Selbstcoaching mit KI · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching
Was ist passiert, was denke ich darüber? KI hilft beim Trennen
Kurz gesagt
Zwischen dem, was geschieht, und dem, was wir darüber denken, liegt ein Schritt, den wir selten bemerken. Mit einer KI-Vorlage trennen Sie Beobachtung (was eine Kamera aufnähme) von Deutung und Bewertung. So gewinnen Sie Abstand und Handlungsspielraum.
Das Problem
Ihre Kollegin geht grusslos an Ihnen vorbei. Sie denken: «Sie ist sauer auf mich.» Den restlichen Tag überlegen Sie, was Sie falsch gemacht haben. Später stellt sich heraus, dass sie in Gedanken bei einem schwierigen Telefonat war. Der Ärger war entstanden, ohne dass eine Tatsache dahinterstand.
Menschen vermischen im Alltag ständig drei Dinge: Beobachtung (was geschehen ist), Deutung (was wir glauben, was es bedeutet) und Bewertung (ob wir es gut oder schlecht finden). Die Vermischung geht so schnell, dass wir die Deutung für eine Tatsache halten. Das führt zu Missverständnissen, Konflikten und Grübeln.
Das Trennen dieser Ebenen ist eine bekannte Technik der Selbstklärung. Sie verschafft Abstand: Wenn Sie wissen, was nur Ihre Deutung ist, können Sie sie prüfen. Eine KI kann beim Sortieren helfen, wenn Sie ihr eine Situation schildern. Die Deutung der Gefühle und Motive anderer sollte sie nicht übernehmen. Sie kennt die Beteiligten nicht.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Situation wählen: Nehmen Sie ein konkretes Ereignis der letzten Tage, das Sie beschäftigt.
- Kamera-Test: Schreiben Sie auf, was eine Kamera aufgenommen hätte: Wer hat was gesagt oder getan, wann, wo? Ohne Adjektive und Absichten.
- Gedanken notieren: Was haben Sie darüber gedacht? Zum Beispiel «Er respektiert mich nicht».
- Gefühle notieren: Was haben Sie gefühlt? Ärger, Angst, Traurigkeit?
- Anonymisieren: Rollen statt Namen, keine heiklen Details.
- KI sortieren lassen: Geben Sie alles in die Vorlage ein und lassen Sie die Aussagen in Beobachtung, Deutung und Bewertung einteilen.
- Alternativen sammeln: Welche anderen Erklärungen wären möglich? Schreiben Sie drei auf, auch unbequeme.
- Handlung wählen: Soll ich nachfragen, beobachten, abwarten oder nichts tun? Wählen Sie einen Schritt.
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte eine Situation in Beobachtung, Deutung und Bewertung trennen.
Situation (anonym, mit Rollen): [Beschreibung in 3–5 Sätzen, wie ich sie
erlebt habe].
Meine Gedanken dazu: [Stichworte]. Meine Gefühle: [Stichworte].
Aufgabe:
1. Teile jeden Satz meiner Beschreibung in einer Tabelle ein:
Beobachtung (überprüfbar), Deutung (Annahme), Bewertung (gut/schlecht).
2. Schlage drei andere mögliche Erklärungen für das Verhalten vor,
als Möglichkeiten und nicht als Tatsachen.
3. Stelle mir drei Fragen, wie ich meine Deutung prüfen könnte.
Unterstelle den beteiligten Personen keine Motive und beurteile sie nicht.
Sprache: Deutsch (Schweiz).Wenn die Situation mit Gewalt oder Drohung zu tun hat, nutzen Sie diese Vorlage nicht, sondern suchen Sie Hilfe bei Fachstellen.
Worauf Sie achten müssen
- Keine Ferndiagnosen: Die KI darf nichts über die Absichten oder die Gefühle anderer behaupten. Die alternativen Erklärungen sind Möglichkeiten, keine Wahrheit.
- Gefühle zählen: Das Trennen heisst nicht, Gefühle kleinzureden. Auch wenn die Deutung nicht stimmt, ist das Gefühl real. Siehe Gefühle und Bedürfnisse benennen.
