Zum Inhalt springen

Sicherheit · KI-Beratung und digitale Transformation

Warum sollte das KI-Administratorkonto getrennt sein?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Administratorkonto darf Einstellungen ändern, Personen einladen und Verbindungen einrichten. Wer damit täglich arbeitet, riskiert bei einem Fehler oder einem gestohlenen Passwort einen grossen Schaden. Nutzen Sie für den Alltag ein normales Konto und das Adminkonto nur für Verwaltungsaufgaben, mit starkem Schutz.

Das Problem

Frau Müller ist in ihrer kleinen Firma, einem Fachgeschäft für Büromöbel in Biel, die «IT-Frau für alles». Sie hat das Firmenkonto für den KI-Dienst eröffnet und ist damit automatisch Administratorin. Täglich arbeitet sie mit demselben Konto: Texte schreiben, Recherchen, nebenbei Einstellungen anpassen.

Eines Tages öffnet sie einen Link in einer scheinbar harmlosen Mail. Ihr Konto wird übernommen. Weil es Administratorrechte hat, kann die Angreiferin nun neue Personen einladen, Daten exportieren und Verbindungen einrichten. Ein gewöhnliches Konto kann die möglichen Folgen begrenzen; das konkrete Risiko hängt von seinen Berechtigungen ab.

Genau dagegen hilft die Trennung: ein Administratorkonto (mit Verwaltungsrechten) für die wenigen Verwaltungsaufgaben und ein normales Konto für die tägliche Arbeit.

Einfach erklärt

Ein Administratorkonto ist wie der Generalschlüssel eines Hauses. Er öffnet alle Türen, und wer ihn hat, kann Schlösser auswechseln. Für den Alltag nehmen Sie den normalen Wohnungsschlüssel.

Warum ist das bei KI wichtig?

  • Weniger Schaden bei Fehlern. Ein falscher Klick im Alltagskonto kann weniger anrichten.
  • Weniger Angriffsfläche. Angreifer suchen gezielt nach Adminkonten, weil sie am meisten bewirken.
  • Mehr Übersicht. Verwaltungsaktionen sind leichter nachvollziehbar, wenn sie von einem eigenen Konto kommen.
  • Weniger Versuchung. Wer ständig als Admin arbeitet, ändert Einstellungen schnell «nebenbei».

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Stellen Sie fest, wer Admin ist. Schauen Sie in den Einstellungen unter «Benutzer», «Rollen» oder «Mitglieder» nach. Notieren Sie alle Personen mit Verwaltungsrechten.
  1. Reduzieren Sie die Zahl. Bestimmen Sie eine hauptverantwortliche Person und eine Stellvertretung, soweit das für Ihren Betrieb angemessen ist.
  1. Legen Sie für jede dieser Personen ein zweites Konto an. Das Adminkonto erhält eine eigene Adresse, zum Beispiel «vorname.admin@firma.ch». Das Alltagskonto bekommt nur normale Rechte.
  1. Schützen Sie das Adminkonto stärker. Nutzen Sie dafür einem einmaligen Passwort und, soweit verfügbar, einem zweiten Faktor, siehe Zwei-Faktor-Schutz für KI-Konten.
  1. Melden Sie sich nur zu Verwaltungsaufgaben an. Danach wieder abmelden. Nicht im Browser angemeldet lassen.
  1. Nutzen Sie das Adminkonto nicht für Chat, Mail oder Surfen. Die Verwaltungsoberfläche reicht.
  1. Sichern Sie einen Notfallzugang. Falls die Admins ausfallen, muss es einen geregelten Weg geben, siehe Notabschaltung vorbereiten.
  1. Prüfen Sie die Rollen regelmässig. Bei Austritt oder Wechsel werden Verwaltungsrechte sofort entzogen.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt erstellen Sie eine kurze Anleitung für Ihren Betrieb. Geben Sie keine Passwörter ein.

