Prüfen & Bewerten · KI-Beratung und digitale Transformation
KI-Prüfung mit Screenreader: Barrieren vorab prüfen
Kurz gesagt
Bevor Sie eine Prüfung mit KI-Werkzeug durchführen, testen Sie sie selbst mit Tastatur und Screenreader und lassen Sie sie wenn möglich von einer betroffenen Person prüfen. Ein Prüfplan mit Bedienschritten, Aufgabenformaten und Zeitangaben zeigt, wo Hürden liegen. Beheben Sie diese vor dem Prüfungstermin.
Das Problem
Frau Keller plant eine Prüfung, bei der Lernende mit einem KI-Werkzeug arbeiten und ihr Vorgehen dokumentieren. Ein Schüler mit einer starken Sehbeeinträchtigung nutzt einen Screenreader, ein Programm, das den Bildschirminhalt laut vorliest. Am Vorabend probiert sie das Prüfsystem mit ihm aus: Die Eingabemaske wird nicht vorgelesen, eine Schaltfläche ist nur mit der Maus erreichbar, und die Antwort der KI erscheint in einem Bereich, den der Screenreader nicht meldet.
Solche Hürden entdeckt man oft erst im Ernstfall, wenn es zu spät ist. Sie können zu Nachteilen führen, die mit dem Fachwissen nichts zu tun haben. Ob eine Prüfung bei einer Sehbeeinträchtigung zugänglich ist, hängt von mehreren Dingen ab: Lässt sich alles mit der Tastatur bedienen? Werden Elemente korrekt vorgelesen? Ist das Aufgabenformat, etwa Tabellen oder Diagramme, zugänglich? Reicht die Zeit?
Ein Prüfplan hilft, systematisch zu testen, bevor die Prüfung stattfindet. KI kann beim Entwerfen des Plans helfen, doch getestet wird mit den tatsächlichen Werkzeugen und, wenn möglich, mit der betroffenen Person. Wer Hilfsmittel braucht und in welchem Umfang, regeln Nachteilsausgleich und kantonale Vorgaben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären, wer betroffen ist und was gebraucht wird. Sprechen Sie mit der Lernenden oder dem Lernenden und der zuständigen Fachstelle, welche Hilfsmittel genutzt werden und welcher Ausgleich vereinbart ist. Besondere Personendaten gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
- Alle Prüfungsschritte auflisten. Notieren Sie, was Prüflinge tun: anmelden, Aufgabe öffnen, KI-Werkzeug starten, Frage eingeben, Antwort lesen, Ergebnis speichern, abgeben.
- Den Prüfplan entwerfen lassen. Bitten Sie die KI um eine Tabelle mit Prüfpunkten zu Tastaturbedienung, Screenreader, Aufgabenformat und Zeit für jeden Schritt. Sie ergänzen, was fehlt.
- Mit der Tastatur testen. Bedienen Sie jeden Schritt nur mit Tabulator-, Pfeil- und Eingabetaste. Notieren Sie Stellen, an denen Sie hängen bleiben oder die Reihenfolge nicht stimmt.
- Mit einem Screenreader testen. Prüfen Sie, ob Beschriftungen, Schaltflächen und Antworten vorgelesen werden. Besser ist der Test mit einer Person, die den Screenreader täglich nutzt.
- Aufgabenformate prüfen. Gibt es Bilder, Diagramme oder Tabellen? Sind Alternativtexte vorhanden? Lassen sich Antworten ohne Maus eingeben?
- Zeit und Alternativen klären. Planen Sie mehr Zeit ein, wenn nötig, und halten Sie eine Alternative bereit, etwa einen Ablauf ohne KI-Werkzeug oder ein anderes Format.
- Mängel beheben und erneut testen. Beheben Sie Hürden oder wählen Sie ein anderes Werkzeug. Testen Sie nochmals und halten Sie die Ergebnisse schriftlich fest.
| Prüfpunkt | Frage | Mögliches Problem |
|---|---|---|
| Tastatur | Alles ohne Maus erreichbar? | Schaltflächen nicht erreichbar |
| Screenreader | Werden Felder und Antworten vorgelesen? | Fehlende Beschriftung |
| Aufgabenformat | Diagramme und Tabellen zugänglich? | Kein Alternativtext |
| Zeit | Reicht die Zeit mit Hilfsmittel? | Mehr Bedienzeit nötig |
| Alternative | Gibt es einen zweiten Weg? | Nur ein Format |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Geben Sie keine Angaben zu einzelnen Personen ein, nur Prüfungsablauf und Werkzeuge.