- Nicht alles ist Deutung: Wer Gewalt, Mobbing oder Diskriminierung erlebt, sollte das ernst nehmen. Hilfe geben Beratungsstellen. Bei akuter Gefahr holen Sie den Notfalldienst; «Die Dargebotene Hand» ist rund um die Uhr unter 143 erreichbar.
- Datenschutz: Keine Namen, Arbeitgeber oder Details Dritter in öffentliche KI-Dienste.
- Nachfragen schlägt Raten: Im Zweifel fragen Sie die Person selbst, ruhig und ohne Vorwurf. Mehr: Annahmen über andere prüfen.
| Aussage | Ebene |
|---|---|
| «Sie ist grusslos an mir vorbeigegangen.» | Beobachtung |
| «Sie ist sauer auf mich.» | Deutung |
| «Das ist respektlos.» | Bewertung |
| «Vielleicht war sie in Gedanken.» | alternative Deutung |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Vater aus Sursee ärgert sich, weil sein Sohn (16) auf seine Nachricht nicht antwortet.
Vorher: Er denkt «Er ignoriert mich absichtlich» und schreibt eine gereizte Nachricht. Der Sohn antwortet nicht, und die Spannung steigt.
Nachher: Der Vater trennt die Ebenen: Beobachtung: «Ich habe um 17 Uhr eine Nachricht geschickt, bis 20 Uhr keine Antwort.» Deutung: «Er ignoriert mich.» Bewertung: «Das ist respektlos.» Die KI hilft ihm, drei andere Erklärungen zu sammeln: Training, Akku leer, keine Lust auf Fragen. Er schreibt neu: «Ich wollte kurz wissen, ob du zum Essen kommst. Melde dich, wenn du Zeit hast.» Der Sohn antwortet später, und das Gespräch bleibt freundlich.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie öfter merken, dass Deutungen Ihre Beziehungen belasten, kann ein Gespräch weiterhelfen. my-coach.ch nennt unter seinen Themen Beziehungen, Konflikte, Selbstwert und Elternsein und bietet Life Coaching sowie Mental Coaching an. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich; online schweizweit oder vor Ort in Safenwil.
Coaching ersetzt keine Paar- oder Familienberatung bei schweren Konflikten oder Gewalt. Dafür gibt es spezialisierte Fachstellen.
Häufige Fragen
Ist jede Deutung falsch?
Nein. Deutungen sind oft nützlich, aber sie sind keine Tatsachen. Erst wenn Sie sie als Deutung erkennen, können Sie sie prüfen.
Wie unterscheide ich Gefühl und Deutung?
Ein Gefühl lässt sich in einem Wort sagen (traurig, wütend). Eine Deutung enthält ein «dass»: «Ich fühle, dass er mich nicht schätzt.» Das ist eine Deutung.
Hilft das auch im Berufsleben?
Ja, besonders bei Rückmeldungen und Konflikten. Es erleichtert sachliche Gespräche.
Kann die KI die Wahrheit herausfinden?
Nein. Sie kennt die Situation nur aus Ihrer Sicht. Die Wahrheit klärt sich im Gespräch mit den Beteiligten.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- Gefühle und Bedürfnisse benennen: KI als sprachliche HilfeGefühle und Bedürfnisse erkennen: Mit KI finden Sie passende Wörter für Ihre Wahrnehmung und prüfen selbst, welche Beschreibung stimmt. Mit Wortliste und Vorlage.
- «Die denken bestimmt …»: Mit KI eigene Annahmen prüfenGedanken anderer interpretieren: Unterscheiden Sie mit KI, was Sie über die Meinung anderer wirklich wissen und was Sie nur vermuten, und prüfen Sie Annahmen.
- Im Konflikt den eigenen Anteil mit KI reflektierenEigenen Konfliktanteil erkennen: Prüfen Sie mit KI Ihr Verhalten in einem Konflikt, ohne automatisch die ganze Verantwortung zu übernehmen, und erkennen Sie Muster.
- Reflexionstagebuch mit KI: Fragen statt fertiger SelbstauskunftReflexionstagebuch führen: Wie Sie KI-Fragen als Anstoss nutzen und Ihre Antworten selbst formulieren, statt sich fertige Deutungen liefern zu lassen.