Erwachsenenbildung & Weiterbildung · Linup: KI sicher am Arbeitsplatz
KI und Datenschutz: Seminar oder Fortbildung richtig auswählen
Kurz gesagt
Ein gutes KI-und-Datenschutz-Seminar passt zu Ihrer Rolle, behandelt das Schweizer Datenschutzgesetz und übt an konkreten Fällen aus Ihrem Alltag. Prüfen Sie Inhalte, Vorwissen, Dauer, Nachweis und Kosten, bevor Sie buchen, und lassen Sie sich keine Rechtsberatung versprechen.
Das Problem
Frau Keller unterrichtet an einer Sekundarschule und leitet nebenbei Kurse in der Erwachsenenbildung. Die Schulleitung hat gesagt, das Kollegium solle sich zu KI und Datenschutz weiterbilden. Eine Suche nach einem passenden KI und Datenschutz Seminar liefert aber Dutzende Angebote: Halbtagesseminare, Online-Kurse, Zertifikatslehrgänge, Webinare von Software-Herstellern.
Die Titel klingen ähnlich, die Inhalte sind es nicht. Manche Angebote richten sich an Juristinnen und Datenschutzberater, andere an Entwickler, wieder andere an Mitarbeitende ohne Fachwissen. Wer ohne Auswahlkriterien bucht, zahlt unter Umständen für Inhalte, die er nicht braucht, und lernt das, was im eigenen Alltag zählt, nicht.
Dazu kommt ein inhaltliches Risiko: Ein Seminar, das nur allgemein über «Datenschutz» spricht, hilft wenig, wenn Sie am Montag entscheiden müssen, ob eine Elternmail oder ein Schülertext in ein KI-Werkzeug eingegeben werden darf. Datenschutz heisst hier den Schutz von Personendaten, also aller Angaben, die sich auf eine bestimmte Person beziehen lassen. In der Schweiz regelt das das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG, seit September 2023 in Kraft).
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
Die KI hilft Ihnen nicht beim Buchen, aber beim Vorbereiten und Vergleichen. Wichtig: Geben Sie dabei nur allgemeine Beschreibungen ein, nie Namen oder Daten von Lernenden, Eltern oder Mitarbeitenden.
- Klären Sie Ihre Rolle und Ihr Ziel. Schreiben Sie in zwei Sätzen auf, wer lernen soll (zum Beispiel Lehrpersonen, Sekretariat, Schulleitung) und was danach anders sein soll. Ein Ziel wie «Wir können KI-Werkzeuge im Unterricht datenschutzkonform auswählen» ist brauchbarer als «mehr über Datenschutz wissen».
- Halten Sie Ihr Vorwissen fest. Notieren Sie, was Sie schon sicher können (zum Beispiel Passwörter, Einwilligung für Fotos) und wo Sie unsicher sind. So erkennen Sie, ob ein Einsteigerkurs reicht oder ob Sie ein Aufbauangebot brauchen.
- Sammeln Sie drei bis fünf Angebote. Nutzen Sie Verbände, Ihre Bildungsdirektion, die Pädagogische Hochschule, Branchenanbieter und private Plattformen. Kopieren Sie von jedem Angebot nur die öffentliche Beschreibung in eine Tabelle.
- Lassen Sie die KI einen Vergleichsraster erstellen. Geben Sie Ihre Rolle, Ihr Ziel und die öffentlichen Angebotsbeschreibungen ein (Vorlage unten). Die KI sortiert Inhalte, Dauer, Voraussetzungen und Nachweis in eine Tabelle und zeigt Lücken auf.
- Prüfen Sie die Inhalte gegen Ihre Praxis. Kommt das Schweizer Recht vor oder nur die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)? Gibt es Übungen mit Fällen aus Ihrem Berufsfeld? Wird erklärt, was mit eingegebenen Daten bei KI-Diensten geschieht?
- Fragen Sie beim Anbieter nach. Bitten Sie um ein Kursprogramm, die Qualifikation der Dozierenden und die Art des Nachweises. Seriöse Anbieter beantworten das ohne Umschweife.
- Entscheiden Sie mit einer zweiten Person. Legen Sie die Tabelle der Schulleitung oder einer Kollegin vor. Vier Augen erkennen eher, wenn ein Angebot mehr verspricht, als es hält.
- Planen Sie den Transfer. Legen Sie vor dem Kurs fest, was Sie danach im Team umsetzen, zum Beispiel eine kurze Einsatzregel für KI-Werkzeuge.
Vorlage zum Kopieren
Du unterstützt mich beim Vergleich von Weiterbildungsangeboten.
Meine Rolle: [z. B. Lehrperson Sekundarstufe / Schulleitung / Kursleiterin]
Mein Ziel nach der Weiterbildung: [konkretes Ziel in einem Satz]
Mein Vorwissen zu KI und Datenschutz: [kurze Beschreibung]
Verfügbare Zeit und Budget: [z. B. ein Tag, bis CHF XXX]
Hier sind die öffentlichen Beschreibungen von drei Angeboten:
[Angebot A: Text einfügen]
[Angebot B: Text einfügen]
[Angebot C: Text einfügen]
Erstelle eine Tabelle mit: Zielgruppe, Inhalte, Bezug zum Schweizer
Datenschutzrecht, Praxisübungen, Dauer, Nachweis, Kosten, offene Fragen.
Markiere Angaben, die in den Texten fehlen, und erfinde nichts dazu.
Formuliere fünf Fragen, die ich dem Anbieter stellen sollte.Passen Sie die Platzhalter an Ihre Situation an und ergänzen Sie bei Bedarf ein weiteres Kriterium, etwa Barrierefreiheit oder Sprache.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Personendaten in öffentliche KI-Dienste: Geben Sie keine Namen, Noten, Beurteilungen oder Elternangaben ein. Für den Vergleich genügen öffentliche Angebotstexte. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) stellt auf seiner Website Hinweise zu KI und Datenschutz bereit.
