Selbstcoaching mit KI · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching
Jede Entscheidung mit KI absichern? Eigene Sicherheit stärken
Kurz gesagt
Wer jede Entscheidung mit einer KI absichert, übt weniger, dem eigenen Urteil zu vertrauen. Ein begrenzter Reflexionsplan hilft: zuerst selbst entscheiden und notieren, dann höchstens eine gezielte Prüffrage stellen, kleine Entscheidungen ohne KI treffen und den Verlauf nach einigen Wochen auswerten.
Das Problem
Sie merken, dass Sie kaum noch eine Entscheidung ohne KI treffen. Welche Formulierung ist höflicher? Soll ich den Termin zusagen? Ist es in Ordnung, dass ich mich geärgert habe? Jede Antwort beruhigt für einen Moment, dann taucht die nächste Frage auf. Manchmal fragen Sie zweimal nach, nur um sicherzugehen.
Dieses Muster nennt man Rückversicherung: Man sucht immer wieder Bestätigung, um Unsicherheit loszuwerden. Eine KI ist dafür besonders verführerisch, weil sie jederzeit verfügbar ist, geduldig antwortet und nie genervt wirkt. Kurzfristig entlastet das. Langfristig kann es Unsicherheit verstärken, weil Sie nie erleben, dass Entscheidungen auch ohne Absicherung tragen.
Das heisst nicht, dass KI zu nutzen falsch ist. Es lohnt sich aber, bewusst zu steuern, wofür und wie oft. Mit einem begrenzten Plan üben Sie, kleine Entscheidungen selbst zu treffen und die Absicherung gezielt zu reduzieren.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Beobachten Sie eine Woche. Notieren Sie jedes Mal, wenn Sie die KI um Rat oder Bestätigung bitten: Anlass, Gefühl vorher, Gefühl nachher. Stichworte genügen, keine Inhalte.
- Sortieren Sie die Anlässe. Welche waren echte Wissensfragen (Fakten, Formulierungen)? Welche waren Rückversicherung («Ist es okay, dass ich …?»)? Markieren Sie die zweite Gruppe.
- Legen Sie Regeln fest. Zum Beispiel: «Bei kleinen Alltagsentscheidungen entscheide ich allein.» Oder: «Zuerst schreibe ich meine Antwort auf, dann darf ich eine Prüffrage stellen.»
- Üben Sie das Notieren der eigenen Entscheidung. Schreiben Sie vor jeder Frage auf: Was denke ich selbst? Was würde ich tun? Wie sicher bin ich (0 bis 10)?
- Begrenzen Sie die KI-Nutzung. Lassen Sie die KI nur Fragen stellen oder Optionen sammeln, nicht entscheiden. Mit der Vorlage unten schaffen Sie einen begrenzten Reflexionsauftrag.
- Halten Sie die Unsicherheit aus. Wenn Sie nicht nachfragen, entsteht Unruhe. Atmen Sie, warten Sie zehn Minuten und beobachten Sie, wie es weitergeht. Das Gefühl lässt oft nach.
- Werten Sie nach zwei bis vier Wochen aus. Haben Sie mehr allein entschieden? Wie fühlt sich das an? Welche Entscheidungen haben getragen? Passen Sie die Regeln an.
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte weniger Bestätigung bei einer KI suchen und mehr selbst entscheiden.
Wenn ich dir künftig eine Entscheidungsfrage stelle, dann:
- fragst du mich zuerst, was ich selbst denke und wie sicher ich mir bin (0 bis 10),
- stellst du höchstens drei offene Fragen zu Kriterien und Folgen,
- sagst du mir nicht, was ich tun soll, und lobst oder bestätigst meine Entscheidung nicht pauschal,
- erinnerst du mich daran, dass kleine Entscheidungen auch ohne Absicherung tragen.
Wenn ich mehrmals dieselbe Frage stelle, weise mich freundlich darauf hin.
Gib keine Diagnosen. Bei starker Belastung verweise auf Fachpersonen.
Bestätige kurz, dass du dich daran halten wirst.Fügen Sie die Regeln am Anfang eines neuen Gesprächs ein und beobachten Sie, ob sich der Dienst daran hält.
