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Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Deepfakes prüfen ohne Spezialwissen: Ein einfacher Ablauf

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Sie brauchen keine Technik, um ein verdächtiges Video einzuordnen. Stellen Sie fünf Fragen: Woher kommt es, passt es zur Person, gibt es eine zweite Quelle, wird etwas von mir verlangt, und kann ich es über einen anderen Weg bestätigen?

Das Problem

Sie sehen ein Video oder Bild und fragen sich: Ist das echt? Vielleicht hat eine Bekannte es geschickt, vielleicht tauchte es in einer Anzeige auf. Sie sind keine Technikerin und möchten keine Software installieren oder Fachbegriffe lernen.

Deepfakes sind Videos, Bilder oder Tonaufnahmen, die mit KI so verändert oder erzeugt wurden, dass sie echt wirken. Gute Fälschungen erkennt man mit blossem Auge oft nicht. Der Ratschlag «achten Sie auf seltsame Finger» hilft deshalb nur begrenzt.

Die gute Nachricht: Sie müssen die Fälschung nicht an Pixeln erkennen. Mit einem kurzen, festen Ablauf von Fragen beurteilen Sie, ob Vorsicht nötig ist, und das funktioniert auch bei sehr guten Fälschungen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Stoppen Sie, bevor Sie handeln. Leiten Sie nichts weiter, klicken Sie nichts an und zahlen Sie nichts. Der erste Schritt ist immer die Pause.
  2. Frage 1: Woher kommt es? Wer hat es geschickt, wo wurde es veröffentlicht? Eine unbekannte Quelle oder eine Weiterleitung ohne Ursprung ist ein Warnzeichen. Wie Sie dem Ursprung nachgehen, zeigt Bildherkunft per Rückwärtssuche.
  3. Frage 2: Passt es zur Person und zur Lage? Würde die Person das sagen, tun oder anbieten? Passt der Ort, die Sprache, der Zeitpunkt? Wenn etwas überrascht, ist Vorsicht angebracht.
  4. Frage 3: Gibt es eine zweite Quelle? Suchen Sie bei etablierten Medien, offiziellen Kanälen oder der Person selbst. Suchen Sie nach unabhängigen Bestätigungen. Fehlen Berichte, erlaubt das allein kein sicheres Urteil.
  5. Frage 4: Wird etwas von mir verlangt? Geld, Daten, ein Klick, Geheimhaltung oder Eile sind das eigentliche Warnsignal. Je mehr verlangt wird, desto strenger prüfen Sie.
  6. Frage 5: Kann ich es über einen anderen Weg bestätigen? Rufen Sie die Person über eine bekannte Nummer an oder fragen Sie in der Firma nach. Das ist die stärkste Prüfung. Bei Videoanrufen siehe Deepfake im Videogespräch.
  7. Entscheiden Sie nach dem Risiko. Bei harmlosen Inhalten reicht Skepsis. Bei Geld, Gesundheit, Wahlen oder Ruf von Personen warten Sie ab, bis eine Bestätigung vorliegt.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Stoppen Sie, bevor Sie handeln; 2. Frage 1: Woher kommt es?; 3. Frage 2: Passt es zur Person und zur Lage?; 4. Frage 3: Gibt es eine zweite Quelle?; 5. Frage 4: Wird etwas von mir verlangt?; 6. Frage 5: Kann ich es über einen anderen Weg bestätigen?; 7. Entscheiden Sie nach dem Risiko.
Der Weg im Überblick: Deepfakes prüfen ohne Spezialwissen: Ein einfacher Ablauf

Vorlage zum Kopieren

Ein KI-Assistent kann Ihnen helfen, den Ablauf auf Ihre Situation zu übertragen und einen Merkzettel zu erstellen:

Ich möchte ohne Technikkenntnisse prüfen, ob ein Video oder Bild echt sein könnte.
Situation: [kurze Beschreibung: Wer hat es geschickt, was wird behauptet, was wird von mir verlangt].
Wende folgende fünf Fragen darauf an: Herkunft, Plausibilität, zweite Quelle,
Forderung an mich, Bestätigung über anderen Kanal.
Beantworte jede Frage mit «Hinweis auf Fälschung», «unklar» oder «unauffällig»
und begründe kurz. Sag mir am Ende, welchen Schritt ich als Nächstes tun sollte.
Beurteile nicht selbst, ob das Material echt ist.

