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Schule & Unterricht · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI-Karten im Geografieunterricht auf Fehler untersuchen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Lassen Sie die Klasse eine KI-Karte oder eine KI-Ortsbeschreibung mit einem Atlas und einer amtlichen Karte vergleichen. Die Lernenden suchen Abweichungen bei Lage, Massstab, Grenzen und Beschriftung und begründen, welcher Quelle sie vertrauen. So wird die Kartenkompetenz gestärkt und die Fehlerhaftigkeit von KI sichtbar.

Das Problem

Frau Keller unterrichtet Geografie an der Sekundarschule. Die Lernenden fragen ein KI-Werkzeug nach einer Karte der Schweiz oder nach der Lage eines Ortes. Das Ergebnis sieht professionell aus, enthält aber falsche Kantonsgrenzen, verschobene Seen und Ortsnamen, die es nicht gibt. Viele Jugendliche merken es nicht.

Bildgenerierende KI-Systeme zeichnen Karten nicht auf der Grundlage von Geodaten, sondern erzeugen ein Bild, das wie eine Karte aussieht. Sie «wissen» nicht, wo etwas liegt. Auch Textwerkzeuge können räumliche Angaben falsch wiedergeben, etwa Entfernungen, Himmelsrichtungen oder Höhenangaben.

Genau daran lässt sich Kartenkompetenz üben. Das ist die Fähigkeit, Karten zu lesen, ihre Elemente wie Legende, Massstab und Signaturen zu verstehen und ihre Verlässlichkeit zu beurteilen. Wenn Lernende Fehler in KI-Karten finden, erkennen sie zugleich, worauf es bei einer guten Karte ankommt. Die Lehrperson bereitet das Material vor und prüft es vorab.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Das Lernziel festlegen. Zum Beispiel «Die Lernenden prüfen räumliche Angaben mit einer verlässlichen Karte und begründen ihr Urteil». Wählen Sie ein überschaubares Gebiet, etwa einen Kanton.
  1. Ein KI-Ergebnis selbst erzeugen. Lassen Sie die KI eine Karte oder eine Beschreibung der Region erstellen. Sie führen das vorher durch und speichern das Ergebnis, damit alle dasselbe prüfen.
  1. Eine verlässliche Vergleichsquelle bereitstellen. Verwenden Sie den Schulatlas und eine amtliche Karte, zum Beispiel von swisstopo. Legen Sie vorab fest, welche Quelle als Massstab gilt.
  1. Selbst alle Fehler suchen. Gehen Sie das KI-Ergebnis durch und notieren Sie Abweichungen. Halten Sie für sich fest, welche Fehler leicht, welche schwer zu finden sind.
  1. Die Prüfaufgabe formulieren. Die Lernenden erhalten einen Auftrag wie «Finde mindestens drei Abweichungen und belege sie mit dem Atlas». Geben Sie eine Tabelle zum Eintragen vor.
  1. In Paaren vergleichen lassen. Zwei Lernende prüfen gemeinsam. Sie notieren Ort, Abweichung, verlässliche Quelle und Vermutung zur Ursache.
  1. Das Gespräch über Gründe führen. Fragen Sie: Warum macht die KI solche Fehler? Welche Karten sind verlässlich, und woran erkennt man das?
  1. Eine Prüfliste festhalten. Die Klasse notiert Fragen für Karten im Alltag: Wer hat sie erstellt? Gibt es Massstab und Legende? Stimmt der Vergleich mit einer zweiten Quelle?
PrüfpunktFrageTypischer KI-Fehler
LageLiegt der Ort dort, wo der Atlas ihn zeigt?Ort verschoben oder erfunden
GrenzenVerlaufen Kantons- oder Landesgrenzen richtig?Ungenaue Linien
MassstabPassen Entfernungen zur Massstabsleiste?Fehlende oder falsche Leiste
BeschriftungStimmen Namen und Schreibweise?Fantasienamen

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Verwenden Sie ein freigegebenes Werkzeug und nur Angaben ohne Personenbezug.

