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KI im Unternehmen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Besprechung mit KI transkribieren: Ablauf und Prüfung

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI-Dienste wandeln Audioaufnahmen in Text um und ordnen Aussagen oft den Sprechenden zu. Bei Dialekt, Fachbegriffen und durcheinander redenden Personen entstehen aber Fehler. Prüfen Sie das Transkript stichprobenweise gegen die Aufnahme, bevor Sie daraus ein Protokoll erstellen, und löschen Sie die Aufnahme nach der festgelegten Frist.

Das Problem

Die Strategiesitzung dauerte drei Stunden, und alle Beteiligten haben der Aufnahme zugestimmt. Jetzt liegt eine Audiodatei auf dem Computer. Frau Müller soll daraus ein Protokoll machen. Drei Stunden anhören und mitschreiben? Das wäre ein ganzer Arbeitstag.

KI-Spracherkennung kann das in wenigen Minuten erledigen. Sie wandelt gesprochene Sprache in Text um. Das Ergebnis nennt man Transkript. Viele Dienste erkennen sogar, welche Person gerade spricht, und schreiben das dazu.

So beeindruckend das ist: Die Qualität schwankt stark. Schweizerdeutsch, Fachbegriffe, Namen, schlechte Mikrofone und Menschen, die gleichzeitig reden, führen zu Fehlern. Manchmal werden ganze Sätze falsch verstanden oder einer falschen Person zugeordnet. Ein ungeprüftes Transkript kann deshalb Aussagen verfälschen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie die Freigabe. Stellen Sie sicher, dass alle Teilnehmenden der Aufnahme und der Verarbeitung mit KI zugestimmt haben. Was vorher zu klären ist, zeigt die Checkliste Meeting-Aufzeichnung vorbereiten.
  1. Wählen Sie einen freigegebenen Dienst. Nutzen Sie nur einen Transkriptionsdienst, den Ihr Betrieb geprüft hat. Viele Videokonferenz- und Bürosoftware-Pakete haben eine Transkriptionsfunktion eingebaut (Stand Oktober 2026). Prüfen Sie, wo die Aufnahme verarbeitet und gespeichert wird.
  1. Sorgen Sie für gute Tonqualität. Für künftige Aufnahmen gilt: ein gutes Mikrofon in der Raummitte, wenig Hintergrundgeräusche, nacheinander sprechen. Das verbessert das Ergebnis mehr als jede Nachbearbeitung.
  1. Geben Sie Hilfen vor. Manche Dienste erlauben eine Liste mit Namen und Fachbegriffen, die oft vorkommen. Nutzen Sie diese Möglichkeit. Geben Sie auch die Sprache korrekt an.
  1. Transkribieren Sie und prüfen Sie Stichproben. Hören Sie mehrere Abschnitte an, besonders die wichtigsten Entscheidungen, und vergleichen Sie mit dem Text. Achten Sie auf Zahlen, Namen, Verneinungen und die Zuordnung zu Sprechenden.
  1. Korrigieren Sie die Sprecherzuordnung. Automatische Zuordnungen heissen oft nur «Sprecher 1, Sprecher 2». Ersetzen Sie diese durch Funktionen oder Kürzel. Prüfen Sie, ob Aussagen richtig zugeordnet sind.
  1. Erstellen Sie das Protokoll aus dem Transkript. Lassen Sie die KI mit der Vorlage unten Beschlüsse und Aufgaben herausziehen. Danach gleichen Sie diese mit den markierten Stellen in der Aufnahme ab. Mehr zum Protokoll unter Sitzungsprotokoll mit KI.
  1. Löschen Sie Aufnahme und Rohtranskript nach Frist. Bewahren Sie das geprüfte Protokoll auf. Die Audiodatei und das vollständige Transkript löschen Sie nach der vereinbarten Frist.