Fügen Sie nur Beschreibungen ein, keine fremden Gesichter oder vertraulichen Dateien.

Der Ablauf als kleine Entscheidungshilfe

AntwortWas Sie tun
Quelle unbekannt und es wird etwas verlangtNichts tun, bestätigen lassen
Quelle bekannt, aber Inhalt überraschtZweite Quelle suchen
Mehrere unabhängige Quellen bestätigenWahrscheinlich echt, trotzdem Vorsicht bei Forderungen
Keine Bestätigung möglichNicht weiterleiten, als unklar behandeln
Geld oder Zugänge betroffenImmer über zweiten Kanal bestätigen

Worauf Sie achten müssen

  • Kein Aussehen-Test. Gute Fälschungen haben keine sichtbaren Fehler. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie «etwas merken» würden.
  • Detektoren sind kein Urteil. Prüfprogramme sind Hilfsmittel mit Fehlern, wie auf der Seite Wie zuverlässig sind Deepfake-Detektoren? erklärt wird.
  • Nicht alles ist Fälschung. Echte Videos können schlecht, unscharf oder ausser Zusammenhang sein. Wer überall Fälschungen vermutet, wird ebenfalls getäuscht, weil echte Beweise dann angezweifelt werden.
  • Datenschutz beim Teilen. Laden Sie Videos nicht auf unbekannte Webseiten hoch, vor allem nicht mit Kindern, Kunden oder Patientinnen.
  • Rechtliches im Einzelfall. Wenn Sie ein Video als Beweis brauchen, lassen Sie sich bei der Polizei oder Rechtsberatung beraten.

Das Bundesamt für Cybersicherheit empfiehlt bei Betrugsverdacht den Weg über einen zweiten, bekannten Kanal (BACS).

Wie üben Sie den Ablauf?

Nehmen Sie sich einmal fünf Minuten und gehen Sie die fünf Fragen an einer Nachricht durch, die Sie diese Woche erhalten haben. Schon nach wenigen Malen wird die Reihenfolge zur Gewohnheit. Es hilft auch, die Fragen auf einen Zettel neben den Bildschirm zu legen. In Teams kann eine Person pro Monat ein erfundenes Beispiel vorstellen, siehe Deepfake-Schulung im Team.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Frau Müller führt das Sekretariat einer Gemeinde im Thurgau. Eine Kollegin zeigt ihr ein Video, in dem der Gemeindepräsident angeblich eine Steuererhöhung ankündigt. Das Video kursiert in einer Chatgruppe.

Vorher hätte sie es weitergeleitet. Nachher stellt sie die Fragen: Quelle unbekannt, Äusserung überraschend, keine Meldung auf der Gemeindewebsite. Sie ruft den Präsidenten an. Er hat nichts gesagt. Frau Müller schreibt in die Gruppe, dass das Video nicht bestätigt ist.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie einen möglichen Deepfake ohne Spezialtechnik beurteilen müssen, können eingeübte Prüfschritte den Blick auf Inhalte schärfen. Die KI-Praxiskurse von absofort behandeln Deepfakes und Phishing; bei Betrug oder Missbrauch ist die Polizei zuständig.

Häufige Fragen

Brauche ich ein Prüfprogramm?

Nicht zwingend. Der Ablauf mit den fünf Fragen funktioniert ohne Software. Ein Programm kann zusätzlich hilfreich sein, ersetzt aber die Rückfrage nicht.

Was, wenn ich unsicher bleibe?

Leiten Sie nichts weiter und handeln Sie nicht. Fragen Sie eine Vertrauensperson oder die IT. Unsicherheit ist ein legitimes Ergebnis.

Gilt der Ablauf auch für Tonaufnahmen?

Ja, die Fragen sind dieselben. Für Anrufe siehe Wie erkenne ich eine KI-Stimme am Telefon?.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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