Zum Inhalt springen

Selbstcoaching mit KI · Swiss Jobrollen Check

Was kann ich und was mag ich? Mit KI Unterschiede klären

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Was man gut kann, macht nicht automatisch Freude, und was man gern tut, beherrscht man nicht immer. Wer beides unterscheidet, findet leichter Aufgaben und Berufe, die passen. KI kann Fragen stellen und Antworten ordnen. Eine Berufs- oder Laufbahnberatung kann das vertiefen.

Das Problem

Sie sind seit Jahren in Ihrem Beruf gut. Kolleginnen schätzen Ihre Zuverlässigkeit und Ihre Fachkenntnis. Trotzdem fragen Sie sich, ob die Arbeit zu Ihnen passt: Vieles gelingt, aber wenig begeistert. Oder umgekehrt: Sie hätten Lust auf etwas Neues, bezweifeln aber, ob Sie dafür taugen.

Hinter dieser Verwirrung steckt oft eine fehlende Unterscheidung. Stärken sind Fähigkeiten, bei denen Sie gute Ergebnisse erzielen, zum Beispiel Organisieren, Zuhören, Rechnen, Zeichnen. Interessen sind Themen und Tätigkeiten, die Sie anziehen, Sie neugierig machen und bei denen Sie die Zeit vergessen. Beides überschneidet sich manchmal, oft aber nicht. Wer nur seinen Stärken folgt, landet leicht in Aufgaben, die er gut kann, aber nicht mag. Wer nur seinen Interessen folgt, übersieht vielleicht, ob die nötigen Fähigkeiten vorhanden oder erlernbar sind.

Auch Lebenslage, Werte und Arbeitsmarkt spielen eine Rolle. Eine Ordnung der Gedanken hilft, den Blick zu klären. KI kann Ihnen dabei Fragen stellen und Ihre Stichworte in Gruppen sortieren. Sie kennt weder Ihre Biografie noch den Arbeitsmarkt im Detail. Berufliche Entscheidungen bleiben Ihre Sache, am besten gemeinsam mit einer Beratung.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Tätigkeiten sammeln: Schreiben Sie 15 bis 20 Tätigkeiten aus Ihrem Berufs- und Privatleben auf, die Sie in den letzten Jahren ausgeübt haben, von der Offertenerstellung bis zur Organisation eines Vereinsanlasses.
  2. Nach Können bewerten: Markieren Sie bei jeder Tätigkeit, wie gut Sie sie beherrschen (gut, mittel, weniger gut). Orientieren Sie sich an Rückmeldungen und Ergebnissen, nicht an Gefühlen.
  3. Nach Interesse bewerten: Markieren Sie, wie gern Sie die Tätigkeit ausüben (gern, neutral, ungern). Fragen Sie sich: Würde ich es freiwillig tun?
  4. Vier Felder bilden: Ordnen Sie die Tätigkeiten in vier Gruppen: gut und gern, gut aber ungern, gern aber weniger gut, weder noch.
  5. KI-Gespräch eröffnen: Geben Sie die Gruppen in verallgemeinerter Form in die Vorlage unten ein. Die KI soll Rückfragen stellen und Gemeinsamkeiten pro Feld herausarbeiten.
  6. Muster erkennen: Welche Art von Tätigkeiten findet sich im Feld «gut und gern»? Was haben sie gemeinsam: Menschen, Zahlen, Gestalten, Organisieren, Lernen?
  7. Berufliche Folgerungen prüfen: Überlegen Sie, welche Aufgaben oder Berufe diese Muster enthalten. Ein Berufs-Check kann eine zusätzliche Orientierung bieten.
  8. Gespräche suchen: Besprechen Sie Ihre Ergebnisse mit einer Berufs- oder Laufbahnberatung und mit Menschen aus der Praxis.

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte meine Stärken und meine Interessen unterscheiden. Hier sind meine Tätigkeiten, geordnet in vier Gruppen (verallgemeinert, ohne Namen):

Gut und gern: [Tätigkeiten]
Gut, aber ungern: [Tätigkeiten]
Gern, aber weniger gut: [Tätigkeiten]
Weder gut noch gern: [Tätigkeiten]

Aufgabe:
1. Stelle mir einzeln sechs Rückfragen, mit denen ich Muster in den Feldern erkenne (zum Beispiel: Womit haben die Tätigkeiten zu tun? Menschen, Daten, Handwerk, Gestalten, Organisieren?).
2. Fasse danach pro Feld in zwei bis drei Sätzen zusammen, was ich selbst gesagt habe.
3. Nenne drei Fragen, die ich in einem Gespräch mit einer Berufsberatung stellen könnte.
Gib keine Berufsempfehlungen, keine Lohn- oder Marktangaben und beurteile meine Persönlichkeit nicht. Sprache: Deutsch (Schweiz), Anrede «Sie».

