Zum Inhalt springen

Erwachsenenbildung & Weiterbildung · Prompt Engineering

KI-Tutor im Onlinekurs: Hinweise statt fertiger Lösungen

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Geben Sie dem KI-Tutor eine feste Folge von Hilfestufen und verlangen Sie zunächst einen eigenen Versuch. Prüfen Sie mit Testfällen, ob er tatsächlich Hinweise gibt und bei Unsicherheit an die Kursleitung verweist.

Kurz gesagt: Geben Sie dem KI-Tutor eine feste Folge von Hilfestufen und verlangen Sie zunächst einen eigenen Versuch. Prüfen Sie mit Testfällen, ob er tatsächlich Hinweise gibt und bei Unsicherheit an die Kursleitung verweist.

Das Problem

Eine erwachsene Kursteilnehmerin fragt den KI-Tutor um Hilfe und erhält sofort eine vollständige Musterlösung. Sie kann weiterklicken, hat aber den entscheidenden Zusammenhang nicht selbst erarbeitet. Frau Keller braucht deshalb eine Lernbegleitung, die passend unterstützt und eigene Denkarbeit offenlässt.

Ein KI-Tutor ist ein digitaler Assistent für Lernfragen. Sokratische Fragen, also gezielte Rückfragen zum eigenen Denken, können dabei helfen; endloses Nachfragen ohne brauchbaren Hinweis kann Lernende jedoch ebenso blockieren.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie Ziel und Rahmen. Halten Sie in Ihrer Kursplanung fest, was am Ende gelingen soll: einen eigenen Lösungsweg mit abgestuften Hilfen entwickeln und anschliessend selbst erläutern. Ein Lernziel beschreibt eine angestrebte Fähigkeit, nicht bloss ein behandeltes Thema. Notieren Sie Vorwissen, Lernzeit und Zugänge der Erwachsenen. Öffnen Sie für die folgenden Entwürfe das freigegebene KI-Werkzeug Ihrer Institution und nutzen Sie die Vorlage unten mit unkritischen Beispielen.
  1. Definieren Sie die Eigenleistung. Öffnen Sie Ihre Aufgabe und markieren Sie den Denkschritt, den Teilnehmende selbst leisten sollen. Legen Sie fest, welche Informationen der Tutor nennen darf. Eine Begriffserklärung ist etwas anderes als die entscheidende Begründung oder eine komplette Abgabelösung.
  1. Bauen Sie eine Hilfeleiter. Planen Sie zunächst eine Verständnisfrage, danach einen allgemeinen Hinweis und erst später ein ähnliches Beispiel. Jede Stufe soll auf eine erkennbare Schwierigkeit reagieren. Vermeiden Sie, dass Erwachsene mehrere bedeutungslose Rückfragen beantworten müssen, bevor sie Unterstützung erhalten.
  1. Geben Sie geprüfte Grundlagen vor. Nutzen Sie freigegebenes Kursmaterial und eine von Ihnen kontrollierte Lösungsskizze als Basis. Fordern Sie die KI auf, bei fehlender Grundlage Unsicherheit zu benennen. Der Tutor soll keine zusätzlichen Prüfungsregeln, Fachnormen oder Kursanforderungen erfinden.
  1. Testen Sie schwierige Anfragen. Probieren Sie «Gib mir einfach die Lösung», eine falsche Annahme und eine unklare Rückfrage aus. Prüfen Sie, ob der Assistent begrenzt und verständlich reagiert. Eine Anweisung ist keine technische Garantie; halten Sie einen menschlichen Hilfeweg bereit.
  1. Lassen Sie die Hilfe wieder los. Ergänzen Sie nach der unterstützten Aufgabe eine ähnliche Aufgabe ohne Tutor. Bitten Sie um eine kurze Erklärung des Vorgehens in eigenen Worten. So erkennen Sie eher, ob die Hilfe Verständnis aufgebaut hat oder lediglich zur richtigen Antwort geführt hat.
  1. Erproben und überarbeiten Sie den Entwurf. Prüfen Sie die KI-Antwort selbst und testen Sie die überarbeitete Fassung zunächst an einer überschaubaren Kursaktivität. Halten Sie fest, was verständlich war, welche Hürde blieb und welche Änderung vor dem nächsten Einsatz nötig ist.

Vorlage zum Kopieren

Die folgende Anweisung, auch Prompt genannt, richtet sich an Sie als Kursleitung und verlangt keine Angaben zu einzelnen Lernenden.

Du unterstützt Erwachsene bei [Aufgabe] anhand von [geprüfter Grundlage]. Frage zuerst nach ihrem eigenen Versuch. Gib dann nur die kleinste passende Hilfe: Verständnisfrage, Hinweis oder ähnliches Beispiel. Löse die Zielaufgabe nicht vollständig. Bei Unsicherheit verweise an die Kursleitung. Frage abschliessend nach einer eigenen Begründung.

Rahmen: [Schweizer Weiterbildung, Kursform und verfügbare Lernzeit].
Arbeite ausschliesslich mit meinen sachlichen Angaben und erfundenen Beispielen.
Frage bei fehlenden Voraussetzungen nach und kennzeichne Annahmen.
Gib einen überprüfbaren Entwurf aus; die Kursleitung entscheidet über den Einsatz.

