Erwachsenenbildung & Weiterbildung · Prompt Engineering
Blended Learning mit KI: Online und Präsenz verbinden
Kurz gesagt
Planen Sie Online- und Präsenzphasen vom gemeinsamen Lernziel aus. Lassen Sie KI für jeden Übergang prüfen, welches Ergebnis entsteht, wo es weiterverwendet wird und welche Unterstützung dafür nötig ist.
Das Problem
Frau Keller stellt vor dem Kurstag ein Erklärvideo bereit. Im Seminar erklärt sie dessen Inhalt nochmals, weil sie nicht weiss, was die Erwachsenen bereits verstanden haben. Für die anspruchsvolle Anwendung bleibt wenig Raum, und gut vorbereitete Teilnehmende fragen sich, wozu sie das Video angesehen haben.
Blended Learning bedeutet, Onlinephasen und Präsenzlernen zu einem zusammenhängenden Lernangebot zu verbinden. Die Mischung allein schafft noch keinen Mehrwert. Entscheidend ist, ob eine Phase etwas vorbereitet, das die nächste tatsächlich benötigt und weiterentwickelt.
KI hilft, diese Verbindungen sichtbar zu planen. Sie liefert aber keine verlässliche Auskunft darüber, welche Belastung neben Schichtarbeit, Familie oder Beruf tragbar ist. Das klären Sie mit der Zielgruppe und Ihrer Institution, bevor Sie Vorbereitungsaufgaben verbindlich machen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Schreiben Sie das gemeinsame Lernziel auf. Öffnen Sie Ihren Kursplan und formulieren Sie ein beobachtbares Können, beispielsweise «eine schwierige Anfrage einordnen und eine begründete Antwort vorbereiten». Das Lernziel beschreibt das erwartete Ergebnis des Lernens. Bestimmen Sie anschliessend, an welcher Aufgabe die Teilnehmenden dieses Können zeigen können.
- Ordnen Sie Lernhandlungen nach ihrem Unterstützungsbedarf. Sammeln Sie Tätigkeiten wie Nachlesen, Vergleichen, Ausprobieren und Besprechen. Lassen Sie KI begründen, welche davon eigenständig vorbereitet werden können und welche unmittelbare Rückfragen benötigen. Die Unterscheidung zwischen gleichzeitigem und zeitversetztem Lernen hilft dabei: Online bedeutet nicht automatisch allein oder ohne Betreuung.
- Definieren Sie ein Ergebnis für jede vorbereitende Phase. Statt «Video anschauen» lautet der Auftrag etwa «eine unklare Stelle markieren und eine erste Entscheidung begründen». Wählen Sie ein kleines Ergebnis, das für den nächsten Termin gebraucht wird. Legen Sie fest, wie es ohne Veröffentlichung persönlicher oder betrieblicher Informationen mitgebracht werden kann.
- Lassen Sie KI die Übergänge prüfen. Geben Sie den bereinigten Plan mit Lernhandlungen und Ergebnissen ein. Verlangen Sie für jeden Übergang eine Antwort auf «Wer verwendet welches Ergebnis wofür?». Streichen Sie Aufgaben, deren Ergebnis folgenlos liegen bleibt, oder geben Sie ihnen eine nachvollziehbare Funktion in der nächsten Phase.
- Planen Sie die Präsenzphase als Weiterarbeit. Nutzen Sie vorbereitete Entscheidungen zum Vergleich, zur Begründung oder zum Erproben einer Alternative. Wiederholen Sie nur jene Grundlagen, die tatsächlich fehlen. Das Flipped-Classroom-Prinzip kann dafür passen: Erste Erarbeitung erfolgt vorab, gemeinsame Lernzeit dient der vertieften Bearbeitung.
- Ergänzen Sie Einstiegshilfen und Rückmeldungen. Bestimmen Sie einen einfachen Weg für Fragen während der Onlinephase und sagen Sie, wann Antworten zu erwarten sind. Planen Sie einen kurzen Anschlussauftrag für Menschen ohne Vorbereitung. Eine verfügbare Zusammenfassung und ein Einstiegsfall verhindern, dass fehlende Technik oder knappe Lernzeit die Teilnahme dauerhaft blockieren.
- Prüfen Sie den gesamten Weg aus Teilnehmendensicht. Gehen Sie durch Links, Aufträge, Abgabewege und die erste Präsenzaufgabe. Fragen Sie eine Testperson, wo sie den Zusammenhang verliert. Passen Sie die Übergänge an und erklären Sie zu Kursbeginn, warum die Vorbereitung nötig ist und wie die gemeinsame Arbeit darauf aufbaut.
Vorlage zum Kopieren
Unterstütze mich beim Planen eines Weiterbildungskurses für Erwachsene.
Gemeinsames Lernziel: [beobachtbares Können]
Abschliessende Anwendungsaufgabe: [Aufgabe]
Vorwissen und Zugangsbedingungen ohne Personendaten: [Rahmen]
Verfügbare Lernzeit laut meiner Planung: [Angaben]
Bisherige Online- und Präsenzphasen: [Plan]
Erstelle eine Tabelle:
Phase | Lernhandlung | entstehendes Ergebnis | Verwendung in der
nächsten Phase | Betreuung | Alternative bei fehlendem Zugang.
Markiere Wiederholungen ohne erkennbaren Lernzweck.
Unterscheide sinnvolle Wiederaufnahme von blosser Doppelung.
Schlage Übergangsaufträge vor, die eigenständiges Denken verlangen.
Plane eine Anschlussmöglichkeit bei fehlender Vorbereitung.