Ich plane eine Prüfung mit dem Werkzeug [Name des Prüfsystems / KI-Werkzeugs]. Die Prüflinge sollen: [Schritte, z. B. anmelden, Aufgabe lesen, KI-Frage eingeben, Antwort lesen, Ergebnis speichern, abgeben].
Aufgabenformate: [Text, Tabellen, Diagramme, Bilder].
Erstelle einen Prüfplan zum Testen auf Barrieren für Personen, die einen Screenreader und die Tastatur nutzen:
- pro Schritt zwei bis drei Testfragen,
- eine Liste häufiger Hürden bei diesen Formaten,
- Hinweise, wo zusätzliche Zeit nötig sein könnte,
- Vorschläge für gleichwertige Alternativen.
Behaupte nicht, dass das Werkzeug barrierefrei ist; sage, was geprüft werden muss.Ergänzen Sie Werkzeug, Schritte und Formate und führen Sie die Tests anschliessend selbst durch.
Worauf Sie achten müssen
- Die KI kann die Zugänglichkeit eines Werkzeugs nicht beurteilen. Sie kann nur Prüfpunkte nennen; das Testen mit echten Hilfsmitteln ist unverzichtbar. Allgemeine Hinweise bieten die Leitlinien der Web Accessibility Initiative.
- Daten zu Beeinträchtigungen und Hilfsmitteln sind besonders schützenswert. Geben Sie sie nicht in öffentliche KI-Dienste ein; Orientierung bietet das Educa-Dossier zum Datenschutz.
- Nachteilsausgleich und Anpassungen sind kantonal und je Schule unterschiedlich geregelt. Klären Sie sie mit der Schulleitung und der zuständigen Fachstelle; fragen Sie die betroffene Person nach ihren Bedürfnissen.
- Ein Werkzeug, das nur mit der Maus funktioniert, ist für viele Menschen ungeeignet. Verzichten Sie auf solche Werkzeuge in Prüfungen oder bieten Sie eine Alternative an.
- Prüfen Sie auch Hilfsmittel der Lernenden: Die persönliche Konfiguration kann vom Schulgerät abweichen. Testen Sie nach Möglichkeit mit der gewohnten Ausstattung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus einer Berufsfachschule in Zürich: Frau Keller plant eine Prüfung, bei der Lernende eine Aufgabe mit einem KI-Werkzeug lösen und dokumentieren. Ein Lernender nutzt einen Screenreader. Mit einem von der KI vorbereiteten Prüfplan testet sie zusammen mit ihm das System eine Woche vorher.
Dabei zeigt sich: Das Eingabefeld hat keine Beschriftung, und die Antwort der KI wird nicht automatisch vorgelesen. Die Schule wählt eine Variante der Plattform mit besserer Bedienung und gibt dem Lernenden eine Aufgabe als Textdokument statt als Tabelle in einem Bild. Eine zweite Testrunde verläuft ohne Hürden. Der Lernende erhält eine zusätzliche Zeitzugabe, wie mit der Fachstelle vereinbart.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn eine Schule oder ein Bildungsanbieter klären möchte, wo digitale Werkzeuge und KI sinnvoll sind und wie ein Pilot mit Einsatzregeln aussehen kann, hilft die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana. Sie umfasst die Aufnahme von Prozessen, die Analyse von KI-Potenzialen, einen Umsetzungsplan sowie Pilot, Einsatzregeln und Skalierung; Projekte werden individuell offeriert.
Das Angebot ist keine Barrierefreiheitsprüfung. Zugänglichkeit müssen Sie mit den echten Werkzeugen und den betroffenen Personen testen.
Häufige Fragen
Reicht es, wenn die Plattform «barrierefrei» sagt?
Nein. Prüfen Sie selbst, denn Zusagen sagen wenig über die tatsächliche Bedienung. Wichtig ist der Test mit Tastatur und Screenreader.
Wie gestalte ich zugängliche Arbeitsblätter?
Mit echten Überschriften, Alternativtexten und einfacher Struktur. Hinweise bietet der Beitrag zu KI-Arbeitsblättern für Screenreader.
Was, wenn ein Kind das Werkzeug nicht nutzen kann?
Bieten Sie eine gleichwertige Alternative, die dasselbe Lernziel prüft. Ideen finden Sie im Beitrag zu barrierearmen KI-Nachweisen.
Wie sorge ich für Fairness bei Bezahlzugängen?
Stellen Sie schulische Zugänge bereit. Der Beitrag zur Fairness bei kostenpflichtigen KI-Prüfungen vertieft das.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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