- Kantonale Unterschiede: Für öffentliche Schulen gilt oft das kantonale Datenschutzrecht, nicht nur das Bundesgesetz. Fragen Sie bei Ihrer Schulleitung oder der kantonalen Datenschutzstelle nach, welche Regeln für Ihre Schule gelten.
- Keine Rechtsberatung: Ein Seminar vermittelt Grundlagen und Orientierung. Für einen konkreten Einzelfall, etwa einen Vertrag mit einem KI-Anbieter, braucht es eine fachliche Prüfung.
- Zertifikat ist nicht gleich Anerkennung: Ein Kursnachweis belegt die Teilnahme oder einen Lernerfolg im Kurs. Er ist nicht automatisch ein staatlich anerkannter Abschluss. Klären Sie, wer den Nachweis ausstellt und wie er geprüft werden kann.
- Aktualität: Recht und Werkzeuge ändern sich schnell. Achten Sie auf das Datum der Kursunterlagen. Prüfen Sie in der Schweiz das Datenschutzrecht und weitere geltende Vorschriften. Ob der EU AI Act im konkreten Fall anwendbar ist, sollten Sie bei möglichem EU-Bezug fachlich einordnen lassen.
- Werbeversprechen: Misstrauen ist angebracht bei Formulierungen wie «garantiert rechtssicher» oder «alles in einer Stunde».
| Prüfpunkt | Gute Zeichen | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Rolle und Vorwissen klar benannt | «Für alle» ohne Differenzierung |
| Recht | Schweizer DSG, bei EU-Bezug DSGVO erwähnt | Nur allgemeine Datenschutzbegriffe |
| Praxis | Fallübungen, Checklisten, Vorlagen | Nur Folienvortrag |
| Dozierende | Qualifikation und Praxis ersichtlich | Keine Angaben |
| Nachweis | Art und Prüfbarkeit beschrieben | Unklare Bezeichnung |
| Kosten | Preis in CHF, Leistungen aufgeführt | Zusatzkosten erst nach Anmeldung |
Welche Inhalte gehören mindestens in ein Seminar?
Ein brauchbares Seminar erklärt, was Personendaten und besonders schützenswerte Personendaten sind, warum eingegebene Texte bei vielen KI-Diensten das eigene Gerät verlassen und welche Alternativen es gibt. Es zeigt, wie man vor dem Einsatz eines Werkzeugs prüft, wo die Daten verarbeitet werden, und es übt das an Beispielen.
Hilfreich sind zudem Hinweise zur Kennzeichnung von KI-Anteilen, zur Kontrolle der Ergebnisse und zur Frage, wer im Betrieb oder in der Schule für Entscheide verantwortlich ist. Mehr zu den Grundlagen finden Sie unter KI und Datenschutz einfach erklärt.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Keller arbeitet an einer Sekundarschule im Kanton Aargau. Die Schulleitung wünscht eine Fortbildung zu KI und Datenschutz für sieben Lehrpersonen. Frau Keller findet vier Angebote und kopiert deren Beschreibungen in den Vergleichsprompt.
Vorher hätte sie nach dem Titel und dem Preis entschieden. Nachher zeigt die Tabelle: Zwei Angebote richten sich an Fachleute im Datenschutz, eines behandelt fast nur die DSGVO, eines enthält Fallübungen für Lehrpersonen. Bei diesem fragt sie nach, ob das Schweizer Recht und der Umgang mit Schülerdaten vorkommen.
Nach der Antwort des Anbieters bucht das Kollegium dieses Angebot. Für das Team legt Frau Keller zusätzlich eine einseitige Einsatzregel fest. Welche Daten wohin gehören, klärt die Schulleitung mit der kantonalen Stelle. Einen Überblick, wie Sie solche Angebote im Betrieb bewerten, bietet auch Datenschutz-Weiterbildung in der Schweiz wählen.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Ihr Team statt eines einzelnen Seminars eine gemeinsame Grundlage zu KI und Datenschutz sucht, behandelt Linup: KI sicher am Arbeitsplatz Datenumgang, Ergebnisprüfung und Betrugsversuche in einem Online-Kurs. Er ersetzt weder Rechtsberatung noch ein auf Ihre Schule zugeschnittenes Datenschutzkonzept.
Häufige Fragen
Reicht ein einzelner Kurs für ein ganzes Kollegium?
Für den Einstieg ja, für den Alltag selten allein. Ein Kurs schafft ein gemeinsames Grundverständnis. Danach braucht es verbindliche Regeln der Schule und Zeit, um sie an echten Fällen zu üben.
Muss ich ein Seminar mit Zertifikat wählen?
Nein, ein Zertifikat ist nur sinnvoll, wenn Sie oder Ihr Arbeitgeber einen Nachweis brauchen. Entscheidend ist, ob Sie nach dem Kurs konkreter handeln können. Fragen Sie bei Ihrer Schulleitung oder Ihrem Arbeitgeber, ob ein Nachweis verlangt wird.
Sind kostenlose Angebote seriös?
Manche sind es, etwa Merkblätter von Behörden. Prüfen Sie bei kostenlosen Kursen, wer sie anbietet, wofür die Daten Ihrer Anmeldung verwendet werden und ob der Anbieter etwas verkaufen will. Mehr dazu in KI-Kurse online kostenlos bewerten.
Wie aktuell muss ein Seminar sein?
Das Datenschutzgesetz selbst ändert sich selten, die KI-Werkzeuge und ihre Bedingungen dagegen oft. Fragen Sie nach dem Datum der Unterlagen und danach, wie der Anbieter Änderungen einarbeitet.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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