Vorlage zum Kopieren

Unten steht das automatische Transkript einer Sitzung. Teilnehmende: [Funktionen/Kürzel]. Thema: [Thema].
Bitte:
1. Ersetze «Sprecher 1, 2, …» durch die passenden Kürzel, wenn es aus dem Inhalt eindeutig hervorgeht. Sonst schreibe [Zuordnung unklar].
2. Markiere Stellen, die vermutlich falsch erkannt wurden (unsinnige Wörter, abgebrochene Sätze), mit [PRÜFEN] und Zeitstempel.
3. Erstelle eine Liste aller Beschlüsse und Aufgaben mit Zeitstempel, damit ich sie in der Aufnahme nachhören kann.
4. Ändere nichts am Inhalt und erfinde nichts.
Transkript: [Text einfügen]

Ergänzen Sie Teilnehmende und Thema; hören Sie danach alle mit [PRÜFEN] markierten Stellen und jeden Beschluss anhand der Zeitstempel nach.

Worauf Sie achten müssen

  • Einwilligung: Ohne Zustimmung aller Beteiligten darf ein nicht öffentliches Gespräch nicht aufgenommen werden. Das gilt auch für interne Sitzungen.
  • Dialekt: Schweizerdeutsch wird von vielen Diensten in Hochdeutsch übertragen. Dabei gehen Nuancen verloren, und Fehler sind häufiger.
  • Personendaten: Ein Transkript enthält Namen, Meinungen und manchmal heikle Aussagen. Es unterliegt dem Datenschutz.
  • Speicherort: Klären Sie, wo der Dienst Aufnahmen und Texte speichert und wie lange.
  • Falsche Zuordnung: Wenn eine Aussage der falschen Person zugeschrieben wird, kann das Konflikte auslösen. Prüfen Sie heikle Stellen besonders.
  • Vollständigkeit: Leise oder durcheinander gesprochene Passagen fehlen oft ganz.
EinflussfaktorAuswirkung auf die Qualität
Gutes Mikrofon, ruhiger RaumDeutlich besser
SchweizerdeutschHäufiger Fehler, oft Übertragung ins Hochdeutsche
Viele Fachbegriffe und NamenFehler wahrscheinlich, Wortliste hilft
Mehrere Personen sprechen gleichzeitigLücken und falsche Zuordnung
Online-Sitzung mit eigenem Mikrofon pro PersonZuordnung meist zuverlässiger

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Genossenschaft im Kanton Zürich zeichnete mit Zustimmung aller ihre Vorstandsklausur auf. Das automatische Transkript machte aus «Mietzinsreduktion abgelehnt» die Wendung «Mietzinsreduktion angenommen». Die Ursache war ein Nebengeräusch an der entscheidenden Stelle.

Die Sekretärin prüfte mit der Vorlage alle Beschlüsse anhand der Zeitstempel und bemerkte den Fehler. Seit diesem Vorfall wird in der Sitzung jeder Beschluss zusätzlich laut zusammengefasst, und die Aufnahme wird nach Genehmigung des Protokolls gelöscht.

So hilft Ihnen Alpasana

Im Angebot KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort finden Sie Kurse zur Bürokommunikation rund um Meetings, auch mit Copilot und Google Workspace, sowie zur Podcast- und Voiceover-Vorbereitung. Sie üben dort, mit Audio und Text verantwortungsvoll umzugehen und KI-Ergebnisse zu prüfen.

Ein KI-Lerncoach begleitet Sie, und Praxisaufgaben schliessen mit einem verifizierbaren Abschluss ab.

Häufige Fragen

Wie gut erkennt KI Schweizerdeutsch?

Die Erkennung hat sich verbessert, ist aber je nach Dienst und Dialekt unterschiedlich gut (Stand Oktober 2026). Rechnen Sie mit mehr Fehlern als bei Hochdeutsch. Testen Sie den Dienst mit einer kurzen Aufnahme, bevor Sie ihn für wichtige Sitzungen nutzen.

Kann ich die Aufnahme auch lokal auf meinem Computer transkribieren?

Es gibt Programme, die Spracherkennung lokal ausführen, ohne die Aufnahme ins Internet zu senden. Das kann beim Datenschutz helfen, erfordert aber etwas technisches Wissen.

Wie lange darf ich die Aufnahme aufbewahren?

So lange, wie es für den Zweck nötig ist, meist bis das Protokoll genehmigt ist. Legen Sie die Frist vorher fest und informieren Sie die Teilnehmenden darüber.

Was mache ich, wenn jemand eine Aussage im Transkript bestreitet?

Hören Sie die Stelle gemeinsam nach. Ist sie unklar, wird sie im Protokoll entsprechend formuliert oder weggelassen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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