Modell-Atlas · KI-Weiterbildung für Unternehmen
Qwen und Datenschutz: Modell und Chatdienst unterscheiden
Kurz gesagt
Beim Datenschutz ist entscheidend, wer Ihre Eingaben erhält. Bei einem Chatdienst ist das sein Betreiber, bei einem lokal betriebenen Modell Sie selbst. Klären Sie deshalb Zugangsweg, Betreiber, Datenstandort, Vertrag und Löschmöglichkeit, bevor Sie Personendaten oder Firmendaten eingeben.
Das Problem
Ein Mitarbeitender fragt: «Darf ich in Qwen Kundentexte einfügen?» Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil «Qwen» für Verschiedenes steht. Es kann ein Chatdienst im Browser sein, eine Schnittstelle, über die ein Programm das Modell aufruft, oder eine Datei, die Ihre IT auf einem eigenen Rechner betreibt. In jedem Fall landen die Daten an einem anderen Ort.
Wer das nicht unterscheidet, verwechselt leicht zwei Aussagen: «Das Modell ist offen» und «Meine Daten sind sicher». Das Erste betrifft die Verfügbarkeit des Modells, das Zweite den Betrieb. Offenes Modell und sicherer Chatdienst sind nicht dasselbe.
Dieser Beitrag hilft, die Betreiber und Datenwege zu unterscheiden und die richtigen Fragen zu stellen. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte ziehen Sie eine Datenschutz- oder Rechtsfachperson bei. Zugänge und Bedingungen ändern sich; es gilt der aktuelle Stand des Anbieters (Stand Oktober 2026).
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Zugangsweg bestimmen: Nutzen Sie einen Chatdienst, eine Schnittstelle oder ein lokales Modell? Schreiben Sie es auf.
- Betreiber feststellen: Wer betreibt den Dienst? Der Entwickler des Modells, ein Cloud-Anbieter oder ein Dritter, der das Modell anbietet? Der Betreiber ist Ihr Vertragspartner und Empfänger der Daten.
- Datenschutzerklärung lesen: Achten Sie auf Datenstandort, Speicherdauer, Verwendung der Eingaben (zum Beispiel zur Verbesserung des Dienstes) und Weitergabe an Dritte.
- Datenarten sortieren: Was möchten Sie eingeben: öffentliche Texte, interne Dokumente, Personendaten, besonders schützenswerte Daten (zum Beispiel Gesundheit)? Je sensibler, desto strenger die Anforderungen.
- Vertrag klären: Bearbeitet der Anbieter Daten in Ihrem Auftrag, braucht es in der Regel eine Vereinbarung dazu. Siehe Auftragsverarbeitung bei KI erkennen.
- Ausland beachten: Das Schweizer Datenschutzgesetz stellt Anforderungen an die Bekanntgabe von Personendaten ins Ausland. Klären Sie das mit Ihrer Datenschutzverantwortlichen oder einer Fachperson.
- Alternativen prüfen: Genügt für Ihren Zweck ein Test mit anonymisierten Daten? Oder ist ein lokaler Betrieb besser, siehe Qwen lokal nutzen?
- Regel festlegen: Halten Sie fest, welche Daten in welchen Zugangsweg dürfen, und informieren Sie das Team.
- Regelmässig neu prüfen: Bedingungen und Standorte können sich ändern. Notieren Sie das Prüfdatum.
Vorlage zum Kopieren
Wir prüfen den Einsatz von [Qwen über Chatdienst / Schnittstelle / lokal].
Datenarten, die verarbeitet würden: [öffentliche Texte / interne Dokumente / Personendaten].
Betreiber des Dienstes laut Website: [Name des Betreibers, Land].
Erstelle mir:
1. eine Liste von 10 Fragen an den Anbieter zu Datenstandort, Speicherdauer,
Training mit Eingaben, Unterauftragnehmern und Löschung,
2. eine Tabelle «Datenart / erlaubt im Test / erlaubt im Betrieb / Bedingung»,
3. einen Vorschlag für eine kurze interne Regel für Mitarbeitende.
Gib keine Rechtsberatung und erfinde keine Angaben zum Anbieter;
markiere, was ich selbst prüfen oder von einer Fachperson beurteilen lassen muss.Ersetzen Sie die Platzhalter. Prüfen Sie jede Antwort anhand der Originalquellen.
