Prüfen & Bewerten · KI-Weiterbildung für Unternehmen
Prüfungsarbeiten für KI aufbereiten: Was muss entfernt werden?
Kurz gesagt
Das Entfernen des Namens reicht oft nicht aus. Prüfen Sie Inhalt, Dateieigenschaften und mögliche Rückschlüsse; bleibt eine Person erkennbar, ist die Arbeit nicht anonym und darf nicht als solche behandelt werden.
Das Problem
Frau Keller möchte eine Prüfungsantwort mit einem zugelassenen KI-Werkzeug bearbeiten. Sie löscht den Namen und denkt, die Datei sei nun anonym. Im Text stehen jedoch ein seltener Praktikumsort, ein persönliches Erlebnis und ein Kommentar mit dem Namen der Lehrperson.
Anonymisierung bedeutet, dass eine Person nicht mehr oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand bestimmbar ist. Pseudonymisierung ersetzt dagegen etwa einen Namen durch einen Code, lässt aber einen Personenbezug bestehen. Diese Unterscheidung ist wichtig, bevor Unterlagen an einen Dienst gelangen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie zuerst Zweck und Freigabe. Schreiben Sie auf, welche konkrete Aufgabe die KI übernehmen soll. Prüfen Sie mit Ihrer Institution, welches Werkzeug für welche Daten zugelassen ist. Eine technische Bearbeitung der Datei ersetzt diese Klärung nicht und schafft keine automatische Erlaubnis.
- Begrenzen Sie den benötigten Ausschnitt. Fragen Sie, ob ein erfundenes Beispiel oder ein einzelner allgemeiner Satz genügt. Datenminimierung bedeutet, nur die für den Zweck notwendigen Angaben zu verwenden. Übernehmen Sie nicht die ganze Arbeit, wenn der Auftrag einen kleinen Ausschnitt betrifft.
- Arbeiten Sie auf einer getrennten Kopie. Bewahren Sie das Original in der vorgesehenen geschützten Ablage. Entfernen Sie aus der Arbeitskopie Namen, Kontaktdaten, Kennnummern, Unterschriften und personenbezogene Dateinamen. Benennen Sie die Kopie neutral und dokumentieren Sie die Bearbeitung intern.
- Prüfen Sie indirekte Hinweise. Lesen Sie nach Orten, seltenen Ereignissen, Arbeitgebern, Familienangaben oder auffälligen Kombinationen. Auch eine kleine Klasse kann die Zuordnung erleichtern. Verallgemeinern Sie nur so, dass die fachliche Aussage erhalten bleibt; sonst ist der Ausschnitt für den Zweck ungeeignet.
- Kontrollieren Sie verborgene Dateiinhalte. Öffnen Sie die Dokumenteigenschaften und prüfen Sie Kommentare, Änderungsverlauf, Autorennamen, eingebettete Objekte und Bildbeschriftungen. Metadaten sind solche zusätzlichen Angaben über eine Datei. Eine schwarze Fläche über Text ist kein verlässliches Entfernen des darunterliegenden Inhalts.
- Prüfen Sie die fertige Ausgabe erneut. Öffnen Sie genau die Datei, die verwendet werden soll, und kontrollieren Sie Suche, Kopieren und sichtbare Anhänge. Lassen Sie eine berechtigte zweite Person mögliche Rückschlüsse prüfen. Deren erfolglose Zuordnung allein beweist allerdings noch keine sichere Anonymität.
- Entscheiden Sie anhand des Restbezugs. Wenn jemand weiterhin identifizierbar sein könnte, behandeln Sie den Inhalt als personenbezogen. Nutzen Sie dann nur den ausdrücklich dafür geklärten institutionellen Ablauf oder verzichten Sie auf die Eingabe. Vereinbaren Sie ausserdem den Umgang mit Arbeitskopien und Ergebnissen.
Vorlage zum Kopieren
Erstelle für eine Lehrperson eine leere Aufbereitungscheckliste.
Geplanter Zweck: [allgemeiner Zweck]
Dateiart: [Textdokument oder anderes Format]
Verwende keine echten Prüfungsinhalte.
Gliedere nach benötigtem Umfang, direkten Angaben, indirekten Hinweisen,
Metadaten, verborgenen Inhalten, fachlicher Verfälschung und Restbezug.
Formuliere Kontrollfragen für eine interne zweite Prüfung.
Unterscheide Anonymisierung und Pseudonymisierung.
Versprich keine garantierte Anonymität und keine automatische Freigabe.Ersetzen Sie die Platzhalter durch allgemeine Angaben. Verwenden Sie ausschliesslich erfundene Beispiele oder geprüfte öffentliche Vorgaben, niemals Daten realer Lernender.
Was wird leicht übersehen?
| Ebene | Beispiele für zu prüfende Angaben |
|---|---|
| Sichtbarer Text | Name, Ort, persönliche Erzählung |
| Dateiname | Klasse, Kürzel, Kennnummer |
| Dokumenteigenschaften | Autor, Kommentare, Änderungsverlauf |
| Bilder und Anhänge | Namensschild, Handschrift, zusätzliche Dokumente |
| Kombination | Seltene Tätigkeit zusammen mit Zeitpunkt und Ort |
Der EDÖB beschreibt Risiken der Wiederzuordnung beim KI-Einsatz. Sein Hinweis zur Anonymisierung verdeutlicht den Unterschied zu weiterhin personenbezogenen Daten. Prüfen Sie zusätzlich den für Ihre Schule geltenden kantonalen Rahmen.
Worauf Sie achten müssen
- Nicht im falschen Dienst anonymisieren: Laden Sie die Originalarbeit nicht zuerst in einen öffentlichen KI-Dienst, damit dieser persönliche Angaben entfernt. Die Offenlegung wäre dann bereits erfolgt.
- Fachliche Grenze: Wenn das Entfernen persönlicher Angaben die Antwort wesentlich verändert, eignet sich der bereinigte Text möglicherweise nicht mehr zur geplanten Beurteilung.
- Daten schützen: Keine Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste eingeben. Auch Kombinationen aus Klasse, Ereignis und Familienumständen können jemanden erkennbar machen. Arbeiten Sie für Entwürfe mit erfundenen Situationen.
- Lokale Vorgaben beachten: Öffentliche Schulen beachten das jeweilige kantonale Datenschutzrecht (Educa). Zuständigkeit und zulässigen Werkzeugeinsatz klären Sie mit Ihrer Institution; rechtliche Fragen lassen Sie im Einzelfall fachlich prüfen.
- Verantwortung behalten: KI kann überzeugend Falsches ergänzen. Prüfen Sie jede übernommene Aussage und bewahren Sie die eigene fachliche Begründung ausserhalb des Chats auf. Eine freundliche Formulierung allein macht einen Vorschlag nicht richtig.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Eine Schweizer Berufsfachschülerin beschreibt in einer Arbeit einen besonderen Auftrag aus ihrem Lehrbetrieb. Frau Keller entfernt zunächst nur den Namen. Die Kombination aus Betrieb, Ereignis und Ort könnte die Person aber weiterhin erkennen lassen.
Nach der internen Prüfung verwendet sie für den KI-Test stattdessen einen selbst erfundenen Fachabschnitt. Die echte Arbeit bleibt im geschützten Korrekturverfahren. Danach ist der Zweck des Tests weiterhin erreichbar, ohne die personenbezogene Erzählung an den Dienst zu übermitteln.
So hilft Ihnen Alpasana
Passende Grundlagen bietet die Leistung KI-Weiterbildung für Unternehmen. Das Angebot vermittelt den verantwortungsvollen Einsatz von KI für Texte, Analysen und Entscheidungsgrundlagen sowie den sorgfältigen Umgang mit Daten. Mitarbeitende lernen online im eigenen Tempo und können verifizierbare Abschlüsse erwerben. Diese Grundlagen lassen sich für die gemeinsame Prüfung von KI-Entwürfen in einer Bildungsorganisation nutzen.
Die Weiterbildung unterstützt den verantwortungsvollen Umgang mit Daten und das Erkennen von Grenzen. Eine technische Anonymisierungsgarantie oder eine datenschutzrechtliche Freigabe Ihrer konkreten Unterlagen ist nicht zugesagt.
Häufige Fragen
Reicht eine Nummer statt des Namens?
Nicht unbedingt. Wenn die Nummer über eine Liste zugeordnet werden kann oder der Inhalt die Person erkennen lässt, bleibt ein Personenbezug bestehen.
Ist ein Bildschirmfoto sicherer als die Originaldatei?
Es kann andere Angaben enthalten und sichtbare Namen oder Erzählungen unverändert zeigen. Das Format allein ist kein Datenschutzbeleg; prüfen Sie Inhalt und zusätzliche Dateiangaben.
Darf ich eine bereinigte Arbeit danach überall verwenden?
Nein, auch Zweck, institutionelle Freigabe und mögliche verbleibende Bezüge sind zu prüfen. Eine Aufbereitung ist nur ein Teil des kontrollierten Verfahrens und ersetzt keine fachliche Einzelfallklärung.
Zum weiteren Ablauf: KI-Korrektur transparent erklären und Fachinhalt getrennt prüfen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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