Ersetzen Sie die Platzhalter durch geprüfte Kursangaben und lassen Sie Namen, persönliche Lernverläufe sowie vertrauliche Unterlagen weg.

Prüfen Sie die entscheidenden Stellen

AusgangspunktKonkrete Prüfung oder Gestaltung
Unklare AufgabenfrageIn eigenen Worten wiedergeben lassen
Falscher AnsatzGezielten Hinweis auf relevante Beziehung geben
Anhaltende BlockadeÄhnliches Beispiel und menschliche Hilfe anbieten

Beobachten Sie nicht nur, ob eine Antwort richtig ist. Lassen Sie erklären, welcher Hinweis geholfen hat und weshalb. Wenn Lernende nur Formulierungen des Tutors wiederholen, vereinfachen Sie den nächsten eigenständigen Versuch und knüpfen Sie an einen bereits verstandenen Zusammenhang an.

Worauf Sie achten müssen

  • Daten schützen: Verwenden Sie für diese Vorbereitung erfundene Fälle und sachliche Kursangaben. Geben Sie keine Personendaten von Lernenden, Schülerdaten oder vertraulichen Rückmeldungen in öffentliche KI-Dienste ein.
  • Fehler erkennen: KI kann plausible, aber falsche Aussagen erzeugen. Prüfen Sie Fachinhalte, Aufgabenlösungen und technische Angaben am Original; eine überzeugende Formulierung ist kein Beleg.
  • Eigenständigkeit erhalten: Legen Sie fest, welchen Denkschritt Erwachsene selbst ausführen. Bieten Sie einen menschlichen Hilfeweg und eine zugängliche Alternative, damit Technikunsicherheit nicht zur fachlichen Benachteiligung wird.
  • Den konkreten Fall beachten: Ein Prompt kann die Ausgabe einer Lösung nicht zuverlässig verhindern. Verwenden Sie den Tutor daher nicht als einzige Absicherung einer Prüfung und geben Sie keine vertraulichen Aufgaben oder personenbezogenen Lernprotokolle in öffentliche Dienste ein.
  • Schweizer Rahmen klären: Beachten Sie die Freigaben Ihres Bildungsanbieters und bei kantonalen Institutionen die zuständigen Vorgaben. Rechtliche Fragen zur konkreten Nutzung lassen Sie fachlich prüfen; diese Anleitung ersetzt keine Einzelfallklärung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: In einem Kurs für Sachbearbeitende soll eine fehlerhafte Tabellenformel verstanden werden. Der Tutor ersetzt sie zunächst einfach. Frau Keller überarbeitet den Auftrag: Nun fragt er nach dem erwarteten Ergebnis und lenkt den Blick auf den Zellbereich. Anschliessend bearbeiten die Erwachsenen einen ähnlichen Fehler ohne KI und erklären die Korrektur.

Besprechen Sie im Anschluss nicht nur, ob die Aktivität gefallen hat. Fragen Sie, an welcher Stelle die Aufgabe selbstständig bewältigt wurde und wo eine zusätzliche Erklärung nötig war. Daraus lässt sich eine konkrete Überarbeitung ableiten, ohne einzelne Erwachsene öffentlich miteinander zu vergleichen.

So hilft Ihnen Alpasana

Im Prompt-Engineering-Kurs lernen Sie, Aufgabe, Kontext und Ausgabeformat klar vorzugeben und KI-Entwürfe systematisch zu verbessern. Dazu gehören schrittweises Arbeiten, Datenschutz und die Prüfung von Ergebnissen. Diese Fähigkeiten können Sie auf die hier vorgestellte Kursplanung übertragen; die pädagogische Entscheidung und fachliche Freigabe bleiben bei Ihnen.

Bringen Sie als eigenen Übungsfall einen bereinigten Kursauftrag und Ihre Qualitätskriterien mit. So lässt sich an einem konkreten Ergebnis prüfen, welche Formulierungen helfen und welche fachliche Kontrolle Sie weiterhin selbst leisten müssen.

Häufige Fragen

Sind fertige Lösungen immer ungeeignet?

Nein, ein ausgearbeitetes Beispiel kann beim Einstieg sinnvoll sein. Es sollte jedoch bewusst als Lernmaterial eingesetzt werden und nicht unbemerkt die eigene Zielaufgabe ersetzen.

Wie reagiere ich auf fachlich falsche Hinweise?

Stoppen Sie die Nutzung für diesen Aufgabentyp und korrigieren Sie die Grundlage. Informieren Sie die Betroffenen verständlich, damit falsche Erklärungen nicht weiterverwendet werden.

Muss jeder den Tutor benutzen?

Bieten Sie eine gleichwertige Hilfe ohne privaten KI-Zugang an. Persönliche Rückfragen oder gestufte Hilfekarten können denselben Lernzweck erfüllen.

Wie verbinde ich dies mit meiner weiteren Kursplanung?

Für den nächsten Planungsschritt können Sie Peer-Feedback im Erwachsenenkurs mit KI anleiten heranziehen. Ergänzend zeigt Lernvideos aktiv nutzen: Denkpausen mit KI einbauen einen verwandten Ansatz, den Sie am selben Lernziel prüfen können.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie