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Recht & Ethik · KI-Beratung und digitale Transformation

Darf der Anbieter das KI-Modell während des Vertrags ändern?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ob ein Anbieter das Modell während der Vertragslaufzeit ändern darf, steht in seinem Vertrag, meist als Änderungsvorbehalt. Viele Verträge erlauben Änderungen und sichern nur eine gleichwertige Leistung zu. Achten Sie auf Ankündigungsfristen, feste Modellversionen, Testmöglichkeiten und ein Kündigungsrecht, und prüfen Sie Ihre Abläufe nach jeder Änderung.

Das Problem

Ihr Betrieb nutzt seit Monaten einen KI-Assistenten, der Offerten vorbereitet. Plötzlich liefert er andere Ergebnisse: Der Ton ist anders, bestimmte Formulierungen fehlen, ein Format, das bisher zuverlässig funktionierte, wird nicht mehr eingehalten. Auf Nachfrage heisst es, das Modell sei aktualisiert worden. Sie hatten davon nichts erfahren, und Ihre sorgfältig abgestimmten Anweisungen funktionieren nicht mehr wie früher.

Das ist kein Einzelfall. KI-Anbieter verbessern, ersetzen und beenden Modelle regelmässig. Meist behalten sie sich das in den Vertragsbedingungen vor. Für Betriebe, deren Abläufe von einem bestimmten Verhalten abhängen, kann das heikel sein: Eine Änderung kann Qualität, Kosten, Datenschutz und Sicherheit berühren.

Diese Checkliste zeigt, worauf Sie im Vertrag achten und wie Sie sich praktisch vorbereiten. Sie ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine einseitige Änderung im Einzelfall zulässig ist, hängt vom Vertrag und vom anwendbaren Recht ab, und das beurteilt eine Fachperson.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Abhängigkeit beschreiben: Welche Abläufe hängen vom Verhalten des Modells ab, etwa Format, Ton, Genauigkeit, Tempo? Je enger die Abhängigkeit, desto wichtiger der Schutz.
  2. Vertrag auf Änderungsvorbehalt prüfen: Suchen Sie nach Formulierungen wie «Wir können den Dienst jederzeit ändern», «Modelle können ersetzt werden» oder «Funktionen können eingestellt werden».
  3. Zugesicherte Leistung klären: Was ist ausdrücklich zugesagt: ein bestimmtes Modell, eine Modellfamilie oder nur «ein Dienst gleicher Art»?
  4. Ankündigungsfristen suchen: Wie früh informiert der Anbieter über Änderungen, wie lange bleibt das alte Modell verfügbar (Auslaufphase)?
  5. Feste Versionen prüfen: Bietet der Anbieter an, eine bestimmte Modellversion zu nutzen und vor Änderungen zu bewahren?
  6. Rechte bei wesentlicher Änderung klären: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht, Preisanpassung oder Rückerstattung, wenn der Dienst sich wesentlich verschlechtert?
  7. Testfälle vorbereiten: Sammeln Sie typische Aufgaben mit erwartetem Ergebnis, siehe Prompt mit Testfällen prüfen. Damit prüfen Sie nach jeder Änderung rasch, ob Ihre Abläufe noch funktionieren.
  8. Modellstand dokumentieren: Notieren Sie, welches Modell mit welcher Bezeichnung wann im Einsatz war, soweit der Anbieter es nennt.
  9. Beobachten: Prüfen Sie Mitteilungen des Anbieters regelmässig und achten Sie auf schleichende Veränderungen, siehe Model Drift.

Vorlage zum Kopieren

Wir nutzen den KI-Dienst [Name] für [Zweck]. Unsere Abläufe hängen von folgendem Verhalten ab: [Format, Ton, Genauigkeit].
Hier die Passagen unseres Vertrags zu Änderungen des Dienstes (ohne vertrauliche Angaben): [Text einfügen].
Erstelle mir:
1. eine Tabelle «Punkt | Was steht im Vertrag? | Risiko für uns | Rückfrage an den Anbieter»
   zu: Änderungsvorbehalt, zugesicherte Leistung, Ankündigungsfrist, Auslaufphase des alten Modells,
   feste Modellversion, Sonderkündigungsrecht, Preisänderung,
2. 10 Testaufgaben, mit denen wir nach einer Modelländerung prüfen können, ob unsere Abläufe noch funktionieren,
3. einen Entwurf einer E-Mail an den Anbieter mit unseren Rückfragen.
Erfinde keine Vertragsinhalte und gib keine Rechtsberatung. Markiere Unklares als «unklar». Sprache: Deutsch (Schweiz).