Worauf Sie achten müssen
- Betreiber beachten: Qwen-Modelle werden von verschiedenen Anbietern bereitgestellt. Für jeden gelten eigene Bedingungen.
- Personendaten: Sobald Personendaten im Spiel sind, gelten Datenschutzregeln unabhängig vom Werkzeug. Grundlage in der Schweiz ist das DSG.
- Standort: Ein Anbieter ausserhalb der Schweiz bedeutet in der Regel Verarbeitung im Ausland. Das ist nicht automatisch verboten, aber prüfpflichtig.
- Training mit Eingaben: Manche Dienste dürfen Eingaben zur Verbesserung nutzen, andere nicht. Lesen Sie die Einstellungen.
- Lokal bedeutet Eigenverantwortung: Auch bei lokalem Betrieb sind Sie für Zugriffe, Speicherung und Löschung verantwortlich.
- Intern regeln: Eine einfache Regel wie «Keine Personendaten in externe KI-Dienste ohne Freigabe» schützt besser als gute Vorsätze. Mehr zum Standort: KI-Speicherort prüfen.
| Zugangsweg | Wer erhält die Eingaben? | Typische Frage |
|---|---|---|
| Chatdienst | der Betreiber des Dienstes | Datenstandort, Training, Löschung? |
| Schnittstelle (API) | der Anbieter der Schnittstelle | Vertrag, Speicherung, Unterauftragnehmer? |
| Lokales Modell | niemand extern, wenn korrekt eingerichtet | Sicherheit, Zugriffe, Updates? |
| Drittanbieter mit Qwen-Modell | der Drittanbieter | Wer ist Betreiber, wo läuft es? |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Die Personalverantwortliche eines Handelsbetriebs in Olten möchte Bewerbungsschreiben mit Qwen sortieren lassen.
Vorher: Sie fügt drei Bewerbungen mit Namen und Adressen in einen Chatdienst ein. Erst danach fällt ihr auf, dass sie die Datenschutzerklärung nicht gelesen hat.
Nachher: Der Betrieb legt fest, dass Bewerbungsunterlagen nicht in externe KI-Dienste gehören. Für Tests werden erfundene Bewerbungen verwendet. Eine lokale Lösung wird geprüft, und die Entscheidung, welche Daten wohin dürfen, steht schriftlich im internen Merkblatt. Fragen zu besonders schützenswerten Daten klärt die Datenschutzverantwortliche.
Was Sie sofort tun können
Auch ohne Rechtsabklärung gibt es Schritte, die Risiken verkleinern: Verwenden Sie für Tests nur erfundene oder öffentliche Texte, entfernen Sie Namen und Nummern, legen Sie ein eigenes Testkonto an und löschen Sie Verläufe nach der Arbeit. Und fragen Sie im Zweifel lieber einmal zu viel bei der zuständigen Person nach.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Weiterbildung für Unternehmen von absofort behandelt laut Angebotsbeschreibung Schweizer Praxisbezug und Datenschutz als Lerninhalte sowie den verantwortungsbewussten Umgang mit Unternehmensdaten. Es gibt eine Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.
Häufige Fragen
Ist ein offenes Modell datenschutzfreundlich?
Es kann es sein, wenn Sie es selbst betreiben und korrekt einrichten. Bei einem Chatdienst bleibt der Betreiber der Empfänger Ihrer Daten, auch wenn das Modell offen ist.
Darf ich Kundendaten in Qwen eingeben?
Das hängt von Zugangsweg, Vertrag und der Art der Daten ab. Ohne geklärte Bedingungen gehören Personendaten nicht in externe Dienste. Fragen Sie Ihre Datenschutzverantwortliche.
Woran erkenne ich den Betreiber?
In der Datenschutzerklärung und im Impressum des Angebots. Fehlen diese Angaben, ist Vorsicht angebracht.
Reicht es, den Verlauf zu löschen?
Nicht unbedingt. Wie lange Daten tatsächlich gespeichert bleiben, regeln die Bedingungen des Betreibers. Hintergrund: Aufbewahrungsfrist.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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