Wissensfrage oder Rückversicherung?
| Frage | Einordnung |
|---|---|
| «Wie schreibe ich eine Absage höflich?» | Wissens- oder Formulierungsfrage |
| «Ist es okay, dass ich Nein gesagt habe?» | Rückversicherung |
| «Welche Fristen gelten bei einer Kündigung?» | Wissensfrage, Fachperson prüfen |
| «Habe ich das richtig entschieden?» (zum dritten Mal) | Rückversicherung |
Worauf Sie achten müssen
- Nicht verurteilen. Das Bedürfnis nach Sicherheit ist menschlich. Es geht nicht darum, KI zu verbieten, sondern bewusst zu nutzen.
- Hinter der Rückversicherung kann mehr stecken. Wenn Sie ständig Zweifel, Angst oder Grübeln erleben, kann das auf eine Belastung hinweisen. Selbstcoaching ersetzt keine Therapie; sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder einer Psychotherapeutin. In akuten Krisen erreichen Sie die Dargebotene Hand unter 143.
- Regeln für die KI wirken nicht immer. Ein Chatbot kann Anweisungen vergessen oder ignorieren. Ihre eigene Regel ist wichtiger als seine.
- Keine persönlichen Daten. Beschreiben Sie Ihre Fragen allgemein. Namen, Gesundheitsangaben und Informationen über andere gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
- Wichtige Entscheidungen. Bei Gesundheit, Geld, Recht oder Beziehungen holen Sie fachlichen Rat von Menschen ein.
- Zeit für Veränderung. Neue Gewohnheiten brauchen Wochen. Rückschritte sind normal; die Seite Alte Gewohnheiten kehren zurück bietet dafür eine hilfreiche Haltung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Eine Teamassistentin aus Baden bemerkt, dass sie die KI zu jeder Mail an ihren Chef befragt: «Klingt das okay? Ist das zu direkt?» In ihrem fiktiven Beobachtungsprotokoll zählt sie innerhalb einer Woche 23 Anfragen. Etwa die Hälfte betrifft Rückversicherung.
Sie legt fest: Mails unter fünf Sätzen schickt sie ohne KI ab. Bei längeren schreibt sie zuerst ihre eigene Einschätzung auf. Nach zwei Wochen sind es noch sieben Anfragen. Sie erlebt, dass ihr Chef auf eine kurze Mail normal antwortet.
Vorher fühlte sie sich unsicher und kontrollierte alles. Nachher entscheidet sie bei Kleinigkeiten allein und merkt, dass nichts Schlimmes passiert. Wie man die eigene Stimme bei Entscheidungen stärkt, zeigt Entscheidung: die eigene Stimme hören.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie über Selbstzweifel und Entscheidungen mit einem Menschen sprechen möchten, bietet my-coach.ch mit Nataliya Fiechter Life Coaching und Mental Coaching an. Veröffentlichte Themen sind unter anderem Selbstwert, Perfektionismus, Entscheidungen, Stress, Grenzen und Work-Life-Balance. Es gibt Einzeltermine sowie Dreier- und Sechserpakete, online schweizweit oder in Safenwil. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Bei ausgeprägten Ängsten oder Zwängen ist ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung der richtige Weg. Coaching stellt keine Diagnosen und behandelt keine Erkrankungen.
Häufige Fragen
Ist es schlimm, wenn ich die KI oft frage?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, ob Sie das Gefühl haben, ohne sie nicht mehr entscheiden zu können, oder ob die Nutzung Sie unruhig macht. Dann lohnt sich eine bewusste Begrenzung.
Wie viele Rückfragen sind in Ordnung?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Hilfreich ist die Unterscheidung zwischen Wissensfragen und Fragen, die vor allem Unsicherheit beruhigen sollen.
Was, wenn ich ohne KI nicht entscheiden kann?
Beginnen Sie mit sehr kleinen Entscheidungen und steigern Sie langsam. Wenn die Unsicherheit stark ist, holen Sie Unterstützung bei einer Vertrauensperson oder Fachperson.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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