Setzen Sie Ihre Tätigkeiten ein. Verallgemeinern Sie Angaben, damit Dritte Sie nicht erkennen können.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Berufsempfehlungen von der KI: Sie kennt den Arbeitsmarkt, Ihre Ausbildung und Ihre Lebenslage nicht. Fragen Sie sie nicht nach Löhnen, Chancen oder «dem passenden Beruf».
  • Datenschutz: Lebenslauf, Arbeitgeber und persönliche Angaben gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Verallgemeinern Sie.
  • Momentaufnahme: Interessen und Fähigkeiten verändern sich. Das Ergebnis gilt für heute.
  • Fähigkeiten sind lernbar: «Weniger gut» heisst nicht «nie». Prüfen Sie, wie viel Aufwand ein Lernweg bedeutet.
  • Stärken sind nicht gleich Berufseignung: Für viele Berufe sind formale Voraussetzungen nötig. Informieren Sie sich bei Berufsberatung oder offiziellen Berufsinformationen.
  • Belastende Lage: Wenn Sie sich in Ihrer beruflichen Situation hoffnungslos fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder einer Fachperson. In akuten Krisen erreichen Sie die Dargebotene Hand unter Telefon 143.
FeldWas es bedeuten kann
gut und gernKern für Aufgaben und mögliche Berufsrichtungen
gut, aber ungernGefahr von Erschöpfung, wenn sie überwiegt
gern, aber weniger gutLernpotenzial oder Hobby
weder nochAufgaben, die abgegeben oder reduziert werden könnten

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Sonja, 44, ist seit 15 Jahren Sachbearbeiterin in der Buchhaltung eines Gewerbebetriebs im Mittelland. Sie ist sehr zuverlässig, aber die Arbeit langweilt sie zunehmend.

Vorher: Sie glaubt, nur Buchhaltung zu können, und fürchtet, bei einem Wechsel bei null anzufangen.

Nachher: Bei der Sortierung zeigt sich: Im Feld «gut und gern» stehen vor allem Tätigkeiten, bei denen sie anderen etwas erklärt, zum Beispiel Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Im Feld «gut, aber ungern» stehen Routineabstimmungen. Sie macht einen Berufs-Check, sammelt Ideen und vereinbart ein Gespräch mit einer Laufbahnberaterin, um Wege wie Ausbildung von Lernenden oder Weiterbildung zur Ausbilderin zu klären.

So hilft Ihnen Alpasana

Für eine erste berufliche Orientierung bietet der Swiss Jobrollen Check einen Berufs-Check mit 64 Fragen zu Interessen, Arbeitsweise, Stärken, Umfeld und Werten und einen Abgleich mit über 1800 Schweizer Berufen samt Bezug zu EBA, EFZ, Berufsmaturität, HF und FH. Der Check und eine erste gespeicherte Auswertung nach Registrierung sind kostenlos; drei beste Berufe und stärkste Berufsfelder mit Namen und Bildungswegen gehören zur Pro-Ausgabe. Das Ergebnis ist eine erste Orientierung, keine Entscheidung. Eine persönliche Begleitung bietet das Job-Coaching und die Laufbahnberatung.

Häufige Fragen

Muss ich beides haben, Können und Interesse?

Nicht für jede Aufgabe. Aber im Beruf, den Sie langfristig ausüben, ist die Kombination hilfreich. Prüfen Sie auch, welche Aufgaben Ihnen Energie geben, siehe Energiegebende Aufgaben.

Was, wenn ich gar nicht weiss, was ich mag?

Beobachten Sie über zwei Wochen, was Ihnen leichtfällt oder bei dem Sie die Zeit vergessen. Beginnen Sie mit Stärken im Alltag erkennen.

Ist ein Berufswechsel mit 40 oder 50 noch möglich?

Grundsätzlich ja, die Möglichkeiten hängen von Branche, Ausbildung und Lebenslage ab. Orientierung bietet Neuorientierung in der Lebensmitte.

Ersetzt der Berufs-Check eine Beratung?

Nein. Er liefert Anregungen, die Sie in einem Gespräch vertiefen sollten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Weiterlesen in der Galaxie