Setzen Sie Ihre Angaben ein. Prüfen Sie die Antworten am Originaltext, und lassen Sie wichtige Rückfragen von einer Fachperson gegenlesen.

Worauf Sie achten müssen

  • Weitreichende Änderungsvorbehalte: Klauseln, die dem Anbieter Änderungen «nach eigenem Ermessen» erlauben, geben Ihnen wenig Schutz. Ob sie im Einzelfall wirksam sind, ist eine Rechtsfrage.
  • Schleichende Veränderungen: Nicht jede Änderung wird angekündigt. Ergebnisse können sich auch ohne neue Bezeichnung verändern. Regelmässige Tests helfen.
  • Abgestimmte Anweisungen: Prompts, die auf ein Modell abgestimmt sind, wirken bei einem anderen anders. Planen Sie Zeit für Anpassung ein.
  • Datenschutz und Sicherheit: Neue Modelle können mit anderen Unterauftragnehmern oder Standorten arbeiten. Lesen Sie Änderungsmitteilungen genau, siehe Speicherorte im KI-Vertrag.
  • Preisänderungen: Änderungen gehen oft mit neuen Preisen einher. Prüfen Sie die Regeln dazu.
  • Gratis- und Testtarife: Sie bieten meist keinerlei Stabilitätszusagen.
FrageWorauf Sie achten
Darf der Anbieter ändern?Änderungsvorbehalt, Grenzen
Was ist zugesichert?bestimmtes Modell oder gleichwertiger Dienst
Wie früh wird informiert?Ankündigungsfrist, Auslaufphase
Gibt es feste Versionen?Planbarkeit
Was, wenn es schlechter wird?Sonderkündigung, Preisanpassung

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Architekturfirma in Brugg nutzt einen KI-Dienst, um Baubeschriebe in ein einheitliches Format zu bringen.

Vorher: Nach einer unangekündigten Modelländerung stimmen Überschriften und Nummerierung nicht mehr. Erst nach zwei Wochen fällt auf, dass mehrere Baubeschriebe falsch formatiert wurden. Im Vertrag steht, dass der Anbieter den Dienst jederzeit anpassen darf.

Nachher: Die Firma sammelt zehn Testbeschriebe mit erwarteter Struktur und prüft damit monatlich und nach jeder Mitteilung des Anbieters. Sie verlangt eine Ankündigungsfrist und die Nutzung einer festen Modellversion, soweit angeboten, und dokumentiert den Modellstand. Bei der nächsten Änderung zeigt der Test das Problem am selben Tag, und die Firma passt die Anweisung an.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie KI-Dienste in Abläufe einbinden und auf Änderungen vorbereitet sein möchten, hilft die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana. Laut Beschreibung gehören dazu die Aufnahme von Prozessen, die Integration von KI-Agenten mit Anwendungsfall, Pilot, Einsatzregeln und Skalierung sowie die Dokumentation der Umsetzung. Rechtsberatung bietet Alpasana damit nicht an. Projekte werden individuell offeriert.

Häufige Fragen

Darf ein Anbieter wirklich einfach ändern?

Das hängt von Ihrem Vertrag und dem anwendbaren Recht ab. Viele Verträge enthalten Änderungsvorbehalte. Ob sie im Einzelfall Bestand haben, klärt eine Fachperson.

Kann ich eine bestimmte Modellversion verlangen?

Manche Anbieter bieten feste Versionen an, andere nicht. Fragen Sie danach und halten Sie die Antwort schriftlich fest.

Was, wenn sich die Qualität verschlechtert?

Dokumentieren Sie Beispiele mit Datum, prüfen Sie Ihre Rechte aus dem Vertrag, wenden Sie sich an den Anbieter und holen Sie bei Bedarf Rat ein. Eine Hilfe ist KI-Fehler mit Schaden: Beweise sichern.

Wie bemerke ich Veränderungen früh?

Mit festen Testaufgaben, die Sie regelmässig durchlaufen lassen. Die Ergebnisse vergleichen Sie mit früheren.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.

Quellen

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