Ich bereite für eine [Klassenstufe] eine Übung zur Kartenkompetenz vor.
Gebiet: [z. B. Kanton Luzern].
Erstelle eine kurze Beschreibung der geografischen Lage dieses Gebiets mit fünf Ortsangaben (Seen, Städte, Nachbarkantone, Himmelsrichtungen).
Schreibe zusätzlich eine Tabelle mit den wichtigsten Angaben, damit ich sie mit dem Atlas vergleichen kann.
Gib an, bei welchen Angaben du dir unsicher bist.
Behaupte nicht, dass die Angaben vollständig oder sicher stimmen.

Tauschen Sie das Gebiet aus und lassen Sie bei Bedarf eine zweite, bewusst fehlerhafte Fassung nur für die Lehrperson erzeugen. Kennzeichnen Sie diese klar.

Worauf Sie achten müssen

  • Verwenden Sie die KI-Ergebnisse nie als Lösung. Der Atlas und amtliche Karten sind die Referenz; vergleichen Sie vorab selbst.
  • Kennzeichnen Sie fehlerhafte Beispiele deutlich als Übungsmaterial, damit sie nicht als echte Karten im Umlauf bleiben.
  • Besprechen Sie auch, dass verlässliche Karten Entscheidungen enthalten: Auswahl, Projektion und Generalisierung. Fehlerfrei im absoluten Sinn ist keine Karte.
  • Geben Sie keine Standortdaten von Lernenden oder deren Wohnadresse in öffentliche KI-Dienste ein.
  • Grenzfragen können politisch sein. Bleiben Sie bei bekannten, gut belegten Beispielen. Die Zuordnung zu den Kompetenzen prüfen Sie im Lehrplan 21 Ihres Kantons.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel aus einer 7. Klasse in Sursee: Frau Keller hat die KI um eine Karte des Kantons Luzern gebeten. Das Bild zeigt den Vierwaldstättersee an einer falschen Stelle und einen Ort mit einem Namen, den es nicht gibt. Das Ergebnis speichert sie als Arbeitsblatt.

Die Lernenden vergleichen es in Paaren mit dem Schulatlas. Sie finden den falsch gelegten See, zwei verschobene Städte und den erfundenen Ortsnamen. Ein Paar bemerkt zudem, dass die Massstabsleiste nicht zu den Entfernungen passt. In der Besprechung halten sie fest, dass die KI ein Bild «im Stil einer Karte» erzeugt hat. Frau Keller fragt nach, welche Quellen sie künftig für Ortsangaben nutzen wollen; die Antworten nennen Atlas und die Kartenapp der Gemeinde.

So hilft Ihnen Alpasana

Für den kritischen Umgang mit KI-Ergebnissen bietet absofort KI- und IT-Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben an, unter anderem mit Qualitätsprüfung, Praxisaufgaben und Einsatzregeln. Dort üben Sie, KI-Entwürfe systematisch zu prüfen.

Die Kurse sind nicht auf Geografie oder den Schulunterricht ausgerichtet. Die Auswahl der Karten und die didaktische Gestaltung bleiben bei Ihnen.

Häufige Fragen

Kann die KI überhaupt korrekte Karten erzeugen?

Textwerkzeuge können oft richtige Ortsangaben nennen, Bildwerkzeuge zeichnen aber häufig nur ein kartenähnliches Bild. Verlassen Sie sich auf geprüfte Kartenquellen und nutzen Sie KI nur zum Vergleich.

Ist das nicht entmutigend für die Klasse?

Nein, wenn Sie die Übung als Detektivaufgabe anlegen. Die Lernenden erleben, dass sie mit ihrem Wissen Fehler aufdecken können. Eine verwandte Übung zu verzerrten Darstellungen finden Sie im Beitrag zu KI-Vorurteilen untersuchen.

Wie gehe ich mit Beschriftungen in mehreren Sprachen um?

Ortsnamen unterscheiden sich in der Schweiz je nach Sprachregion. Lassen Sie die Klasse die offizielle Schreibweise im Atlas nachschlagen, statt der KI zu glauben.

Was, wenn die KI zufällig alles richtig macht?

Auch das ist ein Ergebnis: Die Klasse kann prüfen und belegen, dass die Angaben stimmen. Dass Einigkeit allein noch kein Beweis ist, zeigt der Beitrag zu KI-Antworten vergleichen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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