Erfinde keine Lernvoraussetzungen oder gemessenen Bearbeitungszeiten.
Nenne offene Fragen, die ich mit der Zielgruppe klären muss.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Rahmenbedingungen und überarbeiten Sie zunächst einen vollständigen Übergang zwischen Online- und Präsenzphase.
Wie sieht eine tragfähige Verbindung aus?
| Phase | Lernhandlung | Verbindung |
|---|---|---|
| Online vorbereiten | Einen neutralen Fall einordnen | Erste Entscheidung mitbringen |
| Gemeinsam arbeiten | Unterschiedliche Begründungen vergleichen | Entscheidung anhand von Kriterien überarbeiten |
| Im Alltag anwenden | Einen passenden eigenen Fall bearbeiten | Vorgehen ohne vertrauliche Angaben reflektieren |
| Nachbesprechen | Schwierige Entscheidung erklären | Nächsten Übungsschritt vereinbaren |
Nicht jedes Ergebnis muss digital abgegeben werden. Eine persönliche Notiz kann genügen, wenn sie im Seminar gezielt verwendet wird. Prüfen Sie vor einer zusätzlichen Abgabe, ob deren pädagogischer Nutzen den Aufwand rechtfertigt.
Worauf Sie achten müssen
- Eigenständige Vorbereitung: Geben Sie keine Aufgabe, bei der ein beliebiger KI-Text als Leistung genügt. Verlangen Sie eine begründete Auswahl oder eine eigene Frage und besprechen Sie die Überlegungen später.
- Zugänglichkeit: Erwachsene bringen unterschiedliche Lesesicherheit, Sprachkenntnisse und technische Möglichkeiten mit. Bieten Sie verständliche Anleitungen und gleichwertige Alternativen an, ohne unterschiedliche Bedürfnisse vorschnell auf das Alter zurückzuführen.
- Betreuung: Selbstständiges Lernen braucht erreichbare Menschen. Eine automatische Rückmeldung kann einen Hinweis geben, ersetzt aber kein Gespräch über Unsicherheit, Überforderung oder Konflikte.
- Datenschutz: Verwenden Sie im KI-Entwurf nur allgemeine Gruppenmerkmale und fiktive Fälle. Keine Schülerdaten oder persönlichen Lernverläufe gehören in öffentliche KI-Dienste; die Hinweise des EDÖB erklären grundlegende Risiken bei Personendaten.
- Institutionelle Regeln: Klären Sie Zugänge, Abgaben und Datenschutz mit Ihrer Einrichtung. Bei öffentlichen Schulen und kantonalen Angeboten gelten teils unterschiedliche Vorgaben; rechtliche Einzelfragen gehören zur zuständigen Fachstelle.
- Fachliche Kontrolle: KI kann eine überzeugende Lernfolge vorschlagen, obwohl eine Voraussetzung fehlt. Lösen Sie die Aufgaben selbst und prüfen Sie, ob jede Phase fachlich auf dem Vorhergehenden aufbaut.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Frau Keller leitet in Winterthur einen Kurs zur schriftlichen Kundenkommunikation. Bisher lesen die Erwachsenen online allgemeine Hinweise und hören im Seminar einen ähnlichen Vortrag. Die Anwendung beginnt jedes Mal fast von vorn.
Sie lässt KI einen Übergang entwerfen und überarbeitet ihn fachlich: Vorab wählen die Teilnehmenden zu einer erfundenen Anfrage eine Antwort und notieren ihre Begründung. Im Seminar vergleichen sie die Entscheidungen und prüfen, welche Rückfrage noch fehlt. Anschliessend schreiben sie eine verbesserte Fassung.
Eine Person ohne Vorbereitung erhält einen kurzen Einstiegsfall und arbeitet danach regulär mit. Frau Keller nutzt dafür Ideen zum Anschluss ohne Vorbereitung. Nach dem Seminar folgt ein kleiner Transferauftrag, der das geübte Vorgehen in den Arbeitsalltag überträgt.
So hilft Ihnen Alpasana
Im Prompt-Engineering-Kurs von absofort lernen Sie, KI-Aufträge mit Ziel, Kontext und Ausgabeformat zu formulieren. Sie üben auch, komplexe Aufgaben schrittweise zu bearbeiten und Entwürfe kritisch zu prüfen.
Diese Arbeitsweise unterstützt Sie beim Entwerfen von Phasenplänen und Übergangsaufträgen. Sie bringen die pädagogischen Ziele und Rahmenbedingungen ein; ein schlüssig formulierter KI-Auftrag macht Annahmen sichtbar, ersetzt aber keine Erprobung Ihres Kurskonzepts.
Häufige Fragen
Muss jede Präsenzphase eine Onlinevorbereitung haben?
Nein, die Verbindung muss zur Lernaufgabe passen. Ein gemeinsamer Einstieg kann sinnvoll sein, wenn ein Thema emotional anspruchsvoll ist oder viele Rückfragen zu erwarten sind.
Darf ich Inhalte bewusst wiederholen?
Ja, eine Wiederaufnahme kann Wissen festigen und Verständnis klären. Ändern Sie dabei die Lernhandlung, etwa vom Wiedererkennen zum Erklären oder Anwenden.
Wie verhindere ich zusätzliche Belastung durch Onlineaufgaben?
Rechnen Sie Vorbereitung als Teil des gesamten Lernaufwands ein. Fragen Sie nach Hindernissen und kürzen Sie Aufgaben, deren Ergebnisse später nicht gebraucht werden.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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