenden. Fordern Sie einfache Bildideen statt dekorativer Motive, die Aufmerksamkeit vom Inhalt abziehen.
  1. Prüfen Sie den fachlichen Denkweg ohne fertige Bilder. Lesen Sie nur die Szenenziele und Sprechertexte. Ist erkennbar, warum die Entscheidung richtig ist und wann eine andere Entscheidung nötig wäre? Falls Sie eine Bildschirmaufnahme planen, unterstützt die Anleitung zu Screencasts mit erklärten Denkwegen diese Kontrolle.
  1. Stimmen Sie Bild und Erklärung aufeinander ab. Skizzieren Sie, was genau während eines Satzes sichtbar sein soll. Zeigen Sie den gerade besprochenen Hinweis und vermeiden Sie ein gleichzeitig eingeblendetes, überfülltes Dokument. Prüfen Sie die Abstimmung von Bild und Ton, bevor Sie Gestaltung und Animation ergänzen.
  1. Bauen Sie eine echte Denkaufgabe ein. Stoppen Sie vor einer Entscheidung und lassen Sie die Lernenden zunächst selbst wählen oder begründen. Zeigen Sie die Auflösung erst danach. Die Hinweise zu Denkpausen im Lernvideo helfen, eine Pause mit einer sinnvollen Handlung statt bloss mit Wartezeit zu verbinden.
  1. Erproben Sie einen einfachen Entwurf. Lesen Sie den Text zu den Skizzen vor und lassen Sie eine Testperson den Ablauf anschliessend erklären. Fragen Sie, an welcher Stelle eine Begründung fehlte. Überarbeiten Sie das Storyboard und planen Sie Untertitel sowie eine lesbare Textfassung, bevor Sie den endgültigen Film aufnehmen.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Öffnen Sie ein leeres Dokument und formulieren Sie das Lernziel; 2. Wählen Sie einen überschaubaren Beispielablauf; 3. Lassen Sie einen Szenenplan mit klaren Funktionen entwerfen; 4. Prüfen Sie den fachlichen Denkweg ohne fertige Bilder; 5. Stimmen Sie Bild und Erklärung aufeinander ab; 6. Bauen Sie eine echte Denkaufgabe ein; 7. Erproben Sie einen einfachen Entwurf.
Der Weg im Überblick: Lernvideo Storyboard mit KI erstellen

Vorlage zum Kopieren

Entwirf ein Storyboard für ein Lernvideo in der Erwachsenenbildung.
Lernziel: [beobachtbare Handlung nach dem Video]
Vorwissen: [allgemeine Voraussetzungen, keine Personendaten]
Fachlich geprüfter Ablauf: [Schritte und Begründungen]
Fiktiver Beispielfall: [Fall]
Typische Fehlvorstellung: [fachlicher Irrtum]
Rahmen für die Produktion: [verfügbare Mittel]

Erstelle eine Tabelle mit:
Szene | Lernfunktion | sichtbares Bild | Sprechertext |
Denkaufgabe | fachlich zu prüfender Punkt.

Erkläre neue Fachbegriffe beim ersten Auftreten.
Zeige Begründungen statt nur Handgriffe.
Plane eine Denkpause vor einer Entscheidung und die Auflösung danach.
Nutze nur gelieferte Fakten. Kennzeichne offene Fachfragen.
Vermeide Schmuckbilder ohne Bezug zur Erklärung.
Schlage eine zugängliche Textalternative zum Video vor.
Schätze keine angeblich ideale Videolänge und erfinde keine Quellen.

Passen Sie insbesondere Lernziel und Fachablauf an; die KI soll Ihre geprüften Inhalte ordnen und fehlende Angaben sichtbar machen.

Wie wird aus einer Folie eine Szene?

PlanungspunktUnklarer EntwurfBesser prüfbarer Entwurf
BildGesamtes Formular zeigenRelevantes Feld hervorheben
TextAlle Felder vorlesenErklären, warum diese Angabe gebraucht wird
Aufgabe«Alles verstanden?»«Welche Rückfrage stellen Sie zuerst?»
AuflösungRichtige Antwort einblendenEntscheidung am Fall begründen

Kognitive Belastung bezeichnet die Beanspruchung der begrenzten Verarbeitungskapazität beim Lernen. Sie wird unnötig erhöht, wenn Erwachsene gleichzeitig Text suchen, neue Begriffe entschlüsseln und einem schnellen Sprecher folgen müssen. Entlasten Sie durch klare Reihenfolge und passende Hinweise, ohne die notwendige Denkarbeit aus der Aufgabe zu entfernen.

Worauf Sie achten müssen

  • Fachliche Richtigkeit: KI kann Abläufe plausibel ergänzen, obwohl ein Schritt falsch ist. Lassen Sie den Inhalt vor der Aufnahme von einer fachkundigen Person prüfen, besonders bei Vorgängen mit erheblichen Folgen.
  • Datenschutz: Verwenden Sie keine echten Kundenakten, Teilnehmerbilder oder Schülerdaten im öffentlichen KI-Dienst. Auch Bildschirmaufnahmen können Namen in Randbereichen enthalten; kontrollieren Sie deshalb den gesamten sichtbaren Ausschnitt.
  • Rechte und Freigaben: Verwenden Sie eigenes oder für diesen Zweck freigegebenes Material; das IGE erklärt die Nutzung geschützter Werke. Klären Sie offene Nutzungsrechte an Bildern, Stimmen und Unterlagen fachlich im Einzelfall, bevor Sie das Video veröffentlichen.
  • Zugänglichkeit: Untertitel müssen fachlich stimmen und gut lesbar sein. Prüfen Sie insbesondere Fachbegriffe in KI-Untertiteln; eine Textalternative hilft auch Menschen mit eingeschränktem Internetzugang.
  • Eigenständigkeit: Das Anschauen beweist noch kein Können. Planen Sie eine anschliessende Aufgabe, bei der Erwachsene den erklärten Denkweg auf einen anderen Fall übertragen und ihre Wahl begründen.
  • Bildungskontext: Beachten Sie die Freigabeprozesse Ihrer Schweizer Institution und gegebenenfalls kantonale Vorgaben. Bei jüngeren Lernenden passen Sie Sprache, Fallnähe und Anforderungen an selbstständiges Lernen dem Alter an.

Die Hinweise des EDÖB zu KI im Alltag erläutern den Umgang mit Personendaten. Lassen Sie konkrete Datenschutz- und Rechtsfragen durch die zuständige Fachstelle beurteilen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Frau Keller plant in Solothurn ein Lernvideo für neue Mitarbeitende im Kundendienst. Bisher zeigt ihr Entwurf eine Folie mit allen Merkmalen einer vollständigen Anfrage. Beim Vorlesen bleibt unklar, wie diese Merkmale im Alltag helfen.

Sie entwickelt mit KI einen Szenenplan zu einer erfundenen, unvollständigen Anfrage. Zuerst wird das Problem sichtbar, dann markiert das Bild die fehlende Angabe. Vor der nächsten Szene wählen die Lernenden selbst eine Rückfrage und erhalten anschliessend eine begründete Auflösung.

Im Probelauf versteht eine Kollegin die Rückfrage, aber nicht ihren Zweck. Frau Keller ergänzt deshalb einen Satz darüber, welche Fehlbearbeitung damit vermieden werden soll. Erst nach dieser Korrektur beginnt die Aufnahme; das überprüfbare Ergebnis ist ein klarerer Erklärweg, keine behauptete Lernsteigerung.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie ein Storyboard für ein Lernvideo entwickeln, können die KI-Praxiskurse von absofort Arbeitsweisen zu Präsentationen, Video-Teasern und gesprochenen Inhalten vermitteln. Lernziel und fachlich geprüfter Ablauf kommen von Ihnen; eine vollständige didaktische Videoproduktion ist damit nicht zugesagt.

Häufige Fragen

Brauche ich Zeichenkenntnisse für das Storyboard?

Nein, einfache Kästen, Pfeile und beschriftete Platzhalter reichen für den ersten Test. Entscheidend ist, dass Sie erkennen, welches Bild welchen Satz unterstützt.

Wie lang soll das Video werden?

Die Länge richtet sich nach Lernziel, Vorwissen und notwendiger Erklärung. Wenn mehrere selbstständige Teilaufgaben entstehen, prüfen Sie eine Aufteilung mit klaren Anschlüssen statt eine willkürliche Zeitgrenze.

Kann eine KI-Stimme den Text sprechen?

Das kann eine Produktionsmöglichkeit sein, sofern Werkzeug und Nutzung freigegeben sind. Prüfen Sie Aussprache, Pausen und Verständlichkeit; ein korrekt geschriebener Fachbegriff kann trotzdem falsch gesprochen werden.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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