Erstelle eine einseitige interne Anleitung «Admin- und Alltagskonto beim KI-Dienst [Name]» für einen Schweizer Betrieb ([Branche], [Anzahl] Mitarbeitende).
Inhalt:
1. Warum wir zwei Konten verwenden (3 Sätze)
2. Wer ein Adminkonto hat: [Rolle 1], [Rolle 2 als Stellvertretung]
3. Regeln für das Adminkonto (starkes Passwort im Passwortmanager, zweiter Faktor, nur für Verwaltungsaufgaben, danach abmelden)
4. Regeln für das Alltagskonto
5. Was bei Verdacht auf Missbrauch zu tun ist
6. Ein Feld «zuletzt geprüft am»
Regeln: Keine echten Zugangsdaten nennen, einfache Sprache, Deutsch (Schweiz).

Passen Sie die Rollen an und hängen Sie die Anleitung dort auf, wo das Team sie findet.

Worauf Sie achten müssen

  • Zwei Konten, zwei Passwörter. Verwenden Sie nie dasselbe Passwort für beide, und nutzen Sie einen Passwortmanager.
  • Adminrechte nicht unnötig verteilen. Wer sie nicht braucht, bekommt sie nicht.
  • Lizenzkosten: Manche Anbieter berechnen für jedes Konto einen Preis. Rechnen Sie das ein.
  • Gemeinsame Adminkonten vermeiden. Ein Konto, das mehrere Personen nutzen, ist nicht nachvollziehbar, siehe Gemeinsame Konten und ihre Risiken.
  • Automatisierungen nicht mit dem Adminkonto betreiben: Dafür gibt es eigene Zugänge, siehe Servicekonten für KI-Automatisierungen.
  • Nicht alle Dienste erlauben die Trennung. Prüfen Sie, wie die Rollen aufgebaut sind. Wenn nicht möglich, schützen Sie das eine Konto besonders stark.
KontoZweckSchutz
AlltagskontoTexte, Recherchen, EntwürfePasswort, zweiter Faktor
AdminkontoBenutzer, Verbindungen, Einstellungenlanges Passwort, zweiter Faktor, nur bei Bedarf
ServicekontoAutomatisierungennur nötige Rechte, eigener Besitzer
NotfallzugangAusfall der Adminssicher verwahrt, nur im Notfall

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Ingenieurbüro in Schaffhausen mit 12 Mitarbeitenden nutzt einen KI-Dienst. Die Inhaberin ist als Einzige Administratorin und arbeitet damit täglich.

Vorher: Das Adminkonto wird für alles genutzt, auch zum Lesen von Mails mit dem gleichen Browser. Nachher: Die Inhaberin legt ein Alltagskonto für sich an und behält das Adminkonto mit eigenem Passwort und zweitem Faktor für die Verwaltung. Eine Mitarbeiterin ist Stellvertreterin mit eigenem Adminkonto. Bei einer Phishing-Mail wäre nur das Alltagskonto betroffen gewesen. Die Verwaltungsrechte blieben geschützt.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie KI-Werkzeuge mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten einführen wollen, unterstützt Sie die KI-Beratung und digitale Transformation. Sie umfasst Einsatzregeln, Pilot und Skalierung bei der Integration von KI-Agenten sowie die Dokumentation der Umsetzung.

Konten- und Rollenkonzepte lassen sich darin festlegen. Projekte werden individuell offeriert.

Häufige Fragen

Ist ein zweites Konto in einem kleinen Betrieb nicht übertrieben?

Gerade in kleinen Betrieben ist das Adminkonto oft das einzige Konto mit weitreichenden Rechten. Die Trennung ist einfach und senkt das Risiko deutlich.

Was, wenn ich nur eine Person bin?

Dann nutzen Sie trotzdem zwei Konten, wenn der Dienst es erlaubt, und schützen das Adminkonto besonders. Eine Vertrauensperson sollte als Notfallkontakt bekannt sein.

Darf der Admin die Chats der anderen lesen?

Das hängt vom Dienst und den Einstellungen ab. Klären Sie es offen mit dem Team und legen Sie schriftlich fest, wann Einsicht erlaubt ist.

Wie oft soll das Adminpasswort wechseln?

Wichtiger als ein regelmässiger Wechsel sind ein langes, einmaliges Passwort und ein zweiter Faktor. Wechseln Sie es sofort bei Verdacht oder wenn Admins ausscheiden.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie